Beiträge von Josh

    Meine Erfahrung dazu: Bei uns waren auf der Fachdidaktik zum Großteil jene Lehrer tätig, die in der Praxis Totalversager waren, manche haben das auch durchblicken lassen. Ein Motiv ist also sicher die Flucht vor der Praxis. Bitter für die Stundenten, wenn die Dozenten Fachdidaktiker sind, die gerade einmal ein Jahr Unterrichtserfahrung in der Praxis haben.

    Als Schüler waren wir auch ein Jahr im Comtainer untergebracht. War ganz okay, allerdings stank es morgens und im Winter oft nach Plastik, was durch Lüften aber beseitigt werden konnte.

    Ganz ehrlich, dass man bei Gewalt gegenüber Lehrern überhaupt diskutieren muss, zeigt doch, wie krank dieses System stellenweise ist.
    Sofortiger Schulausschluss ist die einzige Konsequenz. Eine Schulleitung, die das nicht macht, hat komplett versagt. Als Kollegium würde ich massiven Druck auf diese ausüben.


    Lehramt ist mittlerweile eigentlich nur noch für diejenigen attraktiv, die mit möglichst wenig Einsatz einen sicheren Job mit mittelmäßiger Bezahlung suchen und die auf Karrieremöglichkeiten keinen Wert legen (nein, A14 ist keine "Karriere"). Der Job zieht schon seit mindestens 10 Jahren keine "Performer" mehr an.

    Ich habe mich zwar berufen gefühlt, Lehrer zu werden, bzw. fühle es immer noch, aber was du hier schreibst, fasst die Problematik gut zusammen: Lehrersein kann sehr bequem sein und schützt Unfähige oder Nichstuer. Von untauglichen Kollegen verabschiedet man sich bei uns erst bei der Pensionierung, davor richten sie Jahrzehnte schaden an. Im Idealfall sind sie jahrelang auf "Kur" oder im "Krankenstand", wobei auch das für die Administration schwierig zu verwalten ist. Zwar gibt es (vor allem in Deutschland) eine vergleichsweise strenge Ausbildung, aber einmal im System ist es offensichtlich sehr einfach, eine ruhige Kugel zu schieben.


    Insofern ja, auch solche Kollegen und die Machtlosigkeit der Zuständigen, diese zu entfernen, machen den Job sehr unattraktiv.

    Wenn ich mich recht entsinne (seh ich am Handy nicht), kommt Josh aus Österreich und darf sich zu Recht über schlechte Bezahlung ärgern. Ich meine, hierorts mal was von unter 2000 Netto gelesen zu haben. Immerhin Euro, nicht Schillinge...

    Ich war mir nicht sicher, ob Yummis Antwort auf ich bezogen war.


    Tatsächlich ist es so, dass bis zum SJ2018/19 das Einstiegsgehalt für Sekundarstufenlehrer I+II bei ca. 1900 Euro lag, bei Sekunderstufenlehrer I sogar noch darunter.
    Das ist für jemanden, der MINT-Fächer studiert hat, ziemlich wenig.
    Erst mir Überstunden kommt man auf ein passables Gehalt.


    Für neue Kollegen gilt nun ein neues Dienstrecht mit höheren Einstiegsgehältern, aber einer flacheren Gehaltskurve. Für einige bedeutet das auch ein Verlust in der Lebensverdienstsumme.

    Ich würde es höchstwahrscheinlich nicht mehr machen.


    Damit mich niemand falsch versteht: Das Unterrichten und der Kontakt zu den Schülern machen mir großen Spaß.


    Aber wenn ich an systembedingte Beschränkungen, eine horrende Bildungspolitik und damit verbundenes Weiterwurschteln, eine nicht leistungsgerechte Bezahlung, kaum Karrieremöglichkeiten und keine beruflichen Herausforderungen denke, stelle ich mir andere Berufe deutlich attraktiver vor.


    Beide Seiten gleichen sich dann wieder aus, sodass ich recht zufrieden bin. Im nächsten Leben würde ich wahrscheinlich Medizin oder Jus studieren, da das einfach "brauchbarer" ist.

