Ein halbes Jahr geplante Arbeitslosigkeit nach Master?

  • Ich bin ehrlich gesagt überrascht mit welcher Selbstverständlichkeit das hier als "ist eben so, macht doch nichts" abgestempelt wird. Klar, kann hier niemand was dran ändern, aber das es okay ist, dass man so allein gelassen wird, find ich nicht. Das Ref beginnt ja sogar im September, nur kann ich es dort nicht starten weil die Nachreichefrist für das Zeugnis vor dem Termin ist, wo ich das Zeugnis kriege. Die, die die Zeit zum "Kraft tanken" oder so brauchen/wollen könnten doch auch gerne den Februar als Starttermin nehmen. Aber andere (Ich) müssen Rechnungen bezahlen und würden gerne übergangslos starten.

    Ich finde das wirklich mies geplant von den Kollegen aus dem Schulamt.

    Dann hast Du das, was man Dir sagen wollte, nicht ganz verstanden. Es ist nicht die Aufgabe der Landesregierung Sachsens, einem Absolventen Thüringens (oder Hamburgs, oder NRWs oder Bayerns) einen reibungslosen Übergang vom Studium ins Referendariat zu ermöglichen. Das "ich werde alleine gelassen" kommt nur durch den von Dir erhobenen Anspruch zustande.
    Hier hilft im Wesentlichen die Erkenntnis, dass man Wege finden muss, mit Dingen umzugehen, die man nicht ändern kann. Verschwende Deine Energie also nicht mit weiteren Lamentos oder Rechtfertigungen Deinerseits, sondern sieh zu, wie Du die Zeit finanziell und arbeitstechnisch überbrückt bekommst. Die Lücke ist meinetwegen "Scheiße", aber sie ist nun einmal da.

  • Ja, der TS will das BL wechseln. Aber das habe ich damals nicht und musste dennoch Monate warten

    Ich habe auch nicht das BL gewechselt, wusste aber ja schon seit Beginn meines Studiums, dass ich einige Monate "Wartezeit" haben würde, bevor ich ins Ref starte (eben weil - wie ich bereits erläuterte - die "Starttermine" für das Ref an den nds. BBSn der 01.11. und der 01.05. sind). Wenn man das weiß, kann man sich doch darauf einstellen. Ich verstehe wirklich nicht, warum man darum solch einen "Aufriss" machen muss von wegen man fühle sich "verarscht" usw.

  • Spätestens wenn ihr mal Stundenplaner oder so seid, dann seid ihr froh, dass es nur gewisse Einstellungsdaten gibt. ;)



    In anderen Studiengängen gibt es auch keien Jobgarantie direkt im Anschluss.



    Ist es wirklich so, dass es nur bestimmte Abschlusszeiten gibt? In NRW ist das Ende absolut flexibel, daher kenne ich die Problematik nicht, bzw. die ist wenn dann hausgemacht.

  • Ist es wirklich so, dass es nur bestimmte Abschlusszeiten gibt? In NRW ist das Ende absolut flexibel, daher kenne ich die Problematik nicht, bzw. die ist wenn dann hausgemacht.

    Ja, gibt es. In Thüringen gibt es an der Uni Erfurt Zeiten, zu denen geprüft wird, ob ein Abschluss erreicht wurde. Die Prüfung muss man auch rechtzeitig beantragen, sonst gibts kein Zeugnis, obwohl man eigentlich schon fertig ist. Die Zeugniszeiten sind immer im September und März. An der Uni Jena gibt es den Quatsch nicht. Da kann man, sobald alles beisammen ist, das Zeugnis beantragen und hat das dann innerhalb von wenigen Wochen.


    In Hessen gibt es noch das Staatsexamen, d.h. zentrale (aber nicht thematisch gleiche) Examensprüfungen und auch eine zentrale Zeugnisübergabe mit Feier (normalerweise; Zeugnisse können auch später abgeholt werden).

  • Ist es wirklich so, dass es nur bestimmte Abschlusszeiten gibt? In NRW ist das Ende absolut flexibel, daher kenne ich die Problematik nicht, bzw. die ist wenn dann hausgemacht.

    Das weiß ich - ehrlich gesagt - gar nicht. Als ich studiert habe (das ist aber ja nun schon über 20 Jahre her!) gab es noch feste Abschlusszeiten. Aber zu der Zeit gab es ja noch keine Bachelor- und Master-Studiengänge.


