Versetzungsantrag abgelehnt - Widerspruch?

  • Hallo zusammen,
    ich habe einen Versetzungsantrag von Niedersachsen nach NRW aus familiären Gründen gestellt.
    Ich habe drei Kinder und eine Fahrtzeit von 1 Stunde. Mit drei schulpflichtigen Kindern hat mich das zum Ende meiner Kräfte geführt, sodass ich nun seit Mai durchgehend krank geschrieben bin.
    Meine Dezernentin will mir aufgrund des Lehrermangels keine Freigabe geben.
    Die Personalräte kennen inzwischen fast alle meinen Fall und verstehen es gar nicht.
    Letzte Woche hatte ich die amtsärztliche Untersuchung und selbst die Amtsärztin begrüßt die Versetzung.
    Heute kam dann wieder der Bescheid, dass ich nicht versetzt werden konnte.
    Ich möchte soo gerne wieder arbeiten gehen, aber beim Gedanken an die alten Schule schnürt es mir die Kehle zu. Weil ich einfach total Angst habe, dass der ganze Stress dann wieder von vorne anfängt.
    Hat jemand Erfahrungen gemacht, Widerspruch einzulegen? Ich frage mich ob das wirklich was bringen kann, da die Tauschverhandlungen ja schon abgeschlossen wurden.
    Bin um Tipps total dankbar.

  • Wenn Du seit Mai krank geschrieben bist, hätte Dir die Dienststelle mittlerweile ein BEM Gespräch anbieten müssen.
    (Gespräch über betriebliche Wiedereingliederung). In diesem Gespräch geht es darum, dass der Arbeitgeber eruieren muss, mit welchen Hilfsangeboten Deine Dienstfähigkeit wiederhergestellt werden kann. In diesem Zusammenhang kann dann auch die dringend notwendige Versetzung besprochen werden. Da es nicht um Verbesserung an Deiner Schule geht ist bei diesem Gespräch die Anwesenheit der für die Versetzung zuständigen Dienststelle erforderlich. Du kannst auch ein Personalratsmitglied mit hinzuziehen.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Erstmal würde ich Widerspruch einlegen. Und sonst: Wenn es bei dir vom Alter her passt, lass dich in Niedersachsen aus dem Beamtenverhältnis entlassen. Bewirb dich gezielt auf eine Schule in NRW und dann kannst du dort wieder verbeamtet werden (ich glaube bis 42 möglich, Kinder werden mit angerechnet, müsstest du mal googeln). Ich habe 2 Freundinnen, die Schulleiterinnen sind, und wir sprachen letztens noch darüber, dass dies mittlerweile häufiger so praktiziert wird, wenn Versetzungsanträge immer wieder abgelehnt werden. Freie Stellen gibt es in NRW massig. Ich weiß ja nicht, welches Lehramt du hast, aber außer an SEK II- Stellen fürs Gymnasium herrscht überall Mangel.

  • lass dich in Niedersachsen aus dem Beamtenverhältnis entlassen. Bewirb dich gezielt auf eine Schule in NRW und dann kannst du dort wieder verbeamtet werden

    Vorsicht. Ich kenne mich da nicht aus, würde aber erst etwas prüfen wolen. Beim Länderwechsel werden Pensionsanwartschaften übertragen (deshlab machen das die Länder ungern als abgebende, dann muss nämlich aktuell Geld fließen). Wie sieht's damit bei der Wiederverbeamtung aus? Wenn ich das nicht wüsste, würde ich's nicht machen.

    "Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert."
    Matthäus 10.34

  • Nicht böse gemeint, aber:
    Wenn ich NRW währe, würde ich mir auch keine derzeit nicht arbeitsfähige Lehrkraft ins Land holen wollen -selbst wenn NRW dich gehen lässt. Auch im Tauschverfahren (wo ist man ja das Argument Lehrermangel aushebeln könnte, da 1:1 ersetzt wird) bist du da nicht so begehrt.


    Kam der Bescheid über die Nichtversetzung wirklich heute (Sonntag)?

