Vertretungsstunden - Mehrarbeit - Regelungen S-H (und Erfahrungen aus anderen Bundesländern)

  • Hi,


    das Thema "Vertretungen und Mehrarbeit" ist wahrscheinlich in ganz Deutschland ein "heißes Eisen".


    Bei uns für des regelmäßig zu Streitgesprächen zwischen SL und Personalrat.

    In S-H sind bei einer Vollzeitstelle 3 Stunden pro Monat legitim ohne als Mehrarbeit angerechnet zu werden. Ab der 4 findet eine Auszahlung statt (oder Freizeitausgleich). Der Stundensatz ist aber gering, also unattraktiv.


    Um mehr Vertretungsstunden zur Verfügung zu haben, habe ich als SL-Mitglied einen Antrag auf der Lehrerkonferenz gestellt, um ein "3-2-1" System zu etablieren.

    Davor gab es Gespräche darüber mit dem Personalrat und 2/3 des Personalrats hatte das ok zum Antrag gegeben.
    Sprich: Vollzeit = 3 Bereitschaften, Teilzeit = 2 bzw. 1 Bereitschaftsstunden. Andere Schulen machen es so und fahren damit meist gut.

    Hintergrund: Bei uns fällt oft 1./2. Std. und/oder 5./6. Stunde aus und wird nicht vertreten, da die Vertretungsplanung (also ich) auf zu wenige Personen aus dem Kollegium zurückgreifen kann.

    Der Antrag wurde knapp nicht ratifiziert und das möchte ich nicht so stehen lassen.


    Mir geht es explizit nicht darum die Kolleginnen und Kollegen mehr Arbeit als nötig aufzubrummen oder jede Stunde zu vertreten. Eher geht es darum, Fairness zu schaffen, da es Kolleginnen und Kollegen gibt die immer wieder vertreten und einige müssen nie vertreten (kompakter Stundenplan) und massiven Unterrichtsausfall zu vermeiden (Elterngespräche sind diesbezüglich keine Seltenheit mehr).


    Das Abstimmungsergebnis zeigt, auch viele Kolleginnen und Kollegen sehen es so.


    Dennoch frage ich mich, was ich tun kann.


    Darf die SL in S-H die Stundenpläne (abseits der Regelung, das ein freier Tag bei Teilzeit sein muss und 8-Stunden-Tage vermieden werden soll) "frei" gestalten?


    Aus meiner Sicht gibt es hier einen ungeklärten Streitpunkt zwischen GEW und Land: Die sogenannten Holstunden. Wenn ich richtig informiert sind, sind diese verboten.

    Wenn also eine Kollegin oder ein Kollege zur 2. Std. beginnt, darf ich ihn/sie nicht zur 1. einsetzen ("Bereitschaft").


    Ich bin mir nun unsicher, ob wir es als SL-Runde nicht doch durchsetzen können oder es per Dienstvereinbarung in möglicherweise etwas veränderter Form durchsetzen können?


    Grüße!

  • Ich bin mir nun unsicher, ob wir es als SL-Runde nicht doch durchsetzen können oder es per Dienstvereinbarung in möglicherweise etwas veränderter Form durchsetzen können?

    Also, ich finde ja, wenn dein Antrag in der Konferenz abgelehnt wurde, solltest du das akzeptieren und ihn nun nicht "durch die Hintertür" doch versuchen durchzusetzen. Damit macht man sich als Schulleitung sicherlich keine "Freunde"... Am besten solltet ihr nochmal nach anderen Möglichkeiten suchen.

    das Thema "Vertretungen und Mehrarbeit" ist wahrscheinlich in ganz Deutschland ein "heißes Eisen".

    Nö, ein solch "heißes Eisen" ist dieses Thema an meiner Schule nicht unbedingt. Wir kommen i. d. R. ganz gut klar.

    Die sogenannten Holstunden. Wenn ich richtig informiert sind, sind diese verboten.

    Du meinst sicherlich "Hohlstunden" - bei uns heißen sie "Springstunden"-, oder? Und die sind in SH wirklich verboten?!? Das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Du schneidest aus eurem Stundenkontingent mindestens so viele bezahlte (!) Deputats-Vertretungsreserven, wie du für die kritischen Stunden brauchst.

