Angst vor Klassenfahrt

  • Irgendwas muss ich verpasst haben!

    Dann eben "nach den Corona-bedingten Schulschließungen". M. E. sollte man momentan noch mit Klassenfahrten warten, aber nachdem auch Kinder geimpft sind, werden hoffentlich wieder welche stattfinden!

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Womit wie wieder bei "DER freien Wirtschaft" wären". Meine Frau war letztens auf Dienstreise in Mexiko. Mit Zwischenstopp in Atlanta 18 Stunden unterwegs von zu hause bis ins Hotel gewesen. Um drei Ihr nachts dort angekommen, Arbeitsbeginn dann um 08:30 Uhr. Nach Feierabend (in Mexiko gilt die 50h/Woche und man geht natürlich nicht als erster) noch mit der Chefetage essen gegangen, was bis nach Mitternacht ging und man zu reichlich Tequila-Konsum genötigt wurde. Die Rückfahrt fand dann nicht im Taxi statt (Zitat: "fahren hier nachts nicht...ist zu gefährlich"), sondern durch einen völlig betrunkenen Kollegen statt, der aus Angst vor Überfällen jede rote Ampel überfahren hat. Arbeitsbeginn am nächsten Tag natürlich wieder zeitig morgens. In der nächsten Nacht durch eine große Schießerei vor dem Hotel geweckt worden. Morgens beim Aufstehen dann eine Schlange im Badezimmer. Auf dem Werksgelände der Firma im Laufe der Woche noch einen tödlichen Arbeitsunfall live miterlebt. Diverse andere unschöne Erlebnisse und Rückflug an einem Sonntag. Zu hause war sie dann Sonntags kurz vor Mitternacht und wurde am nächsten morgen um 09:00 Uhr im Büro erwartet. Die sieben Stunden Zeitverschiebung taten ihr übriges.


    Das ist sicherlich komplett anders als Klassenfahrt und auch nicht zu vergleichen, aber dieses ewige "aber in der freien Wirtschaft...." ist einfach nur daneben.

    Wow, alles auf einmal? Die Arme, das hätte ich mich gar nicht getraut^^

  • Das haben wir auch vor 😬


    So langsam bekomme ich auch Angst...

    Mit den Fünfern oder Sechsern? Bei älteren SuS hätte ich weniger Sorgen, da ist ja zumindest ein Teil geimpft. Ich glaube auch, dass es im Frühjahr weniger bedenklich ist als im Herbst/ Winter.


    Bei den derzeitigen Inzidenzen unter Kindern und Jugendlichen ist es wirklich ein Glücksspiel. Wenn man 100 und mehr SuS mitnimmt, ist die Chance auf einen „Treffer“ schon rein rechnerisch ziemlich hoch. Man könnte die Sicherheit mit einem PCR Test am Tag vor der Abfahrt erhöhen, aber selbst dann bleibt es riskant.

  • 6. Klasse... Aber wir testen genau wie sonst 3x die Woche, einmal direkt vor der Abfahrt.

    Das haben die betreffenden Klassen auch getan. Die Tests vor Abfahrt und Mitte der Woche waren alle negativ, heute früh waren dann 4 positiv. Wahrscheinlich haben sich die Kinder unmittelbar vor Abfahrt infiziert, mit Inkubationszeit von 4-5 Tagen kommt das genau hin.

  • Dann eben "nach den Corona-bedingten Schulschließungen". M. E. sollte man momentan noch mit Klassenfahrten warten, aber nachdem auch Kinder geimpft sind, werden hoffentlich wieder welche stattfinden!

    Bei uns haben wieder welche stattgefunden (auch ganze Jahrgänge). Und die SuS und KuK fanden dieses Stückchen Normalität nach der Hochphase von Corona mit all den Einschränkungen sehr schön. Man darf auch nicht vergessen, dass die 5er/ 6er ggf. in der Grundschule keine einzige Fahrt hatten, unsere Q2 hatten in der Oberstufe keinen Wandertag o.ä., die Grundschüler hatten ggf. seit ihrer Einschulung keine Klassenfahrten/ Wandertage etc.

  • ...aber dafür erlebt man auch schöne Sachen mit den SuS.

    Das Arbeit auch erfüllend sein / Spaß machen / etc. kann ist kein Grund für schlechte Arbeitsbedingungen.

    Planung ersetzt Zufall durch Irrtum. :_o_P


    8_o_)Politische Korrektheit ist das scheindemokratische Deckmäntelchen um Selbstzensur und vorauseilenden Gehorsam. :whistling:

  • . Man darf auch nicht vergessen, dass die 5er/ 6er ggf. in der Grundschule keine einzige Fahrt hatten, unsere Q2 hatten in der Oberstufe keinen Wandertag o.ä., die Grundschüler hatten ggf. seit ihrer Einschulung keine Klassenfahrten/ Wandertage etc.