  • Was hast du denn beim Widerspruch zu verlieren? Versuch dir den Personalrat ins Boot zu holen!
    Viel Glück!

    Ja, das denke ich eigentlich auch. Personalrat weiß bereits Bescheid und setzt sich ohne Ende für mich ein.
    Ich finde es immer wieder unfassbar, dass eine einzelne Dezernentin sich so quer stellen kann und es nur wegen ihr nicht klappt.

  • Wenn Du seit Mai krank geschrieben bist, hätte Dir die Dienststelle mittlerweile ein BEM Gespräch anbieten müssen.
    (Gespräch über betriebliche Wiedereingliederung). In diesem Gespräch geht es darum, dass der Arbeitgeber eruieren muss, mit welchen Hilfsangeboten Deine Dienstfähigkeit wiederhergestellt werden kann. In diesem Zusammenhang kann dann auch die dringend notwendige Versetzung besprochen werden. Da es nicht um Verbesserung an Deiner Schule geht ist bei diesem Gespräch die Anwesenheit der für die Versetzung zuständigen Dienststelle erforderlich. Du kannst auch ein Personalratsmitglied mit hinzuziehen.

    leider wurde mir bisher kein BEM angeboten. Die Amtsärztin sagte nun, dass ich ab dem 1.2. mit einer Wiedereingliederung starten soll.
    Die für die Versetzung zuständige Dienstelle ist meine Personalplanungsdezernentin der Landesschulbehörde, oder?
    Ich würde die Personalrätin meiner Schule mit ins Gespräch nehmen. Oder sollte da noch eine andere mit dabei sein?

  • Ich habe tatsächlich schon überlegt mich aus dem Beamtenverhältnis zu entlassen. Ich bin Grundschullehrerin. Leider ist mir das echt zu unsicher.
    Klar gibt es eigentlich genug Stellen. Wenn ich aber auf die Seite von NRW mit den Stellenausschreibungen gucke, findet sich da fast nichts in meiner Gegend. Und das obwohl alle Schulen klagen. Also leider nicht wirklich eine Option.

  • Nicht böse gemeint, aber:
    Wenn ich NRW währe, würde ich mir auch keine derzeit nicht arbeitsfähige Lehrkraft ins Land holen wollen -selbst wenn NRW dich gehen lässt. Auch im Tauschverfahren (wo ist man ja das Argument Lehrermangel aushebeln könnte, da 1:1 ersetzt wird) bist du da nicht so begehrt.


    Kam der Bescheid über die Nichtversetzung wirklich heute (Sonntag)?

    Hehe, nee. Der Bescheid kam gestern Vertan.
    Ja, mir ist auch klar, dass NRW keine kranke Lehrerin aufnehmen möchte. Ich würde ja zum 1.2. wieder starten. Und da die Entfernung ein großer Punkt für die Krankheit ist, wäre das dann ja schon mal ein Punkt weniger und meine Stunden würde ich auch reduzieren. Sodass eigentlich nichts schief gehen kann.

  • du schreibst "deine Gegend". NRW ist groß, voll und hat viele Schulen. Viele auch unterbesetzt... natürlich sind das eher die "unattraktiven", das sollte dir klar sein.
    Was wäre denn "deine Gegend"? Wenn du derzeit in NDS bist, wohl angrenzend... also Regierungsbezirk Detmold oder Münster?

    Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
    Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
    Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
    Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

  • Bei "normalen" Versetzungen innerhalb von NRW muss es immer eine aufnahmebereite Schule geben, damit - selbst wenn die Freigabe erfolgt ist - die Versetzung klappt. Zur Not die Schule, die dich interessieren abklappern und fragen, ob Bedarf besteht. Sie können dich dann ggf. anfordern. Wenn es keine aufnahmebereite Schule gibt, kann ein Dezernent wenig tun.


    Und eine Schule sieht i.d.R. eher die Fehlzeiten und nicht unbedingt die Gründe (Fahrzeit) dahinter, sodass längere Erkrankungen abschreckend sind (aus Angst, dass derjenige bald wieder längerfristig fehlt).