    EDIT: Hat sich mit der obigen Antwort von Schmidt überschnitten! Jetzt bin ich schlauer ;-) !

  • ich hatte am Ende meine Staatsexamensarbeit (Prüfungen vorher) und ich war absolut flexibel bei der Abgabe (die Arbeit musste 6 Monate nach Anmeldung beim RP sein und weil die Post streikte, lieh ich mir ein Auto und habe es persönlich abgegeben).


    Ich habe später von einer anderen Person gehört, dass sie ein Tag zu spät abgegeben hat, durchgefallen ist, noch eine neue Staatsexamenarbeit schreiben musste und ein Jahr später Referendariat angefangen hat. In Baden-Württemberg gibt es nur einen Termin jährlich (früher nach den Sommerferien, jetzt zum 2. Halbjahr, damit man vor den Sommerferien fertig wird, früher 2 Jahre, jetzt 1,5 Jahre). Ein Bundeslandwechsel direkt nach dem Referendariat ist daher kaum möglich (bei mir war nur NRW großzügig und eine freie Schule in München, alle anderen haben das Zeugnis viel früher verlangt, teilweise schon am 1. März).


    Übrigens musste man in vielen Bundesländern auch auf das Referendariat warten, weil es mehr Bewerber als Stellen gab. Es war absolut nicht selbstverständlich auch bei rechtzeitigem Erhalt des Zeugnisses direkt ins Referendariat zu gehen.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Übrigens musste man in vielen Bundesländern auch auf das Referendariat warten, weil es mehr Bewerber als Stellen gab. Es war absolut nicht selbstverständlich auch bei rechtzeitigem Erhalt des Zeugnisses direkt ins Referendariat zu gehen.

    Gruß von einer Freundin aus Hessen, die nach NRW kam um das Referendariat dort zu beenden, bevor sie in Hessen überhaupt hätte anfangen dürfen.


    Gruß von einer weiteren Bekannten aus RLP, die dort sogar mit Mathe+Physik einen Einstellungstermin abwarten musste.

  • Gruß von einer Freundin aus Hessen, die nach NRW kam um das Referendariat dort zu beenden, bevor sie in Hessen überhaupt hätte anfangen dürfen.


    Gruß von einer weiteren Bekannten aus RLP, die dort sogar mit Mathe+Physik einen Einstellungstermin abwarten musste.

    Wir hatten am Seminar in Baden-Württemberg auch einige aus dem Grund aus anderen Bundesländern, deshalb weiß ich es.


    Baden-Württemberg hat damals allen Bewerbern ein Referendariat angeboten, böse Stimmen haben behauptet, weil immer 2 Referendare einen Lehrer ersetzten.

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  • Übrigens musste man in vielen Bundesländern auch auf das Referendariat warten, weil es mehr Bewerber als Stellen gab. Es war absolut nicht selbstverständlich auch bei rechtzeitigem Erhalt des Zeugnisses direkt ins Referendariat zu gehen.

    Ein Freund hat vor PI x Daumen 10 Jahren fertig studiert und musste 3 Jahre auf einen Ref Platz für die Grundschule warten. Das kann man sich heute kaum noch vorstellen.

  • Ich habe jetzt im Februar gestartet in Thüringen mit dem Ref. In der Einführungswoche (ab 1.2.) waren sogar zwei dabei die ihr Zeugnis von der Uni noch nicht hatten und daher erst offiziell erst ab 16.02. ihr Ref starteten.

    Die anderen hatten in der Überbrückungszeit bereits als Vertretungslehrer gearbeitet - meist auch an den Schulen in denen sie jetzt auch ihr Ref angefangen haben. Aufgrund des großen Mangels ist das Ministerium in Thüringen und die dortigen Seminare sehr flexibel. (Ich rede hier von den Regelschulen.)

  • Ja klar ist das Ansichtssache, für mich fühlt es sich aber so an, wenn ich nach 5 Jahren Studium gar keine Chance habe, als erstmal ein halbes Jahr mein Leben auf "hold" stellen zu müssen. An irgendeinem Punkt will man auch mal fertig werden und nicht in eine Zwangspause geschickt werden.

