Welche Vertretungslösungen praktiziert ihr ?

  • Liebe Kolleginnen und Kollegen,


    Bei uns an der Schule ist der hohe Krankenstand und die damit verbundenen Vertretungen ein großes Problem. Bisher ist es so, dass einfach die Kollegen, die eine Freistunde haben einfach eingesetzt werden und das eben ständig. Alternativ werden Kurse zusammengelegt, sodass kein Unterricht mehr möglich ist.
    Wie wird das an anderen Schule gehandhabt mit hohen Ausfällen und Vertretungen ? Hab schon gehört, dass Schüler alleine in einem Raum bleiben und von der Lehrkraft aus dem Raum nebenan ab und zu mit beaufsichtigt werden, aber das geht bei unserem Klientel nicht.

  • Hab schon gehört, dass Schüler alleine in einem Raum bleiben und von der Lehrkraft aus dem Raum nebenan ab und zu mit beaufsichtigt werden, aber das geht bei unserem Klientel nicht.

    ...wäre im Übrigen auch eine rechtswidrige Dienstanweisung (siehe Urteil BGH 19.06.1972 III ZR 80/70).
    Wir arbeiten weitgehend mit im Stundenplan verankerten Bereitschaftsstunden, aus denen Vertretung erfolgt. Da aber auch das manchmal nicht ausreicht, fällt ggf. auch Unterricht aus, vor allem in Randstunden und höheren Klassen. Das gibt dann u.U. Ärger mit der Schulbehörde, die man bei dieser Gelegenheit aber auch auf die von ihr zu verantwortende Personalausstattung aufmerksam machen kann ;)

  • Wir arbeiten ebenfalls mit fest verankerten Vertretungsstunden und ziehen im Ausnahmefall dann die Doppelbesetzungen ab und teilen Klassen auf. Ausfallen darf bei uns ja nichts. Wir haben auch ein genaues, durch die Konferenz abgenicktes Vertretungskonzept.

  • Ausfallen darf auch bei uns nichts.
    Für die erste Stunde jeden Tag gibt es zwei Lehrer mit "Präsenz", das heißt, sie sind an der Schule und wenn sich keine Lehrkraft kurzfristig krank meldet sitzen sie halt eines Stunde rum.
    Ansonsten werden vorzugsweise die Lehrkräfte zur Vertretung in einer Klasse eingesetzt, die diese Klasse auch unterrichten, so dass dann halt Unterricht statt finden kann.
    Zweite Lösung, wenn grad keine Lehrkraft der Klasse verfügbar ist: ein Lehrer, der das gleiche Fach unterrichten kann, wie die ausfallende Lehrkraft.


    Aber ja, es wird immer geschaut, wer gerade Freistunde hat (ohne Rücksicht darauf, dass manche dann auf 8 oder 9 Stunden Unterricht am Tag kommen). Allerdings ... da man als Vollzeitkraft ab der vierten Zusatzstunde im Monat ein Recht auf Freizeitausgleich bzw. finanziellen Ausgleich hat, wird peinlich darauf geachtet, dass man meistens nur 3 Vertretungsstunden im Monat hat - es sei denn, es ist einem selbst durch Skilager z.B. Unterricht ausgefallen, der wird dann gegen gerechnet.

  • Wir teilen Klassen auf. Jeder Klassenlehrer hat zu beginn des Schuljahres seine Klasse in 4er Gruppen aufgeteilt und sollte die Vertretungssituation so sein, dass wir eine Klasse nicht mit einem Lehrer bestücken können, sammelt sich die Klasse vor dem
    Sekretariat und die Gruppen gehen in feste partnerklassen. Das kann die gleiche Stufe sein oder eine drüber oder drunter.

  • Da wir wegen des Bustransports keine ganze Klasse nach Hause schicken können, muss irgendwie vertreten werden. Nach Möglichkeit werden eben Lehrer eingesetzt, die woanders freigworden sind. Danach werden Erzieher eingesetzt, die für eine Klasse /Lerngruppe zuständig sind. Sollte das auch nicht gehen, müssen Klassen in unseren Schülertreff. Dort verteilt es sich auf mehrere Räume, wo sie von Erziehern beaufsichtigt werden.
    Dass man eine andere Klasse mitbeaufsichtigen muss, kommt recht selten vor, außer man hat eben Pech. Ein Jahr lang hatte ich den meisten meines Unterrichts in zwei Klassen in der obersten Etage. Da ist noch ein Fachraum und da war auch der Klassenraum einer Kollegin, die häufig fehlte. Wie oft hatte ich auf dem Zettel die Mitaufsicht stehen. Ich kam mir wie so ein Schließer vor, der dieser recht braven 9. Klasse den Raum aufschloss, ab und an mal vorbeisah und dann am Ende der Doppelstunde wieder abschloss. Obwohl die so pflegeleicht waren, nervte es nach einer gewissen Zeit.

