Meckerforum, hier darf alles rein, was doof ist

  • Eine neue Klasse (+Raum, +Lehrer) mal eben aus dem Hut zaubern, weil 30 Schüler eines Jahrgangs wiederholen? Prima, wenn das so einfach ist, haben wir ja kein Problem. Stelle ich mir aber schon spannend vor, so eine Wiederholerklasse.

    Am Gymnasium bleiben vielleicht 2 pro Klasse pro Jahrgang durchschnittlich sitzen, beim 2. Mal in aufeinander folgenden Klassenstufen müssen sie das Gymnasium verlassen.

    Also wiederholen ca. 10 pro Jahrgang (5 Klassen ), in der darunter liegenden Klasse aber auch, die Gesamtzahl bleibt pro Jahrgang also gleich oder wird geringer, weil SuS gehen müssen. Nur in Klasse 5 gleicht es sich nicht aus, dann können wir entweder weniger aufnehmen oder bekommen tatsächlich eine zusätzliche Klasse. Und ja, das passiert regelmäßig, weil auch die Anmeldungen bei den 3 Gymnasien schwanken.

    Zusätzliche Klassen müssen tatsächlich an der Realschule in den Jahrgangstufen 7 - 9 eingerichtet werden, deshalb sollen wir die Zahlen an Abgängen bis April nennen, deshalb empfehlen wir Eltern dringend, sich rechtzeitig zu bemühen. Sonst klappt es vielleicht nicht mit der Wunschschule.

    Aber es war noch nie (!) Thema, dass ein Kind bei uns bleibt, weil es keinen Platz gibt, es wurde noch nie aus diesem Grund bei uns versetzt. Bei uns schwankt die Klassenzahl in jedem Jahr. Ich lese, was ihr schreibt, aber ich habe es in über 25 Jahren in baden-württembergischen Gymnasien (2 RPs) noch nie erlebt. Wir Lehrer lassen uns nicht in unsere Noten herein reden, das geschieht auch nicht.

    Und ja, es werden Klassen neu eingerichtet, wenn der Klassenteiler überschritten wird (neue Schüler müssen evtl. auch an ein anderes Gymnasium bis alle voll sind).

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  • Das ist die Frage, die ich mir auch stelle. Im Stundenplan steht zum Beispiel Dienstag, 5./6. Deutsch Gruppe 1 / Englisch Gruppe 2, dafür dann Mittwoch 1./2. Deutsch Gruppe 2, Englisch Gruppe 1, Fachbereich Gruppe 1. Keine Ahnung ob die Stundenplaner gesoffen oder einen Schlaganfall erlitten haben, aber dass das nicht funktionieren kann, dürfte klar sein.

    Deutsch ist immer im Klassenverband, Englisch eigentlich auch. Es macht überhaupt keinen Sinn.

    Das haben wir auch, die Klasse wird geteilt, es sind 2 Lehrer zugeordnet, die ihr Fach unterrichten, dann wird gewechselt. Allerdings zählt die Anzahl der Stunden aus Schülersicht.

    Konkret, Klasse 10 je 4 Stunden Mathe und Deutsch, ich unterrichte 3 im Klassenverband, zweimal eine halbe Klasse , SuS haben 4 Stunden, ich insgesamt 5. Dasselbe gibt es auch mit Kombi Englisch und Französisch .

    Ergänzung, ich habe weiter gelesen und sehe, dass du den Gedanken auch hattest, es aber nicht passt. Dann würde ich nachfragen. Fehler passieren.

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  • Mit Ausnahme des Saarlands wird das Fach Russisch an mindestens einer Hochschule pro Bundesland für das Lehramt angeboten. Infolgedessen ist anzunehmen, dass Russischunterricht an deutschen, staatlichen Schulen bereits staatfindet.

    Oder man lernt die Sprache an der Uni neu. In Baden-Württemberg gibt es noch 19 Gymnasien mit ca. 1200 SuS, die es lernen (über alle Jahrgänge). Und sicher studieren nicht alle Russisch.