    Das klingt so, als wenn zum Leben für dich nur Ausbildung und Arbeit zählen würden. Das fände ich zum einen etwas schade für dich und zum anderen auch für deine späteren Schüler. Du bist ja, anders als als Dozent an der Uni zum Beispiel oder sonst in der Erwachsenenbildung, nicht nur Wissensvermittler, sondern begleitest die Kinder/Jugendlichen auch auf ihrem Weg und erziehst und prägst sie auch, ob gewollt oder ungewollt.


    Aber wahrscheinlich wirst du das auch etwas entspannter sehen, wenn du zwei Nächte drüber geschlafen hast.

  • Die Pausen muss man sich aber auch leisten können. Hier schrieb vor ein paar Wochen jemand, dass er sich mit sämtlichen Nebenjobs, die gleichzeitig möglich sind, irgendwie durch das Studium schleppte. Gut, die Person wohnte auch nicht mehr zuhause und hatte somit zusätzlich noch Mietzahlungen zu tätigen, aber dennoch, nicht jeder kann es sich leisten, ein halben Jahr "Auszeit" zu machen.

  • Die Pausen muss man sich aber auch leisten können. Hier schrieb vor ein paar Wochen jemand, dass er sich mit sämtlichen Nebenjobs, die gleichzeitig möglich sind, irgendwie durch das Studium schleppte. Gut, die Person wohnte auch nicht mehr zuhause und hatte somit zusätzlich noch Mietzahlungen zu tätigen, aber dennoch, nicht jeder kann es sich leisten, ein halben Jahr "Auszeit" zu machen.

    Eigentlich wüsste ich keinen Grund, warum das nicht gehen sollte, jedenfalls in Deutschland. Dass man als Student nicht mehr zuhause wohnt, sehe ich eigentlich als Normalfall an. Sobald das Studium beendet ist, ist aber zum einen Zeit zum Geldverdienen da und wenn sich da nichts ergibt, zum Beispiel jetzt wegen Corona, hat man nach dem Ende des Studiums auch Anspruch auf ALGII (anders als während des Studiums). Damit sind die Kosten für ein WG-Zimmer oder die kleine Wohnung aus der Studentenzeit abgedeckt und ebenso die Kosten für die dringendsten Bedarfe.


    Ein halbes Jahr Weltreise, das kann sich natürlich nicht jeder leisten ... und auch kein Neuwagen-Leasing und auch keine 3-Zimmer-Wohnung als Single, aber ist das ein Problem?

  • Hier schrieb vor ein paar Wochen jemand, dass er sich mit sämtlichen Nebenjobs, die gleichzeitig möglich sind, irgendwie durch das Studium schleppte. Gut, die Person wohnte auch nicht mehr zuhause und hatte somit zusätzlich noch Mietzahlungen zu tätigen, aber dennoch, nicht jeder kann es sich leisten, ein halben Jahr "Auszeit" zu machen.

    Ich habe auch nicht zu Hause gewohnt und hatte immer bis zu drei Jobs parallel.
    Das hat mich aber eher geformt als überfordert. Ich hätte nicht auf Kosten meiner Eltern leben wollen bis in die 20er rein.


    Ein halbes Jahr warten auf nen Job direkt als Auszeit zu bezeichnen ist falsch. Es gibt genug Jobmöglichkeiten, erst recht für ein abgeschlossenes Lehramtsstudium. Nachhilfeinstitute, Vertretungslehrer oder auch sonst alles mögliche.

    Man muss ja nicht direkt auf der faulen Haut rumliegen, das oder die Weltreise, ja die muss man sich leisten können.

  • Ich kenne mehrere Studierende, die jetzt wieder bei den Eltern sind, da das Studium derzeit online abläuft. Alle sagen bisher, dass sie das Studizimmer bzw. die Wohnung noch nicht aufgegeben haben, da es sehr schwierig ist, in den Uni-Städten überhaupt etwas zu finden, und sie befürchten, dass die Studis bei Wiederaufnahme des Präsenzbetriebes ohne Wohnung wären. So ungewöhnlich ist das also nicht.


    Die Zeit kann man ansonsten überbrücken, irgendwann wieder reisen, wenn man Freunde besucht oder günstige Möglichkeiten nutzt, es kann auch eine Option sein, an der Uni zu bleiben und ein weiteres Fach zu vertiefen. Das ist nicht unbedingt vom guten Polster der Eltern abhängig, sondern auch von den eigenen Ansprüchen.

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