  • ...wäre im Übrigen auch eine rechtswidrige Dienstanweisung (siehe Urteil BGH 19.06.1972 III ZR 80/70).

    Ich glaub, das Thema wird jetzt zum dritten mal diskutiert, seit ich hier im Forum unterwegs bin, und ein weiteres mal weise ich darauf hin, dass es sich im Urteil um minderjährige Schüler handelt und einige weitere Einschränkungen genannt werden, so dass die Aussage in dieser Allgemeinheit nicht stimmt.


    Warum ich dieser Ansicht bin, kann man da nachlesen: Zwei Klassen gleichzeitig unterrrichten - bezahlen lassen?


    Ach ja, und der Punkt 2 und 3 dort beschreibt auch, wie wir das handhaben. Da wir zum Teil sowieso wahnwitzige Anwesenheitszeiten haben (Abendschule), versuchen die Planer, uns wenigstens nicht unbedingt früher oder länger einzubestellen.

  • War ja an mehreren Schulen schon und überall war es etwas anders: eine Schule hatte teilweise mit Bereitschaft oder fest geplanten Mehrstunden + Vertretungsplan gearbeitet.
    Ne andere hat Kurse (mit 6 SuS pro Kurs) relativ regelmäßig zusammengelegt. Die Differenzierung war dann halt aufgehoben. Wenn dann zwei von drei Lehrern da waren, haben wir auch im Team alle unterrichtet statt uns den übrigen Kurs aufzuteilen (alle SuS waren aus einer Klasse jeweils).
    Doppelbesetzung gibt es leider längst nicht überall, wenn dann wurde die natürlich aufgelöst bzw.fand halt fast nie statt. An der Grundschule wo ich war, war eigentlich alles doppelt gesteckt aber es war fast immer jemand krank. Die SuS wurden oft auch später bestellt oder eher heimgeschickt.
    An der letzten Schule jetzt wurde immer Fachunterricht vertreten, also es war immer festgelegt, welches meiner Fächer ich dann unterrichten soll.
    Auch ob Material vorliegt ist sehr unterschiedlich, an einer Schule und Grundschule war das immer der Fall, an anderen Schulen gar nicht...
    Was mir noch nie passiert ist, ist, dass ich eher kommen musste.

  • Ich glaub, das Thema wird jetzt zum dritten mal diskutiert, seit ich hier im Forum unterwegs bin, und ein weiteres mal weise ich darauf hin, dass es sich im Urteil um minderjährige Schüler handelt und einige weitere Einschränkungen genannt werden, so dass die Aussage in dieser Allgemeinheit nicht stimmt.

    Ist mir vollkommen bewusst, der Threaderöffner hat als Schulform aber gerade Sek I angegeben. Da passt ein sich auf 14-15 jährige beziehendes Urteil durchaus.

  • Allerdings ... da man als Vollzeitkraft ab der vierten Zusatzstunde im Monat ein Recht auf Freizeitausgleich bzw. finanziellen Ausgleich hat, wird peinlich darauf geachtet, dass man meistens nur 3 Vertretungsstunden im Monat hat - es sei denn, es ist einem selbst durch Skilager z.B. Unterricht ausgefallen, der wird dann gegen gerechnet.


    Letzteres ist auch tatsächlich so vorgeschrieben und konform, ersteres bezweifel ich, da die Vertretungsplaner das nicht aus der eigenen Tasche zahlen. Ansonsten hilft mal ein Gespräch mit demjenigen, und dann wirst du deine 4. Stunde eingesetzt und auch bezahlt.

  • Nein, denn wir hatten schon so ein Gespräch. Es gibt tatsächlich die Anweisung, nach Möglichkeit nicht mehr als 3 Stunden ... allerdings natürlich nicht mit den Hinweis auf Geld, sondern die mögliche Überlastung der Lehrer.

  • Eine Schule bei uns im Ort (Sek.I) handhabt es so, dass direkt hinter der Tür zum L-Zimmer der Tisch der Referendare ist. Sind diese frei, werden sie als erste vom SL für Vetretungsstunden herangezogen. Da die Refs auf ein gutes SL-Gutachten agewiesen sind, wehren sie sich nicht. (Habe zwei Mitanwärter an der Schule, die im Seminar regelmäßig von dieser Praxis berichtet haben.)


