Corona und die gesellschaftliche Spaltung

  • Bin so'n bisschen fraglos, wie das weitergehen soll. Habt ihr euch die "Lage am Reichstag" angesehen? Was meint ihr dazu? Wie sollte unsere Regierung darauf reagieren?


    Zumal ich, ganz anders als hier im Forum, eine zunehmende Skepsis unter Familie und Bekannten erlebe, was Fallzahlen, Corona-App, Panikmache vs. ernsthafte Sorgen usw. angeht. Oder nein, eher auch eine Zweiteilung. Menschen, die sich Sorgen um ihre Gesundheit machen aber wesentlich mehr, die das alles übertrieben finden und auch welche, die äußerst skeptisch sind, ohne schwarz-weiß-rote Fahnen zu schwenken übrigens.


    Also unabhängig davon, was ihr von Maskenpflicht usw. haltet, wie könnte wieder ein Aufeinanderzugehen gelingen?

  • Ich glaube das hardcore Gegner/Beführworter bei Ihren Positionen bleiben. Für den rest müsste man versuchen, die jeweilige Gegenseite zu verstehen und versuchen aufeinander zu zu gehen. Ist ist halt schwierig den Spagat zwischen eindämmung und "normalen" Leben zu finden.

  • Ich glaube, dass hier keine neue Spaltung entsteht, sondern sich nur der Graben zeigt, der schon seit Jahren immer tiefer wird. Die Reaktion auf die Pandemie ist quasi nur ein neuer „Anwendungsbereich“ . Zuvor war es die Flüchtlingskrise.


    Ich kenne nicht so viele Leute, die deutlich gegen die Maßnahmen sind oder Verschwörungstheorien verbreiten. Natürlich habe auch ich Bekannte, die die Maßnahmen kritisieren und für überzogen halte, aber kaum jemanden, der auf Anti-Corona-Demos geht oder dergleichen.

    Aber die wenigen, die ich kenne und die mir in dem Zusammenhang mit ihren Ansichten besonders auffallen, sind allesamt Menschen, die grundsätzlich Autoritäten und die Legitimation der Regierung massiv in Frage stellen und zwar sowohl auf der rechten als auch auf der linken Seite des Spektrums.


    Letztlich zeigt sich hier m.E. eine zunehmende allgemeine Unzufriedenheit mit der Politik und dem eigenen Leben bei vielen Menschen, die sich nun eben wieder ein neues Ventil sucht.

    Den Ursprung des Konfliktes sehe ich in der zunehmenden sozioökonomischen Ungleichheit, mangelnde Chancengleichheit, unsichere Zukunftsperspektiven. Viele Menschen fühlen sich abgehängt und nicht repräsentiert von „denen da oben“. Gegen Präventionsmaßnahmen zu demonstrieren ist da nur logisch - nach dem Motto: „Jetzt wollen die da oben uns schon wieder kontrollieren, uns ausnehmen, uns unsere Grundrechte wegnehmen“.

    Bei manchen schlägt es nach rechts aus, bei manchen nach links, wieder andere beschuldigen die Weltverschwörung. Allen gemeinsam ist, dass sie der Meinung sind, dass die Politik ihnen grundsätzlich nicht zuhört und ihnen eh nur Böses will.


    Daher kann es aus meiner Sicht auch keine schnelle Lösung geben. Wir bräuchten ein stärkeres Zugehen auf die Menschen, bessere Bildungschancen für alle, bessere Sozialpolitik, sozioökonomische Maßnahmen, die die Schere nicht immer weiter öffnen.

    Von heute auf morgen lässt sich das nicht ändern.


    Akut hilft nur, das Gespräch zu suchen, den Leuten zuzuhören, ihre Ansichten nicht nur zu verurteilen, mit Fakten argumentieren. Ihre Meinung werden viele trotzdem nicht ändern, aber vielleicht fühlen sie sich dann zumindest gesehen und gehört.

