Wie Kindeswohlgefährdung von normalen Unfällen unterscheiden?

  • Traurig. Es gibt so einiges, das ich nicht verstehen und worüber ich nur den Kopf schütteln kann.


    Nun ja, „nichts“ wird ja nicht unternommen. Das Bußgeld kommt ja auch nicht von ungefähr… Natürlich wäre es besser, wenn effektivere Dinge unternommen würden, die dazu verhülfen, das Kind wieder zum regelmäßigen Schulbesuch zu bewegen. Das liegt aber nicht in unserer Hand. Lehrer:innen können auch nur begrenzt handeln und das in ihrer Macht stehende tun. Irgendwann sind die Möglichkeiten ausgereizt und andere Behörden müssen eingreifen. Da würde ich dann auch nicht davon sprechen, dass das Kind von allen „aufgegeben“ wurde. Traurig, ja.

    Was die Eltern schon fürs Bußgeld ausgegeben haben. Das ist bald ein gut ausgestatteter PKW

  • Das Jugendamt setzt nichts durch. Die Polizei wurde irgendwie organisiert, hatte aber keinen Zutritt zur Wohnung. Die Eltern müssen die wohl nicht rein laslassen.

    So ein Schmarrn...

    Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert.

    Aldous Huxley

  • Was soll da JA denn machen? Da meine Schwester da arbeitet, sehe ich auch die andere Seite. Und die sieht so aus, dass selbst bei Fällen, in denen Kindeswohlgefährdung vermutet wird (also eben diese Fälle, wo man "leider" kein krankenhausreif geschlagenes Kind vorweisen kann, sondern nur die akute Gefährdung "fühlt") rechtlich einfach wenig Handhabe besteht. Das JA kann regelmäßig besuchen, eine Familienhilfe bereitstellen, Hilfsangebote machen, Eingliederungshilfen stellen usw., aber letztlich hat all das in seiner Wirksamkeit auch Grenzen. Solange keine glasklare Kindeswohlgefärdung vorliegt, kann man gegen den elterlichen Willen kein Kind aus der Familie nehmen oder dergleichen. Und selbst wenn die Jugendämter das für dringend angeraten halten und die Fälle vor Gericht gehen, verlieren sie die meisten Prozesse. Elterliche Rechte sind ein hohes Gut, das nicht leichtfertig beschnitten wird.


    Wenn Bußgelder verhangen werden, die Polizei regelmäßig auf der Matte steht usw., dann passiert doch faktisch was und der Fall wird eben nicht ignoriert. Dass dabei nichts herauskommt und das Kind nicht zurück in die Schule verbracht werden kann, ist unbefriedigend, letztlich muss man aber auch hier abwägen, ob drastischere Maßnahmen nicht noch größere Schäden anrichten. Wer kann von uns schon beurteilen, welche psychische Problematik bei einem Dauerschwänzer vorliegt...

  • Was die Eltern schon fürs Bußgeld ausgegeben haben. Das ist bald ein gut ausgestatteter PKW

    Aus Datenschutzgründen weiß das außer den Betroffenen niemand (und genau deshalb zweifeln wir es an). Ich weiß noch nicht einmal bei meinen eigenen Schülern, ich weiß etwas mehr, aber keine Details, wenn ich Klassenlehrer oder SL bin, aber du weißt es höchstens von deiner Mutter (und sie darf es dir nicht erzählen).


    Schulabsentismus ist ein Riesenproblem, mit Hauruckmethoden hilft man nicht, sondern zerstört noch mehr (Vertrauen).

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Nun ist das aber auch so ein Kind, was immer sehr wild unterwegs ist, kommt aber auch gleichzeitig aus sozialschwachen Verhältnissen.

    [...]

    Schwierig, wenn das Kind sowohl wild unterwegs ist, aber man gleichzeitig weiß, dass die Mutter wechselseitige Partner mit nach Hause schleppt und es immer mal Konflikte gibt.

