Schlechte Gewissen, wegen häufigem Kranksein

  • Wer krank ist, soll zu Hause bleiben.

    Ich stimme da auch aus Vertretungsplaner-Sicht zu, du hast gar nich übermäßig viele Kranktage. Mehr als einige, weniger als einige andere. Was willst du auch machen? Mit Fieber in die Schule ist auch keine Lösung.

    Das mit dem schlechten Gewissen kenne ich, da geht es mir genauso. Ich glaube, da muss sich dann halt ein dickes Fell antrainieren.

    Im schlimmsten Fall beschweren sich Eltern. Ja, dann haben die sich beschwert. Was soll passieren? Die SL wird sagen "ging nicht anders". Mehr wird da nicht sein. Mach dir keine Sorgen und werd wieder fit.

    Gute Besserung!

  • Mir hilft bei schlechtem Gewissen am meisten, zu wissen, dass ich an gesunden Tagen selbst klaglos Aufgaben von anderen übernehme, die gerade krank sind oder aus anderen Gründen unverschuldet ausfallen.

  • Ich hab auch ein schlechtes Gewissen. Versuche dran zu arbeiten, sinnvoll meine Krankheiten auszukurieren.


    Aber ich empfinde das auch mulmig, weil ich noch nicht auf Lebenszeit verbeamtet bin. In Hessen darf ich da in ein paar Monaten noch ein drittes Mal hin.

  • Bei der Familienarbeit sind die Zahlen recht eindeutig. Das schließt den einen oder anderen Familie und Beruf jonglierenden Vater nicht aus, aber das bleibt eine überschaubare Gruppe.

    https://de.statista.com/statis…enarbeit-mit-dem-partner/

    https://de.statista.com/statis…n-und-frauen-mit-kindern/

    https://www.bfs.admin.ch/bfs/d…-haus-familienarbeit.html

    WE are the music-makers, and we are the dreamers of dreams,
    World-losers and world-forsakers on whom the pale moon gleams
    yet we are the movers and shakers of the world for ever, it seems.

  • Ich habe auch des Öfteren das Gefühl zu häufig krank zu sein und habe manchmal ein schlechtes Gewissen, wenn ich zuhause bleibe (da ich sowohl chronisch krank bin als auch mir "gerne" mal Infekte einfange). Allerdings ist das mit den Jahren schon besser geworden. Nachdem ich mich früher oft genug krank zur Schule geschleppt habe, sage ich mir heute viel eher, dass ich in meinem kranken Zustand sowieso keinen vernünftigen Unterricht zustande bringe. Es nützt ja wohl keiner Klasse, wenn ich sage: "So, heute gibt es Stillarbeit, weil es mir nicht gut geht." Da kann ich besser - sofern ich dazu im Stande bin - Arbeitsaufträge per Mail zur Schule schicken, die ich dann in der nächsten Unterrichtsstunde mit den SuS bespreche.

    Ich lege heutzutage viel mehr Wert darauf mich vernünftig auszukurieren. Dann habe ich halt mehr Fehltage als andere KuK. So what?!

  • Für mich persönlich kommt es auf die Krankheit an. Bei ansteckenden Krankheiten oder solche, bei denen Ruhe angezeigt ist, bleibe ich kompromisslos daheim, auch weil ich weiß, wie sehr es mich nervt, wenn KollegInnen und SchülerInnen mich anhusten, anniesen und anbazillen. Ich möchte nicht auch noch deren Infekte, meine eigenen reichen mir.

    Bei meinen spezifischen Varianten von Rücken/Knie/Schulter/Sehnenentzündung/Allergien und den ganzen anderen Nervigkeiten, die ich immer wiederkehrend habe, bringt mich das Fehlen nur in anschließend größere Bedrängnis, weil die Arbeit nicht weggeht, dadurch, dass ich sie nicht mache. Da quäle ich mich lieber hin und mach so viel, wie geht, oder arbeite von zu Hause aus. Manchmal sind das dann Kompromisslösungen, verkürzte Tage, weniger konzentrierte Arbeiten oder sonstige 80%ige Ergebnisse, aber besser als nix und definitiv besser als ein Riesenberg, auf den man dann zurennt, oder extreme Hektik beim anschließenden Aufarbeiten.

    Ich mache auch Unterschiede bezüglich der Phase, in der sich meine Arbeit befindet. Bei Prüfungsprotokollen und Unterricht vor dem Abi geh ich in fast jedem Zustand in die Schule, oder wenn ich Sitzungsleitung/Projektverantwortung habe ins Amt, auch wenn ich locker eine Krankschreibung bekommen könnte, weil das derb auf die KollegInnen oder SchülerInnen zurück fällt, wenn ich es nicht tue. In anderen Phasen wäge ich eher großzügiger ab.