  • Mir macht das auch Sorge, gesamtgesellschaftlich wie auch privat (wo die Positionen auch zunehmend unvereinbarer werden und die Beziehungen belasten). Ich bin ja auch tendenziell eher ein Vertreter einer extremeren Position, finde aber bedenklich, in welcher Weise die "Gegenseite" oft pauschal in die Schwurbler-, Verschwörungs- oder Neonazischublade abgekanzelt wird. Da gehören sehr sehr viele Gestalten, die man auf den Demos sieht und die sich in den sozialen Medien lautstark bemerkbar machen, auch definitiv rein, aber es gibt eben auch eine wachsende Zahl an völlig normal tickenden Menschen, die einfach keine Wahrung der Verhältnismäßigkeit sehen, Existenzsorgen haben, durch gegensätzliche Studienergebnisse zweifeln, etc. Mit Vertretern der letzten Gruppe muss ein kritisch-konstruktiver Austausch möglich sein, der ohne Vorverurteilungen und eine herabschauende Attitüde auskommt und auch eine entsprechende mediale Repräsentation findet. Mich stört auf beiden Seiten die gegenseitige Respektlosigkeit und das ständige Verunglimpflichen... seien es nun die Covidioten oder die Regierungsschafe... das spaltende "othering" trägt nicht dazu bei, die Debatte zu versachlichen und einen tragfähigen Konsens auszuhandeln.


    Im privaten Umfeld habe ich mich aus Debatten weitestgehend zurückgezogen. Hier prallen teilweise unterschiedliche Sichtweisen aufeinander, die auch ganz maßgeblich der unterschiedlichen Betroffenheit von den Maßnahmen geschuldet sind. In meiner Familie ist niemand von Kurzarbeit oder Jobverlust betroffen, unser Fokus liegt eher auf der Sorge um die Gesundheit von Risikogruppenangehörigen. Ich finde alle Maßnahmen bis zu einer Änderung der Sachlage (Impfstoff, deutliche Mutation des Virus hin zu milderen Krankheitsverläufen) absolut gerechtfertigt und bin eher mit den vielen Lockerungen nicht einverstanden. Für diese Haltung kann ich von jemandem, der seinen Job verloren hat und von echten Existenzsorgen geplagt ist, aber keine Zustimmung erwarten. Jede Diskussion würde am Ende darauf hinauslaufen, dass aus meiner Sichtweise durchschimmert, dass mir seine Situation zwar wirklich leid tut und ich mitfühle, dass ich im Gesamtkontext der Pandemie seine Interessen hier aber nachrangig gegenüber anderen einstufe. Und ja, aus meiner bequemen Position heraus wirkt das verständlicherweise wenig empathisch und vielleicht auch ein bisschen zum Kotzen auf den Betroffenen.. also halte ich mich lieber zurück, denn die Situation ist es halt auch nicht wert, langjährige Freundschaften ernsthaft zu beschädigen.

  • Leider sind viele dieser Leute sozial und finanziell besser gestellt, auffallend viele Lehrer drunter (wenn man hier im Forum ja liest, dass es an vielen Schulen unter der Hand Diskussionen und Mobben von Risikogruppen-Angehörigen gibt).


    Aber im Endeffekt gehen jetzt einige Menschen als Rädelsführer vor, die rein wirtschaftliches Interesse haben. Ken Jebsen, der komische Arzt da und sonstige, die nur ihre Bücher verkaufen wollen. Und leider folgen ihnen einige, die generell gegen alles sind. Ich wohne in Stuttgart und habe bei der Firma, die die Querdenker 0711- Veranstaltungen auf dem Cannstätter Wasen mit Technik ausgestattet hat, davor auch Audio-Sachen gemietet. Die Firma war davor schon sehr aktiv bei jeglichen Demos, seit Jahren macht der Veranstalter bei der Anti-Stuttgart21 - Demo mit und so hat sich die Stuttgarter Anti-Corona - Szene stark aus der Oben Bleiben/Anti Stuttgart21 - Demoszene genährt. Viele, die Montags in Stuttgart gegen Stuttgart21 demonstriert haben, waren am Samstag auch in Stuttgart und dann vermutlich auch in Berlin dabei.


    Dank dem Internet gibt es ja nette Filterblasen.


    Man muss die Leute leider sozial ächten. Ich habe einigen Bekannten und auch einem Freund wegen chemtrails und sonstigem irgendwann die Freundschaft gekündigt, nachdem seine Freundin ihn in sowas reingezogen hat. Erst nach der Trennung von Ihr ist er aus seinem Geschwurbel herausgekommen.

  • Dank dem Internet gibt es ja nette Filterblasen.

    Das wollte ich auch gerade schreiben.

    "Früher" haben die Menschen nicht so leicht Fakten umgehen können. (Um 20 Uhr kam die Tagesschau, die Bildzeitung hatte nicht ausreichend Textanteil, als dass dort umfassende Theorien gebildet werden könnten.)

