Ist die AfD eine demokratische Partei?

  • Teilweise sind es aber auch die Gymnasien selbst... Manche schielen durchaus hauptsächlich darauf, die Mindestschülerzahl zu bekommen, um nicht zu schrumpfen. Warum werden Kinder angenommen, die nicht die entsprechende Empfehlung der Grundschule haben?

    Weil sie angenommen werden müssen. Unsere Unterstufenkoordinatorin hat sich den Mund fusselig geredet, um Eltern von der Anmeldung abzubringen. Einmal da, bleibt der Großteil, weil a) Schulplätze an anderen Schulformen fehlen und das Schulamt entsprechend Druck ausübt, und b) die Lokalpresse sehr heftig gegen Gymnasien mit hohen Abschulquoten geschossen hat. Die schlechte Presse wollte die Schulleitung dann wiederum nicht. Mindestschülerzahl war nie das Problem, wir hatten immer mehr Anmeldungen als Plätze (und mussten dann losen).

  • Das Problem ist doch dann, dass ihr die Kinder nicht rechtzeitig auf eine andere Schule schickt. Das Problem ist doch, dass das Abitur dann zu einfach ist. Aber deswegen brauche ich eine Quote. Dann muss ich halt das Niveau erhöhen.

    Das passiert aber nicht. Und das Abitur ist dermaßen einfach, die Erwartungshorizonte so gestrickt, dass es damit ja durchaus am Ende dann auch noch reicht, um erfolgreich durchzurutschen. Der Fehler ist systematisch; das Abitur ist zu einfach.

  • Oder geht es irgendwem anders besser, wenn diese Kinder sich in staatlichen Schulen schlechterer Förderung aussetzen müssen?

    Warum brauchen diese Kinder der „Bestenauslese“ denn nun plötzlich Förderung und kommen im gymnasialen Unterricht nicht zu den Spitzenleistungen, die dir so wichtig sind?

    Und warum ist die Förderung am Gym überhaupt schlecht?

  • Du hast überhaupt keine Ahnung.

    Obwohl diese Kinder zur Schule kommen oder das Fehlen trotz vieler Umzüge auffällt, kommen unsere derzeitigen Systeme nicht daran, diese Kinder zu erkennen und aufzufangen.

    Trotzdem ist die Schule eine Kontrollinstanz. Ich möchte keinesfalls eine Bewegung wie in den USA nach Deutschland holen. Kinder sollten auch von anderen Erwachsenen erzogen und gebildet werden als nur von den Eltern, selbst wenn sie keiner Misshandlung ausgesetzt sind.

  • Deine Ideen setzen uns ins Mittelalter zurück, Schulen bzw. Privatlehrer nur für Reiche.

    Homeschooling heißt doch gerade nicht, Schulen nur für Reiche. Mal davon abgesehen, dass diese Ideen nichts mit Mittelalter zu tun haben. Das ist die Gegenwart, hundert Kilometer westlich von mir. Und Belgien, Frankreich und das Vereinigte Königreich sind nun auch keine armen, bildungsfernen Länder.

    chilipaprika : Es geht mir vor allem um Extremfälle, die es alle Jahre mal wieder in die Medien schaffen, bei denen Elternhäuser, die die Bezeichnung "Eltern" nicht verdienen, ihre Kinder jahrelang zuhause einsperren und nach außen hin vorgeben, sie würden ihre Kinder zuhause unterrichten (diese Art von Elternhäusern sind oft Meister in der Manipulation nach außen, um den Schein zu wahren). Es geht mir nicht nur um die leistungsbezogenen Nachweise, sondern auch darum, dass verpflichtend nachgeschaut wird, dass diese Kinder körperlich wie mental gesund sind. 100%-ige Garantie gibt es nie, aber wenn die Kinder täglich in die Schule kommen, bekommen wir zumindest mit, wenn "irgendwas", was auch immer dieses "irgendwas" sein mag, nicht stimmt. Kommt ein Kind im schlechtesten Fall nie aus den eigenen vier Wänden heraus, fehlt ein geschultes, unabhängiges weiteres Paar Augen, dem Abweichungen im Verhalten oder Aussehen überhaupt erst auffallen könnten.