    Unabhängig von allen guten Hinweisen, die du bisher in diesem Thread bekommen hast: hinterfrag bitte mal deine Vorurteile ggü. Familien und dem Jugendamt. Kindesmisshandlung und -missbrauch sind keine Probleme, welche auf bestimmte gesellschaftliche Umstände beschränkt sind. Auch Akademiker*innen schlagen ihre Kinder.


    Allmählich gewinne ich über den Verlauf deiner Threads den Eindruck, dass du entweder extrem naiv an Lehramt/ Schule herangehst, oder einfach trollst. Jede*r in deiner Familie, die*der irgendwie im Kontext Schule tätig ist, hat Schwierigkeiten, die man eigenständig mit Schule/ Behörden klären kann und bei denen man eher nicht auf den Rat von unerfahrenen Familienmitgliedern setzt. Dazu kommt, dass du auf konstruktive Hinweise nicht eingehst bzw. dich nicht weitergehend damit beschäftigst, sondern Frage an Frage in den Beiträgen reihst. Falls ich das tatsächlich etwas falsch einschätze: ich glaube, du tust dir und uns allen einen Gefallen, wenn du dich mit Antworten auseinandersetzt (in den anderen beiden Threads) und eher deine Perspektive statt die deiner Verwandtschaft schilderst. Ich halte es ebenfalls für nicht glaubwürdig, dass die Polizei bei akutem Anlass keinen Zugang zu einer Wohnung findet, wenn sie dies will. Für mich wirkt es eher konstruiert.

  • Sofort alles dokumentieren, Kollegen zur Einschätzung hinzuziehen, frühzeitig Vorgesetzte informieren.


    Vorschläge wie „Anonym beim Jugendamt informieren“ sind meiner Meinung nach völliger Schwachsinn. Zumal es an jeder Schule eigentlich ein geregeltes Verfahren geben muss, wie bei sowas zu verfahren ist.


    Ansonsten halte ich die Nutzerin „Maemo“ für sehr anstrengend und auch alles sehr konstruiert.

  • Ich verstehe eben nicht, wie es sein kann, dass es in Deutschland Kinder gibt, die jahrelang nicht zur Schule gehen und es wird nichts unternommen. Die Eltern zahlen das Bußgeld und alle haben das Kind aufgegeben. Ich verstehe es nicht.

    Da ich gerade Zeugnisse schreibe. Welche Noten hat deine Mutter ihm gegeben? Bei 15 mal Anwesenheit in Klasse 5 bis 9 scheint das doch sehr schwierig zu sein. Kann mir nicht vorstellen, dass die Schule da nichts unternimmt.


    Wurde der einfach immer von Klasse zu Klasse weiterversetzt mit Null Leistung? Unglaublich. Wenn er so nach der 9. sein Abschlusszeugnis bekommt, dann geht das wohl ins Buch der Rekorde oder der unglaublichsten Geschichten ein.


    Auch wenn du mich wieder als .... bezeichnest: Ich glaube das nicht.

  • Da ich gerade Zeugnisse schreibe. Welche Noten hat deine Mutter ihm gegeben? Bei 15 mal Anwesenheit in Klasse 5 bis 9 scheint das doch sehr schwierig zu sein. Kann mir nicht vorstellen, dass die Schule da nichts unternimmt.

    V.a. müssen ja auch Klassenarbeiten geschrieben werden.

    Wir tragen bei so wenigen Anwesenheiten nicht bewertbar ein und wiederholt die Schülerin/ der Schüler (es sei denn, es gibt Gründe für die häufigen Fehlzeiten (Krankheit, ...). In diesem Fall kann darüber diskutiert werden, ob die Schülerin/ der Schüler (auf Probe) in die nächst höhere Klasse kommt.

    Das geht dann aber auch nur, wenn keine Berechtigung/ kein Abschluss damit zusammenhängt (wenn überhaupt)

  • V.a. müssen ja auch Klassenarbeiten geschrieben werden.

    Wir tragen bei so wenigen Anwesenheiten nicht bewertbar ein und wiederholt die Schülerin/ der Schüler (es sei denn, es gibt Gründe für die häufigen Fehlzeiten (Krankheit, ...). In diesem Fall kann darüber diskutiert werden, ob die Schülerin/ der Schüler (auf Probe) in die nächst höhere Klasse kommt.