    (Da in Baden-Württemberg 750 000 Russlanddeutsche wohnen, vermute ich, dass manche, wenn vor Ort möglich, Russisch wählen.)

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  • Eines der Ziele des deutschen Fremdsprachenunterrichts ist ja die Stärkung des europäischen Zusammenhalts. Dass sich Spanisch in den letzten Jahren so ein bisschen als dritte Fremdsprache (hinter Englisch und Französisch) im deutschen Bildungssystem etabliert hat, macht zwar mit Blick auf globale Entwicklungen Sinn (wobei, selbst da - Arabisch? Mandarin?), aber innerhalb Europas ist es lediglich die siebthäufigst gesprochene Sprache. Und Russisch noch vor Deutsch auf Platz 1 (Quelle).

  • nein, aber das System als Ganzes ist nicht auf Förderung und Forderung angelegt, wie das vielleicht andere BL geschafft haben. Wer glaubt, dass ein Kind (im Sinne von "alle Kinder") ohne Klassenarbeit lernt und zusätzlich freiwillig Textanalysen übt ...

    Ich denke auch, das dies ein Grund ist.

    2 Wochen nach Beginn der 5. Klasse werden Diagnosearbeiten in Mathe und Deutsch geschrieben, danach erhalten besonders leistungsschwache Kinder Förderunterricht. Klassenarbeiten gibt es in allen Fächern, in allen Klassenstufen. Und die Notenskala wird komplett vergeben, wer zu schlecht ist, muss wiederholen und beim 2. Mal in aufeinanderfolgenden Jahrgängen das Gymnasium verlassen. Der Lehrer erteilt die Note, niemand redet herein, schon gar nicht, weil es keinen anderen Platz gibt.

    Ich bin immer noch irritiert, dass es hier Kollegen aus NRW gibt, die sich das nicht vorstellen können.

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  • Aber es war noch nie (!) Thema, dass ein Kind bei uns bleibt, weil es keinen Platz gibt, es wurde noch nie aus diesem Grund bei uns versetzt. Bei uns schwankt die Klassenzahl in jedem Jahr.

    Und ja, es werden Klassen neu eingerichtet, wenn der Klassenteiler überschritten wird (neue Schüler müssen evtl. auch an ein anderes Gymnasium bis alle voll sind).

    Hier schon.

    Hier nicht.

  • Am Gymnasium bleiben vielleicht 2 pro Klasse pro Jahrgang durchschnittlich sitzen, beim 2. Mal in aufeinander folgenden Klassenstufen müssen sie das Gymnasium verlassen.

    Also wiederholen ca. 10 pro Jahrgang (5 Klassen ), in der darunter liegenden Klasse aber auch, die Gesamtzahl bleibt pro Jahrgang also gleich oder wird geringer, weil SuS gehen müssen. Nur in Klasse 5 gleicht es sich nicht aus, dann können wir entweder weniger aufnehmen oder bekommen tatsächlich eine zusätzliche Klasse. Und ja, das passiert regelmäßig, weil auch die Anmeldungen bei den 3 Gymnasien schwanken.

    Zusätzliche Klassen müssen tatsächlich an der Realschule in den Jahrgangstufen 7 - 9 eingerichtet werden, deshalb sollen wir die Zahlen an Abgängen bis April nennen, deshalb empfehlen wir Eltern dringend, sich rechtzeitig zu bemühen. Sonst klappt es vielleicht nicht mit der Wunschschule.

    Aber es war noch nie (!) Thema, dass ein Kind bei uns bleibt, weil es keinen Platz gibt, es wurde noch nie aus diesem Grund bei uns versetzt. Bei uns schwankt die Klassenzahl in jedem Jahr. Ich lese, was ihr schreibt, aber ich habe es in über 25 Jahren in baden-württembergischen Gymnasien (2 RPs) noch nie erlebt. Wir Lehrer lassen uns nicht in unsere Noten herein reden, das geschieht auch nicht.

