• Es geht beim Gendern doch nicht nur um kleine Minderheiten, da hast du was falsch verstanden.

    Wozu dann der Genderstern?


    Wenn man Frauen und Männer meint, kann man die Formen einfach ausschreiben.

    Alles andere sind extreme Minderheiten.


    Z.B. Der Fahrer oder die Fahrerin mit seinem bzw./oder ihrem Auto.


    Sprachlich nicht schön, aber zumindest nicht völlig gaga wie Sätze mit Genderstern und ohne Pronomen für die dritte Geschlechts-, Gender- was auch immer- Form.

  • @samu : MrJules hat Recht, es gibt Menschen, die sich sexuell zu Gegenständen hingezogen fühlen. Ist zugegebenermaßen eher exotisch, aber mir erschließt sich nicht, was daran "dummes Zeug" sein soll.

    Tja, Unwissenheit stört manche halt nicht bzw. hält sie nicht vom Schreiben ab. ;)


    Ist halt genauso exotisch, wie jemand, der sich in den ersten 59 Genderformen nicht wiederfindet.

  • Die Frage wäre, ob es in dem Fall nötig ist, beide Geschlechtsvarianten zu erwähnen.

    Ich finde meinen Vorschlag von vor ein paar Seiten ganz gut:

    1. In 90% der Fälle ist es nicht relevant, welche Identitätsmerkmale die Gruppe Menschen im Zentrum des Interesses aufweist. Da verwende ich das generische Maskulinum mit linguistisch geschlechtsneutraler Funktion.

    2. In den anderen 10% spezifiere ich durch Adjektive. Geht natürlich auch durch Nomen, aber diese müssen eindeutig gewählt sein (Ist ein "Fahrer" eine nicht näher geschlechtlich spezifierte Person, die fährt, oder ein Mann, der fährt?) und sollten umständliche Satzbildung (z.B. aufgrund verschiedener Genera) möglichst vermeiden.

  • Wenn man Frauen und Männer meint, kann man die Formen einfach ausschreiben.

    Alles andere sind extreme Minderheiten.

    Also ich finde die Schreibweise mit Doppelpunkt weniger aufwändig, als stets die weibliche und männliche Form zu verwenden. Außerdem berücksichtigt man damit, dass es auch Nichtbinäre gibt. ,

    Aber das ist vermutlich Geschmacksache.

    Wem das zu kompliziert ist, lässt es. Die meisten jungen Menschen schreiben ja sowieso viel weniger, weil es zu aufwändig ist.

    Schau‘n mer mal, wie es sich entwickeln wird.

    Die Weisheit des Alters kann uns nicht ersetzen, was wir an Jugendtorheiten versäumt haben. (Bertrand Russell)

  • 1. In 90% der Fälle ist es nicht relevant, welche Identitätsmerkmale die Gruppe Menschen im Zentrum des Interesses aufweist. Da verwende ich das generische Maskulinum mit linguistisch geschlechtsneutraler Funktion.

    Ich würde das anders machen, aber ich würde dir nicht dreinreden, wie du das machst. Überhaupt wird so gut wie nirgendwo jemandem reingeredet, abgesehen von dem einen legendären Studenten, den alle im Fernsehen gesehen haben, wo die Situation ja dann doch anders war. Insofern ist das alles eine Scheindebatte - hier erklären nur immer wieder Leute, die nicht gendern, warum sie das tun. Ich will das eigentlich gar nicht wissen, dann mach's halt nicht, schon okay, es gibt ja auch wirklich Wichtigeres. Aber die Leute, die gendern wollen: lasst sie halt.


    Darf ich dennoch den Begriff "linguistisch" monieren? Er gehört da nicht hin. Du verwendest das generische Maskulinum mit geschlechtsneutraler Funktion. Ob das immer so ankommt, anderes Thema, aber das klingt so, als glaubtest du, es gäbe da "linguistisch" eine fixe geschlechtsneutrale Funktion. Linguistik beschreibt, was da ist; eine Funktion ist da, wenn sie (viel) verwendet wird, sonst nicht, und jedenfalls keinesfalls einer Sprache inhärent.


    Vielleicht war das "linguistisch" ja ganz anders gemeint, nämlich einfach als Synonym zu "übliche", dann entschuldige. Es begegnet mir halt immer wieder das "linguistische" Argument gegen Gendern, und das ist immer Unsinn, genausowenig wie es linguistische Argumente dafür gibt. (Über Stilistik, da kann man streiten.)

