Mit Kindern über Homosexualität kommunizieren

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    Ich weiß, dass ich jetzt wieder "meta" werde, aber mich haben viele Äußerungen hier an etwas erinnert, aber ich habe etwas länger gebraucht, um mich zu erinnern.


    Vor einem Jahr kam es in der zum Glück abgesetzten Show "Wetten dass" zu dieser unseligen Wette über Jim Knopf und dem Schwarzschminken usw. Danach ging das Schlagwort "Blackfacing" im Zusammenhang mit Alltagsrassismus rum und ich habe mich ein wenig umgelesen.


    Dabei bin ich auch auf "Derailing" (Der Begriff taucht nur einmal im Forum auf, an anderer Stelle) gestoßen und habe zu diesem Stichwort einen Blog gefunden: Derailing für Anfänger. Untertitel: Macht Diskriminierung leichter.


    Derailing: Das Entgleisenlassen von Diskussionen (vor allem in Zusammenhang mit Minderheiten, Diskriminierung), indem man die Themen umlenkt und den Gegenüber und seine Meinung trivialisiert oder herabsetzt.


    Beliebte Methoden, die erwähnt werden und die ich hier finde:


    Du verfolgst eine Agenda ("Homosexuelle Community und ihren propagierten Lifestyle")


    Aber ich bin nicht so! Hör auf mich zu stereotypisieren! (Du verallgemeinerst und diskriminierst MICH!)


    Du hast die Beherrschung verloren, also muss ich dir nicht mehr zuhören!


    Du bist genauso schlimm wie die!


    Oder final: Du siehst das aus der falschen Perspektive (aka: "Ich finde nichts Beleidigendes in meinen Worten, also liegt es an dir, weil du zu dumm bist, meine Worte richtig zu verstehen.")


    Aber wie gesagt: nur so nebenbei.

  • und nicht zu vergessen: "das ist doch nur meine meinung! ich muss doch noch meine meinung sagen dürfen!"

  • Zitat Da Vinci :

    Zitat

    Solange niemandem anderen geschadet wird, soll doch jeder tun, was er möchte. Aber ich muss trotzdem noch lange nicht alles toll finden
    und kann das auch sagen. Das ist auch Demokratie.

    Zitat kecks :

    Zitat

    aber ihr schadet mit diesen reaktionären und kleingeistigen aussagen den homosexuellen! ihr grenzt sie aus, ihr treibt sogar homosexuelle jugendliche in den selbstmord.

    Ganz schön überinterpretiert, geehrter kecks !


    Und sowieso halte ich es für absolut daneben, in Diskussionen Meinungen per se als reaktionär und kleingeistig zu bezeichnen, wenn sie sich nicht in das eigenen Denkschema fügen wollen. Ist irgendwie auch so eine Art Argumentations-Keule. Ebenso wenig zielführend finde ich es, wenn man hier einige User in die Fundamentalistenecke abdrängt.-Wirkliche argumentative Überzeugungsarbeit sieht anders aus !


    Ich sehe absolut nicht den zwangsläufigen (!) Zusammenhang zwischen dem Nichttollfinden und Ausgrenzung von Menschen im täglichen Leben. 8_o_)

    Ihr kommuniziert mit dem künftigen Bildungsminister !

  • Claudius schreibt stets sorgfältig und korrekt, dass man die Menschen mit diesen Empfindungen nicht diskriminieren darf. Ich möchte aber, dass sich das auch auf die Menschen mit den entsprechenden *Handlungen* bezieht. Eine Akzeptanz, die sich nur auf die Empfindung bezieht und nicht auf die Ausübung von Homosexualität, ist keine.


    Es besteht schon ein Unterschied zwischen Empfindungen und Handlungen. Für Empfindungen kann man nichts, für Handlungen schon. Die Frage wäre nun, wie man mit bestimmten Empfindungen moralisch richtig umgehen sollte und welche Handlungen moralisch nicht in Ordnung sind. Dazu mag es unterschiedliche Ansichten geben. Das ist nunmal so. Die Kirche vertritt gestützt auf die Heilige Schrift und die christliche Tradition die Position, dass homosexuelle Handlungen an sich gegen die natürliche Schöpfungsordnung Gottes verstossen und deshalb Sünde sind. Und man kann natürlich nicht mal eben die Bibel umschreiben und die christliche Tadition ausradieren, nur weil diese Position gerade in Deutschland mal nicht in Mode ist. Aber das betrifft auch nicht nur die Position der Kirche zur Homosexualität.


