Euer schlimmstes Unterrichtserlebnis?

  • Zu dem Thema hab ich auch was...

    Englischstunde, nebenan wird Klausur geschrieben. Sirenen gehen los. Ich ganz ruhig: das ist der angekündigte Probealarm der Sirenen.

    Ich habe nur mal einen Anschiß bekommen, weil ich schon vor dem Alarm (kein Probealarm) meine Klasse draußen hatte. Ein Schüler war bei uns mit Pfefferspray oder CS-Gas durch beide Treppenhäuser getobt und meine Schüler haben das große Husten bekommen. Hab meinen Schülern dann gesagt: "Sachen mitnehmen, noch einmal im Klassenraum tief einatmen bevor sie auf den Flur treten und dann möglichst ohne im Treppenhaus einzuatmen raus..."


    Ich war ca. 30 Sekunden vor Beginn des Alarms draußen. Gab einen Anschiß von der SL, wie ich denn auf eigene Kappe ohne Alarm evakuieren könne. Aber ok, in dem späteren Durcheinander, weil gleich alle Berufs- und freiwilligen Feuerwehren des kompletten Landkreises angerückt sind, ging das dann auch alles unter. Ich habe allein acht Leiterwagen gezählt.


    Von der Feuerwehr hieß es nur: "Unsere Alarmierung lautete: (Gift-) Gasalarm, alle Fluchtwege blockiert, 1.600 Personen eingeschlossen."

  • der zumindestens in NRW hin und wieder mal gemacht wird. Da muss man das Gebäude tatsächlich nicht verlassen und den Test hört die ganze Stadt.

    In Paderborn, dort habe ich studiert, sind sie wenigstens so klug und machen den Sirenentest regelmäßig immer samstags um 12.15 Uhr. Wenn es da zu der entsprechenden Uhrzeit laut wird, weiß jeder bescheid, daß es nur ein Test ist.

  • Achsoooo, alles klar- das würde auch erklären, warum die SL schreiend rumgerannt ist. Sie hat vermutlich selbst gedacht, es sei Alarm...?

  • Ich musste eine Weile überlegen. Mein schlimmstes Erlebnis waren keine ausrastenden SuS, die Stunden gehen ja irgendwann vorbei oder der Notarzt kommt. Das Übelste war eine bossende Schulleitung samt Hexe im Personalrat. Von den Erlebnissen hatte ich lange etwas.

  • Genau deswegen haben wir jedes Jahr Probealarm bei dem das ganze Schulhaus evakuiert wird. Abwechselnd weiss das Kollegium Bescheid bzw eben nicht. Bzw beim unangekündigten Alarm weiss immer die Chemie Bescheid, es braucht ja einen gefakten Anlass. Dass am gleichen Tag wie der Probealarm noch ein echter Alarm abgeht war jetzt einfach saudoof. An anderen Tagen springt die Routine schon recht zuverlässig an. Etwa 1 x pro Schuljahr schafft es die Chemie schon, einen Alarm auszulösen. Deswegen haben wir einen Mechanismus um den Rauchmelder abzustellen, seither ist es besser geworden. Der Hitzesensor lässt sich aber nicht deaktivieren und hin und wieder zielt jemand beim Feuerspucken z. B. schlecht. Dann hat man aber 2 min Zeit den Alarm zu quittieren, was normalerweise auch funktioniert. Der Rest wartet so lange im Schulzimmer auf die Durchsage der Chefin.


    @Berufsschule93 Nein, natürlich nicht. Einen Anschiss hat bisher nur mal ein älterer Kollege kassiert, dem relativ fahrlässig ein halber Liter Ether auf dem Korpus abgefackelt ist. Dafür ist auch die Feuerwehr ausgerückt (Brand hatten wir aber selber schon gelöscht) und das kostet halt jedes Mal den Tausender. Da die ja nicht wissen können, was passiert ist, rückt ein ganzer Löschzug aus und der Brandmeister stürmt in Vollmontur das Gebäude. Grosses Kino.

    • Offizieller Beitrag

    Mein schlimmstes Erlebnis .... hm, für mich war es eigentlich nicht schlimm. Ich wusste ja, was los war. ;)


    Vor Jahren wurde an meiner alten Schule, wo ich Konrektor war, die Sprechanlage neu gemacht. Eines Tages ging ich nachmittags durch die Schule, als ich zwei Techniker an der Anlage sah. "Wir machen nur ein paar Tests, ob alles geht", sagten sie zu mir. Ich nickte ihnen zu, ging wieder ins Büro und vertiefte mich wieder in meine Arbeit. (Was auch immer gerade anlag.)

    Irgendwann knackste es ein wenig in der Leitung.

    Ein paar Minuten später ging der Amok-Alarm los. Ich dachte mir noch "Okay, läuft", als schon das Telefon im Büro klingelte.

    Es war eine Mutter. Sie saß mit einer Kollegin in deren Klasse und wollte mich auf Bitten der Kollegin fragen, ob alles okay sei.

    Noch während des Gesprächs klopfte es an der Tür. Die Referendarin stand vor der Tür. Ihre Mentorin (eine andere Kollegin) säße mit einer Mutter im Klassenraum und hätte sie geschickt, damit sie nachschaut, ob alles okay wäre.


    Praktischerweise hatten die Techniker beim Testen den Amokalarm ausgelöst, als gerade Elternsprechtag war.


