Verbeamtung vs. Tarifangestellt

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    • Verbeamtung vs. Tarifangestellt

      Guten Abend,

      heute habe ich von einem Kollegen erfahren, dass dieser sich wohl gegen eine Verbeamtung entscheiden wird, da sein "Versicherungsexperte" ihm ausgerechnet hat, dass er - unverheiratet/ohne Kinder - finanziell nicht besser darstehen wird, wie wenn er tariflich angestellt ist. (Schulform BK in NRW)

      Ist das möglich? Ich bin davon ausgegangen, dass eine Verbeamtung immer ein finanzieller, sowie natürlich anderweitiger Mehrgewinn ist!

      Was meint ihr dazu...
    • Was interessiert dich der Fall von ‚irgendjemandem‘? Rechne es für dich aus!
      Ich bin ‚spät‘ verbeamtet worden, mit ‚teurer‘ PKV (Öffnungsklausel), kinderlos, inzwischen verheiratet aber bei der Berechnung nicht.
      Wenn ich nicht vor habe, ganz viel Teilzeit zu machen (DAS ist der Punkt!), dann lohnt sich das gar nicht.
    • Selbst mit Teilzeit und Steuerklasse V wird das schwierig...die Beiträge der privaten Krankenversicherung schlagen dann zwar richtig übel zu Buche, aber man darf nicht vergessen, dass man a) die Sozialversicherungsbeiträge spart und b) später mindestens mit der Mindestpension aus der Nummer rauskommt, die man als Rente durch Teilzeit im Leben nicht erreichen könnte.
      If you look for the light, you can often find it.
      But if you look for the dark that is all you will ever see.
    • Valerianus schrieb:

      später mindestens mit der Mindestpension aus der Nummer rauskommt
      Wenn Du "aus der Nummer rauskommst", hast Du - zumindest falls unfreiwillig geschehen - ein massives Problem. "Beamter auf Lebenszeit" heißt schließlich (zumindest ist das der Plan) genau das...
      Wer sich mit dem Zeitgeist vermählt, wird bald Witwer sein!
    • 35 % der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge des zuletzt bekleideten Amtes sind einfach eine Menge Geld. Versuch mal auf eine Rente von fast 2.000€ zu kommen. Ok, davon gehen Steuern und Krankenversicherung ab, aber auch danach ist das verdammt viel Geld für jemanden der sein Leben lang "nur" 50% Teilzeit gearbeitet hat.
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    • Ich seh's ein bisschen anders.

      35% des Teilzeitgehaltes der letzten fünf Jahre sind eben nicht sooo viel.
      Hast du dann auch noch überwiegend Teilzeit gearbeitet, wird das sog. Lebensmittel errechnet, genau wie beim Angestellten auch.
      Gerade Frauen, die kinderbedingt überwiegend in Teilzeit gearbeitet haben, sind am Ende der Depp.
      Und haben die teure PKV auch noch an der Backe.
    • Das Rechenbeispiel mit den 2.000€ beruht auf 50% Teilzeit während des gesamten Berufslebens (was für die Kinderbetreuung wohl nicht in dem Maße benötigt würde). Außerdem berechnet sich die Pension auch nicht auf dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre und es wird auch kein "Lebensmittel" gebildet, zumindest nicht in NRW oder im Bund, Du müsstest für die Maximalpension auf 40 Jahre Dienstzeit (inkl. Anrechnungszeiten wie Studium, Wehrdienst, etc.) kommen und 50% Teilzeit zählen dabei halt als halbes Jahr Dienstzeit.
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    • Überwiegend in Teilzeit?
      Ich habe mein Ref mit 25 begonnen und wenn wir mal von 67 als Arbeitsende ausgehen sind das 42 Jahre. Wenn ich also die durchschnittlichen 2 Kinder im klassischen Abstand von 3 Jahren bekäme, könnte ich doch hoffentlich spätestens wenn beide Volljährig sind wieder in VZ arbeiten und das wäre ja dann nach nur ganz knapp über der Hälfte der Zeit.
      (Abgesehen davon muss man ja nicht nur 50% arbeiten!)

      Und wer die Pension in TZ zu gering findet, sollte mal ausrechnen was er/ sie als Angestellte bekäme. Immerhin wird bei Beamten die Pension anhand des letzten Einkommens ausgerechnet.
      Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.
    • Durchschnittliche Rente Frau: 622€ (West) / 928€ (Ost)
      Mindestversorgung sind 35% der letzten ruhegehaltsfähigen Dienstbezüge oder (falls mehr) 65% der Höchststufe von A4 (betrifft Lehrer in der Regel nicht). Lediglich 1,2% der pensionierten Beamten liegen unter 1.000€ (Quelle: Focus - auch wenn der Artikel echt nicht gut ist[/url]). Scheint irgendwie kein Massenphänomen basierend auf lebenslanger Teilzeit zu sein.
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    • Es kann Sinn machen, wenn man durch besondere Krankheiten nicht in die PKV kommt. Zumindest in NRW wird kein Anteil der Krankenkasse bezahlt und somit hat man dann den Batzen alleine. Da könnte man dann besser gestellt sein, wenn man nicht verbeamtet ist.
      Aber wer kennt deinen Fall oder den des Kollegen schon genau
    • Durch die Öffnungsaktion kommt aber jeder rein.
      klar, evtl will man in super besonderen Fällen eine GKV-Versorgung, aber rein käme man (wenn man die Fristen nicht verpasst).

      ich kenne mehrere Fälle von MS, wo wirklich seeeehr hohe Kosten entstehen... da wird alles übernommen.
    • Neben den Fällen, wo die Anstellung vielleicht von Vorteil ist, darf man auch nicht vergessen, dass es einen Anteil von Kollegen gibt, die ihre Lebensentscheidungen/umstände nachträglich nach außen rationalisieren. Insofern höre ich immer mit einem halb skeptischen Ohr zu, wenn mir jemand etwas erzählt, dass mir komisch vorkommt.
    • Valerianus schrieb:

      Ok, davon gehen Steuern und Krankenversicherung ab
      OT, aber weils mich zum x-ten Mal aufregt, auch dieser Hinweis zum x-ten Mal: Auch von der gesetzlichen Rente gehen Steuern und KV ab. Noch steht der Pensionäre praktisch immer wesentlich besser da als der Rentner.
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    • Ist mir bewusst. Pensionen werden allerdings voll besteuert, während das bei Renten erst ab 2040 der Fall sein wird und ein fixer Posten Krankenversicherung ist bei geringeren Bezügen auch nachteilig, gegenüber einem prozentualen Faktor. ;)
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