Die Lösung für den Lehrermangel ist da!

  • Und sie kommt aus dem Pflegebereich:


    Zitat

    Zur Abfederung des Pflegekräftemangels in Kliniken und Heimen möchte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Beschäftigte zu Mehrarbeit bewegen. "Wenn von einer Million Pflegekräften 100.000 nur drei, vier Stunden mehr pro Woche arbeiten würden, wäre schon viel gewonnen", sagte der CDU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen".

    http://www.spiegel.de/wirtscha…motivieren-a-1229057.html


    Mal sehen, wann der erste Kultusminister auf diese geniale Idee kommt, um den Lehrermangel zu beheben.... der Countdown läuft.


    Gruß !

  • Widerliche Aussage vom Minister :uebel:


    Und unsere Situation mit der der Pflegekräfte zu vergleichen ist höhnisch.

  • Da hat alle Welt den Herrn Spahn wohl missverstanden... sowas aber auch.


    Vielleicht sollte er erst einmal für die besseren Bedingungen sorgen, denn Privatisierung der Pflege, unrealistische Mindeststandards in der Pflege, Überbürokratisierung der Pflege, Unterfinanzierung der Pflege u.a. sind ja letzendlich von der Politik so gewollt worden.


    Wenn er sein eigenes politisches Haus in Ordnung gebracht hat, dann darf er sich gerne zu freiwilliger(!) Mehrarbeit äußern, vorher nicht. Anstatt jetzt darüber zu jammern, dass ihn alle "missverstehen"...


    Erst über Jahrzehnte (alle Parteien) den Pflegekarren mehr oder weniger gezielt gegen die Wand fahren lassen und jetzt die Beschäftigten auffordern durch Mehrarbeit das ganze wieder in Ordnung zu bringen...


    Gruß !

  • Läängst in Hessen schon vom KuMi geschehen, in den letzten Osterferiwn kam der Bettelbrief

    Ich kann ja viel Gemotze verstehen und bin da auch gerne dabei, aber ich finde, in Hessen hat sich politisch unter der jetzigen Regierung schon etwas getan: mehr Gehalt, eine halbe Deputatsstunde weniger, neue sozialpädagogische Kräfte an den Schulen, in meinem Bereich wurde eine richtig teure, qualitativ hochwertige Fortbildungsreihe auf mehrere Jahre installiert.
    Klar, solche Briefe mit der Bitte um Aufstockung oder das Weiterunterrichten nach der Pensionierung sollten eigentlich nicht sein. Das ist mir aber lieber, als irgendeinen Lauch vor die Klassen zu stellen!

  • Ja. Und zwar dezent an die Privatadresse, ohne Einhaltzung des Dienstweges.Mehr Geld wurde glaube ich auch angeboten...

    Also mir hat niemand mehr Geld geboten...


    Fortbildungen sucht man hier eher vergebens, ausser man will DAZ oder Mathe halb nachstudieren.
    Mehr Gehalt? Das ist lachhaft- eine Minianpassung, nachdem die sich 2 oder 3 Tarifrunden aus ihrer Verantwortung geschlichen haben und 0Runden gefahren sind.
    Sozialpädagogen haben wir auch nicht, weil für ne 40% Stelle aufm Dorf kein Interessent da ist (wie auch - die wollen ja auch von irgendwas leben ).
    Hessen hat noch immer deutschlandweit die höchste Unterrichtsverpflichtung, so siehts aus.

  • Mal sehen, wann der erste Kultusminister auf diese geniale Idee kommt, um den Lehrermangel zu beheben.... der Countdown läuft.

    Hier! Wir! Aufzeig! Hessen ist bei Schwachsinn immer ganz vorne dabei!


