Neue Kollegin bekommt z.T. meine Stunden - ist das üblich?

  • Hallo liebe Leute,


    Ich habe gerade eine Situation, die mir akute Sorgen macht und würde euch deshalb gerne fragen, wie ihr das seht.

    Meine direktorin nimmt nächstes Schuljahr 2 neue Musiklehrerinnen auf, obwohl wir keinen Bedarf haben. Eine lässt sich versetzen, die andere hat sich einfach so beworben.

    Bei der verteilung der Stunden für das nächste Jahr (ich bin Musiklehrerin) sind für eine der neuen Lehrerinnen 4 Musikstunden vorgesehen, die eigentlich auch ich übernehmen hätte können bzw meiner Meinung nach mir zugestanden wären. Nachdem ich ohnehin sehr wenige Musikstunden habe und alles andere fachfremd unterrichte, habe ich nun Angst, dass die 2 kolleginnen in zukunft immer mehr Musikstunden bekommen und meine immer weniger werden - dabei habe ich einen fixen Vertrag und bin im 7. Dienstjahr! Die Kollegin, die Stunden bekommt, ist neu und ich denke nicht einmal mit dem Studium fertig.

    Das würde dazu führen, dass ich nur noch fachfremd unterrichte und mich immer wieder in neue Fächer einarbeiten muss.


    Habt ihr die erfahrung gemacht dass so ein verfahren üblich ist, wenn neue kollegen mit euren Fächern an die Schule kommen? Meine direktorin meinte nämlich das würde jedem Lehrer so gehen.

    Bzw habt ihr Ideen was ich tun könnte? Mit der chefin habe ich schon gesprochen, es hat aber nicht viel gebracht, sie meinte nur dass sie froh ist dass sie neue Lehrer bekommt und diesen eben auch Stunden geben muss.


    Liebe Grüße,

    Wega

  • mir zugestanden wären.

    Nein.


    dass ich nur noch fachfremd unterrichte und mich immer wieder in neue Fächer einarbeiten muss.

    Das machst du, so gut du das im Rahmen der Dienstzeit hinbekommst. Bei fachfremdem Unterricht muss man Abstriche machen. Das dürfte auch deine Schulleiterin wissen. Insofern.

    „Kinderlähmung ist grausam, Schluckimpfung ist süß.“

  • Und warum nein? Ich möchte nur eine stichhaltige erklärung, warum eine dienstjüngere Lehrerin Vorrang vor einer dienstälteren hat...die betreffenden Stunden werden von den anderen Lehrern an meiner Schule nicht gebraucht, somit wäre ich doch die nächste, die gefragt wird...

  • Und warum nein? Ich möchte nur eine stichhaltige erklärung, warum eine dienstjüngere Lehrerin Vorrang vor einer dienstälteren hat...die betreffenden Stunden werden von den anderen Lehrern an meiner Schule nicht gebraucht, somit wäre ich doch die nächste, die gefragt wird...

    Dein Betrachtungsfehler liegt darin, überhaupt davon auszugehen, dass dir überhaupt bestimmte Stunden oder Klassen zustehen würden. Mich befremdet auch die Haltung, man habe als Dienstältere einen höheren Status als eine Dienstjüngere.


    Aus schulorganisatorischer Sicht ist es sehr begrüßenswert, in möglichst vielen Fächern auf mehrere geeignete Lehrkräfte zurückgreifen zu können. Das gilt insbesondere für Mangelfächer wie Musik, da hier Ausfälle sonst schwer zu kompensieren sind. Das bedeutet aber auch, dass man möglichst alle Lehrkräfte mit jeweils einigen Stunden in diesem Fach einsetzt und nicht nur auf eine einzige Lehrkraft fokussiert.

  • Und warum nein?

    Auf welcher Rechtsgrundlage nimmst du an, dass die Stunden zustünden? Ich kenne keine, daher „Nein.“


    So etwas entscheidet nunmel die Schulleitung. Melde ihr zurück, dass dich der fachfremde Unterricht stresst. Wenn sie gut ist, wird sie das — soweit möglich — berücksichtigen. Wenn nicht, habt ihr eh verloren.


    Ich habe mir schon lange abgewöhnt, in bestimmten Abteilungen, Bildungsgängen, Klassen, Fächern unterrichten zu wollen. Ich mache, was auf dem Plan steht.

    „Kinderlähmung ist grausam, Schluckimpfung ist süß.“

  • Ich sehe dein BL nicht. Bei uns in Hessen gibt es eine explizite Passage darüber, dass wir Lehrer keinen Anspruch auf bestimmte Klassen haben, sondern allein die Sl darüber entscheidet. Wünsche sind allerdings anzuhören

  • Die Einsatzplanung obliegt der Schulleitung. Auch in meinem Bundesland. Es gibt keine "Besitzstandswahrung" für Unterrichtsfächer.

    Ich beantrage hiermit das 9 3/4-€-Ticket nach Hogwarts.