    Und ja, es werden Klassen neu eingerichtet, wenn der Klassenteiler überschritten wird (neue Schüler müssen evtl. auch an ein anderes Gymnasium bis alle voll sind).

    Das halte ich auch für normal und logisch. Es wiederholt im Schnitt immer derselbe Anteil. Da im folgenden Jahrgang jemand wiederholt, geht es rein rechnerisch auch auf. Wenn Klassenteiler überschritten werden, müssen irgendwo Klassen eröffnet werden. Normal halt.

    Aber ich verstehe auch das bis zu einem gewissen Grad:

    Dass man sich unter den Voraussetzungen fehlender Arbeitszeiterfassung und Mehrarbeitskompensation nicht endlos viel Mehrarbeit und Konflikte aufhalst, kann man auch keinem vorwerfen.

    Wenn die Voraussetzungen so schwierig sind, dass der Kampf zum persönlichen jedes Einzelnen wird, dass man dann nicht mehr kann oder ggf. auch gar nicht mehr mitbekommt, dass es woanders anders ist. Erkenntnisse daraus muss halt am Ende jeder selbst ziehen.

  • SteffdA

    Ich zitiere deine Forumssignaturen. Was du mir mit der russischen Sprache sagen willst, weißt nur du allein, aber vielleicht erklären die Zitate irgendwas.

    "8) Politische Korrektheit ist das scheindemokratische Deckmäntelchen um Selbstzensur und vorauseilenden Gehorsam. :whistling:

    Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen."

  • Am Gymnasium bleiben vielleicht 2 pro Klasse pro Jahrgang durchschnittlich sitzen, beim 2. Mal in aufeinander folgenden Klassenstufen müssen sie das Gymnasium verlassen.

    Also wiederholen ca. 10 pro Jahrgang (5 Klassen ), in der darunter liegenden Klasse aber auch, die Gesamtzahl bleibt pro Jahrgang also gleich oder wird geringer, weil SuS gehen müssen. Nur in Klasse 5 gleicht es sich nicht aus, dann können wir entweder weniger aufnehmen oder bekommen tatsächlich eine zusätzliche Klasse. Und ja, das passiert regelmäßig, weil auch die Anmeldungen bei den 3 Gymnasien schwanken.

    Zusätzliche Klassen müssen tatsächlich an der Realschule in den Jahrgangstufen 7 - 9 eingerichtet werden, deshalb sollen wir die Zahlen an Abgängen bis April nennen, deshalb empfehlen wir Eltern dringend, sich rechtzeitig zu bemühen. Sonst klappt es vielleicht nicht mit der Wunschschule.

    Aber es war noch nie (!) Thema, dass ein Kind bei uns bleibt, weil es keinen Platz gibt, es wurde noch nie aus diesem Grund bei uns versetzt. Bei uns schwankt die Klassenzahl in jedem Jahr. Ich lese, was ihr schreibt, aber ich habe es in über 25 Jahren in baden-württembergischen Gymnasien (2 RPs) noch nie erlebt. Wir Lehrer lassen uns nicht in unsere Noten herein reden, das geschieht auch nicht.

    Und ja, es werden Klassen neu eingerichtet, wenn der Klassenteiler überschritten wird (neue Schüler müssen evtl. auch an ein anderes Gymnasium bis alle voll sind).

    Ich schrieb von Grundschulen. Von der Grundschule wechseln nur absolute Härtefälle mit einsichtigen Eltern weiter an eine Förderschule. Der Schultyp wurde wegen der toll funktionierenden Inklusion jahrelang abgewickelt, und an den Grundschulen läuft das ja auch so super, einfach in derselben Klasse zieldifferent beschulen. Die Kolleginnen schaffen das schon. Mittlerweile sind allerdings wieder neue Förderschulen in Planung.

