Mitarbeitsnoten noch umsetzbar?

  • Zitat

    Ich verstehe schon den Unterschied, frage mich allerdings, wie man das als Fachlehrer in vielen unterschiedlichen (und großen) Klassen schaffen kann, von jedem S eine gerechte mdl. Beurteilung zu erstellen und bei schwierigen Eltern diese rechtfertigen zu können.

    Das habe ich mich damals auch immer wieder gefragt, und nie das Optimum für mich herausgefunden. Immer sofort während der Stunde Notizen/Zeichen machen, wurde mir negativ ausgelegt, weil ich dann "betont" Notizen auch für schlechte Leistungen machte und die SuS meinten, ich würde sie damit bloß stellen. Nach der Stunde hatte ich oft das Problem, dass ich dann schon wieder nicht mehr wusste, wer was wie gesagt hatte. Teilweise kannte ich die Schüler kaum (7-zügig, 30 SuS/Klasse, zweistündiges Fach).


    Zitat


    Ich mache mir nach (fast) jeder Stunde Notizen auf einem Bewertungsraster. Da geht dann nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität ein

    Daher würde mich dieses Raster interessieren. Zwar brauche ich das im jetzigen Bewertungssystem nicht mehr oder zumindest längst nicht so ausgeprägt. Aber eine Lösung für eine qualitativ einwandfreie Dokumentation einschließlich gutem/schnellem Handling würde mich nach wie vor sehr interessieren.


    Magst Du Dein Raster mal erläutern?

  • Das wundert mich aber sehr. Im Gymnasium meiner Kinder stellen sich alle Fachlehrer auf dem Elternabend vor. Und der fast einzige Satz, den sie von sich geben und den außer mir alle Eltern fleißig mitschreiben ist folgender:


    "Hallo, ich bin Herr Müller, der Mathelehrer, und bei mir zählt mündlich zu schriftlich 2 zu 3 (mdl.40 %, schriftl. 60% o.ä.)." Usw. das machen alle Lehrer so. Es gibt sogar ein Handout zum Nachlesen.


    Oder ist Mitarbeit was anderes als mündliche Leistung?

    Es geht einmal um die fachliche Mitarbeit, also was es an fachbezogenen Beiträgen in welcher Qualität gibt, das ist dann Teil der mündlichen Fachnote. Und dann gibt es noch die reine Frequenz der Mitarbeit, die in der Kopfnote ihren Ausdruck findet. Den Unterschied erkläre ich aber auch jedes Mal SuS bei den mündlichen Noten, weil es jedes Mal Kandidat:inn:en gibt, die sich zwar häufig melden, aber auch sehr viel Falsches dabei sagen. Die wundern sich dann, warum andere, die sich seltener melden eine 1 oder 2 haben mündlich (Fachnote), sie aber nicht.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Zitat

    Die wundern sich dann, warum andere, die sich seltener melden eine 1 oder 2 haben mündlich (Fachnote), sie aber nicht.


    Das ist gerade off-topic, aber dieses erinnert mich gerade stark an den SuS-Vorwurf, man hätte Lieblingsschüler (die man bevorzugt behandeln würde). Dies durfte ich mir heut gerade anhören, gleich mit Elternbeschwerde. Aber vielleicht ist der Zusammenhang zum Thema ja durchaus da: Die SuS können die Feinheiten in den unterschiedlichen qualitativen Leistungen nicht einschätzen, wodurch sie meinen, man würde sie ungerecht behandeln. "Der bekommt die bessere Note, obwohl er es gar nicht verdient hat - das ist der Liebling vom Lehrer."

    • Offizieller Beitrag

    Als Lehrer hat man doch eigentlich ziemlich schnell raus, wer bei großer Anzahl an Meldungen meist Blödsinn redet oder nur im AF I antwortet.-


    Ansonsten wehre ich mich ein bisschen gegen das Klischee: "Ruhig, aber in der Lage, super Antworten zu geben" einerseits und

    "meldet sich häufig, sagt aber meist nichts Sinnvolles". Das sind in meinen Augen beides Extreme, die immer gerne bemüht werden als Erklärung, warum man ungern Epochalnoten gibt.


    Ich mache mir auch sehr oft nach der Stunde Notizen über die mündlichen Beiträge der Schüler. Meistens erinnere ich mich recht gut daran, wenn jemand gute Beiträge gegeben hat, bei dem das sonst nicht so häufig vorkommt. Vielleicht ist es auch eine Art Übungseffekt, weil ich weiß, dass ich als Lehrer auch die mündlichen Beiträge bewerten muss?