    Gerade solchen Fällen würde man mit Homeschooling, das dann natürlich mit einer gewissen Kontrolle einhergeht, begegnen. Du sagst ja selbst, das sind Fälle, die jetzt unter Schulpflicht stattfinden.

  • Du fühlst auch nie den Drang zu belegen, was du so meinst, oder? Abgesehen davon, dass von den sozialen Folgen die Rede war und nicht von beruflichem Erfolg.

    Nee, den fühle ich bei allgemein bekannten Tatsachen eher nicht.

    Wenn der berufliche Erfolg am Ende stimmt, können die sozialen Folgen nicht so gravierend sein, dass am Ende überproportional sozial dysfunktionale Menschen dabei herauskommen.

  • Trotzdem ist die Schule eine Kontrollinstanz

    Ich bin in keinem Fall für Heimbeschulung,

    aber zu erklären, man würde stets merken, dass im häuslichen Umfeld etwas nicht richtig läuft, ist falsch.

    Dennoch haben Kinder eher die Chance, sich einer Lehrkraft oder einer Freundin oder jemand anderem außerhalb der Familie zu öffnen, als wenn sie allein in der Familie (und extremen Gemeinschaft) leben.

  • :?: Das solltest du erklären...

    Die konfessionellen Schulen dürfen abweisen und auch wenn sie dort nicht unbedingt so ein viel besseres Niveau haben, wäre es mir wert. also auf Nummer sicher mein Kind taufen lassen. oder zumindest ich zahle eine Kirchensteuer und lasse es dem Kind offen.

    Und da ich mehrere Umzüge hinter mir habe: Ja, ich kann mir vorstellen, dass einige hier nicht mal ansatzweise verstehen, was Maylin sagt.
    Ich unterstütze nicht ihre zum Teil diskriminierenden Positionen, kann aber alle ihre Beschreibungen unterschreiben.
    Da wir eben NICHT die Fördermöglichkeiten erhalten und das System so verankert ist, dass die größte "Hürde" der Eintritt aufs Gymnasium ist, der Rest rollt ja von sich*, ist es ein systemimmanentes Problem.

    * Selbst wenn ein Kind merkt "oh, ich muss auf eine andere Schule, die 2. FS abwählen, oder keinen Ganztag mehr, oder was auch immer..", die anderen Schulen nehmen NICHT auf.
    Das heißt: einmal am Gym (in meinem Fall: erst bei wiederholter Nicht-Versetzung eine Chance. Da aber die Hauptschule noch Plätze hat, sind die Gesamtschulen aus dem Spiel.

  • aber dir ist klar: daran ändert die Schulpflicht nicht. Wie du selbst sagst: sie tun es schon JETZT!!

    Die paar Fälle, die ich aus der deutschen Berichterstattung kenne, sind solche, bei denen Kinder gar nicht erst staatlich registriert wurden. Klar, ein Kind, das aus staatlicher Sicht nicht "existiert", kann keiner Schulpflicht nachgehen. Solche Fälle, die oft jahrelang unentdeckt blieben, sind an Grausamkeit oft kaum auszuhalten und werden oft nur durch Zufälle irgendwann aufgedeckt.

    In Ländern, in denen das Home Schooling-Konzept greift (z.B. USA), ist die Schwelle jedoch niedriger, weil man gar nicht erst soweit gehen muss, die Existenz eines Kindes zu verschweigen, sondern "nur" nach außen hin vorgeben muss, man würde die Beschulung der Kinder selbst organisieren. Ich denke da an Fälle wie den der Familie Turpin.

  • Warum brauchen diese Kinder der „Bestenauslese“ denn nun plötzlich Förderung und kommen im gymnasialen Unterricht nicht zu den Spitzenleistungen, die dir so wichtig sind?

