Welche Themen sind bald in aller Munde- jemand ne Glaskugel?

  • "Neue Medien", "Nachhaltigkeit", "Inklusion" und "länger gemeinsam Lernen" waren in den letzten Jahren große Themen im deutschen Bildungssystem. Kann jemand abschätzen, was als nächstes kommen wird? Ergibt es überhaupt Sinn, sich in eins der genannten Themen noch zu vertiefen, um sich z.B. an Schulentwicklung zu beteiligen? Oder ist das alles in 3 Jahren wieder over and out und es wird versuchsweise der Fächerkanon abgeschafft, oder was ganz anderes... Orientiert sich die KMK an irgendeinem Land? Welche Uni hat vielleicht was zu sagen? Oder sind es die Wahlwünsche der aktuellen Wähler?


    Vielleicht hat ja jemand tieferen Einblick in Bildungspolitik und möchte mich teilhaben lassen :aufgepasst:

  • Am liebsten habe ich ja die Bezeichnung "neue Medien" und Konsorten. Als ich Schüler war, wurde das Internet immer zugänglicher, das war vor ca. 20 Jahren. Dementsprechend neu waren vor 10-15 Jahre noch didaktische Zugänge mit Internet, Social Media, etc. Heute beeindruckt man damit aber niemanden mehr. Selbst die Social Media sind schon ziemlich alt geworden.


    Trotzdem gibt es jedes Jahr Fortbildende, die glauben, mit Internet und Social Meida den heiligen Gral der Didaktik und Methodik gefunden zu haben.


    Darüber kann ich nur noch müde lächeln, besser wäre es sich, auf die Kernkompetenzen zu stürzen: Leseverstehen, mathematisches Grundverstehen, etc.

  • Das Ding heißt „Schulentwicklung“ nicht „Schulprognose“.
    Bleiben wird „Klima“ auf jeden Fall und damit auch „Nachhaltigkeit“.

    Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.

  • Das Ding heißt „Schulentwicklung“ nicht „Schulprognose“.

    ich meine ganz pragmatisch: lohnt sich ein Master in X oder ein Erweiterungsfach in Y, wenn man nicht weiß, ob in 3 Jahren noch ein Hahn danach kräht.

  • lohnt sich ein Master in X oder ein Erweiterungsfach in Y, wenn man nicht weiß, ob in 3 Jahren noch ein Hahn danach kräht.

    Kommt daruf an, ws man unter lohnen versteht. Interessiert einen ein Thema, kann man sich damit beschäftigen, auch in Form eines Studiums. Will man aber Karriere machen, ist man an der Schule eh falsch.

  • Was hoffentlich bald mal intensiver diskutiert werden müsste, wäre eine Bildungspflicht statt eine Schulpflicht.

    Wenn man etwas nicht lernen will, dann hilft eine Pflicht sicher nicht dabei.


    Oder meinst du eher, dass der Bildungsauftrag von Lehrkräften zur Bildungspflicht wird?

    Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.


    Albert Einstein

  • Wenn man etwas nicht lernen will, dann hilft eine Pflicht sicher nicht dabei.
    Oder meinst du eher, dass der Bildungsauftrag von Lehrkräften zur Bildungspflicht wird?

    Um seine Bildungspflicht zu erfüllen, muss man als SchülerIn nicht zwingend in die Schule gehen. Stichwort: Home Schooling. So meine ich das.


    Mir würde es schon reichen, wenn man die Anwesenheitspflicht im Unterricht abschaffen könnte.

  • Andere Länder haben statt einer Schulpflicht / Beschulungspflicht eine "Bildungspflicht" oder "Unterrichtspflicht" haben. Dabei können Eltern einen unterrichten, man kann zu einer staatlich nicht anerkannten Schule gehen oder einfach den ganzen Tag Videos im Netz gucken, ... Hauptsache man zeigt am Ende des Jahres bzw. in bestimmten, festgelegten Abständen, dass man etwas gelernt hat und sich an einem gewissen (Bildungs)plan hält.

  • Achso daher kommst du. Naja das würde vielleicht in den "höheren" Schulformen noch funktionieren, aber für Sek 1 und die unteren Form der Berufsschule, eigentlich bis zur Fachoberschule, funktioniert das sicher überhaupt nicht. Bei mir wäre das voll in die Hose gegangen (ist es auch mit Anwesenheitspflicht, aber nicht komplett).

    Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.


    Albert Einstein

  • Achso daher kommst du. Naja das würde vielleicht in den "höheren" Schulformen noch funktionieren, aber für Sek 1 und die unteren Form der Berufsschule, eigentlich bis zur Fachoberschule, funktioniert das sicher überhaupt nicht. Bei mir wäre das voll in die Hose gegangen (ist es auch mit Anwesenheitspflicht, aber nicht komplett).

    Ob und wie das funktioniert kann man sich in anderen Ländern angucken.


    Ist aber trotzdem kein Thema, mit dem man schulentwicklungstechnisch punkten kann schätze ich.

  • Kommt daruf an, ws man unter lohnen versteht. Interessiert einen ein Thema, kann man sich damit beschäftigen, auch in Form eines Studiums. Will man aber Karriere machen, ist man an der Schule eh falsch.

    Naja, Karriere ist so ein Wort... ich habe Interesse daran, jenseits von ABC-Liedern mal was auszuprobieren. Dann muss man aber mitkriegen, wann, wo und über was ein Schulversuch gestartet wird und wer den begleitet. Irgendjemand hat ja dann den Hut auf und einen Plan von dem, was da so gemacht wird. Nur rankommen muss man halt.

  • Aber solltest du dich dann nicht in erster Linie fragen, was DICH interessiert und nicht, was vielleicht irgendwann von irgendwem gefragt sein könnte?

    Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.

  • Achso daher kommst du. Naja das würde vielleicht in den "höheren" Schulformen noch funktionieren, aber für Sek 1 und die unteren Form der Berufsschule, eigentlich bis zur Fachoberschule, funktioniert das sicher überhaupt nicht. Bei mir wäre das voll in die Hose gegangen (ist es auch mit Anwesenheitspflicht, aber nicht komplett).

    Wieso sollte das nicht funktionieren? Bekannte von uns beschulen ihre Kinder bis sie 10 oder 11 sind zuhause. Dann geht's auf die weiterführende Schule. Das Mädel ist jetzt in Klasse 6 und schreibt nur Einsen (bis auf Deutsch, keine Muttersprachlerin).

  • Ich finde es schwierig über neue Bildungstrends zu sinnieren, wenn die „alten“ wie dunkle Wolken über uns schweben.
    Bildungsgerechtigkeit (abhängig von Herkunft und Religion bspw.) halte ich für ein wichtiges Thema, das in der Zukunft erstmal in den absoluten Mittelpunkt gestellt werden (muss). Daran hängen übrigens auch andere Problemfelder wie die Inklusion (erwiesenermaßen haben weitaus mehr S aus sozialschwachen Familien einen Förderbedarf).

  • Wieso sollte das nicht funktionieren? Bekannte von uns beschulen ihre Kinder bis sie 10 oder 11 sind zuhause. Dann geht's auf die weiterführende Schule. Das Mädel ist jetzt in Klasse 6 und schreibt nur Einsen (bis auf Deutsch, keine Muttersprachlerin).

    Das wird es in Deutschland hoffentlich niemals[/u] geben. Schule als Korrektiv der elterlichen Erziehung ist aus meiner Sicht eine der sehr wichtigen Aufgaben der Institution.
    Da sind die sehr guten Noten deiner Bekannten gar kein Argument für mich. Ich bezweifle nicht, dass (manche) Kinder auch Zuhause sehr gut lernen können.

  • Das wird es in Deutschland hoffentlich niemals[/u] geben. Schule als Korrektiv der elterlichen Erziehung ist aus meiner Sicht eine der sehr wichtigen Aufgaben der Institution.Da sind die sehr guten Noten deiner Bekannten gar kein Argument für mich. Ich bezweifle nicht, dass (manche) Kinder auch Zuhause sehr gut lernen können.

    Wir leben in Österreich ganz gut mit Homeschooling. Als Lehrerin habe ich einige Externisten, die die Prüfungen ablegen und selbst habe ich ein Kind von der Schule abgemeldet. Habe hierzu schon einige Beiträge geschrieben.

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