Wie geht ihr dem Corona-Virus entgegen?

  • Natürlich geht jeder Handlung eine Entscheidung über das potentielle Risiko voraus

    Nein. Gerade das Beispiel Sicherheitsgurt zeigt das Gegenteil. Das entscheidet der Gesetzgeber für Dich, wie so vieles andere auch. Und ob man bei Corona ein erhöhtes Sterberisiko hat, das entscheidet man eben nicht, sondern das ist so oder nicht.


    Du hast dich dafür entschieden

    Übrigens auch nein. Es war halt nötig. Ich könnte jetzt auch nicht entscheiden ob ich in den Präsenzunterricht gehe oder nicht. Da müsste ich mich allenfalls entscheiden ob ich meinen Job kündige oder nicht.

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    Noch schlimmer? Was kann denn noch schlimmer sein? Jehova! Jehova! Jehova!

  • Ich finde, dass du es dir hier zu einfach machst, die scharfe Trennlinie gibt es nicht. Weder gesetzlich, noch medizinisch, und auch nicht, wenn man Ärzte fragt.
    In meiner Altersklasse liegt das Sterberisiko bei 0,1%. Ich habe eine leichte Form einer chorischen Atemwegserkrankung. Lass mein persönliches Risiko 0,3% sein. In anderen Altersklassen ist das Grundrisiko deutlich höher. Über die gesamte Bevölkerung liegt das Sterberisiko daher bei 0,7%. (Die Zahlen sind nur grobe Schätzwerte unter Berücksichtigung der sehr ungenauen Dunkelziffer).
    Frei stellen lassen könnte ich mich wahrscheinlich, wenn ich wollte.

    Habe ich jetzt ein erhöhtes Risiko?

    In Bezug auf meine Altersklasse - absolut. In Bezug auf die Gesamtbevölkerung - sicher nicht.

    Ein gewisses Maß an Eigenverantwortung bleibt.

  • Drosten erneut zu Infektionen bei Kindern

    https://m.focus.de/familie/elt…-kindern_id_12057383.html

    Wenn man jetzt auch noch aus Göttingen hört, dass sich dort viele Kinder infiziert haben, glaube ich nicht mehr so ganz an die Theorie, dass Kinder sich kaum anstecken.

    Hm, also ich lese nicht von einem einzigen infizierten Kind bisher dabei, sondern nur das viele Kinder und Jugendliche unter den Kontaktpersonen sind.

  • Vor allem ist die Aussage ja auch nicht "Kinder können sich nicht infizieren", die Aussage ist offenkundiger Unfug...sie können sich infizieren, sie erkranken nur seltener und weniger schwer und sind selbst (vermutlich aufgrund der ersten beiden Punkte) potentiell weniger infektiös.

    If you look for the light, you can often find it.
    But if you look for the dark that is all you will ever see.

  • Ja klar bleibt ein gewisses Mass an Eigenverantwortung, darum geht es doch aber auch. Ich meine auch nicht Personen mit einer "leichten Form einer chronischen Atemwegserkrankung" sondern Personen wie eine meiner Kolleginnen, die kürzlich erst einen Herzinfarkt hatte. An deren Stelle überlege ich mir ganz sicher nicht, ob ich eine FFP2-Maske trage oder nicht. Gut, die ist vom Präsenzunterricht vorläufig auch freigestellt. Aber es gibt tausend andere Situationen in denen sie halt unter Leute gehen muss. Zu Hause hat sich noch einen schwerstbehinderten Sohn, die ist doppelt Risiko sozusagen. Wenn die sich infiziert, ist es vollkommen egal, wie hoch das Risiko dafür war, sie stirbt eben nicht nur ein bisschen sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit so richtig.


    Die eigentliche Frage war auch ob man aus den Ergebnissen von serologischen Tests irgendeine Art von Risikoabwägung machen kann. Na sicher nicht. Ich schrieb ja schon, dass man ohnehin weiss, ob man gerade in einem Hotspot lebt oder nicht und wenn ich dann Angst vor einer Infektion habe, dann muss ich wohl entsprechend handeln. Es gibt nicht plötzlich irgendwo eine riesige Dunkelziffer von der man nichts mitbekommen hat, das ist doch Blödsinn.

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  • Susannea: Unter den 80 Infizierten in Göttingen sind wohl 24 Kinder. Finde ich durchaus eine beachtliche Zahl. Deswegen auch die Schulschließungen.

    https://www.news4teachers.de/2…n-schliesst-alle-schulen/

    Wie gesagt, unter dem Link, der hier von der Zeitung drin war steht noch nichts von infizierten Kindern!