  • Ich hab auch eine Liste und mache nach (fast) jeder Stunde eine Note. Einfach schnell runter schreiben. Da gehen Qualität und Quantität mit rein. Manchmal notiere ich auch ein I! Für super Inhalte. Aber irgendwann kennt man sie ja und weiß ob jemand sich selten, aber nur bei schweren Fragen meldet, oder andauernd aber bei einfachen Sachen. Oder ob die 4 daher kommt, dass man sieht wie jemand immer in Arbeitsphasen fleißig ist, aber nur etwas sagt, wenn man nachfragt.

    Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.

  • Oder ob die 4 daher kommt, dass man sieht wie jemand immer in Arbeitsphasen fleißig ist, aber nur etwas sagt, wenn man nachfragt.

    Das ist aber auch Typsache. Schwätzer haben immer viel zu sagen, während ruhigere Zeitgenossen vllt. nicht gerne was von sich geben, obwohl sie viel wissen. Jedenfalls sollten die Schüler das deutlichst auf dem Schirm haben, dass Schweigen ihre 15 Punkte in massiver Weise runterziehen kann und wird (war bei meiner Tochter so, sie hat damit gerechnet, aber nicht, dass es so krass wird).

  • Ich schaffe es bei einer Vollzeitstelle nicht nach jeder Stunde zu notieren, ich notiere alle 2 Wochen +, - oder o (in besonderen Fällen auch mal ++ oder - -), keine 5 Minuten pro Klasse. Vor der Korrektur der nächsten Arbeit (wir schreiben in Baden-Württemberg in allen Fächern Klassenarbeiten, nicht nur in den Hauptfächern) schaue ich es mir an und übersetze es in eine Note. Das klappt zeitlich.


    Die Rückmeldung durch die Schüler ist positiv, es wird akzeptiert (auch schlechte Noten).

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Ich schaffe es bei einer Vollzeitstelle nicht nach jeder Stunde zu notieren,

    Ich mache das manchmal schon 10 Minuten vor Schluss in einer Arbeitsphase oder in einer Arbeitsphase der nächsten Klasse. Wie es gerade passt, oder ich setze mich in der großen Pause oder vor der Heimfahrt noch kurz hin. So bekomme ich schon 90% hin. Gerade jetzt wo manche sehr viel fehlen war das hilfreich.

    Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.

  • [...]


    Daher würde mich dieses Raster interessieren.


    [...]

    Bewertungsraster oder Assessment Rubric in die Bildersuche eingeben, Anregungen holen, eigenes Raster nach persönlichem Bedarf (z.B. Details vs. Ausfüllzeit) zusammenklöppeln. Nach einem Halbjahr Testen dann nachjustieren.

    --

    Keine Daten, keine Quellen? Kein Interesse.

  • Ich mache das manchmal schon 10 Minuten vor Schluss in einer Arbeitsphase oder in einer Arbeitsphase der nächsten Klasse. Wie es gerade passt, oder ich setze mich in der großen Pause oder vor der Heimfahrt noch kurz hin. So bekomme ich schon 90% hin. Gerade jetzt wo manche sehr viel fehlen war das hilfreich.

    Du hast andere Fächer und ältere Schüler. ;)


    In Chemie oder BNT ist bei Versuchen (also fast jede Stunde) jede Sekunde Aufmerksamkeit gefragt (und am Schluss, dass keiner sich vom Aufräumen drückt, sonst bin ich nachher noch mehr im zeitlichen Stress), in Mathematik unterrichte ich vor allem Kleine (auf eigenen Wunsch, weil ich in Chemie überwiegend in der Kursstufe bin), da werden am Schluss die Fragen von einzelnen beantwortet. Ich gehe in Arbeitsphasen herum und spreche mit (fast) jedem.


    In der großen Pause räume ich die Chemikalien der vorherigen Stunde weg und richte die neuen hin, das gilt auch kurz vor der Heimfahrt (und nach 8 Stunden ist auch nicht viel besser als alle 2 Wochen, ich wollte es früher auch öfter machen, klappte nicht und ist auch nicht nötig. Manche Schüler fühlen sich so auch wohler, weil sie nicht Angst haben, dass jede Antwort zählt).

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Ansonsten wehre ich mich ein bisschen gegen das Klischee: "Ruhig, aber in der Lage, super Antworten zu geben" einerseits und

    "meldet sich häufig, sagt aber meist nichts Sinnvolles". Das sind in meinen Augen beides Extreme, die immer gerne bemüht werden als Erklärung, warum man ungern Epochalnoten gibt.

