Wieviele Stunden für welche Arbeit?

  • ...und Elternabende in dem Sinne sind sowieso ein Recht der Eltern und keine Pflicht. Eigentlich müsste der Elternsprecher einladen und nicht der Klassenlehrer.


    Dann gäbs bei uns aber gar keine Elternabende. Was natürlich nichts ändern würde, da sowieso nur die Mamas erscheinen, deren Kinder immer Schulbrote, Eintrittsgeld und Hausaufgaben dabei haben, nicht beim Klauen, Rauchen und Prügeln gesichtet werden.


    Das was ich bei unserer Elternschaft erreiche, lässt sich sowieso nicht dienstanweisen und anordnen :prost: .


    So, genug gemeckert.


    Schönen Abend euch allen, die Tage-zählen-bis-zu-den-Ferien-Uhr ist abgelaufen!!!

  • Seph, du meinst mit "Elternabend" doch den Elternsprechtag, an dem die Eltern für ein paar Minuten kommen um über ihre Kinder sprechen, oder? In vielen Bundesländern versteht man unter "Elternabend" ein Treffen der "gesamten" Eltern der Klasse. (Darauf spielt auch Pausenbrot an.)


    kl. gr. frosch

    Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
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    "Angst ist ein unfähiger Lehrer." Jean-Luc Picard

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    "Urteile nie über einen Moderator dieses Forums, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist." (frei nach Firelilly)

  • Und wenn dann in der Elternsprechtagswoche, während der man abends an den Zeugnissen sitzt, der Chef kommt und spontan noch möchte, dass man meinetwegen fachfremd eine neue Klasse unterrichten muss und *setze hier eine für deine Schulart zeitfressende und psychisch belastende Zusatzaufgabe deiner Wahl ein* übernehmen soll?

    Dann sagst du deinem Chef halt, dass du dich um die "Zusatzaufgabe" selbstverständlich kümmerst. sobald du wieder freie Zeitreserven hast. Solange muss das eben warten.


    Und falls er will, dass du sofort zusätzlichen fachfremden Unterricht übernimmst, dann sagst du einfach "Ja gerne. Aber leider muss ich dann dort erst einmal absolutes Sparprogramm fahren, bis sich meine zeitliche Belastung wieder entspannt."


    Wenn man natürlich alles abnickt und ein pädagogisches "Hurra!" schreit, dann muss man sich nicht wundern, wenn man ausgenutzt wird...


    Gruß !

    Mikael - Experte für das Lehren und Lernen

  • Nur: was, wenn man allein auf weiter Flur steht? die PV, die her müsste, gibt es so nicht. Das Kollegium formiert sich nicht.

    Das kannst du auch alleine nicht. Da muss der PR ran. Der beruft die PV ein und kommuniziert dem Kollegium, dass er - sofern die Kollegen ihn damit beauftragen - die unangenehmen Konfliktgespräche führt, um die Missstände zu benennen. Und dann einigt man sich vor dem Hintergrund dieses "Schutzschilds" auf Forderungen/Maßnahmen, die der PR in den Gesprächen mit der SL durchsetzen soll.
    So ein Kollegium, wie du es beschreibst, wird erst dann wenigstens im Ansatz aktiv, wenn der einzelne nicht das Gefühl hat, dass er hier den Konflikt wagen muss. Durch die Einigkeit und die Masse schafft man Kraft.
    Das ist für viele PRs sicherlich auch nicht sehr angenehm, aber das iust nun mal die Aufgabe des Gremiums. Und wenn euer PR das nicht macht, dann müsst ihr bei nächster Gelegenheit einen anderen wählen. Zur Not lässt du dich aufstellen, dann kannst du durch das Amt geschützt versuchen, die Veränderungen herbeizuführen, die du für notwendig erachtest.

  • Seph, du meinst mit "Elternabend" doch den Elternsprechtag, an dem die Eltern für ein paar Minuten kommen um über ihre Kinder sprechen, oder? In vielen Bundesländern versteht man unter "Elternabend" ein Treffen der "gesamten" Eltern der Klasse. (Darauf spielt auch Pausenbrot an.)


    kl. gr. frosch

    Upps, da habe ich nicht aufgepasst. Du hast natürlich Recht...ich bezog mich auf den Elternsprechtag. Elternabende werden bei uns durch die Elternvertreter organisiert, Lehrkräfte werden nach Bedarf dazu eingeladen.