    Und warum ist die Förderung am Gym überhaupt schlecht?

    Wir schmeißen die Themen Homeschooling und Übertrittsquote zum Gymnasium gerade durcheinander.

    Bei Privatlehrern/Homeschooling gehts doch gar nicht um Schulformen, sondern primär darum, in Ruhe und ungestörter als in Schulen lernen zu können. Auf welchem Level auch immer. Ich denke dabei in erster Linie an Grundschulen, die ja mittlerweile nichtmals mehr Basisfähigkeiten wie flüssiges Lesen, Schreiben und Grundrechenarten so stabil vermittelt bekommen, dass man bei Fünftklässlern am Gymnasium davon ausgehen kann, dass die entsprechenden Kompetenzen vorhanden sind. Viele Homeschooler nutzen Homeschooling ja insbesondere in den ersten Jahren und gen Abschluss wechseln die Kinder/Jugendlichen dann doch an eine richtige Schule. Dagegen spricht meines Erachtens auch nichts.

  • Hm, ich weiß ja nicht, wo du genau tätig bist und welche Schulen du mit dieser Äußerung meinst. Ich behaupte, dass in den Schulen hier in der Umgebung kein "Chaos" herrscht.

    Vielleicht liegt es ja daran, dass hier eben kaum konfessionelle Schulen sind.

  • Man hat aber vorher noch Klasse 5-10 oder 11.

    Es fällt doch nicht erst im Abitur auf, dass die Leistungen schwach sind.

    Sicher, aber du müsstest hier flächendeckend halbe Klassen abschulen. Das passiert in der Praxis nicht.

  • Die paar Fälle, die ich aus der deutschen Berichterstattung kenne, sind solche, bei denen Kinder gar nicht erst staatlich registriert wurden. Klar, ein Kind, das aus staatlicher Sicht nicht "existiert", kann keiner Schulpflicht nachgehen. Solche Fälle, die oft jahrelang unentdeckt blieben, sind an Grausamkeit oft kaum auszuhalten und werden oft nur durch Zufälle irgendwann aufgedeckt.

    Aus welchem Land bitte ist dieses Beispiel?

  • Vielleicht liegt es ja daran, dass hier eben kaum konfessionelle Schulen sind.

    nein, nicht unbedingt.

    Sorry, man muss auch mal ein Länderhopping gemacht haben, um sich vorzustellen, was die Folgen von "rein mündliche Fächer" in Kombination mit "Ausgleich und Nachprüfung" plus die vorgegebenen Leistungsbewertungsraster bedeuten.

  • Man muss daraus keinen Klassenkampf machen, sondern kann es einfach ganz schnöde dabei belassen, dass Leute, die es sich leisten können, ihren Kindern ruhig die für sie beste Bildung zukommen lassen können. Oder geht es irgendwem anders besser, wenn diese Kinder sich in staatlichen Schulen schlechterer Förderung aussetzen müssen?

    Klassenkampf, ach so; Vielleicht sehe ich auch falsche Dokus, aber:

    Es würde vielen Menschen (und Ländern) wirklich besser gehen, wenn Kinder, die kaum andere "Qualifikationen" als einflussreiche bzw. schwerreiche Eltern haben, auf "normale" Schulen gehen würden, als zum Beispiel auf Schweizer Eliteinternate. Es nützt der Welt nichts, wenn die "Elite" sich abschottet. Es geht ihnen um Karriere und vor allem Geld.

    Wenn es darum ginge, beste Bildung zu erhalten, um Zustände erträglicher zu machen, um zum Beispiel dein "Chaos" in deiner Schule zu verhindern, würden "die Reichen" ihre Kids nicht in einer fragwürdigen Umgebung erziehen lassen.

    Zugegeben, das ist ein Extrembeispiel. Aber so fängt es an, und dann denken die Absolventen solcher Schulen, sie können sich "alles leisten".

Werbung