Alles anzeigenMittlerweile (und auch schon zu meiner Studienzeit von vor 15 Jahren) hat sich das Lehramtsstudium meines Wissens vom Vollzeit-Fachstudium in Richtung Didaktik und Pädagogik entwickelt.
Und wie kann man denn bitte mit so vielen fachlichen Fehlern das Referendariat bestehen? Bei uns führen z. B. Fehler von der Form
- "Die Rückstellkraft verhält sich indirekt proportional zur Auslenkung." (korrekt wäre "entgegengesetzt proportional", also F_R proportional zu -s, nicht 1/s)
- "Die Temperatur misst man in °C, °F und K, die SI-Einheit ist K und das Symbol für die Temperatur ist T." (korrekt: das Symbol für die Temperatur, die man in K misst, ist in der Tat T, bei °C theta)
- Verwechsler zwischen Groß- und Kleinschreibung bei Größen und Einheiten
in der Lehrprobe zu sofortigen Eingriffen des Seminarleiters und damit fällt man meines Wissens auch sofort durch. Und das sind keine Fehler, die in Echtzeit Neuntklässlern auffallen. Da muss man verdammt stark auf seine Sprache aufpassen und selbst ähnliche Fehler der Schüler aktiv korrigieren.
Es gibt Bundesländer, in denen eine 5 durch eine 3 ausgeglichen werden kann, in anderen nicht. Ich kenne aber ihre Noten nicht.
Und auch das Studium unterscheidet sich deutlich, dank Praxissemester kommt bei uns inzwischen auch mehr Didaktik im Studium vor, aber unsere letzten Referendare in Chemie haben immer noch mit den anderen studiert.
Mir wurde von den Schülern erzählt, dass ihnen aufgefallen sei, dass das Buch abweiche. Außerdem gab es Eltern, die Chemie studiert und promoviert haben. Am Gymnasium zählt das Fachliche auch bei den Schülern, wer es fachlich nicht drauf hat, wird nicht ernst genommen. Es gibt einiges Geschwätz über Folgen, da ich nicht weiß, was stimmt, halte ich mich zurück. Ich bin aber froh, dass mir großes Fachwissen bestätigt wird und ich jeden Chemie-LK erhalte.