    Heutzutage kann jeder seine Ideen (lies auch: Verschwörungstheorien) im Internet publizieren, andere können diese "Informationen" innerhalb ihrer Filterblase als Fakten wahrnehmen - wird ja schließlich oft genug, auch professionell genug wiederholt, muss also was Wahres dran sein :-(


    Auch in der Vergangenheit gab es Impfgegner oder Menschen, die sich durch den Staat dauerhaft überwacht fühlten. Das waren aber mMn (a) weniger (da "alternative Fakten" z.B. zum Impfen weniger Verbreitung finden konnten) und (b) waren diese weniger vernetzt (deshalb weniger sichtbar auf zentralen Demonstrationen gegen z.B. das Impfen)


    Mit einer Facebook-Gruppe ist es jetzt deutlich einfacher, dass sich die einzelnen Menschen (in jedem zehnten Dorf einer?) deutschlandweit vernetzen und denken, dass ihre "9 Milliarden" eine Mehrheit seien (oder tatsächlich Recht hätten) ;-)

  • Als (mögliche) Lösung dazu könnte man entweder die Gesetzeslage verschärfen und anwenden. Ich verstehe nicht, wie solche Vollpfosten wie Hildmann und Jebsen oder gar Xavier Naidoo überhaupt noch in Freiheit herumlaufen. Die haben massiv Aufrufe zu Gewalt und Gefährdung begangen.


    Man müsste tatsächlich einfach zu überprüfende Fakten unter "Wahrheitsschutz" stellen. Wenn ich rumlaufe und öffentlich eine Person beleidige, bekomme ich eine Anzeige und darf zahlen. Wenn ich jedoch behaupte, Corona exisitere nicht, darf ich das tun, obwohl ich genauso lüge.


    Es ist leider in einer Demokratie kaum möglich, sich gegen so etwas zu wehren. Eigentlich müsste der Staat nur Facebook, twitter et al bei Anzeige der "alternativen Fakten" (die nachweislich falsch sind und unabhänig überprüft sein müssen) eine fette Geldstrafe aufbrummen wegen Falschdarstellung.


    Wenn ich in einer Zeitung Grütze behaupte, kann mich die Gegenseite verklagen und zu einer Gegendarstellung nötigen. Bei Facebook/YT/Twitter aber nicht?


    Naja, sobald es einen Impfstoff gibt, wird sich die Lage beruhigen. Spätestens dann, wenn Arbeitgeber, Kitas und Schulen einen Impf-Nachweis verlangen (ansonsten bleibt man zuhause), wird sich die Lage ändern.


    Was der Staat definitiv aber angehen muss, sind die Neonazis. Wir haben da zu lasche Gesetze. Und eine wirklich zu langsam arbeitende Justiz

  • Gerade Facebook hat halt auch das Problem, dass das eine Plattform ist, die ihre besten Tage hinter sich hat. Da bleibt dann nur noch der frustrierte Rest über. Ich kann die Kommentare dort kaum noch lesen, ohne wahnsinnig zu werden.

  • Finde ich sehr problematisch, da dies die Gräben nur noch tiefer machen würde. Wer entscheidet, was die Wahrheit ist? Wer hat hier die absolute Deutungshoheit? Ich fände es gefährlich wenn eine Autorität eine Wahrheit "aufstellt" und jede Abweichung unter Strafe stellt. Hitler hielt die Bösartigkeit von Juden auch für die Wahrheit und hat jede Abweichung unter Strafe gestellt. In seinen Augen war das die einzige Wahrheit. Ich möchte nicht Merkel und co. mit Hitler vergleichen, aber die Mechanismen wären die gleichen und der Aufschrei und die Abwehr immens, die sowas hervorrufen würde.


    Nachtrag: Auch in Sachen Impfpflicht bin ich sehr in "hab Acht" Stellung. Selbst wenn es keine "Impfpflicht per se" geben würde, sondern nur das Erbringen eines Impfnachweises für die Ausübung seiner Arbeit, finde ich das sehr problematisch. Bei einer Impfung geht es um den Eigenschutz - wenn ich kein Corona haben möchte, lasse ich mich impfen, vereinfacht gesagt. Wenn ich das Risiko eingehen möchte, dann ist das meine Entscheidung. Ich habe jedenfalls Bauchschmerzen bei dem Gedanken, irgendein MIttel zwangsweise gespritzt zu bekommen, das im Turbogang aus dem Boden gestampft wurde, ohne dass man Langzeitforschung betrieben hat.