    Die wenigen Kinder, die an der Grundschule wiederholen bzw. die Schuleingangsphase verlängern, werden sowieso nicht am Gymnasium angemeldet. Das versuchen nur die allerdümmsten Eltern. Aber auch die gibt es. Die zu guten Grundschulnoten schaden vor allem den mittelmäßigen Schülern, die eigentlich gute Realschüler wären. Wenn sich einer in Klasse 3 und 4 mit einer 3 in Deutsch und Mathe durchknapst, reicht das ja vielleicht fürs Gymmi? Und in Englisch hatte der sogar eine 2! Tja.

    Am Gymnasium in NRW schulen wir nach der sechsten Klasse ab und in den höheren Klassenstufen fallen Wiederholer kaum ins Gewicht. Die gehen in der 7 und 8 nach einer Klassenwiederholung und weiterhin ausbleibendem Erfolg an die nächste Schulform. Also, wenn die überhaupt Plätze hat, die staatliche Realschule eröffnet hier nämlich nicht einfach so neue Klassen, nur weil Kinder wechseln möchten. Letzter Ausweg wäre die private Realschule (wenn die noch Plätze hat), aber in der Regel müssen die Kinder dann an die Gesamtschule.

    Da sich ein jeder am Gymnasium anmelden kann (OT: "Noten sagen ja nicht so viel aus"), sind die Klassen 5 und 6 gespickt mit Kindern, die dort ihre Zeit vergeuden. Die Ursache sind idiotische Eltern, aber auch das Blendwerk der Grundschulen in Form zu guter Zeugnisse.

    Den Grundschullehrern wird ganz sicher nicht in die Noten reingeredet. Ein gewisser Mitforist würde das glaube ich ein Strohmannargument nennen, vielleicht gibt es auch einen lateinischen Begriff.

    Man fragt sich, wofür das gut ist.

  • Am Gymnasium in NRW schulen wir nach der sechsten Klasse ab und in den höheren Klassenstufen fallen Wiederholer kaum ins Gewicht. Die gehen in der 7 und 8 nach einer Klassenwiederholung und weiterhin ausbleibendem Erfolg an die nächste Schulform. Also, wenn die überhaupt Plätze hat, die staatliche Realschule eröffnet hier nämlich nicht einfach so neue Klassen, nur weil Kinder wechseln möchten. Letzter Ausweg wäre die private Realschule (wenn die noch Plätze hat), aber in der Regel müssen die Kinder dann an die Gesamtschule.

    GENAUSO bei uns (außer, dass nach der 6. Klasse nicht mehr "abgeschult" wird; seitdem die 2. FS nicht mehr in der 6 startet, hat die 6. Klasse keine besondere Rolle mehr.
    Und dass wir keine Realschule mehr und die Gesamtschule auch nicht aufnimmt, weil sie keinen Platz hat.
    Freiwillige Wechsel sind absolut unmöglich, geschehen also in der Regel erst, wenn ein Schüler zwei Mal nacheinander sitzen bleiben würde. Also quasi nie.
    Gefährlich wird ab der 9. Klasse, wo es um Schulabschlüsse geht, der Wechsel nicht mehr möglich ist (rechtlich) und einige SuS somiit in Sackgassen gelandet sind.
    und dann die 10. Klasse mit dem einfachen mittleren Schulabschluss / Hauptschulabschluss verlassen.

  • Da sich ein jeder am Gymnasium anmelden kann (OT: "Noten sagen ja nicht so viel aus"), sind die Klassen 5 und 6 gespickt mit Kindern, die dort ihre Zeit vergeuden. Die Ursache sind idiotische Eltern, aber auch das Blendwerk der Grundschulen in Form zu guter Zeugnisse.