    Das geht dann aber auch nur, wenn keine Berechtigung/ kein Abschluss damit zusammenhängt (wenn überhaupt)

    Bei uns wird normalerweise auch auf Noten verzichtet und evtl. bei begründetem Fehlen (und guter Aussicht) auf Probe versetzt.


    Es gab auch schon die Bitte, trotzdem Noten zu vergeben. Dann wurde die Leistung mit ungenügend beurteilt, wir Lehrer haben nicht erwartet, dass die Mängel in absehbarer Zeit behoben werden können (Definition von ungenügend).


    Dank Corona wurde einmal auf sitzenbleiben verzichtet, ein Schüler hat sich durch geschickten Schulwechsel zweimal durchgemogelt, aber öfter geht es nicht.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Bei uns wird normalerweise auch auf Noten verzichtet und evtl. bei begründetem Fehlen (und guter Aussicht) auf Probe versetzt.

    Wir hatten am Ende der Mittelstufe so einen Fall (es ging um die Berechtigung zum Besuch der Oberstufe, G8):

    Der Schüler hat im 2. HJ krankheitsbedingt länger gefehlt, hat aber etwas Unterricht bekommen (Schule für Kranke, später Hausunterricht).

    In den Hauptfächern hat er eine Klassenarbeit geschrieben, die mdl. Leistung wurde bewertet, in den "Nebenfächern" wurde nach Alternativen gesucht. Das ging aber nur, da dieser Schüler vorher leistungsstark war und er eben auch etwas Unterricht bekam. Das Votum der KuK, die ihn unterrichtet haben, war da einstimmig.

    Manchmal sind die Eltern bei uns aber auch so vernünftig und streben eine freiwillige Wiederholung bei langen Fehlzeiten an. Wenn diese nicht selbst verschuldet sind, setzen wir uns dann auch dafür ein, dass diese WH nicht auf die Höchstverweildauer angerechnet wird.

  • Da ich gerade Zeugnisse schreibe. Welche Noten hat deine Mutter ihm gegeben? Bei 15 mal Anwesenheit in Klasse 5 bis 9 scheint das doch sehr schwierig zu sein.

    Bemerkung: "Aufgrund fehlender Anwesenheit konnten keine Noten gebildet werden"

    Notenfelder werden nur entwertet.


    Ja - auch im Abschlusszeugnis!


    Das, was der/die TE beschreibt gibt es tatsächlich und kommt gar nicht mal so selten vor. Das für meine Schule zuständige Jugendamt greift in solchen Fällen kaum ein und die Polizei verschafft sich auch an meinem Schulort keinen Zugang zur Wohnung. Eher im Gegenteil: Nachdem sie von der Schule 3-4 Mal zur gleichen Familie geschickt wurde, fährt dort in der Regel gar keine Streife mehr vorbei.


    All das hat einen fatalen Effekt auf etwaige Nachahmer!

  • Natürlich verschafft sich die Polizei wegen Schulschwänzen allein keinen Zutritt zur Wohnung.

    Und natürlich verschafft sich die Polizei mitunter Zutritt zu Wohnungen, wo dieser nicht gerechtfertigt ist.

    Es gibt auch Pferde, die kotzen.

    Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert.

    Aldous Huxley

  • Aber wird bei euch der Schüler mehrfach ohne Noten versetzt? Darum ging es hier.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Ohne Versetzung in die nächste Klasse geht eigentlich nur an Gesamtschulen oder Reformschulen. Sonst würde es mich stark wundern ohne Noten ständig versetzt zu werden, wenn keine triftigen Gründe vorliegen und wäre den gegenüber unfair, die sich bemühen, aber nicht die entsprechenden Leistungen erbringen ...

  • Unabhängig von allen guten Hinweisen, die du bisher in diesem Thread bekommen hast: hinterfrag bitte mal deine Vorurteile ggü. Familien und dem Jugendamt. Kindesmisshandlung und -missbrauch sind keine Probleme, welche auf bestimmte gesellschaftliche Umstände beschränkt sind. Auch Akademiker*innen schlagen ihre Kinder.