    Den Rest holst du dir über Auflösung von Teamkoppeln und Mehrarbeit in Springstunden/Hohlstunden.

    Die Randstunden hängst du je nach Jahrgangsstufe und Vorwarnzeit ab.


    Bei den nicht in Anspruch genommenen Reservestunden kannst du je nach Absprache mit dem Kollegium so verfahren, dass sie entweder gegen andere Vertretungen gegengerechnet werden oder die Kollegen machen in den nicht in Anspruch genommenen Reservestunden individuelle Förderungen. Beides hat Vor- und Nachteile.


    Wenn aufgrund des Stundenplans dauerhaft über Jahre immer die selben Kollegen die Hauptlast an Mehrarbeit tragen müssen, dann habt ihr entweder eine Schieflage bei den Zeitabsprachen oder eine ungeschickte Unterrichtsverteilung.

  • Um mehr Vertretungsstunden zur Verfügung zu haben,

    … braucht ihr mehr Personal. Wende dich an die Schulaufsicht.

    Wenn also eine Kollegin oder ein Kollege zur 2. Std. beginnt, darf ich ihn/sie nicht zur 1. einsetzen ("Bereitschaft").

    Dann lass’ ihn zur ersten beginnen, indem du die Bereitschaft auf den Stundenplan schreibst und aufs Lehrdeput anrechnest. Bereitschaft ist Arbeit.

  • Vollzeit = 3 Bereitschaften,

    Was soll das bedeuten, dass Vollzeit das Gleiche sei wie drei Bereitschaften? Besteht eine Vollzeitstelle dann aus drei Bereitschaftsstunden? Das wäre ein leichter Job.


    Oder meinst du, dass Vollzeitkräfte zusätzlich zu ihrem Lehrdeputat drei Stunden(?) Bereitschaft leisten müssten? In welchem Zeitraum. Am Tag? In der Woche?

    „Fakten haben keine Lobby.“


    (Sarah Bosetti)

  • Hallo,


    1. Leider soll es einen freien Tag geben, nicht muss.

    Bei uns sind es zuviele Teilzeitkräfte, da können nicht alle einen freien Tag haben. Soll dann rotieren :(


    2. Bei uns haben wir eine Bereitschaft für die erste Stunde, wird eingeteilt für ein Halbjahr. So ca. alle 5 Jahre. Alleine die Bereitschaft wird nicht angerechnet...


    3. Vertretungen halten sich zurzeit aber in Grenzen.


    LG

  • Bei uns gab es die Diskussion auch und wurde in der GLK angenommen. VZ hat seitdem 3 Bereitschaftsstunden pro Woche (TZ weniger). Sie liegen, wenn möglich, in einer Hohlstunde, eine von meinen ist dieses Jahr vor meinem Unterricht. Zusätzlich gibt es pro Kollege 4-7x Bereitschaft in der 1./2. Stunde (ich musste also dieses Jahr an 4 Tagen 2 Stunden früher kommen).


    Ich bin sehr dankbar darüber, weil ich seitdem weiß, wann ich evtl. Vertretung habe (die anderen Hohlstunden kann ich verplanen) und ich habe bei schlechten Stundenplänen nicht mehr 6 Vertretungsstunden in einer Woche, während meine Kollegen mit kompakten Stundenplänen auf 3 Vertretungsstunden im Halbjahr kommen. Das war übrigens der entscheidende Grund in der GLK, bei uns haben immer dieselben Fächer und damit dieselben Kollegen kompakte Stundenpläne bzw. Stundenpläne mit vielen Hohlstunden.


    Humblebee, ihr habt ältere Schüler und vermutlich weniger Vertretungsstunden. Und unsere Deutsch- und Englischkollegen mit immer kompakten Stundenplänen sahen vor der Diskussion in der GLK das Problem auch nicht. Nachfragen tun neue Kollegen, nach 3 Monaten finden sie unser System auch gut.

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  • Kris24 6 Vertretungsstunden pro Woche?? Die machst also in diesem Fall knapp ein Viertel mehr Stunden? Das kann doch nicht rechtens sein. Oder bekommst du diese als Deputat in den Stundenplan?

  • Kris24 6 Vertretungsstunden pro Woche?? Die machst also in diesem Fall knapp ein Viertel mehr Stunden? Das kann doch nicht rechtens sein. Oder bekommst du diese als Deputat in den Stundenplan?