  • Leider sind viele dieser Leute sozial und finanziell besser gestellt, auffallend viele Lehrer drunter (wenn man hier im Forum ja liest, dass es an vielen Schulen unter der Hand Diskussionen und Mobben von Risikogruppen-Angehörigen gibt).

    Sind das Vermutungen von dir oder gibt es wirklich Erhebungen, die die Teilnehmer zahlenmäßig als Angehörige bestimmter Berufs- und sonstiger sozialer Gruppen identifizieren? Ich frage nur, weil ich feststelle, dass meine Bekannten oft sehr schnell eine Meinung zu diesem Punkt haben, die sich eben nicht nicht auf nachgewiesene Fakten stützt.

    "I think it would be a great idea." (Mohandas Karamchand Gandhi when asked what he thought of western civilization)

  • Ich habe hier im Forum und meine eigene Erfahrung zu Rate gezogen und das auch in meinem Nachsatz so genannt. Wenn man es dann auf den Anteil an Akademikern zur Gesamtbevölkerung gegenrechnet, stelle ich persönlich fest, dass es überproportional viele Akademiker gibt, die sich für bestimmte Spektren der Systemkritik interessieren und dies auch unter der Hand im Privaten preisgeben.


    Die wissenschaftlichen Erhebungen dazu habe ich kurz gegoogelt.


    https://projekte.uni-erfurt.de…17_daten_nach_demographie


    Edit:


    Anhand der kruden und wissenschaftlich abwegigen Verschwörungsmythen müsste man ja eigentlich meinen, dass akademisch gebildete Menchen stärker gegen Verschwörungsmythen "immun" sein müssten. Wenn man sich aber die Daten dazu anschaut (https://projekte.uni-erfurt.de…17_daten_nach_demographie), dann fällt auf, dass eben auch Menschen mit Uni-Abschluss vermutlich genauso proportional zur Bevölkerung an Verschwörungsmythologien glauben. Und da mein Freundeskreis (und vermutlich der vieler Akademiker) doch stärker akademisiert ist, fallen die paar "Querdenker" viel stärker auf. In meinem Falle waren einige Bekannte meiner Eltern früher eher leicht esotherisch und homöopatisch interessiert, aber seit Corona sind diese stark in die "Querdenker" und Verschwörungsmythen abgerutscht.


    In meinem Kollegenkreis gibt es leider auch eine doch signifikant große Gruppe an KuK, die der Meinungm sind, dass die Maßnahmen heilos übertrieben wären und im Umkehrschluss diejenigen, die aufgrund von Risiko zuhause geblieben sind, nur faule Säcke wären, die sich die Maßnahmen zueigen gemacht hätten, um zuhause einen ruhigen schieben zu können. Sätze wie "An der normalen Grippe sind bedeutend mehr Menschen gestorben als an Corona" haben ich im Kollegium und Bekanntenkreis deutlich häufiger als erwartet gehört.


    Akademiker sind aber vermutlich (bis auf wenige prominente Ausnahmen) vorsichtiger mit der lauten, öffentlichen Äußerung, da sie die eventuellen Konsequenzen davon eher einschätzen können.

  • So, ich habe mir die Studie jetzt angeschaut und kann dir die Frage beantworten:


    Ganz unten bei der Studie steht die demografische Verteilung der Befragten. In allen Bundesländern sind ca. 50% der Befragten Leute mit Abitur oder höher.


    Trotzdem sind die Antworten auf bestimmte Fragen besorgniserregend: Knapp 60% würden sich so z.B. bei Vorhandensein eines Impfstoffes nicht impfen lassen. D.h. auch hier wären Akademiker oder Abiturienten überproportional im Vergleich zur Bevölkerung vertreten.


    Aber effektiv stimme ich deiner Aussage zu, es ist nur meine persönliche Erfahrung und mein Gefühl. Ob es je dazu eine verlässliche wiss. Studie geben wird ist fraglich.

  • Finde ich sehr problematisch, da dies die Gräben nur noch tiefer machen würde. Wer entscheidet, was die Wahrheit ist? Wer hat hier die absolute Deutungshoheit? Ich fände es gefährlich wenn eine Autorität eine Wahrheit "aufstellt" und jede Abweichung unter Strafe stellt. Hitler hielt die Bösartigkeit von Juden auch für die Wahrheit und hat jede Abweichung unter Strafe gestellt. In seinen Augen war das die einzige Wahrheit. Ich möchte nicht Merkel und co. mit Hitler vergleichen, aber die Mechanismen wären die gleichen und der Aufschrei und die Abwehr immens, die sowas hervorrufen würde.