    Ich finde, es gibt da kein Schwarzweiß und ich sehe zum Beispiel keinen Grund, meine Kollegen über die Gebühr zu beanspruchen, wenn ich Möglichkeiten habe, wenigstens anteilig (mit)zuarbeiten.

    Mich stören beide Varianten: die "Selbstaufopferung" mancher KollegInnen, die sich und ihre Viren überall hinschleppen und auch gerne heiser und verrotzt mit jedem darüber sprechen, wie schwer es ihnen gefallen ist, sich heute aus dem Bett zu quälen - genau so wie die Leichtigkeit, mit der manche andere daheim bleiben und auf keine Kontaktversuche reagieren in Phasen, in denen es wirklich hochgradig unwitzig für alle anderen ist, wenn personelle Lücken enststehen oder Informationen fehlen - vom Abitur über die Zeugnisse oder Tutoren/Zeugnis/...-Konferenzen mit Entscheidungswirkung. Beide Gruppen sind zum Glück relativ klein. Die meisten bekommen das Abwägen zwischen Befinden und Notwendigkeiten ganz gut hin.

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  • Meike, größtenteils Zustimmung, aber mit folgendem Verhalten

    Bei Prüfungsprotokollen und Unterricht vor dem Abi geh ich in fast jedem Zustand in die Schule, oder wenn ich Sitzungsleitung/Projektverantwortung habe ins Amt, auch wenn ich locker eine Krankschreibung bekommen könnte, weil das derb auf die KollegInnen oder SchülerInnen zurück fällt, wenn ich es nicht tue.

    verstärkst du nur die systembedingte Unterversorgung der Schulen mit Lehrkräften: Schon in "normalen" Zeiten reicht die Unterrichtsversorgung faktisch nicht aus, um den üblichen Krankheitsausfall von ca. 5% ohne unbezahlte Mehrarbeit abzudecken. Und in Prüfungs- / Abiturphasen erst recht nicht. Da ist alles dermaßen auf Kante genäht, dass sich die Kolleginnen und Kollegen reihenweise krank in die Schule schleppen. Aber es geht ja um "Kinder", nicht etwa um Autos oder ähnliches. Welchen Stellenwert hat da schon die eigene Gesundheit?


    Schlechtes Vorbild für eine Gewerkschafterin, die primär die Interessen der Beschäftigten im Blick haben sollte.


    Gruß !

  • Bei Prüfungsprotokollen und Unterricht vor dem Abi geh ich in fast jedem Zustand in die Schule, oder wenn ich Sitzungsleitung/Projektverantwortung habe ins Amt, auch wenn ich locker eine Krankschreibung bekommen könnte, weil das derb auf die KollegInnen oder SchülerInnen zurück fällt, wenn ich es nicht tue.

    Ich rege mich regelmäßig über Kollegen auf, die gerade in Hochstressphasen massiv erkältet in die Schule kommen, "weil man da auf keinen Fall ausfallen kann." Ein massiv hustender oder niesender Kollege steckt dann locker 4 weitere an, am Schluss geht alles auf dem Zahnfleisch, nur weil man niemanden belasten wollte. Ich persönlich mache lieber ein paar Protokolle mehr, als dass ich danach total flach liege, weil neben mir die Virenschleuder saß. Darüber, ob man sich total krank überhaupt richtig auf solche Aufgaben konzentrieren soll, sollte man auch nachdenken.

  • In meinem Freundes- und Bekanntenkreis teilen sich das jeweils beide. Warum macht man sich als Frau den ganzen Stress alleine? Oder anders gefragt: wieso bindet man sich als Frau an einen Mann, der gar keine Lust dazu hat, sich um seine Familie zu kümmern und beschwert sich dann über die eigene Wahl?

    Tja, mein Mann arbeitet in der sogenannten freien Wirtschaft. Meine Kinder sind 12 und 8 und er hat bisher genau einen Tag "kindkrank" gemacht. Danach hatte er gleich ein Gespräch mit dem Chef. Sowas wäre gar nicht gerne gesehen. Mal ganz davon ab, dass er für unser privat versichertes Kind keine Kranktage kriegt (ich schon). Mit Lust hat das nicht immer zu tun.


    Zum Glück sind beide nicht mehr oft krank, die Große bleibt inzwischen meist alleine zu Hause und Schwiegermutter springt auch oft ein.

  • Wegen Abwesenheit im Abi erzeugt man keine Datenlage aufgrund derer man Lehrermangel aufzeigen oder Unterversorgung demonstrieren könnte, das ist ein superkurzer Zeitraum, in dem Lehrerabwesenheit nur zu einem einzigen führt: massive Mehrarbeit und Belastung der Kollegen.
    Ansteckende Krankheiten schleppe ich eigentlich überhaupt nicht in die Schule, meine Einlassung bezog sich auf die vielen anderen Dinge mit Krankheitswert.

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