    Und der von dir verlinkte Artikel hat für mich Bild-Zeitungsniveau, kann ich auch irgendwo veröffentlichen, dass xy infiziert ist. Also für mich gibt es darauf bisher keinerlei Hinweise, zumal der Artikel auch ganz vage ist.

  • Vor allem ist die Aussage ja auch nicht "Kinder können sich nicht infizieren", die Aussage ist offenkundiger Unfug...

    Hier haben wir es sowieso mit einem ziemlichen Missverständnis zu tun, dass sich unterdessen leider manifestiert hat. Unser ehemaliger Leiter vom BAG, Daniel Koch, begründete seine Strategie immer mit der Aussage "Kinder sind nicht die Treiber der Pandemie". Er sagte NIE, Kinder können sich nicht infizieren, das wurde ihm aber zuletzt dann auch in den Mund gelegt. Er sagte (ich las mal irgendwo ein längeres Interview mit ihm), Kinder geben das Virus seltener weiter, weil sie seltener Symptome haben und z. B. nicht husten. Sie haben deutlich weniger soziale Kontakte als Jugendliche und junge Erwachsener, weshalb Kinder nicht Ausgangspunkte von grossen Infektionsketten sind. Die Argumentation dieses deutschen Manifests, das eine umfassende Öffnung von Schulen und Kitas fordert, geht ungefähr ähnlich. Da schrieb auch nie irgendjemand "Kinder können sich nicht infizieren".

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  • Es stand eigentlich nie in Frage, dass auch Kinder sich infizieren können, fraglich war, wie häufig diese andere infizieren.

    Verkürzte Theorie: Kinder werden durch Erwachsene angesteckt, ihre Verläufe sind aber oft so, dass sie wiederum keine anderen anstecken.

    Zur der Diskussion leistet der Fall in Göttingen jetzt in meinen Augen keinen Beitrag, trotzdem halte ich es für richtig, die betroffenen Schulen kurzfristig zu schließen, da ein entschlossenes Reagieren eben Teil der Strategie sein muss, gerade dann, wenn die Kooperation der betroffenen Gruppe fraglich ist.

  • Es stand eigentlich nie in Frage, dass auch Kinder sich infizieren können, fraglich war, wie häufig diese andere infizieren.

    Verkürzte Theorie: Kinder werden durch Erwachsene angesteckt, ihre Verläufe sind aber oft so, dass sie wiederum keine anderen anstecken.

    Zur der Diskussion leistet der Fall in Göttingen jetzt in meinen Augen keinen Beitrag, trotzdem halte ich es für richtig, die betroffenen Schulen kurzfristig zu schließen, da ein entschlossenes Reagieren eben Teil der Strategie sein muss, gerade dann, wenn die Kooperation der betroffenen Gruppe fraglich ist.

    Naja, sie haben ja nicht nur die betroffenen, sondern alle Schulen geschlossen, weil das Ausmaß nicht absehbar ist und sie die Testung erst vorbereiten müssen und entgegen dem Widerstand durchführen.

  • Gerade von Symptomlosen geht erfahrungsgemäß eine große Gefahr aus.

    Wenn es irgendwo viele Symptomlose gibt, dann gibt es in deren Umfeld auch viele PCR-Positive. Anders kann es ja gar nicht sein, wenn von denen "so eine grosse Gefahr ausgeht". Bei allen bisher durchgeführten serologischen Stichproben fand man besonders grosse Dunkelziffern nur dort, wo es auch viele bestätigte Infektionen gab.

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  • Wollsocken80: man kann halt auch genau umgekehrt argumentieren: Gerade von Symptomlosen geht erfahrungsgemäß eine große Gefahr aus.

    Bei welcher Krankheit ist das denn "erfahrungsgemäß" so? Bei Corona ja offensichtlich nicht, wie die Ergebnisse aus Island und anderen Ländern nahelegen...

    Die Grundidee ist ja auch völlig seltsam...die Ansteckungsgefahr steigt ja dann, wenn viele Viren in die Umgebung abgegeben werden können. Da ist Husten schon irgendwie hilfreich...

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    But if you look for the dark that is all you will ever see.