  • Habt ihr die erfahrung gemacht dass so ein verfahren üblich ist, wenn neue kollegen mit euren Fächern an die Schule kommen?

    Ja, ist üblich. Wenn neue Lehrer dazu kommen, muss geguckt werden, wie alle bestmöglich eingesetzt werden. Ich hätte nächstes Jahr auch lieber wieder Mathe unterrichtet, aber nun haben wie eine neue Kollegin, die Mathe kann und kein Deutsch und ich muss Deutsch machen. Finde ich nicht toll, aber nachvollziehbar.

    Die Kollegin, die Stunden bekommt, ist neu und ich denke nicht einmal mit dem Studium fertig.

    Das erklärt doch aber ganz gut, weshalb sie noch nicht beliebtig anderweitig eingesetzt werden kann. Du hast immerhin Erfahrung und kriegst fachfremd mit Sicherheit besser hin, als jemand der noch nichtmal fertig studiert hat.

    "Die Wahrheit ist ein Zitronenbaiser!" Freitag O'Leary

  • Meine direktorin nimmt nächstes Schuljahr 2 neue Musiklehrerinnen auf, obwohl wir keinen Bedarf haben.


    sie meinte nur dass sie froh ist dass sie neue Lehrer bekommt und diesen eben auch Stunden geben muss.

    Damit ist doch eigentlich alles erklärt. Weiß nicht, wo du unterrichtest, aber Lehrermangel ist ja nun doch sehr verbreitet...ich vermute hätte es Alternativen gegeben (ausgebildete Lehrer, die andere Fächer unterrichten), hätte sie die sicherlich lieber genommen.

    "Die Wahrheit ist ein Zitronenbaiser!" Freitag O'Leary

  • Das eigentliche Problem am solchen Umverteilungen ist doch, dass das Fach, was man statt dessen unterrichten muss, oft mehr Arbeit bedeutet. Wer statt hälftig Musik/ Deutsch plötzlich nur noch Deutsch unterrichten muss, der muss gefühlt einen Tag mehr in der Woche arbeiten. Wird aber im Kollegium um die wenigen Entlastungsstunden gerungen, hat jedes Fach plötzlich ganz besondere Belastungen. Ist ja klar, zu wenig arbeitet wohl keiner und keiner möchte noch mehr arbeiten. Die Lösung würde Geld kosten. Darf es nicht. Also bleibt dem Kollegen, der alles mögliche fachfremd machen soll, nur übrig, dies in einer in der Arbeitszeit enthaltenen Qualität zu machen. Die möglichen Folgen müssen einem dann den Buckel runter rutschen. Das ist aber auch eine große Belastung. Wenn sich zum Beispiel unter Schülern rumspricht, dass der Lehrer nicht kompetent ist, kann das ganz schön nach hinten losgehen…

  • Und warum nein? Ich möchte nur eine stichhaltige erklärung, warum eine dienstjüngere Lehrerin Vorrang vor einer dienstälteren hat...die betreffenden Stunden werden von den anderen Lehrern an meiner Schule nicht gebraucht, somit wäre ich doch die nächste, die gefragt wird...

    Weil deine Schulleitung das so entscheiden kann. Bloß weil du länger da bist, gibt dir das keine besonderen Rechte.

    Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.


    Albert Einstein

  • Also bleibt dem Kollegen, der alles mögliche fachfremd machen soll, nur übrig, dies in einer in der Arbeitszeit enthaltenen Qualität zu machen.

    Eben.

    Wenn sich zum Beispiel unter Schülern rumspricht, dass der Lehrer nicht kompetent ist, kann das ganz schön nach hinten losgehen…

    Inwiefern?

    „Kinderlähmung ist grausam, Schluckimpfung ist süß.“

  • Habt ihr die erfahrung gemacht dass so ein verfahren üblich ist, wenn neue kollegen mit euren Fächern an die Schule kommen? Meine direktorin meinte nämlich das würde jedem Lehrer so gehen.

    Ja, ist es, gerade wenn es Quereinsteiger sind oder neue KOllegen bekommen sie bei uns erstmal nicht fachfremd. Ich habe Bio studiert, darf aber schon seit Jahren kein Nawi mehr unterrichten, weil das die Quereinsteiger einfacher haben als andere Fächer.

    Nunja. nun fehlen dieses Jahr diverse Nawi-Stunden, ich kann sie aber nicht übernehmen, denn sonst kann ich nicht mehr in meiner Klasse bleiben, weil ich mit Schwimmen und den IT-Sachen schon alle bis auf 6 Stunden verbraucht habe.

    Ist blöd, hat eben dann teilweise auch blöde Folgen (die Quereinsteiger haben diesmal soviel weniger Stunden, weil sie im Ref sind bzw. einer gerade fertig und nun eine eigene Klasse bekommt, da hat er natürlich auch kaum Stunden noch für andere Klassen).

  • Und warum nein? Ich möchte nur eine stichhaltige erklärung, warum eine dienstjüngere Lehrerin Vorrang vor einer dienstälteren hat...die betreffenden Stunden werden von den anderen Lehrern an meiner Schule nicht gebraucht, somit wäre ich doch die nächste, die gefragt wird...