    Ich sehe die Zeugnisse nicht, aber:
    - die Quote derjenigen, die sich ohne (vollständige) Gymnasialempfehlung anmelden, ist sehr hoch
    - eine gewisse Gaußglocke wird jede Grundschule auch haben
    - die Schulen "lernen" vielleicht auch: Wenn sie merken, dass einige SuS mit Empfehlung X an der Schule Y "weiterkommen", dann wird vielleicht entsprechend beraten.
    In meiner Stadt beraten einzelne (!!!) Grundschulen genauso "Wenn Sie auf das Gym A (konfessionell) wollen, kriegen Sie eine Realschulempfehlung, aber für Gym B (meins..) kriegen Sie eine eingeschränkte Gym-Empfehlung".
    Ein Teufelskreis.
    Unsere Glocke ist also eine andere Glocke als die Nachbarsglocke.

  • Ich schrieb von Grundschulen. Von der Grundschule wechseln nur absolute Härtefälle mit einsichtigen Eltern weiter an eine Förderschule. Der Schultyp wurde wegen der toll funktionierenden Inklusion jahrelang abgewickelt, und an den Grundschulen läuft das ja auch so super, einfach in derselben Klasse zieldifferent beschulen. Die Kolleginnen schaffen das schon. Mittlerweile sind allerdings wieder neue Förderschulen in Planung.

    Die wenigen Kinder, die an der Grundschule wiederholen bzw. die Schuleingangsphase verlängern, werden sowieso nicht am Gymnasium angemeldet. Das versuchen nur die allerdümmsten Eltern. Aber auch die gibt es. Die zu guten Grundschulnoten schaden vor allem den mittelmäßigen Schülern, die eigentlich gute Realschüler wären. Wenn sich einer in Klasse 3 und 4 mit einer 3 in Deutsch und Mathe durchknapst, reicht das ja vielleicht fürs Gymmi? Und in Englisch hatte der sogar eine 2! Tja.

    Am Gymnasium in NRW schulen wir nach der sechsten Klasse ab und in den höheren Klassenstufen fallen Wiederholer kaum ins Gewicht. Die gehen in der 7 und 8 nach einer Klassenwiederholung und weiterhin ausbleibendem Erfolg an die nächste Schulform. Also, wenn die überhaupt Plätze hat, die staatliche Realschule eröffnet hier nämlich nicht einfach so neue Klassen, nur weil Kinder wechseln möchten. Letzter Ausweg wäre die private Realschule (wenn die noch Plätze hat), aber in der Regel müssen die Kinder dann an die Gesamtschule.

    Da sich ein jeder am Gymnasium anmelden kann (OT: "Noten sagen ja nicht so viel aus"), sind die Klassen 5 und 6 gespickt mit Kindern, die dort ihre Zeit vergeuden. Die Ursache sind idiotische Eltern, aber auch das Blendwerk der Grundschulen in Form zu guter Zeugnisse.

    Den Grundschullehrern wird ganz sicher nicht in die Noten reingeredet. Ein gewisser Mitforist würde das glaube ich ein Strohmannargument nennen, vielleicht gibt es auch einen lateinischen Begriff.

    Eben.

    Nur dass bei uns nicht nur nicht genügend Platz an der Realschule für die Vielzahl (die Mehrheit) an Schülern ist, die eigtl. passende Realschüler wären (die Realschiule betreibt hier entsprechend notenbasiertes cherry piicking, wen der abzuschulenden Schüler sie nimmt), sondern dass unsere Gesamtschule infolge einer 'geschlossenen' Konzeption gar keine Schüler (spätestens nach der 6ten) aufnimmt und nur noch die Hauptschule bliebe.

    Ein polit. Struktur- und auch trägerverortetes Problem, das bedingt, das regelmäßig nicht abgeschult, sondern (ggf. wiederholt und dann) versetzt wird, aus mangehaften Noten (man hörte schon von der Schulleitung, und Kollegen, dass ungenügende ja im Grunde gar bicht vergeben werden dürften, außer bei aktiver Totalverweigerung - ist oft was Wahres dran) plötzlich ausreichende werden.