  • An meiner aktuellen Schule gibt es im Jahr genau 1(!) Elternabend von 15-18 Uhr mit Terminslots á 10min. Die Eltern erhalten vorher einen Laufzettel und schicken die Kinder zu den Wunschlehrern mit Bitte um einen Termin. Sind die 18 Termine, die eine Lehrkraft zu vergeben hat, voll, so kann eben kein weiteres Gespräch an dem Tag stattfinden. Leer ausgegangene Eltern können dann an einem anderen Tag kurz telefonisch, per Mail oder in individuellen Kurzterminen gegen Mittag versorgt werden. Typischerweise nehmen das bestenfalls noch 2 Elternpaar in Anspruch, wenn überhaupt.

    Da werde ich richtig neidisch. Bei uns geht dieser Elternsprechtag zwar auch nur von 16-20 Uhr, aber deine 2 Elterngespräche, die du danach auf der Warteliste hast und abarbeiten musst, hast du vergessen mit 17 zu multiplizieren. Und wehe, du wagst es, zu behaupten, dass in deinem Terminkalender in den nächsten 14 Tagen nichts mehr frei ist. Dann wird das Schulamt eingeschaltet. Termin klappt dann auch nicht früher, weil ja wirklich alles voll ist - aber an den Nerven reißt es schon ganz arg.

  • Und falls er will, dass du sofort zusätzlichen fachfremden Unterricht übernimmst, dann sagst du einfach "Ja gerne. Aber leider muss ich dann dort erst einmal absolutes Sparprogramm fahren, bis sich meine zeitliche Belastung wieder entspannt."


    Ja, so handhaben es meine Kollegen zum großen Teil. Ich finde aber, es geht ums Prinzip. Wenn unser Schulamt zu wenig Leute einstellt und dann aber erwartet, dass jeder soundsoviel Wochen im Jahr die doppelte Anzahl an Aufgaben lösen soll und es wird zurückgemeldet, dass es so funktioniert, dann läuft was falsch.


    Dasselbe gilt z.B. auch für das Zusammenlegen von Fachunterrichtsgruppen. Klar kann ich, anstatt mit 8 Verhaltensauffälligen zu kochen, mit 20 Rezepte abschreiben. Aber nicht dauerhaft, dafür mache ich diesen Beruf nicht.



    Das kannst du auch alleine nicht. Da muss der PR ran. Der beruft die PV ein und kommuniziert dem Kollegium, dass er - sofern die Kollegen ihn damit beauftragen - die unangenehmen Konfliktgespräche führt, um die Missstände zu benennen. Und dann einigt man sich vor dem Hintergrund dieses "Schutzschilds" auf Forderungen/Maßnahmen, die der PR in den Gesprächen mit der SL durchsetzen soll.So ein Kollegium, wie du es beschreibst, wird erst dann wenigstens im Ansatz aktiv, wenn der einzelne nicht das Gefühl hat, dass er hier den Konflikt wagen muss. Durch die Einigkeit und die Masse schafft man Kraft.
    Das ist für viele PRs sicherlich auch nicht sehr angenehm, aber das iust nun mal die Aufgabe des Gremiums. Und wenn euer PR das nicht macht, dann müsst ihr bei nächster Gelegenheit einen anderen wählen. Zur Not lässt du dich aufstellen, dann kannst du durch das Amt geschützt versuchen, die Veränderungen herbeizuführen, die du für notwendig erachtest.


    Ich glaube, ihr könnt euch das nicht vorstellen. Ich kapiers ja selbst nicht. Ich wohne in einem ehemaligen Ostbundesland und die Menschen hier fühlen nicht, dass sie in einem Rechtsstaat leben. Für die älteren Kollegen ist es wirklich existenziell, dass sie nicht den Mund aufmachen. Sie haben Angst vor der Schulleitung, die Schulleitung hat Angst vor Eltern und Schulamt. Aber es geht um mehr, als darum, dass man Unanehmlichkeiten vermeiden möchte. Es geht um die Angst, seinen Job zu verlieren oder etwas noch Tieferliegendes? ich weiß es nicht.