    Ich habe mir denn die Sprechanlage geschnappt und eine Nachricht rausgeschickt: "Liebe Kolleginnen - es ist alles okay. Das war nur ein Test der Sprechanlage. Und liebe Techniker: könnten Sie vor dem nächsten Alarm bitte erst Bescheid geben? Danke."


    Okay - ich hätte auch dran denken können. Aber ich hatte nicht damit gerechnet, dass die den Amokalarm drücken. Hätte ich vielleicht sollen.


    kl. gr. frosch


    P.S.: ein Tagesordnungspunkt bei der nächsten Konferenz war dann übrigens "Richtiges Verhalten im Amok-Fall". Denn die Kolleginnen haben irgendwie alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte. Nur eine Kollegin nicht. Sie erzählte mir hinterher, wie sie beim ertönen des Alarms vorsichtig und ohne Panik zu erzeugen mit der Mutter vom Fenster und der Tür wegerutscht ist, um sicherer zu sein.


    Nachtrag: seitdem weiß ich übrigens auch, dass der Amokalarm nicht automatisch die Polizei verständigt.

  • Oh, ich kenne eine Schule mit Kindergarten, die Amokalarm hatten. Die Kinder saßen stundenlang unter den Tischen und haben eingepullert als das SEK durch die Türen kam:(


    Aber gut, dass du es ansprichst, kleiner gruener frosch, das Thema sollte man auf dem Schirm haben.

  • Oh, Alarm sollte man schon regelmässig üben. Ich weiss gar nicht wie häufig ich an der Uni in echt evakuieren musste. Ich finde es immer wieder erschreckend zu sehen, wie wenige Menschen sich in so einer Situation korrekt verhalten. Wir hatten zu Hause auch schon einen echten Feueralarm, maximal ein Viertel von über 60 Mietparteien stand am Ende auf der Wiese vor dem Haus.

  • Ich glaube, yestoerty meinte nicht den Probealarm in der Schule, sondern den Sirenentest, der zumindestens in NRW hin und wieder mal gemacht wird. Da muss man das Gebäude tatsächlich nicht verlassen und den Test hört die ganze Stadt. Dieser Test wird auch vorher groß angekündigt. In Zeitungen, im Radio, einmal hatten wir sogar ein Infoblatt im Briefkasten.

    Genau den Sirenentest meinte ich. Sonst wäre ich ja nicht im Raum geblieben sondern brav rausgegangen.

    Probealarm wird nur an Tagen ohne Klausuren gemacht.

    Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.

  • Oh, ich kenne eine Schule mit Kindergarten, die Amokalarm hatten. Die Kinder saßen stundenlang unter den Tischen und haben eingepullert als das SEK durch die Türen kam:(


    Aber gut, dass du es ansprichst, kleiner gruener frosch, das Thema sollte man auf dem Schirm haben.

    Das hatte ich auch schon. 2 stunden mit meiner Klasse in einem Raum und das SEK hat die Türen aufgebrochen und uns rausgeholt. Das muss ich nicht mehr haben.


    Seitdem weiß ich übrigens, dass unserer Amokanlage direkt die Polizei verständigt, kleiner gruener frosch

  • Tja. Sprechenden Menschen kann geholfen werden.

    Das habe ich heute auch Mittag auch schon gesagt, als mir ein Kollege erzählte, dass ihm eine Schülerin aus meiner Klasse heute - eine Woche vor der Entlassung! - offenbart habe, dass sie an Dyskalkulie leide! Davon wusste ich überhaupt nichts (das hat sich in den Lernfeldern, die ich in meine Klasse unterrichte, auch nie gezeigt, weil es dort nicht um mathematische Inhalte geht); weder diese Schülerin noch ihre Eltern haben mir im Laufe des Schuljahes davon etwas gesagt, geschweige denn eine Bescheinigung darüber vorgelegt...

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Das habe ich heute auch Mittag auch schon gesagt, als mir ein Kollege erzählte, dass ihm eine Schülerin aus meiner Klasse heute - eine Woche vor der Entlassung! - offenbart habe, dass sie an Dyskalkulie leide! Davon wusste ich überhaupt nichts (das hat sich in den Lernfeldern, die ich in meine Klasse unterrichte, auch nie gezeigt, weil es dort nicht um mathematische Inhalte geht); weder diese Schülerin noch ihre Eltern haben mir im Laufe des Schuljahes davon etwas gesagt, geschweige denn eine Bescheinigung darüber vorgelegt...

    ist sie denn noch minderjährig? Ansonsten hat das (jedenfalls in NRW) keinerlei Auswirkungen.

  • Ja, sie ist noch minderjährig. Ich weiß allerdings nicht, ob in NDS auch zwischen Minder- und Volljährigen bzgl. eines möglichen Nachteilsausgleichs unterschieden wird (ich meine allerdings, dass ich nicht der Fall; muss ich mich in den nächsten Tagen nochmal erkundigen). Ziemlich sicher bin ich mir aber, dass über einen Nachteilsausgleich die Klassenkonferenz schon zum Schuljahresbeginn hätte entscheiden müssen (nachdem die Erziehungsberechtigten uns darüber informiert hätten).

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Palim: Nein, danke. Ich erkundige mich heute mal bei dem zuständigen Kollegen, ob wir für SuS mit Dyskalkulie statt des Nachteilsausgleichs irgendwelche anderen Möglichkeiten zur Unterstützung haben. Für die betreffende Schülerin ist es eh zu spät, denn wir hatten gestern Zeugniskonferenzen. "Interessant" für uns ist es aber insofern, als sie den Bildungsgang wahrscheinlich im kommenden Schuljahr wiederholen wird.

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