Kann man gezwungen werden, digitalen Unterricht zu halten?

  • Danke für eure Beiträge.

    Was ich jetzt denke:

    Es ist doch wichtig, dass ich mich auf den online-Unterricht einlasse im Hinblick auf weitere Eventualitäten. Es sollte aber innerhalb der Schule ein Konzept geben und dort entsprechend sichere Hard -und Software zur Verfügung gestellt werden.

  • Ganz genau so sehe ich es auch!

    Solch ein Konzept fehlt mir an meiner Schule auch noch - und ich habe leider den Verdacht, dass sich damit derzeit niemand aus der SL beschäftigen möchte ("Wir haben ja sooo viel anderes zu organisieren...").

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Außerdem finde ich es wirklich fraglich wegen des Datenschutzes.

    Super Argument, schlägt alles und Eltern können nichts mehr darauf erwidern. So würde ich das begründen, alle anderen Gründe laden nur dazu ein, seine Meinung ungefragt kundzutun.

  • Ich bin begeistert vom Unterrichten mit Videochat und diversen online Tools. Momentan beschule ich so eine Kleingruppe, die nicht am Präsenzunterricht teilnehmen kann. Für den Unterricht, den ich fachfremd übernehme, bekomme ich die Smartboardfolien von den Kollegen. Die kann ich den Kindern einblenden. Macht Spaß!!! Die Kids fragten schon, ob wir das nicht täglich so mache könnten.


    Natürlich hab ich dafür nichts von der Schule zur Verfügung gestellt bekommen:angst:

    Momentan bin ich aber einfach nur glücklich über die Möglichkeiten, die ich mir nun organisiert habe, so was wie Unterricht abhalten zu können. Ich fühle mich wieder wie ein Mensch, bzw. Lehrer :aufgepasst:


    Der Druck auf die Schulen/Behörden adäquate Software anzubieten sollte dringend erhöht werden!

  • Zauberwald Es ist sicher gut, wenn Du Dich quasi privat weiterbildest und Dir verschiedene (kostenlose!!) Tools mal anschaust. Die Arbeit mit OneNote z. B. erleichter mir ziemlich die Organisation. Ich würde aber wirklich dringend davon abraten auf eigene Faust irgendwelche Cloud-Systeme zu benutzen oder Video-Chat Tools die der Dienstherr nicht offiziell "freigegeben" hat. Am Ende bist Du die Blöde, wenn Dich einer wegen Datenschutz etc. ankackt. Und schon gar nicht investierst Du privates Geld in Software, Du wirst ja sicher schon Dein privates Gerät für die Arbeit benutzen, was ja auch schon nicht OK ist. Weisst Du... Du diskutierst ja auch mit den Eltern nicht, ob der Stundenbeginn jetzt 8 Uhr oder 8:15 Uhr ist, das sind einfach Rahmenbedingungen, die der Dienstherr vorgibt. Und so ist das mit der Digitalisierung auch. Da geht es nicht um pädagogische Freiheiten oder so, sondern um Rahmenbedingungen. Die sind wie sie sind und es ist nicht Deine Aufgabe die jetzt zu ändern.

  • Wer so denkt konnte nur Lehrer werden...

    Ja, gell. Lehrer sind ja auch die einzigen Arbeitnehmer, die für die Arbeit ihre privaten Rechner nutzen müssen. Alle anderen Arbeitnehmer sitzen im Büro und bekommen da Hard - und Software zur Verfügung gestellt, bzw, richtet der Arbeitgeber eine geschützte Homeofficeausstattung ein. Zumindest ist das bei den Leuten, die ich kenne, die im Homeoffice sitzen so. Nur wir Lehrer bewegen uns auf unseren eigenen Rechnern in der Grauzone der Legalität und nehmen klaglos ohne zu jammern auf eigene Kosten und Risiken neue Dinge hin.

