Rechtschreibung im Lehrerforum

  • Ich hab eine Engelsgeduld mit meinen Schülern und verliere weder im Klassensaal noch im Lehrerzimmer ein böses Wort über ihre Schwächen.


    Aber die Rechtschreibung einiger Kollegen hier im Forum geht mir allmählich gegen den Strich (nur Kleinbuchstaben, Verwechslung von das/dass, seit/seid, Satzschlangen ohne Punkt und Komma, ...).


    Könnt ihr euch beim Schreiben nicht ein bisschen mehr Mühe geben? :bitte:

  • Ich hab eine Engelsgeduld mit meinen Schülern und verliere weder im Klassensaal noch im Lehrerzimmer ein böses Wort über ihre Schwächen.


    Aber die Rechtschreibung einiger Kollegen hier im Forum geht mir allmählich gegen den Strich (nur Kleinbuchstaben, Verwechslung von das/dass, seit/seid, Satzschlangen ohne Punkt und Komma, ...).


    Könnt ihr euch beim Schreiben nicht ein bisschen mehr Mühe geben? :bitte:


    Hallo Susi,


    wer muss/sollte/darf sich da jetzt angesprochen fühlen?
    Ich bezweifle stark, dass man mit pauschalen Kritiken etwas verbessern kann. Diejenigen, welche häufig Fehler einstreuen, werden das entweder: 1. nicht besser können 2. es ist ihnen egal oder 3. sie machen es (warum auch immer) bewusst, z.B. gibt es Leute, die die Großschreibung im Deutschen verabscheuen und im Internet ihrer Leidenschaft zur konsequenten Kleinschreibung nachgehen.


    Welchen Grund es auch immer geben mag - es ist wohl wie bei unseren SuS: Wenn die Kompetenz oder/und das Bewusstsein (meist beides) nicht vorhanden ist/sind, muss man vor allem viel Verständnis zeigen und ein gutes Vorbild sein. Ich kann Kollegen nicht recht verstehen, die zwei verschiedene Maßstäbe anlegen: SuS wird (beinahe) alles verziehen und kaum ist jemand erwachsen, muss er sich unter härtesten Bedingungen bewähren?


    Nur so als Anregung. Mir könnte das ja eigentlich ansonsten herzlich egal sein... erst nach dem 2. oder 3. Bier wird die Rechtschreibung bei mir zum Thema. Abgesehen von einigen Lieblingsfehlern, die man einfach nicht mehr abstellen kann oder möchte. ;)


    der Buntflieger

  • meine Güte, Mann kan sich auch echd über unfug Aufregen.
    chill ma dein Leben, man!

    • Offizieller Beitrag

    Man kann sicherlich über die Notwendigkeit einer korrekten Rechtschreibung diskutieren.
    Verlangen dass jemand orthografisch richtig schreibt? Nein, eher nicht.
    Meines Wissens gibt es nur die Pflicht, in öffentlichen Verlautbarungen die korrekte Rechtschreibung zu gebrauchen. (Also in staatlichen Mítteilungen, etc. Ich würde es auch so auslegen, dass wir als Staatsbedienstete im Dienst die richtige Rechtschreibung verwenden sollten. Hier sind wir aber nicht im Dienst.)


    Also: wenn jemand falsch schreibt, ist dass evtl. ein Zeichen von Nachlässigkeit oder einfach nur unschön (spätestens wenn es sich um dauernde kleinschreibung handelt oder das weglassen von satzzeichen handelt weil es so schwieriger zu lesen ist), aber es wird ja niemand dazu gezwungen, den Beitrag dann zu lesen.


    Da wir hier in unserer Freizeit sind, ist es mir aber persönlich herzlich egal. (Wobei ich bei Plakaten etc. immer sehr kritisch bin. ;) )


    kl. gr. Frosch


    P.S.: konkrete Kommentare und Anmerkungen zur Rechtschreibung einzelner User verschiebe ich übrigens gewohnheitsgemäß ohne Rückmeldung hierhin, da sie im Thread immer <offtpic> sind. ;)

    • Offizieller Beitrag

    @susi


    Es gibt Menschen - ganz gleich ob Kollegen oder nicht - die beim Schreiben in Foren etc. weniger penibel sind bzw. sein können, weil sie möglicherweise keine Tastatur mit haptischem Feedback haben, keine Zeit zum mehrmaligen Korrekturlesen haben oder eben geistesabwesend auf "absenden" klicken und den Thread dann für eine Weile vergessen.
    Mich stören solche Texte oft auch, aber ich stelle nicht an Dritte den Anspruch, dass sie nach dem Verfassen von Texten - besonders von längeren Texten - mehrere Minuten noch daran sitzen und jeden Orthographiefehler finden und beseitigen.
    Ich stelle bei mir fest, dass ich da fast schon zu penibel bin, weil ich überspitzt formuliert Panik habe, dass in irgendeinem meiner Texte ein dicker Fehler vorhanden sein könnte. Nun verfüge ich womöglich über so solide Rechtschreibkenntnisse, dass Fehler eher die Ausnahme bilden, aber das ändert nichts an meinem irrationalen Anspruch, hier perfekt zu sein.


