Meckerforum, hier darf alles rein, was doof ist

  • Wie wäre es mit einer Absenkung der Baustandards, um wieder billiger bauen zu können?

    Also weniger Brandschutz, schlechtere Isolierung (und damit höhere Nebenkosten), weniger Steckdosen, mehr Hellhörigkeit (und Stress zwischen Nachbarn, in meinem Haus gibt es nur Eigentumswohnungen und die meisten wohnen selbst drinnen. Die paar, die vermieten, achten auf höheres Alter, damit kein Stress entsteht)?

    Und teuer ist hier das Grundstück. Aber Nachverdichtung möchtest du ja nicht. Hier wird übrigens häufig nachverdichtet und zusätzliche Stockwerke auf bereits bestehende Häuser gebaut.

    Welche Baustandards möchtest du weglassen?

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Kris24

    Ich sehe im Programm der AfD auch keine Lösungen. Ich verstehe aber, warum das AfD Programm Menschen möglicherweise als das attraktivste Angebot für ihre Problemlagen erscheint. Insbesondere dann, wenn alle anderen auch keine Lösungen haben.

  • Wie wäre es mit einer Absenkung der Baustandards, um wieder billiger bauen zu können?

    B-Pläne verschlanken, Genehmigungsprozess vereinfachen, Bauvorgaben vereinfachen/verschlanken, Steuern auf Baustoffe senken, Grunderwerbssteuer senken/streichen... etc. Und das fällt mir nur als Laie ein. Die Bauleute wüssten das sicher noch viel mehr Hebel.

    Also weniger Brandschutz, schlechtere Isolierung (und damit höhere Nebenkosten), weniger Steckdosen, mehr Hellhörigkeit (und Stress zwischen Nachbarn, in meinem Haus gibt es nur Eigentumswohnungen und die meisten wohnen selbst drinnen. Die paar, die vermieten, achten auf höheres Alter, damit kein Stress entsteht)?

    Und teuer ist hier das Grundstück. Aber Nachverdichtung möchtest du ja nicht. Hier wird übrigens häufig nachverdichtet und zusätzliche Stockwerke auf bereits bestehende Häuser gebaut.

    Welche Baustandards möchtest du weglassen?

    • Dämmungen werden viel zu dick ausgeführt (im Verhältnis zum Nutzen).
    • Aktuelle Brandschutzvorschriften sind ziemlich überzogen und führen zu deutlichen Mehrkosten ohne zusätzliche deutlich mehr Schutz zu bieten
    • Mindestgrößen von Räumen sind ziemlich groß, heißt man könnte kleinere effizientere Raumgestaltung machen, darf es aber nicht
    • Schallschutzvorgaben nach DIN 4109 ist besonders bei EFH deutlich überzogen
    • Regenwasser- und Versickerungsvorschriften sind sehr überzogen (O-Ton lokale Bauaufsicht), aber regional unterschiedlich
    • Der Planungsaufwand an sich ist sehr sehr hoch, weil nicht Gesetze und Verordnungen zu beachten sind, sondern auch noch ein ganz Latte an technischen Normen

    Entropy is a bitch, embrace her.

    Einmal editiert, zuletzt von s3g4 (23. März 2026 17:45)

  • EIn Teil deines Kommentars demonstriert m.E., warum auch berechtigte Kritik an der AfD eben bei der Klientel, die man eigtl. erreichen möchte, also der wachsenden Gruppe derjenigen, die diese Partei wählt u./o. potenziell wählen könnte (Predigten vor Bekehrten, um diesen ggü. zu reüssieren, sind js redundant), komplett verhallt:

    Es gibt eine Menge an Dingen, die man an der AfD kritisieren kann, egal ob bzgl. ihrer sozio-politischen, -ökonomischen oder -kulturellen Agenden u.ä. oder der Art und Weise, wie sie oftmals Wahlkampf resp. Politik betreibt, d.h. auch bzgl. ihrer Rhetorik, die rote Heringe utilisiert, das Gegenüber ridikülisiert, devalviert, die agressiv ist, polemisch, populistisch etc.