    Bitte, erkläre es mir nicht noch einmal. Ich glaube, ich verstehe sehr gut, was du meinst, ich teile nur deine Meinung nicht (halte sie vielleicht sogar für falsch, oder verwerflich). Das liegt nicht daran, dass ich dich nicht verstehe. Es scheint etwas anderes zu sein, was mich inkompatibel zu deiner Ansicht macht. Fern ist es von mir, irgendwem Schuld zuweisen zu wollen - so oder so, es liegt nicht am Missverstehen, wirklich nicht.

  • Heute durfte ich vom Schulleiter (ja sein Geschlecht ist eindeutig) sinngemäß folgendes lesen: "Die SuS wurde getestet und nach Hause geschickt."


    Und bei DIESEM Schulleiter weiß ich nicht, ob das die Macht der Gewohnheit oder nicht vielleicht ein stiller Protest war.

    Von wegen Schuft, ein Zyniker ist ein enttäuschter Idealist!

  • Aus der aktuellen Kolumne von Margarete Stokowski:

    Zitat

    Niemand ist so besessen von »Gendersprache« wie Konservative und Rechte. Für sie ist es ein praktisches Thema, denn so kann man über Gleichberechtigung reden, ohne über Gleichberechtigung zu reden: Plötzlich geht es nicht mehr um Repräsentation verschiedener Menschen, sondern darum, das bitte keine Eliten irgendwem was vorschreiben sollen, blabla. Lustigerweise hat dann neulich der Hamburger CDU-Chef (Elite, oder?) Christoph Ploß ein Verbot geschlechtergerechter Sprache in Ministerien, Unis und Schulen gefordert. Ein Argument von Ploß war, dass »eine Syrerin oder ein Afghane« Wörter wie »Zu-Fuß-Gehenden-Zone« nicht verstehen könnten. Mann, wie peinlich kann es werden? Als ob auf der Problemliste geflüchteter Menschen in Deutschland geschlechtergerechte Sprache irgendwo auf den Plätzen 1 bis 1.000 auftauchen würde, im Gegensatz zu, sagen wir mal, Abschiebungen. Die Idee, dass das generische Maskulinum (also: nur die männliche Form) verständlicher ist, wurde inzwischen wissenschaftlich widerlegt, übrigens. 

  • Mueller Luedenscheidt

    Ich finde die Bewertung unfair. Nachdem diese Art von Sprachpolitik über Jahre vor allem von einer politischen Seite vorangetrieben wurde und man das - wie Konservative das eben häufiger tun - versucht hat, auszusitzen, bis es sich wieder erledigt hat, ist man jetzt zur Erkenntnis gekommen, dass es sich wohl nicht so einfach erledigen wird. Deshalb mischt man sich jetzt eben ein.



    Gestern habe ich mit einer alten Schulfreundin telefoniert, die seit Jahren in den Niederlanden wohnt. Bedingt durch Corona war sie natürlich seltener zu Hause. Als sie jetzt mal wieder da war, hat sie die ganze Bandbreite der Debatte mitbekommen und hält Deutschland irgendwie für verrückt. Sie findet diese Sternchen und Doppelpunkte in geschriebenen Texten mehr als seltsam und auch mit der Sprechpause fremdelt sie sehr. Sie versteht es einfach nicht. Im Niederländischen gäbe es wie im Deutschen theoretisch feminine Endungen, aber niemand benutzt sie. Alle sind einfach ein Mitarbeiter, egal ob männlich oder weiblich. Niemanden stört's ...

  • Ja, das ist relativ typisch. Auf der einen Seite führst du viele Details auf, die du wissenschaftliche einbettest, auf der anderen Seite werden Dinge oberflächlich in Richtung „alles Quatsch“ weggewischt.

    Hast du überhaupt mal Queer Theory gelesen? Ich glaube wohl kaum. Da werden halt steile Thesen rausgehauen: Heteronormativität und die binäre Geschlechtsvorstellung wären eine Erfindung des Westens. In irgendeiner indianischen Sprache gibt es sieben Pronomen, die auf die Position des Sprechers verweisen und daraus zwirbeln sie, dass es bei ihnen angeblich sieben Geschlechter gab.

    Man kann gerne Dinge in Frage stellen und hinterfragen. Die sind aber so hart auf diesem postmodernen Konstruktivismus/Poststrukturalismus, dass man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. ^^


    Hör's dir einfach mal an: Helen Pluckrose on Queer Theory (ca. 19:00 - 28:00)

  • viele Menschen kommen nicht damit klar, dass sie von Primaten abstammen

    Wir sind sogar welche. Noch interessanter finde ich, dass wir 80% unseres Erbgutes mit der Banane teilen.


    Rein biologisch gesehen sind die unterschiedlichen Geschlechter einfach dazu da, um sich fortpflanzen zu können.

