Hohe Krankenstände und keine Konsequenzen

  • Alles schön und gut, ich würde das auch gerne machen. Aber bei uns ist mit dem "Ende" der Coronagefahr alles eingestellt worden. Es wird wieder oberflächlich geputzt, desinfiziert wird gar nicht mehr, es gibt am Handwaschbecken (das bei uns offiziell "Ausgussbecken" heißen soll) seit dem Sommer weder Seife noch Papierhandtücher. Alles wie vor der Pandemie... Alle Kinder hatten sich an das regelmäßige Händewaschen gewöhnt und müssten jetzt 3 Etagen tiefer quer über den Schulhof laufen, an die paar Waschbecken im Toilettenbereich.


    Die Infektionen und hohen Krankenstände bei den Kindern sind hausgemacht, von Stadt (hier zumindest) und Land. Und das liegt bestimmt nicht vorrangig am Wegfall der Maskenpflicht, sondern am Abschalten sämtlicher eingespielten Hygienemaßnahmen. Da wird gespart, dafür stapeln sich an den Schulen die Tests, die kaum noch jemand nutzt.

    Das ist bei uns halt schlichtweg anders. Wir haben natürlich auch weiterhin Seife und Papierhandtücher in allen Klassenzimmern. Wenn meine SuS sich die Nase putzen empfehle ich diesen auch immer direkt die Hände zu waschen, damit Erkältungen und Co. weniger wandern. Gibt es nicht die Möglichkeit, dass ihr aus dem Vorratsschrank der Reinigungskräfte Papierhandtücher für die Klassenzimmer holt, dazu dort Flüssigseife abfüllen fürs Klassenzimmer (irgendeine alte Pumpflasche wird sich wohl finden in jeder Klasse, auch ohne etwas Neues kaufen zu müssen). Etwas ziviler Ungehorsam quasi um der Hygiene Willen...

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • CDL Natürlich bleibt es jedem überlassen, sich zu schützen. Doch Grundschüler verhalten sich nach den Vorgaben ihrer Eltern und da sind im Erzgebirge Hygieneregeln um Infektionen zu vermeiden bei den meisten nicht mehr erwünscht.

    Du scheinst mit Homeschooling und den psychischen Problemen bei Deinen Schülern wohl sehr schlechte Erfahrungen gemacht zu haben…Mein Klasse war während der Pandemie 2. und 3. Klasse. Ich habe eigentlich gute Erfahrungen gemacht und regelmäßigen Kontakt zu Eltern und Schülern gehabt. Natürlich sind auch Defizite entstanden, aber die konnten wir im 4.Schuljahr gut aufholen. Also ich würde eine kurze Zeit Homeschooling nicht grundsätzlich ablehnen.

  • CDL Natürlich bleibt es jedem überlassen, sich zu schützen. Doch Grundschüler verhalten sich nach den Vorgaben ihrer Eltern und da sind im Erzgebirge Hygieneregeln um Infektionen zu vermeiden bei den meisten nicht mehr erwünscht.

    Du scheinst mit Homeschooling und den psychischen Problemen bei Deinen Schülern wohl sehr schlechte Erfahrungen gemacht zu haben…Mein Klasse war während der Pandemie 2. und 3. Klasse. Ich habe eigentlich gute Erfahrungen gemacht und regelmäßigen Kontakt zu Eltern und Schülern gehabt. Natürlich sind auch Defizite entstanden, aber die konnten wir im 4.Schuljahr gut aufholen. Also ich würde eine kurze Zeit Homeschooling nicht grundsätzlich ablehnen.

    Joah, ich sehe jetzt bei SuS der Klassenstufe 5, was denen fehlt im Arbeits- und Sozialverhalten als Folge von zwei Pandemieschuljahren mit erheblichen Fernunterrichtszeiten in der Grundschulzeit, angefangen mit geradezu absurd kurzen Aufmerksamkeitsspannen (Dauer eines Tiktok- Videos...). Darüber hinaus sehe ich einfach auch, was diese zwei Jahre an psychischer Last bei so vielen meiner SuS verursacht haben. Wir hatten unter anderem einen Suizidversuch im Schulhaus, haben wahnsinnig zu kämpfen gegen Mobbing aller Art, welches meist im Fernunterricht versteckt geblieben ist als Cybermobbing und erst in Präsenz ausreichend bemerkt wird von Erwachsenen, so dass die SuS nicht mehr völlig alleine sind damit und ggf. in der Folge versuchen sich das Leben zu nehmen.


    Lass Corona halt raus und verweis wirklich nur auf die typischen Schmierinfektionen aller Art, während du nach der Pause alle die Hände einmal waschen lässt, nach dem Husten/ Niesen/in irgendeiner Form Rotz absondern ebenfalls verbindlich darauf bestehst und denk lieber darüber nach, was für ein Geschwurbel manche deiner SuS womöglich zuhause ungefiltert hören im Fernunterricht, was im Präsenzunterricht eher auch einmal gefiltert/ konterkariert wird, weil SuS andere Kinder oder auch Lehrkräfte fragen, wie diese etwas sehen.