    Allmählich gewinne ich über den Verlauf deiner Threads den Eindruck, dass du entweder extrem naiv an Lehramt/ Schule herangehst, oder einfach trollst. Jede*r in deiner Familie, die*der irgendwie im Kontext Schule tätig ist, hat Schwierigkeiten, die man eigenständig mit Schule/ Behörden klären kann und bei denen man eher nicht auf den Rat von unerfahrenen Familienmitgliedern setzt. Dazu kommt, dass du auf konstruktive Hinweise nicht eingehst bzw. dich nicht weitergehend damit beschäftigst, sondern Frage an Frage in den Beiträgen reihst. Falls ich das tatsächlich etwas falsch einschätze: ich glaube, du tust dir und uns allen einen Gefallen, wenn du dich mit Antworten auseinandersetzt (in den anderen beiden Threads) und eher deine Perspektive statt die deiner Verwandtschaft schilderst. Ich halte es ebenfalls für nicht glaubwürdig, dass die Polizei bei akutem Anlass keinen Zugang zu einer Wohnung findet, wenn sie dies will. Für mich wirkt es eher konstruiert.


    Ich kann deine aggressive Haltung mir gegenüber nicht verstehen. Ich lebe nun mal nicht hier auf der Plattform, bin auch nicht rund und um die Uhr online, und habe in meinem Beitrag ja bewusst geschrieben, dass man mit solchen Anschuldigungen sehr vorsichtig sein muss.

    Welche konstruktiven Hinweise? Dass man sehr vorsichtig sein muss, wurde hier geschrieben und das sehe ich auch so.

    Wenn du mir die Sache nicht glaubst, lässt du es. Auch ansonsten musst du meine Beiträge nicht lesen.

    Warum sollte sich die Polizei Zutritt verschaffen können? Die Eltern haben doch keine härtere Straftat begangen und müssen nicht aufmachen. Die Polizei hat keinen Durchsuchungsbefehl. Sie haben niemanden ermordet und das Jugendamt kann auch keine akute Kindeswohlgefährdung rechtfertigen, da das Kind weder häuslicher Gewalt ausgesetzt ist, noch unter Wohnungselend leidet.

    Es war wohl so wie du schreibst, bzw. hat er wohl auch irgendwo 5 oder 6 bekommen. Da bin ich mir aber nicht sicher und müsste nochmal nachfragen.

    Wenn ich den Fall von meinen Angaben als Außenstehender lesen würde, würde ich auch denken jemand trollt. Ich hätte nie für möglich gehalten, dass es sowas in Deutschland gibt. Es geht aber. Ich finde es auch vom Jugendamt eine starke Nummer, dass das Kind nicht rausgenommen wird (oder Teenager) Kind ist es ja nicht mehr. Für mich ist das auch Kindeswohlvernachlässigung. Für das Jugendamt aber offenbar nicht, denn die bringen das Argument, dass er ja keiner häuslichen Gewalt ausgesetzt ist und genug zu Essen und Trinken bekommt und solange die Mutter für alle arbeiten geht, wird sich sicher auch nichts ändern.

    Ohne Versetzung in die nächste Klasse geht eigentlich nur an Gesamtschulen oder Reformschulen. Sonst würde es mich stark wundern ohne Noten ständig versetzt zu werden, wenn keine triftigen Gründe vorliegen und wäre den gegenüber unfair, die sich bemühen, aber nicht die entsprechenden Leistungen erbringen ...

    Es gab die Coronaregelung, dass alle versetzt werden mussten. Davor gab es auch irgendeine Regelung. Die Kinder konnten zwischen 2 Klassenstufen wohl nicht sitzen bleiben und dann griff eben Corona. Verkettung unglücklicher Umstände. Ist unfair, ging aber.