    Das erinnert mich an meine ehemalige Kollegin, die Listengretel - so genannt, weil sie es liebte, Listen aller Art zu erstellen, auszufüllen und ganz besonders ihre korrekte Ausfüllung zu überwachen.

    Egal, jedenfalls reagierte die Dame immer extrem eifersüchtig, wenn sie das Gefühl hatte, jemand nimmt ihr etwas weg, das ihr zusteht. Beispielsweise "ihre" Französisch-Gruppe, die sie "über Jahre aufgebaut hat". Dabei wechseln unsere Schüler ja im 6-Wochen-Rhyrhmus.

    Selbst ein Friseur schafft es nicht, montags vor 10 Uhr so viele Gerüchte in die Welt zu setzen, wie das Kollegium eines Lehrerzimmers. (c) calmac

  • Das erinnert mich an meine ehemalige Kollegin, die Listengretel - so genannt, weil sie es liebte, Listen aller Art zu erstellen, auszufüllen und ganz besonders ihre korrekte Ausfüllung zu überwachen.

    OT: Das männliche Pendant zu deiner Listengretel gab es bis vor Kurzem noch in unserem Kollegium: der Listenheinzi (ein sehr geschätzter, mittlerweile pensionierter Kollege) ;)

    Gruß, Laborhund

    „Nua ned hudln, oiwei mid da Ruah“ (irgndoa Gscheidhaferl as da Provinz)

  • Eben.

    Inwiefern?

    Bei uns würde folgendes passieren: Schüler oder deren Eltern zweifeln Noten an, fordern die Überprüfung ihrer Arbeiten durch „kompetente Kollegen“, entweder direkt über die Kollegen oder über die Schulleitung. Diskussion um Noten. Respektloses Verhalten allgemein. Die Situation wird wissentlich ausgenutzt bei Bedarf ( zum Beispiel bei gefährdeter Versetzung).

  • Schüler oder deren Eltern zweifeln Noten an, fordern die Überprüfung ihrer Arbeiten durch „kompetente Kollegen“, entweder direkt über die Kollegen oder über die Schulleitung.

    Sollen sie machen. Dann beschäftigt man sich damit auch noch und hat noch weniger Zeit für die Unterrichtsvorbereitung. So what? Ja, das nervt, ja das hält von der eigentlichen Arbeit ab. Aber nein, da geht doch nichts „nach hinten los“.


    Letztendlich bleibt man als Fachfremde immer fachfremd. Das kommt mal mehr, mal weniger zum Tragen. Die Schulleiterin weiß das hoffentlich, wenn sie die Einsatzplanung macht. Aber da habe ich doch kein Problem mit. Wenn die gleiche Schulleiterin einer dann im Falle des Gemeckeres noch in den Rücken fällt, verschenkt man halt die Noten. Dann sinkt das Niveau dann noch etwas.


    Hauptsache, man macht sich keinen Stress, das ist auf Dauer ungesund.

    „Kinderlähmung ist grausam, Schluckimpfung ist süß.“

  • Zum einen stehen einer Kollegin/ einem Kollegen bestimmte Lerngruppen nicht zu. Deine Schulleiterin hat sich etwas dabei gedacht, wenn sie die entsprechenden Stunden so verteilt.

    Wenn du genauere Gründe wissen möchtest, frag nach, ggf. über den Lehrerrat.

    Ich bin froh, wenn ich nicht jedes Jahr die gleichen Lerngruppen habe, da man ansonsten tagaus tagein im gleichen Trott weitermacht.

    Fachfremd unterrichten kann neben Nachteilen auch Vorteile haben.

    Wenn es dir nicht zusagt und du dich nicht mehr gebraucht fühlst: Stelle Versetzungsanträge.

    Versuche mit KuK, die das Fach nicht fachfremd unterrichten, zu kooperieren (gemeinsam planen, Unterrichtsmaterial austauschen, ...)

    Ich muss mich im nächsten SJ auch in ein neues Aufgabenfeld einarbeiten. Ich freue mich drauf und versuche eben mit den dafür ausgebildeten KuK zu kooperieren. Durch das Studium habe ich gelernt, mich schnell in (fremde) Gebiete einzuarbeiten!

  • Bei uns würde folgendes passieren: Schüler oder deren Eltern zweifeln Noten an, fordern die Überprüfung ihrer Arbeiten durch „kompetente Kollegen“, entweder direkt über die Kollegen oder über die Schulleitung. Diskussion um Noten. Respektloses Verhalten allgemein. Die Situation wird wissentlich ausgenutzt bei Bedarf ( zum Beispiel bei gefährdeter Versetzung).

    Fordern können Eltern viel, vieles davon bleibt vollkommen folgenlos und ist nicht selten unbegründet. Dass bei Versetzungsgefährung auch mal Noten angezweifelt werden, passiert auch bei "kompetenten" Kollegen.

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