  • Der Begriff "symptomlos" ist hier auch irreführend. Drosten erklärte in einem Podcast mal, dass es vermutlich nur wirklich wenige Menschen gibt, die tatsächlich gar keine Symptome haben. Man habe im Gespräch häufig herausgefunden, dass Leute doch leichte Symptome hatten, die sie aber ignoriert haben. Das sind dann genau die, die einmal irgendwo hinhusten und damit den nächsten Stein ins Rollen bringen.

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  • Hier haben wir es sowieso mit einem ziemlichen Missverständnis zu tun, dass sich unterdessen leider manifestiert hat. Unser ehemaliger Leiter vom BAG, Daniel Koch, begründete seine Strategie immer mit der Aussage "Kinder sind nicht die Treiber der Pandemie". Er sagte NIE, Kinder können sich nicht infizieren, das wurde ihm aber zuletzt dann auch in den Mund gelegt. Er sagte (ich las mal irgendwo ein längeres Interview mit ihm), Kinder geben das Virus seltener weiter, weil sie seltener Symptome haben und z. B. nicht husten. Sie haben deutlich weniger soziale Kontakte als Jugendliche und junge Erwachsener, weshalb Kinder nicht Ausgangspunkte von grossen Infektionsketten sind. Die Argumentation dieses deutschen Manifests, das eine umfassende Öffnung von Schulen und Kitas fordert, geht ungefähr ähnlich. Da schrieb auch nie irgendjemand "Kinder können sich nicht infizieren".

    Die Aussage, dass Kinder deutlich weniger soziale Kontakte haben als Jugendliche und junge Erwachsene halte ich doch für gewagt.

    Kinder sind mehr als jede andere Gruppe Bindeglied verschiedener Generationen. Sie haben Kontakte in alle Altersgruppen (Jugendliche Geschwister, Eltern und Bekannte der Eltern, Eltern anderer Kinder, Großeltern, Babysitter, Erzieher, Lehrer, Trainer im Sportverein etc.).

    Jugendliche und junge Erwachsene hingegen sowie alle anderen Altersgruppen haben vor allem Kontakt mit Gleichaltrigen.

    Dazu kommt, dass gerade jüngere Kinder engen Körperkontakt haben, Hygieneregeln nicht einhalten. Das hebt den Vorteil durch das Fehlen von Husten locker auf.


    In der von Drosten mal zitierten Studie aus China kam raus, dass Kinder zwar nur 1/3 so infektiös waren wie erwachsene Menschen, aber dafür mehr und engere Kontakte hatten, so dass sie am Ende nahezu genauso viele Personen angesteckt haben.

  • Das kam weder in China, noch in Südkorea (die wirklich alles und jeden testen), noch in Island raus. Haupttreiber der Infektion sind junge Erwachsene, da sie viele Kontakte haben und normal ansteckend sind. Der Befund ist in allen Ländern mit hoher Testquote und Nachverfolgungsrate gleich.

    If you look for the light, you can often find it.
    But if you look for the dark that is all you will ever see.

  • https://www.gmx.net/magazine/n…aeftigt-aussagen-34758916


    "In einer überarbeiteten Fassung seiner Studie zur Infektiosität von Kindern in der Coronakrise hält das Forscherteam um den Berliner Virologen Christian Drosten an seiner grundlegenden Aussage fest. Es gebe keine Hinweise darauf, dass Kinder im Bezug auf SARS-CoV-2 nicht genauso ansteckend seien wie Erwachsene, heißt es in der aktualisierten Version der Studie."

  • Die Aussage, dass Kinder deutlich weniger soziale Kontakte haben als Jugendliche und junge Erwachsene halte ich doch für gewagt

    Welche Jugendlichen kennst du denn... Allein unser Schulchor hat ja schon um die 80 Mitglieder und die gleichen Jugendlichen gehen am Abend in den Sportverein und am Wochenende auf irgendeine dreckige Dorfparty. Die Anzahl an flüchtigen Kontakten, die da zusammenkommt, ist völlig unüberschaubar. Ich bin jetzt selbst kein besonders geselliger Mensch aber wenn ich anfange zu zählen mit wie vielen Personen ich pro Woche normalerweise Kontakt hätte wenn ich gerade alle meine Hobbys ausüben könnte... Du lieber Himmel, da müssten schnell mal über 100 Personen informiert werden, wenn man mich positiv auf Corona testet. Alle Personen, mit denen ich an einem durchschnittlichen Schultag Kontakt hätte, noch gar nicht inklusive. Zeig mir den Grundschüler, der da mithalten kann. 😉

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