    Nachtrag: Auch in Sachen Impfpflicht bin ich sehr in "hab Acht" Stellung. Selbst wenn es keine "Impfpflicht per se" geben würde, sondern nur das Erbringen eines Impfnachweises für die Ausübung seiner Arbeit, finde ich das sehr problematisch. Bei einer Impfung geht es um den Eigenschutz - wenn ich kein Corona haben möchte, lasse ich mich impfen, vereinfacht gesagt. Wenn ich das Risiko eingehen möchte, dann ist das meine Entscheidung. Ich habe jedenfalls Bauchschmerzen bei dem Gedanken, irgendein MIttel zwangsweise gespritzt zu bekommen, das im Turbogang aus dem Boden gestampft wurde, ohne dass man Langzeitforschung betrieben hat.


    Da stimme ich dir voll zu. Ich sage ja, es ist irgendwie kaum möglich, das ohne Mißbrauchspotenzial umzusetzen. Leider ist es momentan auch für nicht-Querdenker unbefriedigend zu sehen, was die Politik macht (oder nicht macht) und welchen Raum man den Querdenkern mittlerweile einräumt. Und im Falle von Corona gefährden diese Menschen nicht nur sich selbst, sondern durch Spreading und Superspreading auch ihr gesamtes Umfeld.


    Und da kommen die Impfungen ins Spiel. Ich selber wäre auch vorsichtig mit einem Impfstoff (siehe Kontergan), jedoch wird es über lange oder kurze Zeit darauf hinauslaufen. Wir haben schon Masern/Röteln - Impf - Nachweispflicht an öffentlichen Schulen. Und darauf wird es irgendwann hinauslaufen. Mit einer Impfung schütze ich mich, aber auch alle anderen. Du musst dich nicht zwangsweise impfen lassen.


    Wer sich nicht impfen lassen will, muss halt dann mit der Kosequenz leben, dass bestimmte Bereiche ihn ausschließen.

  • Du musst dich nicht zwangsweise impfen lassen.


    Wer sich nicht impfen lassen will, muss halt dann mit der Kosequenz leben, dass bestimmte Bereiche ihn ausschließen.

    Und so hat man durch die Hintertüre doch wieder den Impfzwang, wenn es bedeutet, dass ich ohne Impfung mein Einkommen verliere, da ich meinem Beruf nicht mehr nachgehen darf.

  • Ja, den hat man aber heutzutage auch schon. Röteln und Masern sind ebenso Viren wie Rona, daher wird es hier auch irgendwann so sein.


    Ich habe leider nirgends ein "verbietet Röteln- und Masern - Impfstoff" Plakat gelesen.


    Momentan bleibt uns allen nur abzuwarten und (und jetzt kommts!) die AHA - Regeln zu befolgen. Die verringern das Infektionsrisiko beträchtlich. Und genau das machen die Querdenker nicht. Und gefährden damit eine riesige Personenzahl. Medizinisch sind wird mittlerweile so gut aufgestellt, dass genügend Intensivplätze für Corona-Infizierte vorhanden sind (das war anfangs nicht so).


    Als Mitlehrer mache ich mir auch Gedanken, wie es im Herbst weitergehen soll, aber die letzten Monate meiner Arbeit in der Schule hat mir gezeigt, dass es auch mit Abstand zu den Schülern und Maske und Plexiglasscheibe an meinem Tisch mit Händewaschen und Hygiene geht. Auch wenn nicht 100% sicher, geht es definitiv mit AHA besser als ohne. Und AHA tut keinem weh. Abstand, Waschen, Maske tragen.


    So einfach ist das.

  • Zitat

    Bei einer Impfung geht es um den Eigenschutz - wenn ich kein Corona haben möchte, lasse ich mich impfen, vereinfacht gesagt.

    Ohne mich jetzt näher mit den potenziellen Impfungen zu Covid19 zu beschäftigen, würde ich dir da widersprechen wollen.