    Hinzu kommt die chronische Überlastung mit zu großen und zu vielen Lerngruppen pro Kollege, zu viel Dokumentation, Bürokratie und außerunterrichtlichen, i.d.R. redundanten oder sonstwie unnötigen Dienstpflichten (Präsenzkonferenzen etc.) und unzähligen Faktoren, die einfach enorme Mengen an Energie kosten. Eine z.T. uneinsichtige, stretbare Elternschaft, keinerlei Erforderlichkeit eines gewissen Begründungs- oder gar Belegniveaus bei Widersprüchen (und der Ausstrahlungswirkung von bereits diesbzgl. Einzelfällen auf das gesamte Kollegium), gleichzeitg im Ernstfall vollkommen fehlende Rückendeckung der schulübergeordneten Dienstherren tun ihr Übriges, ebenso der Mehraufwand Förderpläne zu schreiben u./o. in den dringend benötigten Sommerferien evtl. eine Nachprüfung zu konzipieren und direkt mit entsprechender Prüfarbeit das neue Schiuljahr zu beginnen, während die Kollegen noch frei haben. Von evtl. Druckversuchen der Schulleitung ('die Zahlen müssen stimmen, wir können nicht jeden x-ten abschulen'; 'dann liegt es wohl am Unterricht, dass so viele vermeintl. nichtmsmak die Mindeststandards erreichen' etc.) ganz zu schweigen.

    Und ich habe deswegen Verständnis für die Kollegen.

    Auch das führt alled durch Strukturen, die derartiges logisch bedingen (sollen), zum systematischen Beschreiten von Wegen geringsten Widerstands, zur Noteninflation.

    Der Druck ist umso höher, je mehr Schüler bei uns landen, die eigtl. für das Gymnasium ungeeignet sind. Und seitdem Eltern über die weiterführende Schule entscheiden (was eine durch und durch dümmliche, jede Leistungsgerechtigkeit konterkarierende Idee ist), landet die Mehrheit aller Schüler überhaupt am Gymnasium und damit (normalverteilungsbedingt, unter Voraussetzung der eigtl. gymnasialen Anforderungen) ist folglich eine Mehrheit der Gymnasiasten für diese Schulform ungeeignet.

    Das führt mithin auch durch die neuen 'Normzustände' i.V.m. entsprechenden Vorgaben aus den BezR und dem Ministerium zu einer zusätzlich allg. Niveauanpassung der Schulform an sich nach unten hin (mit entsprechender Ausstrahlungswirkung auf die anderen Schulformen), eine Kapitulation vor einer 'veränderten' Kindheit und Jugend (und damit eine Konterkarierung der eigtl. Funktion von Schule).

    Das ist nicht NRW-, gymnasium- oder standortbedingt, sondetn ein recht ubiquitäres Phänomen und sollte jedem im Beruf bekannt sein, der nicht erst seit Gestern dabei ist (insb. wenn man bspw. noch die Zustände vor und um die Jahrtausenwende kennt und nicht selbst Schüler der aktuelleren, dysfunktionalen Schulsysteme war).

    Einmal editiert, zuletzt von PaPo (12. September 2026 11:04)

  • Am Gymnasium in NRW schulen wir nach der sechsten Klasse ab und in den höheren Klassenstufen fallen Wiederholer kaum ins Gewicht. Die gehen in der 7 und 8 nach einer Klassenwiederholung und weiterhin ausbleibendem Erfolg an die nächste Schulform. Also, wenn die überhaupt Plätze hat, die staatliche Realschule eröffnet hier nämlich nicht einfach so neue Klassen, nur weil Kinder wechseln möchten. Letzter Ausweg wäre die private Realschule (wenn die noch Plätze hat), aber in der Regel müssen die Kinder dann an die Gesamtschule.