    Ehrlich: Homeschooling ist kein goldener Gral, der die Probleme, die dir die Haltungen deiner Elternschaft verursachen lösen könnte oder lösen sollte. Präsenzunterricht ist in vieler Hinsicht unersetzlich und ganz besonders wertvoll. Gerade uns als Lehrkräften sollte das bewusst sein nach den letzen beiden Schuljahren.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • CDL So weit sind wir voneinander gar nicht entfernt. Du kannst mir glauben, dass ich aus bitterer Erfahrung genau weiß, was mein Schüler durch ihre Schwurbeleltern sich anhören mussten. Ich habe immer versucht gegenzusteuern…ich konnte nie diese dummen Theorien einfach so stehen lassen. In meiner neuen ersten Klasse weise ich allgemein auf die hohen Infektionszahlen vieler Infektionen hin. Und bitte um entsprechendes Verhalten. Doch es gibt immer wieder viele Eltern und auch leider Kollegen, die die Probleme kleinreden und somit keinen Handlungsbedarf sehen. Und natürlich hast Du recht, dass man im Präsenzunterricht eher Einfluss nehmen kann. Aber, wenn nur noch ein kleiner Teil der Schüler gesund in der Klasse sitzt, bringt das auch nicht wirklich was😌. Ich habe Homeschooling nie als heiligen Gral gesehen…doch ist es immer noch besser Schüler online zu erreichen, als gar keinen Kontakt zu haben…

  • Passt dazu, die Überschrift ist natürlich - gelinde gesgt - daneben: Weil Schulen unnötige Atteste verlangen: Kinderärzte am Limit

    Die Grundschule meines Kindes verlangt kein Attest, aber für Kind-krank-Tage benötigt man eine Bescheinigung über die Notwendigkeit der Betreuung. Da sehe ich eher das Problem.


    Ich wäre schon zufrieden wenn mein Sohn einfach 2 Wochen am Stück krank wäre, statt alle 3 Wochen 5-7 Tage. Und dann im Wechsel mit der Schwester. Bin aber echt froh, dass ich die Kinder zu Hause lassen kann, wenn es ihnen nicht gut geht.

    Der Sohn meiner Cousine ist auch alle 3 Wochen wieder krank (der hat allerdings immer Erbrechen und Fieber, meine haben Husten, Schnupfen, Fieber). Sie ist selber Grundschullehrerin und so eine deren Mann den wichtigeren Job hat und nicht so oft bei der Arbeit fehlen kann...

    Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.

  • Das glaube ich euch alles aufs Wort, nur gab´s das vor Corona auch schon, auch das Leute "so krank wie nie zuvor" waren. Ich war das im Winter 17/18 und meine Kinder im Feb 20.

    Bzw - glaubt ihr den Statistiken und Erhabungen nicht, dass RS halt die letzten Jahr "relativ" ruhig war und jetzt einfach nachgeholt wird?

    Spaß macht das sicher alles nicht. Wenn Kinder krank sind, ist es übel für die Eltern. Meine Kinder hatten schon vor Corona durchgeko... Nächte und PseudoKrupp und alles mögliche, was man halt so hingenommen hat, weil es die Zwuzgis halt einfach trifft.

    Oh ja, mit Pseudokrupp auf dem Balkon sitzen und überlegen, ob es gefährlich genug für den Notarzt ist... Vielleicht sind es vorrangig Eltern von Klein- und Vorschulkindern, die durch Lockdown etc. keine Vorstellung davon haben, WIE oft Kinder wirklich krank sind? Nämlich ständig.

  • Das ist nicht richtig:

    10 Tage für 2022 max. 20 Tage und das pro Kind.


    Ich finde das auch nicht so wenig. Letztlich müssen die Personen auch in der Schule ersetzt werden. Am Ende gibt es das Interesse der Schule und das Interesse der Lehrkraft. Und da ist es halt ein Kompromiss.



    (2a) 1Abweichend von Absatz 2 Satz 2 kann im Urlaubsjahr 2022 Urlaub nach Absatz 2 Satz 1 je Kind für bis zu zehn Arbeitstage im Urlaubsjahr erteilt werden. 2Abweichend von Absatz 2 Satz 4 darf der Beamtin oder dem Beamten Urlaub im Urlaubsjahr 2022 insgesamt aber nur für bis zu zwanzig Arbeitstage im Urlaubsjahr, einer alleinerziehenden Beamtin oder einem alleinerziehenden Beamten für bis zu dreißig Arbeitstage im Urlaubsjahr erteilt werden.

  • Dann ist die Aussage generell schon richtig, gilt so nur nicht für das Jahr 2022.

  • Und wenn das Kind die Eltern ansteckt, sind eben diese krank und es sind keine Kinderkrankentage.

    Und wenn das Kind die Eltern nicht ansteckt, diese aber so tun, sind es weder Kinderkranktage noch Kranktage, sondern schwere Dienspflichtverstöße.

  • Und wenn das Kind die Eltern nicht ansteckt, diese aber so tun, sind es weder Kinderkranktage noch Kranktage, sondern schwere Dienspflichtverstöße.

    Das ist richtig. Nur wenn das Kind die Eltern ansteckt, sollte man doch sich selbst krankmelden und nicht die Kinderkrankentage verbrauchen.

    Wenn bspw. das Kind wegen Magen-Darm Montag bis Freitag krank ist und es erwischt die Eltern ab Mittwoch, dann sollte man in der Schule klar kommunizieren, dass es nur zwei Kinderkrankentage waren und nicht fünf.

  • Dann ist die Aussage generell schon richtig, gilt so nur nicht für das Jahr 2022.

    Wenn Du den Ursprungsbeitrag liest, steht dort dass die Ausnahme für 2022 nicht mehr gilt. Darum geht es doch gerade.

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