    Na ja, ich habe aktuell in drei meiner Lerngruppen jeweils ein Exemplar beider Extreme sitzen, gibt es also, aber zum einen sind das- und anders habe ich das ja auch gar nicht dargestellt- Einzelfälle bei teilweise über 30 SuS in der Klasse und andererseits hindert mich das mitnichten daran sinnvolle und angemessene mündliche Noten zu geben. Genau wie bei anderen SuS auch erfasse ich bei diesen Hasen eben die Qualität ihrer Antworten, die ich kontinuierlich auch bei den von Haus aus "stillen" Exemplaren abfrage und einfordere (die damit sooo still gar nicht mehr sind ;) und meiner Erfahrung nach auch vor allem im Plenum stiller sind, bei der Partnerarbeit aber manchmal einfach nur äußerst zuverlässig und in guter bis sehr guter Qualität mitarbeiten.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Ich halte es für unmöglich, auf Basis von Einzelstunden die Leistungen aller Schüler zu beurteilen. In einer normalen Doppelstunde entfallen auf jeden einzelnen wenn es gut läuft vlt. 2-3 Minuten Redezeit und auch detaillierte Einblicke in die Bearbeitungen sind in so kurzer Zeit nicht bei allen machbar. Ich führe daher keine Listen, in denen ich nach jeder Stunde Notizen zu allen Schülern anfertige.


    Ich habe für mich als zielführender die Arbeit mit einer Kriterienliste erlebt, die auch den Schülern vorliegt und beobachtbare Kriterien enthält, die zur Selbsteinschätzung geeignet sind. So lässt sich z.B. gut differenzieren zwischen "...kann (auch einfache) Problemstellungen nicht bearbeiten" über "...kann Problemstellungen mit Unterstützung teilweise eigenständig lösen" bis hin zu "...kann zu neuen Problemstellungen selbständig Lösungswege entwickeln und diese vorstellen". Ähnliche Abstufungen lassen sich dann auch zur Sicherheit in der Verwendung von Fachsprache, der Qualität von Diskussionsbeiträgen, der Verknüpfung von Fachinhalten usw. treffen.


    Ergänzung: Nicht in jeder Einzelstunde lassen sich alle Kriterien in allen möglichen Abstufungen beobachten (z.B. Umgang mit neuen Problemstellungen). Die Einschätzung der Gesamtleistung lässt sich daher m.E. erst über einen gewissen Zeitraum hinweg vornehmen.

  • Seph  Catania Genau solche abgestuften Kriterien wie von dir beschrieben, Seph , sind in dem von mir genannten Raster angeordnet. Die SuS sind durchnummeriert. Ich kann also sehr schnell Notizen machen, indem ich die "Schülernr." in dem jeweiligen Feld des Rasters eintrage. Das mache ich wie oben beschrieben in geeigneten Arbeitsphasen, direkt nach der Stunde oder nach Unterrichtsschluss, dauert nur ca. 1 min pro Klasse. Ich notiere nicht nach jeder Stunde zu jedem was. Oft überlege ich mir auch vorher, auf welche 4-5 SuS ich mich in der Folgestunde besonders konzentrieren möchte. Durch meine Aufzeichnungen sehe ich auch auf einen Blick, von wem mir noch Eindrücke fehlen.


    Auf diese Weise sammle ich sehr viele Eindrücke in verschiedenen Bereichen, aus denen ich dann zum Ende eines Quartals oder zum Ende einer Einheit eine sehr gut fundierte Note bilden kann. Ich fühle mich damit besser als früher, als ich teils zum Halbjahresende eher diffuse Gefühlseinschätzungen gegeben habe, die wohl leider meist eher auf den Eindrücken der letzten Woche basierten, die mir noch besonders gut im Gedächtnis waren, nicht aber auf den Wochen davor. Gerade den ruhigeren SuS und welchen, bei denen die Mitarbeit stark von Thema oder Tagesform abhängt, werde ich so besser gerecht, habe ich das Gefühl.


    Seit ich das detaillierter aufzeichne, kann ich die Noten auch viel besser begründen und Entwicklungen deutlicher sehen: "Ja, du hast am Anfang des Quartals sehr rege mitgearbeitet und auch inhaltlich sehr gute Beiträge geliefert, aber tatest dir mit der Fachsprache schwer. Inzwischen läuft die Verwendung der Fachsprache besser und in den meisten Experimenten hast du dich auch super beteiligt. Allerdings hat die Quantität deiner Beiträge leider deutlich nachgelassen, woran liegt's?"

  • Würdest du dein Raster Joker13 oder du Seph deine Kriterienliste vielleicht teilen? Als junge Kollegin im zweiten Dienstjahr nach dem Ref würde ich gerne meine Erfassung mündlicher Leistungen ähnlich systematisieren und wäre dankbar, das Rad nicht komplett neu erfinden zu müssen, sondern eure für euch funktionierenden Raster als Ausgangspunkt nehmen zu dürfen, die ich für meine Fächer und Bedürfnisse angleiche. Wenn ihr teilen würdet, nur nicht forumsöffentlich, wäre ich auch bereit, euch meine Email-Adresse per PN zukommen zu lassen.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • CDL Meines habe ich aus einer Fachzeitschrift abgekupfert. Vom Aufbau her ist es ähnlich wie dieses hier (Ausschnitt):


    [Blockierte Grafik: https://docplayer.org/docs-images/46/23453711/images/page_5.jpg]


    In meinem Fall allerdings angepasst auf meine Fächer (fachmethodisch z.B. auch experimentelle Kompetenzen mit hineingenommen).