    Ja zur den ersten beiden Fragen. Nein zur letzten. 6 Vertretungsstunden zusätzlich war Rekord, 3 kamen öfter vor. Deshalb habe ich damals für die festgelegten Bereitschaftsstunden gestimmt, zum Glück konnten wir im Gegensatz zum TE die Mehrheit der Kollegen überzeugen. Seitdem werden die Vertretungsstunden gleichmäßig verteilt (auch an die mit kompakten Stundenplänen, die dann länger bleiben oder früher kommen müssen).


    (Was mich besonders ärgert, sie werden mit ausgefallenen Stunden Monate später nach dem Abitur verrechnet und dank 2 LKs bekam ich trotz 13 Stunden in diesem Monat keinen Euro extra.)

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  • Und unsere Deutsch- und Englischkollegen mit immer kompakten Stundenplänen sahen vor der Diskussion in der GLK das Problem auch nicht.

    Warum haben denn eure Deutsch- und Englisch-KuK immer kompakte Stundenpläne und andere KuK nicht? Und haben die Deutsch- bzw. Englisch-KuK nicht auch noch ein zweites Unterrichtsfach?

    Bei uns kann es mit den Springstunden jede/n mal "erwischen", das ist völlig unabhängig von der Fächerkombination.

    Aber es ist schon richtig, dass unsere SuS nicht unbedingt eine Vertretungslehrkraft brauchen, weil die meisten Klassen auch mal selbstständig Arbeitsaufträge bearbeiten können (also ohne Aufsicht). Bei einigen Bildungsgängen - insbesondere den Berufseinstiegsklassen - ist das allerdings nicht mögich; die sollte man besser nicht allein lassen ;) . Im Notfal - sprich: bei hohem Krankenstand im Kollegium oder anderen Gründen, aus denen KuK fehlen -l werden bei uns auch mal Klassen tageweise komplett "abbestellt".

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  • VZ hat seitdem 3 Bereitschaftsstunden pro Woche

    D. h. ihr macht drei Überstunden pro Woche statt der drei pro Monat, die die Dienstherrin verlangt. Klingt total attraktiv.


    Ich bezweifle aber, dass das eine Lehrerinnenkonferenz rechtsverbindlich beschließen kann.


    6 Vertretungsstunden in einer Woche, während

    Netter Trick. Man bietet eine schlechte Regelung an, weil sonst noch größeres Übel droht. Die Schulleitung hat den Lehrerinnen gegenüber eine Fürsorgepflicht. Wie die mit absurden Überstunden-Mengen übereinkommen soll, ist mir nicht ersichtlich.


    Gegen derartige Überforderung setzte ich mich zur Wehr, ohne dem (vermeintlich) geringeren Übel zuzustimmen.

    „Fakten haben keine Lobby.“


    (Sarah Bosetti)

  • Warum haben denn eure Deutsch- und Englisch-KuK immer kompakte Stundenpläne und andere KuK nicht? Und haben die Deutsch- bzw. Englisch-KuK nicht auch noch ein zweites Unterrichtsfach?

    Bei uns kann es mit den Springstunden jede/n mal "erwischen", das ist völlig unabhängig von der Fächerkombination.

    Aber es ist schon richtig, dass unsere SuS nicht unbedingt eine Vertretungslehrkraft brauchen, weil die meisten Klassen auch mal selbstständig Arbeitsaufträge bearbeiten können (also ohne Aufsicht). Bei einigen Bildungsgängen - insbesondere den Berufseinstiegsklassen - ist das allerdings nicht mögich; die sollte man besser nicht allein lassen ;) . Im Notfal - sprich: bei hohem Krankenstand im Kollegium oder anderen Gründen, aus denen KuK fehlen -l werden bei uns auch mal Klassen tageweise komplett "abbestellt".

    Die Deutschkollegen haben bei uns oft Englisch bzw. umgekehrt. ;) Ganztags abbestellen ist für die jüngeren nicht möglich (siehe Notbetreuung bis einschließlich Klasse 7 in Corona-Zeiten).