    KuMi Lorz hat im März die G- und Fö-Lehrer und Pensionisten angeschrieben und gebeten, ihre Teilzeit aufzustocken und aus der Pension zurück zu kommen. :/


    Leider gingen die ganzen Beschwerdeschreiben über diesen Brief / diese Aufforderung überwiegend nicht zurück an ihn, sondern an die Personalräte im Land. Die nu echt nix dafür können. Wir haben sie dann mal gesammlt und im Paket ans KM weitergeleitet. Retun to sender... (träller). Andere haben dem KuMi dann aber auch geantwortet.

    WE are the music-makers, and we are the dreamers of dreams,
    World-losers and world-forsakers on whom the pale moon gleams
    yet we are the movers and shakers of the world for ever, it seems.

  • Er hat es bei Facebook in einem Video schon klargestellt, wie es gemeint war. Ich verlinke mal das Video.
    https://www.facebook.com/jensspahn/videos/1945223405777177/
    https://www.augsburger-allgeme…sern-will-id52229651.html

    Cool. Das ist anscheinend die neue rhetorische Masche, die man sich in Sprechzettelschreibbüros der Ministerien ausgedacht hat: zuerst irgendeine knallige Aussage raushauen und, wenn die Scheiße dann zu dicht fliegt, alles relativieren und als Missverständnis erklären, egal, wie unzweideutig die Aussage war.


    Hat Maaßen ja auch versucht.

  • Ich weiß nicht. Er meint ja, dass es nicht nur reicht Überschriften zu lesen. Der Artikel der Augsburger war ja auch schon raus, als man sich anfing aufzuregen.

  • Das stimmt natürlich. Allerdings muss man als Person des öffentlichen Lebens eben sehr genau aufpassen, was man sagt. Auch wenn das Zitat aus dem Zusammenhang gerissen wurde, sind es markige Worte. Das Sysetm muss dringend überarbeitet werden, da dürfen Teilzeitkräfte überhaupt nicht in Verantwortung genommen werden. "Mal so ins Blaue gedacht" kann man sich als Minister nicht leisten, es zeigt ja auch die Einstellung, die dahinter steht.

  • Aber gefühlt finde ihn deutlich aktiver als seine Vorgänger. Meine Mutter ist Krankengymnastin und hat erzählt, dass er sich sehr ernsthaft mit einem Gründer einer großen Intiative (#nichtohnemeinenKrankengymnasten) auseinandergesetzt.

  • Fortbildungen sucht man hier eher vergebens, ausser man will DAZ oder Mathe halb nachstudieren.Mehr Gehalt? Das ist lachhaft- eine Minianpassung, nachdem die sich 2 oder 3 Tarifrunden aus ihrer Verantwortung geschlichen haben und 0Runden gefahren sind.
    Sozialpädagogen haben wir auch nicht, weil für ne 40% Stelle aufm Dorf kein Interessent da ist (wie auch - die wollen ja auch von irgendwas leben ).
    Hessen hat noch immer deutschlandweit die höchste Unterrichtsverpflichtung, so siehts aus.

    Für meinen Bereich stimmt das mit der Unterrichtsverpflichtung nicht. Ich habe genau 27,5 Stunden wie in NRW auch, aber kleinere Klassen als drüben. In NRW wäre ich mir recht sicher, dass meine Klasse und die Parallelklasse nicht getrennt wären. Die wären alle in einer Klasse, was mehr Arbeit für Lehrer bedeutet. Diese UBUS-Stellen können auf mehrere Schulen verteilt sein, weswegen man auch auf mehr als nur so ein bisschen kommen kann. H/R-Lehrer bekommen A13, in Niedersachsen nur A12.
    Es gibt sicher noch viel Luft nach oben in Hessen, aber ganz düster sieht es nicht aus, wenn ich in manche benachbarte Bundesländer schaue.

  • Und sie kommt aus dem Pflegebereich:


    http://www.spiegel.de/wirtscha…motivieren-a-1229057.html
    Mal sehen, wann der erste Kultusminister auf diese geniale Idee kommt, um den Lehrermangel zu beheben.... der Countdown läuft.


    Gruß !