    Und es gibt viele Errungenschaften einer liberalen Demokratie und insb. offenen Gesellschaft, die unter einer AfD-Ägide zur Disposition stünden. Dies gälte es auch sachlich-inhaltlich, also argumentativ und daten-/faktenbasiert zu benennen und entsprechende Behauptungen, Forderungen und sonstige Äußerungen der AfD entsprechend zu dekonstruieren, egal ob es die volkswirtschaftlichen und damit letztlich individuell sozio-ökonomisch verheerenden Folgen eines Dexit betrifft, diejenigen der Einschränkung von Schwangerschaftsabbrüchen, der Annäherung an Russland, drohender kultureller Stille infolge der Einstellung von Kulturförderung, der......... etc. etc. etc.


    Nur hat man es viele Jahre versäumt, dies zu tun:

    Man hat einerseits vielfach Themen wie sie z.B. Maylin85 skizziert und welche durchaus ein Gros der Menschen betreffen - z.B. negative Effekte von Migration und (auch in diesem Zusammenhang) Kriminalität - tabuisiert und gleichzeitig Personen, die derartiges problematisierten, versucht zu verunmöglichen (s. "Stadtbild"). Personen, die von diesen Phänomenen negativ betroffen sind, wurden diese Erfahrungen in Abrede gestellt oder sie wurden als 'rechtsaußen', dumm, ungebildet u./o.ä. diffamiert. Manchmal sollten diesen Personen dann ihre vermeintl. Unzulänglichkeiten, ihre vermeintl. Ahnungslosigkeit ostentativ vorgehalten werden, da gibt es dann Statistiken, 'Faktenchecks' u.ä., die aber ersichtlich an der Problematik vorbeigehen (da wird dann z.B. beklagt, dass es von Tat XYZ ca. 5000 Fälle gäbe, aber Mimikama und Co. tönen dann lauthals, dies sei falsch, weil es ja nur 4900 Fälle seien, wird beklagt, dass vor Ort diese und jene Situation herrsche, was dann damit negiert werden soll, dass ja bundesweit die Statistik etwas anderes aussage etc.). Damit hat man viele Menschen verprellt, die dann eben andernorts Gehör fanden.

    Andererseits bekommt man es nach wie vor irgendwie nicht hin, rhetorisch und datentechisch durchaus versierten AfD-Politikern und deren politischem Vorfeld im Rahmen von z.B. öffentlichen Debatten irgendwie Personen gegenzuhalten, die auch ihrerseits rhetorisch und in der jeweiigen Materie versiert sind und sich eben gleichzeitig nicht darin verlieren, dem AfDler mit roten Heringen zu begegnen (denn in diesem 'Spiel' ist die AfD eindeutig besser) - wer hier mal ein eindringliches Beispiel dafür sehen will, was ich meine und wie so ein kontraproduktives Vorgehen gg. die AfD aussieht, der solle sich nochmal den Teil von "Prozess gegen Deutschland“ (ZDF) anschauen, wo Feroz Kahn als "Zeuge" von Gabriele Heinecke und Andreas Speit unter "Richterin" Herta Däubler-Gmelin befragt wurde... Hatte was von einem Schauprozess, bei dem die Richerin parteiisch war, die Ankläger uninformiert waren und ad hominem 'argumentierten' - man hat sich damit keinen Gefallen getan. Bei der Gruppe derjenigen, die die AfD wählt u./o. potenziell wählen könnte, wurde das regelrecht gefeiert und auf der anderen Seite haben diejenigen, die diesen Bärendienst geleistet haben, das nichtmal bemerkt. Das wirkt selbstgerecht. Und das macht wie ein Lauffeuer seine Runde, denn mit social media und Co. kennt sich die AfD aus.

    Ähnlich kontraproduktiv ist auch so ein Sommerinterview mit Alice Weidel bei Markus Preiß, dessen Schadenfreude und 'Hinnehmen' der Störaktionen durch das Zentrum für politische Schönheit einzig der AfD in die Karten spielt. Oder der inzwischen aus gutem Grund immer weiter entschärfte Correctiv-Bericht über das vermeintl. (Gar nicht so geheime) "Geheimtreffen", das man zu einer zweiten Wannseekonferenz verklären wollte, obwohl jmd. wie der Remigrationsvordenker Martin Sellner darüber ganz offen publiziert,w as er mit Remigration meint ()eben nicht Deportation u.ä., was da vorgeworfen wurde... kann man immer noch kritisieren, nur wenn die eigene Interpretation der Ausgangspunkt der Kritik ist und nicht das tatsächlich Gesagte, dann wird auch das am Ende eher von der Seite der Kritisierten instrumentalisiert, was ja auch der Fall war).