    Bei uns werden alle Klassen in vielen Fächern auf Schienen unterrichtet, weil bei uns ab Klasse 5 diverses gewählt werden kann. Nur wenige Fächer wie Englisch, Deutsch und Mathe (die hatten aber noch NWT auf Schiene mit mindestens 4 Kollegen/ Lerngruppen) nicht. Und viele Kopplungen erzeugen eher schlechte Pläne.

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  • Du bist am BK. Verlässliche Schule gibt es bei euch nicht. Wenn Kollegen ausfallen (Krankheit/Elternzeit usw.), müssen sie vertreten werden.



    Ergänzung. Nicht jede Hohlstunde ist Vertretungsstunde. Jetzt können nur 3 Hohlstunden pro Woche herangezogen werden. Die anfallenden Stunden werden gleichmäßig verteilt. Lustig, wenn Kollegen mit Ü14 urteilen. (Ich möchte trotzdem nicht nur ältere unterrichten.)

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  • Verlässliche Schule gibt es bei euch nicht.

    Bei euch auch nur, wenn ihr genug Personal dafür habt.

    Wenn Kollegen ausfallen (Krankheit/Elternzeit usw.), müssen sie vertreten werden.

    Auch dafür braucht es genug Personal. Wenn eure Dienstherrin sich darum nicht kümmert hat sie wohl ein Problem.


    Jedenfalls ließe ich mir keine drei zusätzlichen Stunden in den Plan schreiben, egal wie man die nennt, „Bereitschaft“ oder „gefüllte Hohlstunden“ oder wie auch immer.


    Lustig, wenn Kollegen mit Ü14 urteilen.

    Ich finnd's nicht lustig. Ich meine das nämlich ernst. Wenn eine Schulform mehr Vertretungsreserven erfordert, muss die Dienstherrin dafür sorgen, dass es die gibt.



    Die anfallenden Stunden werden gleichmäßig verteilt.

    Eben. Gerechtigkeit ist die Gleichverteilung der Scheiße. Auch gleichmäßig verteilte Stunden können für die einzelne zu viel sein.

  • Wir haben fest in den Stundenplan integrierte Bereitschaftsstunden (Vollzeit 3, Teilzeit 1-2), die als add on aufs Deputat kommen, so dass für jede Stunde mindestens 5 (meine ich) einsatzbereite Vertretungskräfte bereit stehen. Und ja, auch vor oder nach dem eigentlichen Unterricht.


    Keine Ahnung, ob ich das System gut oder schlecht finde. Es ist zumindest planbar und es gibt damit keine Spontanvertretungen.

  • Auch wenn nicht genug Personal da ist, muss vertreten werden. Alternative wäre nur kündigen.

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  • Wir haben fest in den Stundenplan integrierte Bereitschaftsstunden (Vollzeit 3, Teilzeit 1-2), die als add on aufs Deputat kommen, so dass für jede Stunde mindestens 5 (meine ich) einsatzbereite Vertretungskräfte bereit stehen. Und ja, auch vor oder nach dem eigentlichen Unterricht.


    Keine Ahnung, ob ich das System gut oder schlecht finde. Es ist zumindest planbar und es gibt damit keine Spontanvertretungen.

    Genauso ist es bei uns. Und ich finde dieses System besser als das vorherige. Es ist für die meisten dieselbe Zahl an Vertretungsstunden, jetzt halt planbar, man muss nicht mehr fluchtartig in einer Hohlstunde die Schule verlassen ("den letzten beißen die Hunde").

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  • Auch wenn nicht genug Personal da ist, muss vertreten werden. Alternative wäre nur kündigen.

    Das sehe ich anders. Oder stehen die Stunden bei Euch in einer Verordnung? In NRW stehen 3 pro Monat drin. Und die werden zB bei den meisten Kollegen gesetzt, wenn sie sich nicht selbst eintragen.


    Ich gebe O. Meier da Recht: das ist etwas, was ihr evtl. gar nicht machen müsst. Ich wäre da auch mit amused und würde denen einen Vogel zeigen, wenn ich wöchentlich mein Deputat um 3 oder sogar um 6 Stunden überschreiten müsste. Wenn es verlässliche Schule gibt, dann muss der Dienstherr die Schule mit 110-120% der Lehrerschaft ausstatten, denn so viele fehlen i. d. R. durch Fortbildungen/Krankheiten und sonstiges Gedöns. Oder es muss eben ausfallen.

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