    Das Ende der Erprobungsstufe (also Klasse 6) ist hier praktisch der einzige Ausgang, denn wer da nicht versetzt wird kann notfalls amtlich irgendwohin zugeteilt werden (aber auch nicht beliebig viele!), ansonsten ist die Meldung eigentlich immer "kein Platz!", auch wenn interessierte Eltern sich ohne Zwang auf die Suche begeben. Wer in die 7 versetzt wird, bleibt in aller Regel bis zum Ende der Schulpflicht und lernt auf dieser Reise dann mehrere Klassen kennen. Ich habe nur manchmal auch schon von Tauschgeschäften zwischen Schulleitungen gehört, weil beide irgendwen loswerden wollen, das stelle ich mir dann ein wenig vor wie auf der Glienicker Brücke. Der sicherste Weg, die Schule zu wechseln, lautet hier: Umziehen.

  • Bei uns ging der Wechsel auch nur nach 6, für spätere Wechselambitionen gab es schlicht keine Schulplätze. Und auch die Abschulung nach 6 war schwieriger, als sie es sein sollte. Ca. im Februar kamen Ansagen, wie viele Schüler umverteilt werden könnten (wir waren sechszügig mit einem sehr hohen Anteil an Schülern ohne Gymnasialempfehlung und haben immer Zahlen um die 6-8 genannt bekommen), und es gab die klar kommunizierte Erwartungshaltung, ungefähr diese Größenordnung auch tatsächlich einzuhalten. Darauf hat die Schulleitung auch aktiv hingearbeitet und entsprechenden Druck aufgebaut.

    In der Mittelstufe gibts dann nur zwei Möglichkeiten, durchschieben oder nach 2 Wiederholungen Abgang aufs Berufskolleg. Letzteres hielten viele Kollegen für unverhältnismäßige Härte und man könne doch wenigstens den mittleren Schulabschluss ermöglichen, um den Bildungsweg nicht kaputt zu machen, blabla. An der Stelle muss man sich an den Schulen sicher an die eigene Nase fassen. Zur Wahrheit gehört auch, dass die Schüler am Ende eh überwiegend durchrutschen, weil irgendwie immer zu viele Kollegen sich die Arbeit für Förderpläne und Nachprüfungen usw. sparen wollen und/oder sich nicht trauen, die elendige SoMi-Note konsequent ins Defizit zu setzen (weil das bei Widersprüchen nunmal auch schwierig rechtfest begründbar ist). Und so wird halt alles mitgezogen und wir haben die Kompetenzinflation, die wir haben.

    Meines Erachtens kann man nur gegensteuern, indem über alle Schulformen hinweg strikter selektiert wird und die Kriterien dafür objektiviert werden, sprich standardisierte und zentral ausgewertete Tests die Grundlage bilden. Chilli hat ja Recht, dass jede Grundschule ihre gauß'sche Verteilung hat und auch entsprechend Empfehlungen ausspricht. Es gibt aber Grundschulen, von denen strenggenommen niemand am Gymnasium landen dürfte, weil niemand die nötigen Kompetenzen erreicht. Anderswo könnten ganze Klassenverbände geschickt werden. Es passiert aber nicht, sondern die Empfehlungen orientieren sich an der sozialen Norm der jeweiligen Gruppe. Das kann logischerweise nicht richtig sein und gut gehen.


    Vielleicht kann man hier im Forum zur Kenntnis nehmen, dass die Verhältnisse in den Bundesländern und Regionen sehr unterschiedlich sind. Was Kris aus BW berichtet, ist für mich wahrscheinlich genauso unvorstellbar, wie umgekehrt. Diese Handhabung findet man hier lediglich noch an Privatschulen.

  • Also bei mir in der Stadt gibt es schon die eine oder andere Schule, wo 2/3 aufs Gym wechselt (mehrheitlich nicht meins..). Zum Beispiel die Schule mit Sozialindex 1 oder Sozialindex 2.
    Die Schulen mit Sozialindex 6, 8 oder 9 haben (nehme ich an) eine Gaußsche Verteilung und deren besten SuS hatten nie die realistische Möglichkeit, mit den SuS der anderen Grundschule mit Sozialindex 2 mitzuhalten. Wäre also unfair, deren Bemühungen und sehr guten Noten abzutun. Aber sie konnten aber, trotz 1er oder 2er auf dem Zeugnis, nicht die selben Ziele erreichen. Und von denen mit 2-3er-Zeugnis sowieso nicht.