    Bei Impfungen geht es nicht nur um den Eigenschutz. Stichwort: "Herdenimunität und Schutz von Personen, die sich nicht impfen lassen können"


    kl. gr. frosch

    Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
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    "Angst ist ein unfähiger Lehrer." Jean-Luc Picard

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    "Urteile nie über einen Moderator dieses Forums, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist." (frei nach Firelilly)

  • Also manchmal... aber nur manchmal...

    habe ich das Bedürfnis...

    nein das schreibe ich jetzt nicht.

    Aber wie "einfach" was ist, das würde derjenige dann sicher merken.

    Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
    Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
    Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
    Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

  • Toll, in einem Post mal ein paar Grundrechte abschaffen, aber "die anderen," sind alle ungebildete, kriminelle Vollpfosten.


    Verstehst du das Problem? Da latschen ein paar doofe Nazis, aber um die geht es nicht so sehr. Es geht darum, dass unter normalen Leute kein Dialog mehr möglich ist. Und ich rede von gut verdienenden Akademikern, die sich genau um das Sorgen machen, was du propagierst, Löschen von Inhalten im Netz zum Beispiel. Das unabhängige Gremium soll wer sein? Das wird von den Guten gewählt?

  • Ohne mich jetzt näher mit den potenziellen Impfungen zu Covid19 zu beschäftigen, würde ich dir da widersprechen wollen.

    Bei Impfungen geht es nicht nur um den Eigenschutz. Stichwort: "Herdenimunität und Schutz von Personen, die sich nicht impfen lassen können"


    kl. gr. frosch

    Bei hochinfektiösen Erkrankungen, bei denen es quasi reicht, dass ein Infizierter durch den Raum geht um alle in der Umgebung zu infizieren, finde ich es auch nachvollziehbar. Stichwort Verhältnismäßigkeit. Das scheint bei Corona nicht der Fall zu sein. Wir wissen noch nicht viel über Corona. Wir wissen aber auch nicht viel über die Wirkung von möglichen Coronaimpfstoffen. Ich finde man darf die Frage stellen, ob es verhältnismäßig wäre, eine de facto Impfpflicht zu verhängen, wenn wir die Folgen gar nicht wirklich einschätzen können. Ist es verhältnismäßig, eine im Schnelldurchgang entwickelte und nur hopplahopp erprobte Substanz zu verabreichen zum Schutz vor einer Erkrankung, deren tatsächliche Schwere und langfristige Dynamik man noch gar nicht richtig beurteilen kann? Ich will keinesfalls leugnen, dass es schwere Verläufe gibt und dass es Langzeitschäden geben kann. Aber reichen diese Zahlen aus, um tatsächlich der Bevölkerung die freiwliige Entscheidung über die Verarbreichung eines Impfstoffes abzunehmen? Die Entscheidung individuelle Freiheit vs. Allgemeinwohl ist immer eine schwierige und da MUSS ernsthaft abgewogen werden, auf welcher Seite die Vorteile überwiegen. Aber beim derzeitigen Wissensstand würde ich es als einen Schnellschuss empfinden, wenn das Impfen zum Zwang werden würde. Die breite Masse hat ja auch mit der Masern Impfpflicht kein Problem, weil man über diese Erkrankung und die Wirkung der Impfung wesentlich mehr weiß. Wissen vertreibt Ängste und für ein vorbehaltloses "Ja" zur Coronaimpfung fehlt es meiner Empfindung nach noch zu sehr an gesichertem Wissen. Eins steht fest, eine verpflichtende Coronaimpfung würde ein ganz gewaltiger gesellschaftlicher Zündstoff sein und die Coronademos in Berlin wären dagegen nur ein milder, kleiner Vorgeschmack.

  • Toll, in einem Post mal ein paar Grundrechte abschaffen, aber "die anderen," sind alle ungebildete, kriminelle Vollpfosten.


    Verstehst du das Problem? Da latschen ein paar doofe Nazis, aber um die geht es nicht so sehr. Es geht darum, dass unter normalen Leute kein Dialog mehr möglich ist. Und ich rede von gut verdienenden Akademikern, die sich genau um das Sorgen machen, was du propagierst, Löschen von Inhalten im Netz zum Beispiel. Das unabhängige Gremium soll wer sein? Das wird von den Guten gewählt?

    Deswegen habe ich ja unten drunter geschrieben, dass es quasi in einer Demokratie unlösbar/unmöglich ist. Gegen die Homöopaten/Impfgegner kann und wird man nie etwas tatsächlich unternehmen können, gegen die Neonazis sollte der Staat IMHO jedoch deutlich konsequenter vorgehen.

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