Eure Erfahrungen mit den Schulformen

  • Hallo zusammen!

    Ich bin aktuell noch im LA GS Studium in Bayern und fand es schon immer schwierig sich auf eine Schulart festzulegen, da mir nahezu alles in irgendeiner Hinsicht zusagt. Daher setze ich jetzt auf erfahrenere Personen in dem Bereich und würde euch um eure Erfahrungen in den jeweiligen Schulformen bitten. Was spricht dafür, was spricht dagegen? Würdet ihr es wieder machen? Und ist es normal solche Unsicherheiten zu haben? Für mich ist es nämlich auf jeden Fall sicher, dass ich Lehrerin werden möchte. Nur kann ich mich nicht auf eine bestimmte Altersgruppe festlegen.

    Ich danke euch im Voraus!

    Viele Grüße :gruss:

  • Mein Ratschlag wäre wie immer auch Sonderpädagogik: In Bayern entscheidest du dich im Studium zwar für Didaktik der Grundschule oder der Sek. 1, bist aber in beiden Stufen einsetzbar, ebenso im vorschulischen Bereich und vermutlich auch im berufsbildenden (oder letzteres in Bayern nicht?).

  • Doch, man kann auch in einer Förderberufsschule arbeiten.

    Ich mag die Arbeit als Sonderpädagogin auch sehr, weil sie so abwechslungsreich ist. Ich bin neben der Klassenleitung noch im MSD tätig und betreue hier Kinder in den Regelschulen und berate Lehrkräfte!

  • Oder man studiert in NRW Gymnasiallehramt mit Fächern, die man auch am Berufskolleg gebrauchen kann. Dann kann man von der Vorgriffsstelle an der Grundschule über die Abordnung an die Förderschule an jede weiterer weiterer Schulform wild eingesetzt werden.

  • Ich bin Grund- Haupt- und Realschullehrerin und habe lange Erfahrung mit den Jahrgängen 5-10 und genauso viel mit den Jahrgängen 1-4. Beides machte und mache ich gern. Ich kann auch nicht sagen, dass das eine leichter oder schwerer ist als das andere. Es ist verschieden.


    Vorteile in der Primarstufe: Kinder sind in der Regel lernwillig. Man ist eine echte Gesamtschule: von sozial- und leistungsstark bis sozial- und leistungsschwach ist alles vertreten und die Kinder lernen mit- und voneinander. Diziplinschwierigkeiten bekommt man leichter in den Griff. Didaktisch-methodisch kann bzw. muss man auf höchstem Niveau arbeiten. Hoher Anteil sozialpädagogischer Tätigkeit (muss man mögen, mir gefällt´s).

    Nachteile: Fachlich dringt man nicht in die Tiefe, Kinder gerade am Anfang unselbstständig


    Vorteile in der Sek. I: fachlich interessanter, Berufsorientierung (spannendes Feld), Abschlussprüfungen nach Jg. 10 (mache ich immer gern), Kommunikation auf Augenhöhe, Schüler verstehen z. B. Ironie

    Nachteile: Pubertät hemmt Lernbereitschaft, rüder Ton unter den Schülern, großer Anteil lernunwilliger Schüler, je nach Schulform extrem leistungsschwache Klassen


    Ich arbeite an einer Grund- und Oberschule (=ehemalige HRS) - das ist für mich die perfekte Schulform. Leider gibt es sie selten. Wenn ich mich für eine Schulform entscheiden müsste, würde mir das sehr schwer fallen. Ich würde jedem freiwillige Praktika in beiden Schulformen empfehlen, um sich entscheiden zu können.

  • Ich hab gehört, man möchte "Unwillige" möglichst nicht mehr an Grund- oder Förderschulen abordnen, weil das überraschenderweise nicht so gut funktioniert hat...


    Vorgriffsstellen sind natürlich ein anderes Thema.

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