    Am liebsten habe ich ja die Bezeichnung "neue Medien" und Konsorten. Als ich Schüler war, wurde das Internet immer zugänglicher, das war vor ca. 20 Jahren. Dementsprechend neu waren vor 10-15 Jahre noch didaktische Zugänge mit Internet, Social Media, etc. Heute beeindruckt man damit aber niemanden mehr. Selbst die Social Media sind schon ziemlich alt geworden.


    Trotzdem gibt es jedes Jahr Fortbildende, die glauben, mit Internet und Social Meida den heiligen Gral der Didaktik und Methodik gefunden zu haben.


    Darüber kann ich nur noch müde lächeln, besser wäre es sich, auf die Kernkompetenzen zu stürzen: Leseverstehen, mathematisches Grundverstehen, etc.

    Fehler unterlaufen jeden. Ich persönlich halte es so, dass ich, nachdem ich eine Arbeit herausgegeben habe, Noten nur noch verbessere, aber nicht verschlechtere. Dann hat halt der Schüler mal Glück gehabt, wenn ich einen Fehler übersehen habe.

    Genau so handhabe ich das auch!

    Stimmt, da wäre es hilfreich denke ich ein Angebot an Islamunterricht als Alternative zum christlichen Religionsunterricht endlich nicht nur an Modellschulen (BW) zu haben. Denn solche SuS (geschweige denn die Familien) wird man wahrscheinlich als Außenstehender der Religion kaum belehren können. Das Wort eines islamischen Theologen kann (nicht muss) da mehr Gewicht haben. Zumindest schadet mehr echtes Wissen über den eigenen Glauben an der Stelle sicherlich nicht.

    Bei uns sind leider die muslimischen Religionslehrer selbst das Problem. Von liberal keine Spur, eher motivieren Sie junge Schülerinnen dazu, das Kopftuch aufzusetzen.

    Bei uns in der Schule merkt man den Ramadan schon, vor allem dann, wenn es heiß ist.
    Zu viele Schüler sind auch dermaßen engstirnig, dass sie das Fasten über alles stellen und dann nur schlechte Leistungen in den Klausurphasen erbringen.

    Sorry, dass ich das jetzt als Möglichlichkeit nutze, um mich Auszuk***en, aber es muss sein:
    Es nervt mich so wahnsinnig, dass die Klientel, die ich unterrichte, so wahnsinnig faul und lustlos ist, dass alle Optimierungsmaßnahmen von Leherseite fehlschlagen.
    Den Schülern wird alles geboten, das sie sich an einer anderen Schule oder bei einem anderen Lehrer nur erträumen könnten, trotzdem nutzen es die wenigsten.
    Oder noch klarer: Es bringt alles einfach nichts. Die Guten machen es sowieso, alle anderen sind nicht zu retten.


    Tut mir Leid, das ist doch echt frustrierend.

    Meine Erfahrung: Wenn man den Mathematikunterricht perfekt vorbereitet (Tafelbild, Übungs- und Arbeitsblätter, GeoGebra-Visualisierungen, etc.), kann man die nächsten Jahre eine deutliche Entlastung spüren, zumindest was die Vorbereitung betrifft. Andererseits passe ich jedes Jahr den Aufgabenpool an die Anforderungen von oben (Zentralmatura in Österreich) an. Man hat also nie etwas wirklich "Fertiges".


    Belastend finde ich eher den Druck von Eltern, Schulleitung und Ministerium, dass möglichst viele die Mathematikmatura schaffen sollen.

    Mich stört das hier nicht so, aber etwas finde ich schon ein bisschen befremdlich:
    Ich betreue unsere Schulwebsite und oft bekomme ich Beiträge von Deutschkollegen, die ich dort hochladen soll.
    Was soll ich sagen? Da sind oft dermaßen blöde Fehler drin... (fängt an bei Kommafehlern und hört beim Deppenapostroph auf)

    Hallo zusammen,


    meine Schüler (17-19) haben in einer Klasse große Probleme, ihre Zeit einzuteilen.
    Habt ihr Tipps für passende Literatur für Lehrer, um ihre Schüler in puncto Zeitmanagement und Selbstorganisation zu unterstützen?


    Danke im Voraus!

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