    Ließe sich endlos fortsetzen.


    Nicht hilfreich sind hier insb. auch die immer wieder gezogenen vermeintl. Parallelen mit dem Ende der Weimarer Republik: Da rollen sich mir als Historiker die Zehennägel auf, eine Nachkriegsgesellschaft, die von bürgerkriegsähnlichen Zuständen geprägt sit, ein ddysfunktonales polit. System hatte, in der Menschen im Gros in der militaristischen, antidemokratischen kaiserzeit sozialisiert wurden, die von amssivsten Wirtschaftskrisen geplagt wurde etc. etc. etc. mit unserer aktuellen Situation zu vergleichen. Völlig daneben. Und am Ende genau die 'Wölfe!' Wölfe!'-Rufe, die mit dazu geführt haben, dass auch berechtigte Kritik an der AfD verhallt.


    Und da bin ich dann bei deinem Kommentar: "Ich sprach vorher mit einer Deutschen, die mit einem seit Geburt Deutschen verheiratet ist, dem man aber die indischen Vorfahren ansieht. Sie überlegen, in welches Land sie im Fall der Fälle auswandern." So ein Plan kommt ja ggf. nicht von irgendwo, sondern beruht darauf, dass man hier ein Bild zeichnet, als wolle die AfD als Ganze (lassen wir mal einige Rechtsextreme in der Partei Außen vor) irgendwie die "Remigration" von allen, denen man nicht-biodeutsche "Vorfahren ansieht", obwohl das dem Konzept der "Remigration" nicht entspricht, sich in der Örogrammatik der Partei nichts entsprechendes finden lässt, solche Menschen auch innerhalb der Partei aktiv sind und diese auch wählen (bspw. ebenfalls aus den von Maylin85 genannten Gründen). Kurz: Es ist irgendwie auch ein Strohmann, an dem man sich im Kampf gg. die AfD abarbeitet, die dann aber auf das verweisen kann, das ich gerade bemerkte, und wieder punktet.


    Auch so ein "AfD hält sich nicht an Regeln und Gesetze [...] Freie Wahlen stören da nur" ist für den Diskurs kontraproduktiv, wenn man es nicht mit entsprechenden Äußerungen relaevanter AfD-Politiker, offizieller oder auch nur hinter vorgehaltener hand artikulierter Agenda o.ä. belegen kann. WIe einfach will man es der AfD eigtl. machen?


    Zudem braucht es einmal einen theory of mind-Ansatz, warum Menschen die AfD wählen, der auch deren Erwägungsgründe als rationale Entscheidungen wahr- und enst nimmt. Indignation, ein sich Echauffieren darüber, dass diesem oder jenem dieses oder jenes Thema wichtig ist, dass er dieses oder jenes Thema aus dieser oder jener Warte wahrnimmt, bringt eben nichts und ist am Ende lediglich überheblich, verhindert jede Annäherung: 'Wie? Der Feroz thematisiert Ausländerkriminalität und macht seine Wahlentscheidung davon abhängig, welche Partei da seines Erachtens die vermeintlich besten Lösungen anbietet... boaaah is' der doooooooof! Hihihi!' ist zwar 'ne Einstellung diesem potenziellen AfD-Wähler ggü., wird diesen Aber wohl alles andere als von dieser Wahl abhalten. Und so steigen und steigen die Werte für die AfD.

    "Ich mag Kuchen!" (Johnny Bravo)

    Die Bildungsmisere (eine Anekdote)

    Der Vorwurf: "lächerliche Fremdwortdichte"

    Der Fakt: Ein Kommentar von 80 Wörtern beinhaltete das Wortpaar "quantifizierend exemplifizieren" - 2,5 %, indeed "lächerlic[h]" :zahnluecke:

    Einmal editiert, zuletzt von PaPo (23. März 2026 17:53)

  • Und ich verstehe nicht, warum msn das nicht macht, obwohl(!) In Italien, den USA, dem Niederlanden etc. etc. etc. all diese Entwicklungen aufgrund eines ähnlichen Umgangs bereits vorweggnommen wurde. Irgendwie lernt man hierzulande nicht am Bsp. abderer.