    Das ist ja bereits unter dem "Deckmantel" der Freiwilligkeit bei Lehrern im Gespräch.


    Um uns davor zu "schützen", brauchen wir massiv Seiteneinsteiger und ggf. eine vorübergehende Kürzung der Stundentafel der Schüler.


    Eine weitere Idee - aus dem Bereich der Pflegekräfte übernommen - wäre ja, im Ausland nach Lehrern zu suchen. Sicherlich können die nicht unbedingt Deutsch unterrichten, aber alles andere??? Ich bin eigentlich dagegen, Leute aus dem Ausland abzuwerben, weil man dann diese Länder "schädigt", aber was haltet ihr davon?

    Aus Solidarität mit dem wegen bescheuerten Aberglaubens vom Aussterben bedrohten Schuppentier (als Pangolin gerade in aller Munde) nenne ich mich jetzt so. ;-)

    Einmal editiert, zuletzt von Das Pangolin ()

  • Um uns davor zu "schützen", brauchen wir massiv Seiteneinsteiger und ggf. eine vorübergehende Kürzung der Stundentafel der Schüler.

    Was wir brauchen ist eine massive Aufwertung des Lehrerberufs, sowohl was das gesellschaftliche Ansehen betrifft als auch was die finanzielle Attraktivität betrifft.


    Es muss genauso attraktiv sein, als Lehrer zu arbeiten wie es attraktiv ist bei einem DAX-Unternehmen mit IG Metall-Tarifvertrag zu arbeiten, d.h. wir brauchen.


    - Eine sofortige 12,5%-tige Kürzung der Unterrichtsverpflichtung analog zur 35 Stunde Woche der Metaller


    - Die bedingungslose Wiedereinführung der Sonderzahlungen (Urlaubs- und Weihnachtsgeld) in voller Höhe als 13. Monatsgehalt


    - "Gewinnbeteiligung", d.h. ein zusätzliches 14. Monatsgehalt, wenn der Staat wie aktuell Überschüsse im zweistelligen Milliardenbereich macht, analog zu den Gewinnbeteiligungen in Höhe von mehreren tausend Euro bei den DAX-Unternehmen


    - Bezahlung jeder Überstunde oberhalb der vorgegebenen Unterrichtsverpflichtung in anteiliger Höhe zur Besoldung


    - Bereitstellung eines nach dem Stand der Arbeitswissenschaft und Technik ausgerüsteten individuellen Büroarbeitsplatzes für jeden Lehrer an der Schule


    - Diensthandy und Dienstlaptop für jeden Lehrer mit professioneller Wartung / professionellem Support durch eine eigene IT-Abteilung an jeder Schule


    - Bereitstellung aller notwendigen Arbeitsmaterialien, vom Stift bis zum Lehrerhandbuch, durch den Dienstherrn bzw. Schulträger


    - Unverzügliche Renovierung und Sanierung aller Schulgebäude nach arbeitsmedizinischen Gesichtspunkten um für Schüler und Lehrer ein gesundes Lehren und Lernen zu ermöglichen


    - Subventioniertes Kantinenessen an jeder Schule mit Auswahl von mindestens drei Gerichten pro Tag


    - Unterstützungspersonal, das die Lehrer von Aufgaben entlastet, die nichts mit ihrer Kerntätigkeit zu tun haben: Spezielle Kräfte für Aufsichten, massiv mehr Verwaltungspersonal, Schulkrankenschwester, Schulsozialarbeiter und Schulpsychologen an jede Schule sowie ausreichend Personal für die Technik / IT


    - Eine Imagekampagne für den Lehrerberuf: Was der Staat bei der Bundeswehr geschafft hat, kann er auch bei den Lehrern schaffen!


    Das nur einmal als Anfang. Dann gibt es auch keinen "Lehrermangel" mehr!


    Gruß !

    Mikael - Experte für das Lehren und Lernen

    Einmal editiert, zuletzt von Mikael ()

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