    Mit dem Suchbegriff "Bewertungsraster mündliche Leistungen" findet man relativ viele Beispiele für unterschiedlichste Fächer, da muss man wirklich nicht das Rad neu erfinden.


    "Mein" Raster habe ich dann so angepasst, dass ich in den einzelnen Zellen nur sehr knappe Stichpunkte habe, um selbst bei Bedarf das Kriterium nochmal vor Augen zu haben, und der größte Teil der Zelle frei ist für die Notizen. Wenn man ein Excel-Freak ist, geht das sicher noch toller zu formatieren, dass zum Beispiel die Erklärung des Kriterium beim "Mouse over" die Zelle sichtbar wird.


    Ich bin auch noch weiterhin in der Optimierungsphase, hundertprozentig zufrieden bin ich mit meinem Vorgehen noch nicht und auch teils mit den Kriterien nicht, aber sowas darf ja ruhig auch work in progress bleiben, finde ich.


    Edit: Klappt es, dass ihr auf die Grafik zugreifen könnt?

  • Ich kann darauf zugreifen Joker13 , ja. Dankeschön.:top:

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Oft überlege ich mir auch vorher, auf welche 4-5 SuS ich mich in der Folgestunde besonders konzentrieren möchte.

    Das finde ich immer schwierig, da ich ja die Tagesform der SuS so zu sehr berücksichtige. Im Extremfall arbeitet ein SoS in 80% der Stunden super mit, die Leistung wird aber nicht aufgezeichnet.

  • CDL Natürlich kann ich das gerne teilen (siehe Anhang). Ich habe mich da vor einigen Jahren auch an verschiedenen Schulen umgeschaut und auch Raster ähnlich wie das von Joker13 vorgestellte ausprobiert, welches ich schön strukturiert finde. Einige Schulen schlüsseln das noch weiter auf und geben dann noch Verteilungsschlüssel für die Einzelbereiche an, was ich aber für unnötig kompliziert und wenig handhabbar halte.


    Die bisher besten Erfahrungen - gerade auch für die Selbsteinschätzung der Schüler - habe ich mit der im Anhang zu sehenden Liste gemacht, die über die Notenbereiche hinweg mit vergleichbaren, aber wenig Items auskommt. Sowohl für mich als auch für die Schüler selbst ist im Laufe einer Unterrichtsreihe gut beobachtbar, ob die einzelnen z.B.


    -> den Unterrichtsstoff stets beherrschen und anderen sicher erklären können oder nur einfache Inhalte im Wesentlichen wiedergeben können, was auch bei hoher Quantität eben nur ausreichende Fachleistungen sind.

    -> Problemstellungen eigenständig oder mit Hilfe (ganz/teils) oder gar nicht lösen können


    usw.


    Nicht geeignet ist das Raster für Versuche, die Leistungen auf Basis von Einzelstunden zu beurteilen. Das halte ich aber wie gesagt für ohnehin nicht möglich. Natürlich kann und sollte man sich im Hintergrund kurze Notizen in den Stunden machen, ob jemand gerade mal eine entscheidene Idee mit eingebracht hat, die heutigen Übungen sicher/ mit kleinen Hilfestellungen / gar nicht geschafft hat usw.

  • Das finde ich immer schwierig, da ich ja die Tagesform der SuS so zu sehr berücksichtige. Im Extremfall arbeitet ein SoS in 80% der Stunden super mit, die Leistung wird aber nicht aufgezeichnet.

    Das stimmt und so rigide, wie es vielleicht klang, meinte ich das auch gar nicht. Wenn jemand super mitarbeitet, erinnere ich mich nach der Stunde auch immer noch gut daran und notiere das selbstverständlich. Das Fokussieren auf Einzelne mache ich eher in den Fällen stiller SuS, wenn ich anhand der bisherigen Notizen sehe, dass ich von ihnen noch zu wenig Eindrücke habe. Dann nehme ich mir vor, sie mehr zu beobachten, z.B. auch in Gruppenarbeitsphasen, oder sie notfalls eben auch mal aktiv aufzufordern. Und in Fällen, bei denen sich abzeichnet, dass jemand "zwischen zwei Noten hängt", kommt es auch mal vor, dass ich dann besonders darauf achte, in welchem Notenbereich die Leistungen kommen.

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