  • Was soll da JA denn machen? Da meine Schwester da arbeitet, sehe ich auch die andere Seite. Und die sieht so aus, dass selbst bei Fällen, in denen Kindeswohlgefährdung vermutet wird (also eben diese Fälle, wo man "leider" kein krankenhausreif geschlagenes Kind vorweisen kann, sondern nur die akute Gefährdung "fühlt") rechtlich einfach wenig Handhabe besteht. Das JA kann regelmäßig besuchen, eine Familienhilfe bereitstellen, Hilfsangebote machen, Eingliederungshilfen stellen usw., aber letztlich hat all das in seiner Wirksamkeit auch Grenzen. Solange keine glasklare Kindeswohlgefärdung vorliegt, kann man gegen den elterlichen Willen kein Kind aus der Familie nehmen oder dergleichen. Und selbst wenn die Jugendämter das für dringend angeraten halten und die Fälle vor Gericht gehen, verlieren sie die meisten Prozesse. Elterliche Rechte sind ein hohes Gut, das nicht leichtfertig beschnitten wird.


    Wenn Bußgelder verhangen werden, die Polizei regelmäßig auf der Matte steht usw., dann passiert doch faktisch was und der Fall wird eben nicht ignoriert. Dass dabei nichts herauskommt und das Kind nicht zurück in die Schule verbracht werden kann, ist unbefriedigend, letztlich muss man aber auch hier abwägen, ob drastischere Maßnahmen nicht noch größere Schäden anrichten. Wer kann von uns schon beurteilen, welche psychische Problematik bei einem Dauerschwänzer vorliegt...


    Na, ja für mich ist das schon Kindeswohlvernachlässigung, wenn die Eltern das Kind nicht beschulen lassen. Für die offenbar nicht. Da kam auch, dass es weitaus schlimmere Fälle gibt (Kind wird verprügelt, bekommt nichts zu essen)


    Im anderen Fall muss man eben vorsichtig sein. Ich habe jetzt wieder gehört, dass Kinder selbst bei häuslicher Gewalt nicht sofort aus der Familie genommen werden. War für mich relativ neu, denn ich dachte, das passiert seit dem Paragraphen, der das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung garantiert, sofort.

  • Na, ja für mich ist das schon Kindeswohlvernachlässigung, wenn die Eltern das Kind nicht beschulen lassen. Für die offenbar nicht. Da kam auch, dass es weitaus schlimmere Fälle gibt (Kind wird verprügelt, bekommt nichts zu essen)


    Im anderen Fall muss man eben vorsichtig sein. Ich habe jetzt wieder gehört, dass Kinder selbst bei häuslicher Gewalt nicht sofort aus der Familie genommen werden. War für mich relativ neu, denn ich dachte, das passiert seit dem Paragraphen, der das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung garantiert, sofort.

    Bist du sicher, dass die Eltern nicht wollen?


    Ich kenne nur Kinder und Jugendliche, die nicht wollen. Ihre Eltern bringen sie teilweise sogar zur Schule, dass Kind haut spätestens nach der 1. Stunde ab. Schule ist kein Gefängnis. Genau deshalb bringt Zwang nichts. Eltern haben oft sehr wenig Einfluss. (Mir fällt gerade ein Klassenkamerad ein, unsere Eltern waren befreundet. Er kam seit der 8. Klasse dank falscher Freunde nicht mehr zur Schule. Die Eltern haben alles versucht. Er landete am Hamburger Hafen (letzte Info), seine Geschwister haben alle studiert. Es lag sicher nicht an schlechten Familienverhältnissen.)


    Genau daran merkt man, dass du 0 Ahnung hast. Du hast etwas aufgeschnappt und ergänzt es. Und Eltern können ein Kind nicht am Schulstuhl anbinden.


    Selbst wenn man von schlechten Familienverhältnissen ausgeht. Gerade diese Eltern wollen keine zusätzlichen Probleme. Das einem Kind Schulbesuch verboten wird, habe ich nie erlebt.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Ich finde es auch vom Jugendamt eine starke Nummer, dass das Kind nicht rausgenommen wird (oder Teenager) Kind ist es ja nicht mehr. Für mich ist das auch Kindeswohlvernachlässigung. Für das Jugendamt aber offenbar nicht, denn die bringen das Argument, dass er ja keiner häuslichen Gewalt ausgesetzt ist und genug zu Essen und Trinken bekommt und solange die Mutter für alle arbeiten geht, wird sich sicher auch nichts ändern.