    Dort, wo ich jetzt arbeite, lege ich noch ein höheres Maß an Gründlichkeit an den Tag. Da überprüfe ich Texte manchmal länger als ich sie geschrieben habe.


    Mich persönlich stört in diesem Forum eine ganz andere Sache - und die scheint gerade für Junglehrer als eher marginal zu gelten - das sind die gravierenden Mängel an Rechtskenntnissen.
    Für Kollegen beispielsweise in NRW sollten doch ADO, die APO SI, die APO-GOSt und das Schulgesetz sowie mittlerweile online abrufbar die BASS mit den lebenswichtigen Verwaltungsvorschriften keine böhmischen Dörfer sein.


    Zu wissen, was man tut, was man tun soll oder nicht tun darf und die Begründung dafür zu kennen, verleiht einem gleich eine ganz andere Sicherheit und ein höheres Maß an Souveränität im Auftritt gegenüber Schulleitung, Schülern und Eltern.

  • Mich stört das hier nicht so, aber etwas finde ich schon ein bisschen befremdlich:
    Ich betreue unsere Schulwebsite und oft bekomme ich Beiträge von Deutschkollegen, die ich dort hochladen soll.
    Was soll ich sagen? Da sind oft dermaßen blöde Fehler drin... (fängt an bei Kommafehlern und hört beim Deppenapostroph auf)

    • Offizieller Beitrag

    Josh - das ist dann der Punkt mit den "öffentlichen Verlautbarungen". Die Homepage einer Schule unterliegt da den gleichen Bedingungen, denen auch Behörden etc. unterliegen.
    (Wobei ich denke, dass ich die Texte stillschweigend korrigieren würde. Nur wenn es ständig passiert, würde ich was sagen.)


    kl. gr. frosch

  • Ich kann deine Bitte zwar verstehen aber habe auch Verständnis für solche Nachlässigkeiten. Wennschon abends beim Entspannen mal im Corum lese und ich mal was schreiben möchte, habe ich oft keine Lust, jeden Minifehler, der nicht von der Autokorrektur „nachbearbeitet“ wurde, zu korrigieren.


    Stelle gerade fest, dass die Autokorrektur auch nichts kann :rofl:

  • Mich persönlich stört in diesem Forum eine ganz andere Sache - und die scheint gerade für Junglehrer als eher marginal zu gelten - das sind die gravierenden Mängel an Rechtskenntnissen. Für Kollegen beispielsweise in NRW sollten doch ADO, die APO SI, die APO-GOSt und das Schulgesetz sowie mittlerweile online abrufbar die BASS mit den lebenswichtigen Verwaltungsvorschriften keine böhmischen Dörfer sein.


    Zu wissen, was man tut, was man tun soll oder nicht tun darf und die Begründung dafür zu kennen, verleiht einem gleich eine ganz andere Sicherheit und ein höheres Maß an Souveränität im Auftritt gegenüber Schulleitung, Schülern und Eltern.

    Steht in diesem ganzen Gesummse auch etwas drin, was einem tatsächlich weiterhilft? Meiner Erfahrung nach (für Hessen) sehr häufig nicht! Deshalb schaue ich da auch fast nie rein. Als ich neu in die Beratung eingestiegen bin, habe ich zwei Fortbildungen dazu besucht. Die erste drehte sich um rechtliche Grundlagen und das war mit einem neuen Schulgesetz natürlich besonders interessant ... nicht! Es steht zu unserem Bereich ja fast nichts drin und dann so schwammig und allgemein, dass man auch nichts damit anfangen kann. Meine Leitung für die Beratung klappert z.B. jedes Jahr sechs Schulämter ab, aus deren Bereichen unsere SuS stammen, bespricht kommende SuS für die Sek I und erfragt, was sie denn dieses Jahr an Schriftkrams haben wollen. Es ändert sich ständig (teilweise jährlich!!!), jedes Schulamt will etwas anderes und zu einem anderen Zeitpunkt. Das bekommen wir als Kollegen als interne Word- oder Excel-Tabelle vorgestellt, fertig. In Einzelfällen wird dann doch wieder davon abgewichen. *narf*