    Wenn sich meine Arbeitsweise ändert, soll mir auch die Ausrüstung dafür zur Verfügung stehen, wenigstens in der Schule.

  • Bei einer Freundin von mir hat der Arbeitgeber (großer Energiekonzern) ihr eine zweite Internetleitung in die Bude legen lassen (inkl. Elektriker, Verdrahtung in der Wohnung, etc.), dass sie Rechner und Software gestellt bekommt ist auch gar keine Frage, sondern aus Sicherheitsgründen dort ein muss, sie darf gar keine privaten Geräte für dienstliche Kommunikation benutzen (Abhörsicherheit, Nachverfolgbarkeit, etc.). So ein Vorgehen könnte sich kein privater Arbeitgeber leisten.

    If you look for the light, you can often find it.
    But if you look for the dark that is all you will ever see.

    Einmal editiert, zuletzt von Valerianus ()

  • Bei einer Freundin von mir hat der Arbeitgeber (großer Energiekonzern) ihr eine zweite Internetleitung in die Bude legen lassen (inkl. Elektriker, Verdrahtung in der Wohnung, etc.), das sie Rechner und Software gestellt bekommt ist auch gar keine Frage, sondern aus Sicherheitsgründen dort ein muss, sie darf gar keine privaten Geräte für dienstliche Kommunikation benutzen (Abhörsicherheit, Nachverfolgbarkeit, etc.). So ein Vorgehen könnte sich kein privater Arbeitgeber leisten.

    Ja, kenne ich bei Freunden auch so.

  • Alle anderen Arbeitnehmer...[]

    Alle anderen Arbeitnehmer können in der Corona-Krise gekündigt werden oder in Kurzarbeit rutschen. Ich werde zu vollen Bezügen ohne Risiko eines Jobverlustes weiterbeschäftigt. Aber offenbar gehöre ich zu einer Minderheit, die hier etwas Demut verspürt. Deshalb mache ich meine Lernvideos o.ä. in Ruhe von zuhause mit meinem privaten Rechner und heule nicht mit aufgesetzten Gründen in irgendwelchen Foren rum.

    »...Aus Mettwurst machste kein Marzipan! «
    Bernd Stromberg

  • Wenn du mit einem Informatik & Mathematik Studium in der aktuellen Situation gekündigt wirst oder in Kurzarbeit rutscht, ist aber auch irgendwas falsch gelaufen. Die Leute mit Mathestudium die ich kenne, sind nicht in Kurzarbeit oder entlassen, sondern im HomeOffice und freuen sich nen Ast, die ganzen BWLer aus ihrer Abteilung nicht sehen zu müssen und haben erstaunlich viel Zeit für Computerspiele...xD

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  • Aber offenbar gehöre ich zu einer Minderheit, die hier etwas Demut verspürt. Deshalb mache ich meine Lernvideos o.ä. in Ruhe von zuhause mit meinem privaten Rechner und heule nicht mit aufgesetzten Gründen in irgendwelchen Foren rum.

    Uii ... Vielleicht liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte? Denn tatsächlich finde ich es auch etwas einseitig, wenn aus Lehrerkreisen öfter mal auf „die Wirtschaft“ verwiesen und dabei vergessen wird, dass dazu nicht nur Ingenieure, ITler etc. in Festanstellung bei großen Konzernen gehören, sondern auch viele, die unter ähnlich unzureichenden Bedingungen arbeiten wie viele Lehrer, aber mit befristeten Verträgen für 3.000 € brutto oder auf Honorarbasis, ohne Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und bei Corona ...


    Aber dennoch muss es erlaubt sein, eine kritische Position einzunehmen und Argumente zu sammeln, die - in diesem Fall - gegen Unterricht auf Distanz sprechen. Zumal Zauberwald ja scheinbar an einem echten Austausch interessiert ist und darauf eingeht, wenn man einige dieser Argumente widerlegt.