    1. "das was schon vor 30 Jahren so"
    2. "da kann man nichts machen"
    3. "du weißt doch, wie das läuft"
    4. "Um Himmels willen, was Herr X davon hält!"
    5. "der/die SL ist doch so nett, ich bin froh, dass ich nicht an einer Schule bin, wo gemobbt wird"
    6. "ich möchte die Aufgaben der SL auch nicht machen"
    7. "pst, nicht so laut, ja ich hab mal eine Fortbildung zum Schulrecht gemacht, können wir jetzt bitte über was anderes reden?"
    8. flüsternd: "bist du GEW-Mitglied"?
    9. "Wenn Sie dem nicht freiwillig zustimmen, dann..."



    Ich hab das selbst schon überlegt, mit dem PR. Aber ich ärger mir ja so schon ein Magengeschwür an, weiß nicht, ob das der richtige Job ist. Obwohl: vielleicht, wenn man das Gefühl hat, irgendwas erreichen zu können...

  • An einer solchen Schule würde ich nicht dauerhaft arbeiten...
    Und wenn es wirklich am Bundesland liegt, dann würde ich in einem solchen Bundesland nicht dauerhaft arbeiten.

    WE are the music-makers, and we are the dreamers of dreams,
    World-losers and world-forsakers on whom the pale moon gleams
    yet we are the movers and shakers of the world for ever, it seems.

  • Zum Thema Elterngespräche: unsere Schule bietet "Elternsprechtage" an. Da wird von der Schulleitung eine Gesprächsdauer von 15 min eingeplant. Und das mache ich ebenso, wenn ich Elterngespräche ausserhalb dieses Sprechtages habe: maximal 15 Minuten.


    Und ich telefoniere auch nicht den Eltern hinterher. Da hat doch tatsächlich eine Mutti mir einen Brief geschrieben, dass ich sie nur zwischen 13.00 und 13.30 und ab 18.30 auf dem Handy erreiche. Bei allem Verständnis, aber ich hatte von 13.00 bis 13.30 Unterricht und am dem Tag bis 18.30 Weihnachtsfeier mit der betroffenen Klasse. Da sie ihr Kind nicht selbst von der Weihnachtsfeier abholt, sondern von Freunden abholt wird, könnte ich sie doch auf ihrem Handy anrufen. Ich habe ihr schriftlich mitgeteilt, dass ich ab 18.30 keine dienstlichen Anrufe mit meinem privaten Handy auf andere Handy tätige. So dringend ist mir das Gespräch dann auch nicht gewesen.

  • Um noch einmal auf die AUsgangsfrage zurückzukommen lohnt sich auf jeden Fall ein Blick in das Urteil zur Lehrerarbeitszeit in Niedersachsen. DOrt wird auch die fehelnde Transparaenz der Arbeitszeitverordnung kritisiert, die das BVerfG in einem anderen Verfahren einfordert. Vor diesem Hintergrund wären wohl alle Verordnungen der Länder (vielleicht mit Ausnahme HH) rechtswidrig. Da die meisten Verordnungen schon länger Bestand haben, sind diese nicht mehr im Normenkontrollverfahren angreifbar. Meiner Meinung nach jedoch ein Widerspruch gegen einen Verwaltungsakt aufgrund der Verordnung (Anordnung von Mehrarbeit, Berechnung von Minderstunden) in jedem Falle gute Aussichten auf Erfolg, da dabei auch die Rechtsgrundlage zu prüfen ist. Mit einer entsprechenden Begründung (Verfassungswidrigkeit der Rechtsgrundlage wegen fehlender Transparenz) wäre das sicher ganz spannend.

  • Das Hamburger Lehrerarbeitszeitmodell ist längst nicht der Stein der Weisen! Seit seiner Einführung würde zunächst einmal eine Stunde insgesamt draufgelegt. Die meisten Kollegen sind unzufrieden damit. Lehrer mit Fächern wie Sport oder Musik haben einen so schlechten Faktor (Stadtteilschule) dass sie immer 29 Stunden die Woche haben.

  • Wahrscheinlich wäre das doch mal was für jemanden, der in der GEW rechtschutzversichert ist und dann kann mal sehen, wie weit so was geht :-)

    o/t Ich empfehle da eindeutig private Rechtsschutzversicherungen. Die GEW scheitert ja schon an der Erreichbarkeit.

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