    Und wo ist das Problem? Woher kommt die irrige Annahme, dass 7-Jährige mit ihrer Lehrerin in Urlaub müssten?

  • Und wo ist das Problem? Woher kommt die irrige Annahme, dass 7-Jährige mit ihrer Lehrerin in Urlaub müssten?

    Klassenfahrten können viel dazu beitragen, dass Kinder selbstständiger werden. Gerade für Kinder aus schwierigen Lebensverhältnissen sind Klassenfahrten wichtig. Gibt natürlich auch noch zahlreiche andere Argumenten. Natürlich müssen Klassenfahrten nicht sein. Es gibt viele Dinge, die nicht sein müssen. Trotzdem ist es sinnvoll, wenn es stattfindet.

  • Ich sehe durchaus den Sinn von Klassenfahrten. Aber es ist auch eine Frage der Prioritäten, der Kernaufgaben. Was müssen Kinder an der Schule lernen ... was sollten sie an der Schule lernen ... und was können/sollten/müssen sie außerhalb der Schule (besser) lernen?

    Was muss Schule leisten? Was sollte Schule leisten? Was könnte Schule noch alles leisten?

    Ist man bereit, die Schulen dafür finanziell und personell entsprechend auszustatten?

    Oder fordert man nur immer, appelliert an den Pädagogen, doch den Kinder das zu ermöglichen, weil ja sonst ...?

  • Gerade für Kinder aus schwierigen Lebensverhältnissen sind Klassenfahrten wichtig.

    Wer sagt das?


    Edit: Frage durchaus ernst gemeint, das sind doch Phrasen ohne Substanz. Ich komme aus "schwierigen Verhältnissen" und hätte eine Klassenfahrt in der Grundschule schrecklich gefunden.


    Und selbst wenn irgend eine Studie deine Behauptung stützen würde: Schule muss nicht automatisch alles aufholen, was an anderer Stelle versäumt wurde.

  • Wer sagt das?

    Da eben diese Kinder nicht die Gelegenheit haben, mal etwas anderes zu sehen, ein gewisses Kulturprogramm kennen zu lernen etc.


    An meiner Schule fahren jedenfalls alle KuK gerne auf Klassenfahrten.

    Mit schlechten Arbeitsbedingungen hat das nichts zu tun.

  • Schule muss nicht automatisch alles aufholen, was an anderer Stelle versäumt wurde.

    Das sagt die Förderschullehrerin?

    „Man darf jetzt nicht alles so schlechtreden, wie es wirklich war.“ – Yvonne Gebauer Fredi Bobic

  • Und selbst wenn irgend eine Studie deine Behauptung stützen würde: Schule muss nicht automatisch alles aufholen, was an anderer Stelle versäumt wurde.

    Die Frage ist, was Schule unter Bildung und Erziehung versteht. Vieles kann gut bei Schulfahrten vermittelt werden. Z.B. im sozialen Miteinander oder ganz einfache Tischregeln.

    Schule kann nicht alles aufholen. Sie sollten aber versuchen möglichst viel zu erreichen.

  • In der Grundschule fahren wir in der Regel nicht so weit weg, sondern bleiben oft im Landkreis oder gehen in den Nachbarkreis in ein Schullandheim.

    Hier ein paar Aspekte (für die Grundschule):

    - Bei uns sollen die Referendare mit ihren 3. Klassen zumindest auf eine 3tägige Klassenfahrt.

    - Klassenfahrten stärken die Klassengemeinschaft, man kann soziale Projekte buchen.

    - Ich fahre, wenn es geht mit meiner 4. Klasse und mache im Schullandheim einige unterrichtsbezogene Projekte bzw. buche sie.

    - Es gibt ehemalige Schüler von mir, inzwischen erwachsen, die sich besonders gerne an die Klassenfahrt erinnern, als Highlight der Grundschulzeit.

    - Die besondere Atmosphäre auf der Klassenfahrt ist für die Kinder ein besonderes Erlebnis.

    - Ich habe meine Schüler auf der Klassenfahrt schon ganz anders erlebt und es zeigten sich plötzlich besondere Talente.

    - Auf Klassenfahrt sollte man in der Grundschule nur gehen, wenn man selbst dahinter steht und bereit ist, bei Bedarf 24 Stunden rund um die Uhr im Einsatz zu sein. (Deswegen gehe ich gerne mit 4. Klassen, da da Heimweh nicht gehäuft vorkommt und ich mir die halbe Nacht um die Ohren schlagen muss.)

    - Um ehrlich zu sein, habe ich als Klassenlehrerin selbst einen Spaßfaktor daran, auf diese Weise mit der Klasse unterwegs zu sein, es ist einfach ein anderes Miteinander. Dafür nehme ich bestimmte Nachteile in Kauf, weil bisher der Spaßfaktor und das gute Gefühl danach immer überwogen und sich in der Klasse etwas zum Positiven entwickelt hat.

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