  • Hast du schon konkret entsprechende Schulen im gewünschten Regierungsbezirk kontaktiert?
    NRWs Bezirke sind... na, gelinde gesagt, beknackt aufgeteilt, da der Ruhrpott komplett zerschnitten ist - du könntest schlimmstenfalls bei mir um die Ecke landen, gilt auch noch als Regierungsbezirk Münster, aber der geht eben bis an die Landesgrenze.


    Wenn du konkret eine Schule hast, die gut erreichbar wäre und dich brauchen kann, wäre es denke ich einfacher... notfalls auch "in Absprache" den eher drastischen, aber vielleicht notwendigen Weg zu gehen (also erst raus aus dem Beamtenstatus, und dort dann wieder rein).
    Und ja - Formalitäten sind zum Kotzen.

    Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
    Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
    Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
    Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

  • Wie kommst du von MS nach Bad Iburg / Bad Rothenfelde in 20 Min bzw. in unter 20 Min? Google Maps spuckt mir irgendwas um die 54 Minuten (Bad Rothenfelde) bzw. 50 Minuten (Bad Iburg) aus. Immerhin sind es etwa 40 - 45 km (je nach Ort). Das schafft man nie und nimmer in 20 Min. Und dann noch über die B51, wo es gerne mal staut ...


    Hinzu kommen die unterschiedlichen Ferien in NDS und NRW (bis auf Weihnachten vll). Die TE kann dann mit ihren Kindern nur in einem sehr eingeschränkten Zeitraum z.B. im Sommer in den Urlaub fahren. Deshalb hat - bei Wohnort NRW - eine Arbeitsstelle in NRW riesige Vorteile.

  • Ja, mir ist auch klar, dass NRW keine kranke Lehrerin aufnehmen möchte. Ich würde ja zum 1.2. wieder starten. Und da die Entfernung ein großer Punkt für die Krankheit ist, wäre das dann ja schon mal ein Punkt weniger und meine Stunden würde ich auch reduzieren. Sodass eigentlich nichts schief gehen kann.

    Wenn mir als "Entscheider" 214 Versetzungsanträge vorlägen und einer davon lautete: Ich bin krank, weil ich eine Stunde Fahrzeit habe dann würde dieser wohl wieder unter den Stapel rutschen. Entweder sagt mir das, da will sich einer einen Platz im beliebteren Landkreis erzwingen oder aber: da kann wohl sehr viel schiefgehen, wer wegen einer Stunde Fahrtzeit krank wird, bleibt auch mir 25 min. nicht lang gesund.


    Ich würde mich daher für einen Weg entscheiden. Entweder mit Personalrat, Amtsarzt, Alleinerziehendenbonus und allem was du an Attesten auffahren kannst, damit du dringend Vorrang hast bei der Versetzung, um wieder arbeiten zu können. Oder weiter arbeiten und im Tauschverfahren oder mit erneutem Antrag irgendwann als gesunde Kollegin an eine Stelle im Nachbarland zu kommen.


    Also wenn, dann mit Schmackes.

  • Hinzu kommen die unterschiedlichen Ferien in NDS und NRW (bis auf Weihnachten vll). Die TE kann dann mit ihren Kindern nur in einem sehr eingeschränkten Zeitraum z.B. im Sommer in den Urlaub fahren. Deshalb hat - bei Wohnort NRW - eine Arbeitsstelle in NRW riesige Vorteile.

    Man kann auch die Kinder im Nachbarland zu Schule schicken, wenn man dort arbeitet. Machen hier an der Grenze einige Kollegen. Allerdings mit einer Bahnlinie, die das erleichtert.

    "Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert."
    Matthäus 10.34

  • Wenn ich bei MS wohnen würde und die Kids längere Fahrzeiten haben, würde ich diese nicht in eine Schule in NDS schicken. Wenn ich nah an der Landesgrenze wohne: Ok. Aber nicht wenn man vll. 20 Min + x fahren muss (die armen Kinder!)

Werbung