    Eine CDU ist viel zu spät dazu gekommen, entsprechende Bedenken der Menschen ernst zu nehmen und lässt vollmundigen Versprechen jetzt wenig an Taten folgen.

    Und letztlich ist da noch der Elefant der Dichotomisierung im Raum: Anknüpfend an das, was ich eingangs schrieb, hat der politische Diskurs in den letzten Jahren einen erschreckenden Wandel durchgemacht, der - wie hier ersichtlich sein sollte - durchaus nicht alleine auf die Kappe der AfD geht. Es gbt nur dafür oder dagegen, links oder rechts etc., so dass selsbt eher nüchterne, mahnende Worte, die für ein diskursives 'Stellen' der AfD plädieren, gerne mal als AfD-affin geframed werden, womit man sich selbst einer Vorgehensweise beraubt und selbst zum Problem wird.

    "Ich mag Kuchen!" (Johnny Bravo)

    Die Bildungsmisere (eine Anekdote)

    Der Vorwurf: "lächerliche Fremdwortdichte"

    Der Fakt: Ein Kommentar von 80 Wörtern beinhaltete das Wortpaar "quantifizierend exemplifizieren" - 2,5 %, indeed "lächerlic[h]" :zahnluecke:

    Einmal editiert, zuletzt von PaPo (23. März 2026 17:57)

  • PaPo, sehr gut und ausführlich beschrieben.

    Zu dem Erstarken der Ränder lässt sich noch schreiben, dass es früher immer eine Alternative gab. Schwarz/ Gelb gegenüber Rot/Grün.

    Wenn eine Konstellation regiert, kann sich die andere in der Opposition "erholen" und nach einigen Legislaturperioden selbst wieder regieren, so dass sich die andere Seite auf die Regierung vorbereiten kann.

    Durch Brandmauern wurde die SPD jahrelang in eine Regierung mit der CDU oder FDP gezwungen und konnte eigene Positionen nie zur Zufriedenheit der eigenen Wähler durchsetzen. Der CDU geht's ähnlich.

    Da kein Ende absehbar ist, profitiert die AFD ungemein.

  • Der Planungsaufwand an sich ist sehr sehr hoch, weil nicht Gesetze und Verordnungen zu beachten sind, sondern auch noch ein ganz Latte an technischen Normen

    Da sagst Du was. Wenn ich mir hier die Siedlungshäuser aus den 1950ern anschaue, sehen die praktisch alle gleich aus. Damals war es auch so. Da wurde ein Standard-Siedlungshaus durchgeplant und man konnte sich dann den Bauplan günstigst kaufen und loslegen. Und brauchte man Bauunternehmen, hatten die Handwerker eh alle Maße und Kniffe des Baus im Kopf. Und nein, so richtig schlecht sind diese Einfamilienhäuser nicht.

  • ... obwohl jmd. wie der Remigrationsvordenker Martin Sellner darüber ganz offen publiziert,w as er mit Remigration meint ()eben nicht Deportation u.ä., was da vorgeworfen wurde... kann man immer noch kritisieren, nur wenn die eigene Interpretation der Ausgangspunkt der Kritik ist und nicht das tatsächlich Gesagte, dann wird auch das am Ende eher von der Seite der Kritisierten instrumentalisiert, was ja auch der Fall war).

    Hm, ich frage mich, was ist relevanter und ernst zu nehmender. Was ein Martin Sellner darunter versteht ... oder wie ein führender afd-Politiker wie Herr Höcke es auslegt. Logisch, dass man sich bei der Kritik auf die Aussagen von Herrn Höcke bezieht. Ohne da irgendwas hineininterpretieren zu müssen.

    Schule ist schön ... und macht Spaß.

  • Du hast (indirekt?) schon einen guten Punkt gemacht. Heute werden verstärkt bauliche Unikate gebaut. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass irgendwo in meiner Nähe in den letzten 20 Jahren eine Siedlung entstand, wo 5 oder gar 10 Häuser hintereinander bautypgleich waren. Das gab es früher (Du schreibst 1950er Jahre, ich verbinde das mit den 1970er-Jahre - so oder so, schon einige Jahrzehnte zurückliegend.) in deutlich größerem Ausmaß.

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