  • Lehrer gelten in der Coronakrise mal wieder als die faulen und undankbaren Säcke. Wir hatten weder Osterferien und nur die Hälfte der Pfingstferien, weil wir 3 Notgruppen betreuen, uns mit Kollegen treffen, Lernpakete schnüren, korrigieren, Berichtszeugnisse schreiben, Lernvideos drehen und gerade auch andere Dinge im Eigenstudium lernen. Zum Glück sind meine eigenen Kinder groß. Die Eltern denken, wir hätten frei. Kollegen appelieren an Demut.


    Ich möchte nicht von Eltern kritisiert werden, weil ich jetzt keinen online-Unterricht mache. Mir fehlen die Voraussetzungen. Ich habe weder die Ausstattung, noch das Know-how. Wie soll ich das auf einmal können? Zumal es alle anderen auch nicht tun.

  • Es wurde ja such schon öfter gesagt, aber was eben vor allem kritisch beim digitalen Letnen ist, ist der Datenschutz und das Urheberrecht.

    Wobei ich generell in Sachen Datenschutz schon seit Ewigkeiten Probleme sehe, wenn auf privaten Endgeräten Zeugnisse, Gutachten etc. geschrieben werden.

  • In den Grundschulen gibt es weiterhin Tafel und Kreide und uralte OHPs. Einen PC für alle, den man aus technischen Gründen kaum benutzen kann. Wie sollen wir auf einmal den Ansprüchen, die jetzt da sind nachkommen? Wir arbeiten nicht auf dem neuesten Stand. Smartboardfolien? Was ist ein Smartboard?

  • Alle anderen Arbeitnehmer können in der Corona-Krise gekündigt werden oder in Kurzarbeit rutschen. Ich werde zu vollen Bezügen ohne Risiko eines Jobverlustes weiterbeschäftigt.

    Und weil in Afrika die Kinder verhungern, muss Frau Zauberwald jetzt die Verantwortung dafür übernehmen, dass ihr Dienstherr ihr keine digitale Infrastruktur für vernünftigen Fernunterricht zur Verfügung stellt. Nein, das muss sie nicht. Im schlimmsten Fall gerät sie damit nämlich in rechtliche Schwierigkeiten. Ja, sie kann sicher ganz tolle Lernvideos erstellen, aber wenn es keine Plattform gibt, über die sie die rechtlich einwandfrei (oder zumindest so, dass im Zweifelsfall der Dienstherr die Verantwortung dafür übernimmt!) mit ihren SuS teilen kann, dann ist das halt vertane Liebesmüh. Da kann sie ihre Zeit dann auch gleich sinnvoller nutzen.


    Wer so über den eigenen Berufsstand herzieht, kann halt auch nur Lehrer sein.

  • []...sie kann sicher ganz tolle Lernvideos erstellen, aber wenn es keine Plattform gibt, über die sie die rechtlich einwandfrei (oder zumindest so, dass im Zweifelsfall der Dienstherr die Verantwortung dafür übernimmt!) mit ihren SuS teilen kann, dann ist das halt vertane Liebesmüh...[]

    Frau Zauberwald kommt aus Bawü, da gibt es sowas. Nennt sich Moodle, wird rechtssicher vom Land selber gehostet und funktioniert (mittlerweile) einwandfrei. Webinare und Schulungsangebote dazu gibt es auch ausreichend. Ausflüchte...

    Und weil in Afrika die Kinder verhungern...[]

    ???

    Die Ausreden, in der Corona-Krise einfach abzutauchen, sich einen schönen Lenz zu machen und die Schüler alleine zu lassen, werden immer kreativer...

    Wer so über den eigenen Berufsstand herzieht, kann halt auch nur Lehrer sein.

    Wieder mal so ein Jammer-Thread einer sehr privilegierten Gruppe. Offenbar bin ich noch nicht Lehrer genug.

    »...Aus Mettwurst machste kein Marzipan! «
    Bernd Stromberg

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