    Natürlich dürfen auch Menschen nicht diskriminiert werden, die homosexuelle Handlungen begehen. Das lehrt die Kirche und das vermittle ich in meinem Unterricht.

    • Offizieller Beitrag


    . Die Kirche vertritt gestützt auf die Heilige Schrift und die christliche Tradition die Position, dass homosexuelle Handlungen an sich gegen die natürliche Schöpfungsordnung Gottes verstossen und deshalb Sünde sind. Und man kann natürlich nicht mal eben die Bibel umschreiben und die christliche Tadition ausradieren, nur weil diese Position gerade in Deutschland mal nicht in Mode ist.Aber das betrifft auch nicht nur die Position der Kirche zur Homosexualität.


    Absolut richtig. Magst du so gut sein und dein Statement, dass ich oben markiert habe, für uns gebannte Leser bitte einmal in einen Kontext bringen mit diesem fantastischen Beitrag von Scooby?
    Oder hältst du dich an diese Vorgaben aus der Bibel etwa nicht? Hast du etwa an diesen Stellen die Bibel für dich umgeschrieben? Darfst du das? Warum?


  • Na ja, zwischen den Unterschieden von altem und neuem Bund sollte man schon einmal etwas gehört haben. Und während beispielsweise die Speisegebote im NT explizit aufgehoben werden (Apg 10,9-16; 1. Kor 10,25; Mk 7,15-19), werden die Vorschriften zur Sexualität eben aufrechterhalten bzw. sogar verschärft (siehe die entsprechenden Stellen vor allem in den Paulusbriefen).
    Eine ganz nette Antwort auf die einzelnen Punkte dieses Briefes findet sich unter: http://www.stmichael-online.de/laura_schlessinger.htm

    • Offizieller Beitrag

    Also sucht man sich aus, welchen Teil der Bibel man befolgen möchte?

  • Diese gesamte Diskussion ist nur noch lächerlich und ich würde auch lachen, wenn die Konsequenzen nur nicht so bitter wären. Ich finde es immer wieder interessant, wie auf Argumente gar nicht oder nur kaum eingegangen werden. Meike, Nele und co. tippen sich hier die Finger wund mit intelligenten Posts und zurück kommen nur Halbantworten, wenn überhaupt irgendwas. Das erinnert tatsächlich an "Derailing", wie von Hawkeye bereits dargestellt.


    Wie bereits in meinem letzten Post geschrieben: Homosexualität ist mehr als eine Meinung und auch mehr als eine Empfindung. Es ist eine untrennbar mit mir verwurzelte Eigenschaft wie meine Herkunft oder Augenfarbe. Ich bin auch dann noch homosexuell, wenn ich z.B. gerade keine romantischen Gefühle für einen anderen Mann habe. Ich empfinde nicht homosexuell, sondern ich bin homosexuell. Daher ist jegliche homosexuelle Handlung ein Ausdruck meines Wesens und nicht einfach nur eine Handlung aus einer momentanen Gefühlsregung heraus. Wenn die Kirche also gestützt auf die Bibel dagegen argumentiert, argumentiert sie nicht gegen eine Handlung, sondern gegen mich als Person. Das ist eine bodenlose Anmaßung und theologisch gesprochen womöglich sogar gegen Gott selbst, da auch Homosexuelle Geschöpfe Gottes sind. Das ist die eine Geschichte. Aber viel wichtiger ist mir noch etwas anderes: Theologie hin oder her, warum sollte das alles überhaupt irgendeine Bedeutung in unserer modernen Gesellschaft haben? Warum sollte das überhaupt so in den Schulen unterrichtet werden dürfen? Wir verdanken unsere Demokratie und unsere Werte viel mehr der antiken Philosophie und dem Humanismus bzw. der Aufklärung. Der moralische Konsens wird schon längst mit moralphilosophischen Mitteln gebildet. Sapere Aude und nicht irgendeine angebliche Rückbesinnung auf vormoderne Werte, die eigentlich keine sind, sondern vielmehr fragwürdige Gesetze, die in einem bestimmten historischen (und patriarchalischen) Kontext unter Einfluss eines Offenbarungsglaubens enstanden sind. Selbst viele moderne Theologen haben das erkannt und beziehen sich in ihrer Moraltheologie immer mehr und mehr auf die Philosophie, statt nur noch auf die sogenannte "Heilige Schrift". Und das sage ich als jemand, der einen Studienschwerpunkt in Religionsphilosophie hat! Ich kann der Religion durchaus auch gute Seiten abgewinnen, aber in der Bildungspolitik und überhaupt in der Politik hat sie meines Erachtens nichts zu suchen. Ich würde sowieso für einen konfessionsungebundenen Religionsunterricht plädieren, der das Thema neutral und allgemein veranschaulicht, sehr gerne auch in Kombination mit der Philosophie. "Religionswissenschaft und Philosophie" oder so. Aber das ist ein anderes Thema.