    Bei uns an der Schule fallen frühzeitig bekannte Randstunden meist aus (Sonderfall: Betreuung von Ganztagesschülern), ansonsten werden oft Kollegen im Nebenzimmer zur Mitbetreuung einer 2.Klasse eingeteilt. Zusätzlich haben die Vollzeitkräfte damit zu rechnen 2-3x/Monat in Hohlstunden als Vertretung eingeteilt zu werden, wobei dann aber darauf geachtet wird, dass dies möglichst gleichmäßig auf alle Kollegen verteilt wird. Dennoch trifft es Kollegen mit vollem Deputat natürlich bedeutend häufiger, da diese öfter an der Schule bereits anzutreffen sind im Vertretungsfall.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Eine Schule bei uns im Ort (Sek.I) handhabt es so, dass direkt hinter der Tür zum L-Zimmer der Tisch der Referendare ist. Sind diese frei, werden sie als erste vom SL für Vetretungsstunden herangezogen. Da die Refs auf ein gutes SL-Gutachten agewiesen sind, wehren sie sich nicht. (Habe zwei Mitanwärter an der Schule, die im Seminar regelmäßig von dieser Praxis berichtet haben.)

    Ich hoffe, dass das Seminar dann deutliche Worte für die Schule zu dieser Praxis findet. Nicht nur in der Semianrsitzung, sondern bündig danach auch im Kontakt mit der Schule selbst.
    Unfassbar!

  • Ist mir vollkommen bewusst, der Threaderöffner hat als Schulform aber gerade Sek I angegeben. Da passt ein sich auf 14-15 jährige beziehendes Urteil durchaus.


    Oh, in der Tat... Da wurd' ich wieder Opfer davon, dass man die Schulform am Handy ohne Umwege nicht sieht.

  • Ich hoffe, dass das Seminar dann deutliche Worte für die Schule zu dieser Praxis findet. Nicht nur in der Semianrsitzung, sondern bündig danach auch im Kontakt mit der Schule selbst.
    Unfassbar!

    Wieso findest du das unfassbar? Das ist Realität, man muß sich später mit der Note des 2. StaEx noch bewerben. Bei mir war es im Ref. auch nicht wirklich anders. Da gab es immer zwei Einsatzpläne. Ein Einsatzplan fürs Seminar, der dann auch allen rechtlichen Anforderungen entsprach, und ein Einsatzplan für die Schule, wo dann die tatsächlichen Einsätze drin standen und der entsprechend umfangreicher war.


    Warum ich und alle anderen Refis das damals mitgemacht haben? Wir waren auf das Schulleitergutachten und die Note angewiesen.

  • Wieso findest du das unfassbar?

    Weil auch die Referendare ein Stück weit unsere Schutzbefohlenen sind. Genauso wenig, wie ich Schüler unter dem Notendruck mein Auto waschen lassen würde, sollte die Schule die Referendare unter dem Notendruck zu unbeliebten Tätigkeiten, die sie gar nicht oder nicht in diesem Umfang ausüben sollten, heranziehen.
    Muss man das wirklich erklären???

  • Wieso findest du das unfassbar? Das ist Realität, man muß sich später mit der Note des 2. StaEx noch bewerben. Bei mir war es im Ref. auch nicht wirklich anders. Da gab es immer zwei Einsatzpläne. Ein Einsatzplan fürs Seminar, der dann auch allen rechtlichen Anforderungen entsprach, und ein Einsatzplan für die Schule, wo dann die tatsächlichen Einsätze drin standen und der entsprechend umfangreicher war.
    Warum ich und alle anderen Refis das damals mitgemacht haben? Wir waren auf das Schulleitergutachten und die Note angewiesen.


    Und deswegen ist es nicht unfassbar? gerade angesichts dessen! Wenn ein Schulleiter sein Gutachten auf so einer Grundlage macht läuft was verkehrt.


    Ich hatte keine Stunde mehr als nötig. Nur Ausbildungsunterricht, wenn ich den brauchte, bzw mir geholt habe.
    Vertretung hatte ich kaum außer in meinen Kopplungsstunden. Es geht auch anders.


    Bin seit November fertig und hatte nun letzte Woche meine erste Vertretungsstunde.


    Weil auch die Referendare ein Stück weit unsere Schutzbefohlenen sind. Genauso wenig, wie ich Schüler unter dem Notendruck mein Auto waschen lassen würde, sollte die Schule die Referendare unter dem Notendruck zu unbeliebten Tätigkeiten, die sie gar nicht oder nicht in diesem Umfang ausüben sollten, heranziehen.Muss man das wirklich erklären???

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