    Nochmal: das "findet" das Jungendamt nicht, sondern das entspricht der geltenden Rechtslage!


    Davon abgesehen: was meinst du, mit wie viel Aufwand es verbunden ist, ein Kind mal eben aus Familien zu nehmen - selbst bei akuter, unstrittiger Kindeswohlgefährdung. Wohngruppen sind begrenzt und haben keine unendlichen Kapazitäten. Es gibt Notstellen, die für kurze Zeit (= Stunden bis wenige Tage!) Kinder aufnehmen können, aber dann muss eine Weitervermittlung an adäquate Plätze erfolgen. Meine Schwester arbeitet im Rheinland und hat sich teilweise bis Trier durch Wohngruppen telefoniert, um irgendwo eine aufnahmefähige Gruppe zu finden. Nun kann man sich überlegen, welche Kapazitäten es bräuchte, um jeden Schulschwänzer aus der Familie zu nehmen und woanders unterzubringen... und natürlich, was es mit Kindern und Jugendlichen macht, aus ihrem sozialen Umfeld gerissen zu werden. Schulschwänzen ist zweifellos ein Problem, aber sicherlich keines, was sich dadurch löst, Familien auseinander zu reißen.


  • Wenn die Eltern das wollen würden, würden sie das Bußgeld nicht mehr bezahlen. Dann käme das Kind automatisch in den Jugendknast, wenn es Sozialstunden gibt. Da sie aber munter weiter bezahlen, wird die Sache null Konsequenz haben.

    Und das habe ich nicht aufgeschnappt, das ist ein Fakt.

    Und dass sie dem Kind verbieten zur Schule zu gehen, hat hier niemand gesagt. Lies bitte, bevor du anderen hier irgendwas unterstellst.

    Du brauchst mir zur Jugendamtssituation nichts zu erzählen. Wir haben da auch eine Bekannte, die sich regelmäßig über die mangelhafte Personalsituation beklagt. Das Jugendamt hat so ein schlechtes Image, dass da kaum noch jemand arbeiten will und wenn haben die Mitarbeiter zu viele Fälle und sind heillos überlastet.



    Nochmal: das "findet" das Jungendamt nicht, sondern das entspricht der geltenden Rechtslage!


    Davon abgesehen: was meinst du, mit wie viel Aufwand es verbunden ist, ein Kind mal eben aus Familien zu nehmen - selbst bei akuter, unstrittiger Kindeswohlgefährdung. Wohngruppen sind begrenzt und haben keine unendlichen Kapazitäten. Es gibt Notstellen, die für kurze Zeit (= Stunden bis wenige Tage!) Kinder aufnehmen können, aber dann muss eine Weitervermittlung an adäquate Plätze erfolgen. Meine Schwester arbeitet im Rheinland und hat sich teilweise bis Trier durch Wohngruppen telefoniert, um irgendwo eine aufnahmefähige Gruppe zu finden. Nun kann man sich überlegen, welche Kapazitäten es bräuchte, um jeden Schulschwänzer aus der Familie zu nehmen und woanders unterzubringen... und natürlich, was es mit Kindern und Jugendlichen macht, aus ihrem sozialen Umfeld gerissen zu werden. Schulschwänzen ist zweifellos ein Problem, aber sicherlich keines, was sich dadurch löst, Familien auseinander zu reißen.

    Ja, natürlich hast du Recht. Aber für mich ist das trotzdem indirekte Kindesvernachlässigung. Und ja, natürlich gibt es noch schlimmere Fälle und selbst die werden nicht sofort rausgenommen. Die Eltern müssten einfach nur nicht mehr das Bußgeld bezahlen und die Dinge entfernen, wegen denen das Kind derzeit zu Hause bleiben möchte.

    • Offizieller Beitrag

    Wenn die Eltern das wollen würden, würden sie das Bußgeld nicht mehr bezahlen. Dann käme das Kind automatisch in den Jugendknast, wenn es Sozialstunden gibt

    DAS ist nicht die Lösung bei Schulabsenzen. Es ist sogar noch weniger Lösung, als die Absenz einfach auszusitzen.

Werbung