    2 Mal editiert, zuletzt von Pyro ()

  • Jesus ist die zentrale Person der Christen - das Neue Testament also bedeutsamer.
    Du reisst auch nicht irgendwo irgendeine Stelle aus dem Zusammenhang und interpretierst dann munter vor dich hin. ;)
    Dafür gibt es halt dann den Religionsunterricht- um auch solche Fragen zu klären. ;)

    • Offizieller Beitrag

    Na ja, zwischen den Unterschieden von altem und neuem Bund sollte man schon einmal etwas gehört haben.[/url]


    Nö. Wieso auch?
    Ich bin ein gut erzogener, empathischer Mensch, der sich neben den Grundgesetzen unseres Staates schlicht und ergreifend an die Devise "Was du nicht willst, was man dir tut, das füg auch keinem anderen zu." hält. Dafür brauch ich kein Buch.

  • Damit wirst du vermutlich auch ganz gut klar kommen, aber das reicht nicht aus, wenn man bar jeder sonstigen Grundlage über ein Thema diskutieren will. :)

    • Offizieller Beitrag

    Damit wirst du vermutlich auch ganz gut klar kommen, aber das reicht nicht aus, wenn man bar jeder sonstigen Grundlage über ein Thema diskutieren will. :)


    Den Bibelbezug als Begründung für die Legitimität der Diskriminierung Homosexueller Menschen habe nicht ich eingebracht.
    Mich interessiert es aber trotzdem, warum man dann halt offensichtlich doch nicht das ganze Werk für so gottgegeben und unabänderlich hält, wie die, die einem gerade in den Kram passen.


    Ich werde mich jedenfalls nicht mit deinem Argument aus dieser Diskussion drängen lassen.
    Auch wüsste ich gerne, warum die Bibel mehr Wert sein sollte als unser Grundgesetz. Gerade als Frau interessiert mich das brennend, wieso andere Frauen dieser Meinung sein können.


  • Nö. Wieso auch?
    Ich bin ein gut erzogener, empathischer Mensch, der sich neben den Grundgesetzen unseres Staates schlicht und ergreifend an die Devise "Was du nicht willst, was man dir tut, das füg auch keinem anderen zu." hält. Dafür brauch ich kein Buch.


    Das ist natürlich eine relativ angenehme Lebenseinstellung. Also zu allem eine Meinung, aber von nichts eine Ahnung. Hut ab vor soviel Kompetenz :top: :top: :top:

    • Offizieller Beitrag

    Das ist natürlich eine relativ angenehme Lebenseinstellung. Also zu allem eine Meinung, aber von nichts eine Ahnung. Hut ab vor soviel Kompetenz :top: :top: :top:


    https://derailingfueranfaenger.wordpress.com/#intellektuell

  • na, das mit dem derailing funzt ja zumindest prima: könnte man als "Aber ich bin nicht so! Hör auf mich zu stereotypisieren! (Du verallgemeinerst und diskriminierst MICH!)" oder auch unter dem letzten punkt, "Oder final: Du siehst das aus der falschen Perspektive
    (aka: "Ich finde nichts Beleidigendes in meinen Worten, also liegt es
    an dir, weil du zu dumm bist, meine Worte richtig zu verstehen.")", einordnen.

  • Das Grundgesetz gilt für alle Deutschen verbindlich und kann auch durchgesetzt werden. An die Bibel/Kirchenlehre hältst du dich freiwillig - oder auch nicht.
    Es GIBT keine legitime Diskriminierung homosexueller Menschen!!! Das ist doch nicht so schwer!!!

    • Offizieller Beitrag

    Das Grundgesetz gilt für alle Deutschen verbindlich und kann auch durchgesetzt werden. An die Bibel/Kirchenlehre hältst du dich freiKindlig - oder auch nicht.
    Es GIBT keine legitime Diskriminierung homosexueller Menschen!!! Das ist doch nicht so schwer!!!


    Das haben aber noch nicht alle der Diskriminierenden verstanden. Vor allem nicht die, die immer wieder ihren Glauben und die Bibel als Begründung vorschieben.

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