    Und dann muss man - sorry - auch die unbequeme Wahrheit an einzelnen Schulen nennen: Das selbe Spiel wird unter den Klassen eines Jahrgangs fortgesetzt, die Klassen mit und ohne Profil, zum Beispiel. Und die eine Klasse hat nie nie nie dieselben Voraussetzungen wie Parallelklasse. Da kriegt zwar kaum einer ein 1er-Zeugnis, selbst 2er werden nicht (in den mündlichen Fächern) verschenkt, aber die Hälfte der Klasse kriegt nicht gesammelt eine 5, obwohl es im Nachbarraum der Fall wäre.

  • Welchen Wert haben Noten, wenn nicht die objektive Spiegelung von Kompetenzen? Man sollte sich darauf verlassen können, dass eine 1 oder 2 eine kriteriale Norm erfüllt, nicht eine Stellung im Leistungsgefüge einer willkürlichen Gruppe. Das ist meines Erachtens eines der Kernprobleme im Schulbetrieb.

    Spätestens bei der Bewerbung um NC-belegte Studienplätze ist es auch einfach unfair.

  • ich weiß.
    und du weißt, dass ich es weiß, genauso umgekehrt.
    Trotzdem wird mir kein Lehrer erklären können, dass er nicht schon mal Widerstand erlebt hat (also Blicke und Kommentare von SuS, KuK, oder selbst von der SL), wenn es rein zu viele gute Noten gibt, oder keine einzige 3 oder so gibt.. Ich hatte schon (mehrmals!) beide Extreme. Anfängergruppe, nur eine 3 auf dem Zeugnis, alles sonst 1er oder 2er. Sie waren auch TATSÄCHLICH sehr gut (ging dann über die Jahre bergab.). Nach den damaligen Maßstäbe würde JEDE einzelne Klasse heute einen Schnitt (weit) unter 4 haben. Nach den heutigen Maßstäben habe ich vll eine 1 auf dem Zeugnis, eine Handvoll 2er und 3er, eine Handvoll 5er und der Rest im 4er Bereich. Aber die Arbeiten können auch nur das messen, was ich im Unterricht gemacht habe, und wenn ich ständig Basis mache, reicht es für eine 1 oder 2,auch wenn es keine 1 oder 2 woanders wäre.

  • Jetzt hatten ja alle schon verständnisvoll genickt aber du kommst selbst WIEDER damit, dass Schulleitung und Kollegen schlicht und ergreifend selbst verantwortlich dafür sind. Wieso ist es denn Härte, mit 16 die Schule zu wechseln und warum sollte man gar zweimal dafür wiederholen? Das ist doch eher unfair den SuS gegenüber und nicht mitfühlend oder mild.

    In der Mittelstufe gibts dann nur zwei Möglichkeiten, durchschieben oder nach 2 Wiederholungen Abgang aufs Berufskolleg. Letzteres hielten viele Kollegen für unverhältnismäßige Härte ...

  • Welchen Wert haben Noten, wenn nicht die objektive Spiegelung von Kompetenzen? Man sollte sich darauf verlassen können, dass eine 1 oder 2 eine kriteriale Norm erfüllt, nicht eine Stellung im Leistungsgefüge einer willkürlichen Gruppe. Das ist meines Erachtens eines der Kernprobleme im Schulbetrieb.

    Spätestens bei der Bewerbung um NC-belegte Studienplätze ist es auch einfach unfair.

    Stimmt genau, und das funktioniert, wenn man vernünftige Lehrpläne hat, die detaillierte Ziele enthalten und nicht dieser Kompetenzquark, bei dem nur steht, dass man mit 10 bis 1.000.000 rechnen können sollte.

    Können Lehrkräfte sich nicht gesammelt beim Kultus beschweren?

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