    Nimm's mir nicht übel, aber das mit diesen ganzen Verordnungen ist auch so ein Gym-Ding. Nirgendwo werde ich nach so etwas gefragt, nur am Gym bei Klassenkonferenzen habe ich immer ein Schulleitungsmitgleid da sitzen und fragt mit gezücktem Stift nach irgendeiner Verordnung oder ob sich das nicht mit Verordnung 759a widerspricht. Ich denke mir dann immer: :rolleyes: . Auswendig kann ich das sowieso nicht und es steht da auch nix Brauchbares drin. Ich erzähle dann, dass ich das von meinem Schulleiter habe, der fürs Ministerium arbeitet und mitsamt der drei Schulleiter der anderen drei Schwerhörigenschulen mehrmals im Jahr im Ministerium aufschlägt. Da werden irgendwelche Verabredungen getroffen, die meistens nirgendswo öffentlich zugänglich stehen. Danach habe ich meine zumindest Ruhe.
    Ich wäre echt froh, wenn ich mal etwas an der Hand hätte, worauf ich wirklich verweisen kann.

  • Ich kann dich verstehen, mich stört es auch. Und ich meine damit weniger die Flüchtigkeitsfehler, die jedem einmal unterlaufen, oder Vertipper, wie sie nun einmal vorkommen können. Bei mir ist trotzdem häufig die Grenze zum Fremdschämen überschritten, wenn ich links im Profil bei der "Fächerverbindung" die Angabe "Deutsch" lese und derjenige "dass/das", ""seid/seit", "nachdem/ nach dem" usw. häufiger falsch als richtig schreibt, Adverbiale mit Komma vom Satz abtrennt und auch sonst mit der Zeichensetzung konsequent auf Kriegsfuß steht. Ich find das vor allem vor den Menschen peinlich, die sich als Nichtlehrer hierher verirren. Anfangs habe ich noch gedacht, die betreffende Person ist ein Fake. Aufgrund der mittlerweile aufgelaufenen Anzahl der Beiträge bin ich mir da nicht mehr so sicher.

    • Offizieller Beitrag

    Die genannten Verordnungen, die natürlich hier nur für NRW gelten, sind genau das, worauf man "wirklich verweisen kann".
    Das ist eben nicht nur so ein "Gymnasialding". Das Schulgesetz sowie die Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die Sek I inklusive der Verwaltungsvorschriften gelten bei uns für alle Schulformen.


    Rechtssicheres Handeln und das Bewusstsein dafür, dass man rechtssicher handelt, lässt einen gegenüber Eltern ganz anders auftreten. Dass da natürlich auch die "soft skills" eine Rolle spielen, ist ja davon unberührt.
    Schulleitungen profitieren in der Regel von mangelnder Rechtskenntnis ihrer Lehrer, weil sie so gerade bei autoritärem Führungsstil auf nur wenig Widerstand stoßen.

  • Steht in diesem ganzen Gesummse auch etwas drin, was einem tatsächlich weiterhilft?

    Ich verstehe die Frage nicht. Alles was wir tun dürfen, müssen und sollen steht in diesem "Gesummse". Wie willst du denn Kinder inkludieren, diagnostizieren oder fördern, wenn keiner festschreibt, auf welche Weise das Geschehen soll? "Jou, die Familie kennen wa schon, der Junge ist bestimmt och ein Kevin, so wie der aussieht" reicht zum Glück nicht aus als Diagnostik. Festgeschrieben ist das dann halt im Passierschein 38a, damit muss man leben.


    Edit: Apropos "Gymnasialding", diese Einstellung führt dann dazu, dass an Grund- und Förderschulen ganz gern ein rechtsfreier Raum ausgerufen wird und Kollegen sich wie Lakaien behandeln lassen.

    Einmal editiert, zuletzt von Krabappel ()

    • Offizieller Beitrag

    Wo wir gerade beim Thema Rechtschreibung sind:


    Heißt es

    Zitat

    Maja und Nino üben Zeichnen.

    Zitat

    Maja und Nino üben zeichnen.

    Ist "z/Zeichnen" nicht ein Hauptwort? Maja und Nino üben "das" Zeichnen?
    Ich gebe zu, ich stehe gerade auf dem Schlauch. *schäm*


    kl. gr. frosch


  • Geht beides. DUDEN schrieb:
    Knifflig wird es, wenn bei einem Infinitiv ohne Artikel oder nähere Bestimmung nicht klar ist, ob es sich nun um einen verbalen oder einen substantivierten Infinitiv handelt. In diesen Fällen kann man allerdings gar nichts falsch machen, denn nun sind Groß- und Kleinschreibung gerechtfertigt: Radfahren / Rad fahren ist ein Beitrag zum Umweltschutz. In den Ferien übte Tante Erna mit uns Kindern schwimmen / [das] Schwimmen

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