    Sind dazu da? Hat sich das also jemand ausgedacht, so geplant? Diese teleologische Sichtweise ist eine grobe Fehldarstellung biologischer Erkenntnisse. Es deutet nichts darauf hin, dass die Entwicklung, die das Leben durchgemacht hat, zu irgendweinem Zweck durchgeführt wurden.


    Vielmehr ist es so, dass es die Entwicklungen bestimmte Wirkung haben.


    Dabei ist zweigeschlechtliche Vermehrung nur ein Konzept, das sich ergeben hat. Der Schleimpilz Physarum polycephalum hat 13 Geschlechter, sagt die Biologie.

    Es gibt sonst keinen weitergehenden Sinn darin, dass jemand ein Mann oder eine Frau ist.

    Auf welchem Planeten lebst du?

  • Sind dazu da? Hat sich das also jemand ausgedacht, so geplant? Diese teleologische Sichtweise is eine grobe Fehldarstellung biologischer Erkenntnisse.

    Die Fortpflanzung bzw. Reproduktion ist die evolutionäre Grundvoraussetzung für jede Spezies, sonst stirbt sie nämlich aus. Das hat nichts Theologisches. Es geht nur um den Zweck, wobei sich laut Evolutionstheorie aus Variation und Selektion das Nützlichsten langfristig durchsetzt. Und Fortpflanzung bzw. Reproduktion ist das "Aller-Nützlichste".

    Dabei ist zweigeschlechtliche Vermehrung nur ein Konzept, dass sich ergeben hat.

    Genau, und das für die Spezies Homo Sapiens zutrifft.

    Bist du ein Schleimpilz? :D


    Nö, interessiert mich nicht.

    Dass du eine sehr selektive Wahrnehmung hast und gerne Fakten ignorierst, hatte sich eigentlich schon hinreichend dargestellt, aber danke für die erneute Bestätigung.


    Auf welchem Planeten lebst du?

    Welchen Sinn hat es sonst, dass es Männer und Frauen gibt? Wer argumentiert hier theologisch? Oder interessiert es dich auf deinem Planten einfach mal wieder nicht?

  • Die Fortpflanzung bzw. Reproduktion ist die evolutionäre Grundvoraussetzung für jede Spezies, sonst stirbt sie nämlich aus.

    Ach.

    Das hat nichts Theologisches.

    Ach.



    Es geht nur um den Zweck, wobei sich laut Evolutionstheorie aus Variation und Selektion das Nützlichsten langfristig durchsetzt.

    Es ist eben kein Zweck, zu dem die Geschlechter entworfen worden. Es hat sich so entwickelt, mit der Wirkung, dass Fortpflanzung möglich ist.

  • Dass du eine sehr selektive Wahrnehmung hast und gerne Fakten ignorierst, hatte sich eigentlich schon hinreichend dargestellt, aber danke für die erneute Bestätigung.

    Ja, während du dich immer für alles interessierst. Brav. Und wenn dir jemand etwas zu lesen empfielt, das er selbst für Qutasch hält, dann liest du das. Gerne. Mach das.


    By the way: welche Fakten ignoriere ich?

  • In der Mathematik würde man es wahrscheinlich Axiome nennen.

    Ja, diesmal wird die Mathematik uminterpretiert. Axiome kannst du beliebig festlegen und daraus Schlüsse ziehen, die dann in diesem System Gültigkeit haben, sonst eher nicht. Wie willst du damit gesellschaftliche Phänomene erklären?

  • Nein, nicht die Theologie is teleologisch. Aber es gibt einige teleologische Erklärungsansätze für die Schöpfung z. B. Das kann man sich von den Zeugen Jehovas anhören. Es gibt einen teleologischen Gottesbeweis - lässt sich natürlich nicht halten. Sowie einige teleologische Argumentationen sich nicht halten lassen. Beispiel siehe oben.

    Auch in der Evolution gibt es keinen, der plant.

    Die Weisheit des Alters kann uns nicht ersetzen, was wir an Jugendtorheiten versäumt haben. (Bertrand Russell)

  • Es ist eben kein Zweck, zu dem die Geschlechter entworfen worden. Es hat sich so entwickelt, mit der Wirkung, dass Fortpflanzung möglich ist.

    Es hat sich so entwickelt zum Zwecke der Erhaltung der Art. Da dies, wie gesagt, die Grundvoraussetzung dafür ist. Eine Art, die sich nicht fortpflanzen bzw. reproduzieren kann, ist logischerweise nach einer Generation weg.


    Fortpflanzung/Reproduktion ist kein Begleiteffekt / keine Begleitentwicklung der Evolution. Es ist die evolutionäre Grundvoraussetzung für jede Lebensform! Auf dieser Basis kann erst weitere Variation und dann Selektion stattfinden.


    Und niemand hat irgendetwas "entworfen".


    Ist doch wirklich nicht so schwer....

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