Lehrer im ersten Beförderungsamt/ Amtszulage / A13 für alle

  • Ich gebe dir Recht, in der Sek I sind das ja MASSIVE Unterschiede. Aber bei uns in einem reinen Sek2-System finden in jedem Fach Klausuren statt. Und eine Gewichtung nach Fächern haben wir da nie vorgenommen. Wir haben aber z.B. Kollegen, die sich aus Klassen- und Stufenleitungen völlig raushalten. Da finde ich es gerecht, dass, wenn alle korrigieren, doch eher solche Tätigkeiten entlastet werden.

  • Schreiben am WBK die Studierenden in ALLEN Fächern eine Klausur?
    Oder schreibt jeder im Deutsch- oder Mathekurs, aber nur ein Teil in Physik, Religion oder Geschichte?

    (Mir ist allerdings klar, dass eure Kurse so klein sind, dass es ein Witz ist, zwischen "voll" und "ein Teil" zu differenzieren, deswegen nur aus Neugier, ob die APO-GOSt nicht bei euch gilt (was ich dachte) )

  • Schreiben am WBK die Studierenden in ALLEN Fächern eine Klausur?
    Oder schreibt jeder im Deutsch- oder Mathekurs, aber nur ein Teil in Physik, Religion oder Geschichte?

    (Mir ist allerdings klar, dass eure Kurse so klein sind, dass es ein Witz ist, zwischen "voll" und "ein Teil" zu differenzieren, deswegen nur aus Neugier, ob die APO-GOSt nicht bei euch gilt (was ich dachte) )

    Die APO-GOST gilt nicht, es gibt eine APO-WBK.

    Wir haben so wenige Fächer, dass es nur einen "mündlichen" Kurs geben kann. Da wird im 3. und 4. Semester eine Klausur geschrieben, im 5. und 6. keine. In Biologie (einzige angeboten NaWi) kann die Schriftlichkeit komplett abgewählt werden, das hat aber zur Folge, dass Mathe Abifach ist und das machen auch nicht allzu viele dann.

    So klein sind die Kurse aktuell (leider/zum Glück) allerdings gar nicht^^

  • Ich fand die Belastung auch am WBK sehr unterschiedlich. Mein Englisch LK hatte 18 Schüler, in meinem letzten Geokurs hatte ich dagegen anfangs 3, später gar keinen Klausurschreiber mehr. Und im 3. Semester schrieben die sowieso nur eine statt zwei Klausuren. Ohne Klausurentlastung hätten die D/E Kollegen sicherlich (zu Recht) gemoppert 😊

  • Ich fand die Belastung auch am WBK sehr unterschiedlich. Mein Englisch LK hatte 18 Schüler, in meinem letzten Geokurs hatte ich dagegen anfangs 3, später gar keinen Klausurschreiber mehr. Und im 3. Semester schrieben die sowieso nur eine statt zwei Klausuren. Ohne Klausurentlastung hätten die D/E Kollegen sicherlich (zu Recht) gemoppert 😊

    Unsere Entlastung belief sich auf bestenfalls 0,2 Stunden als Vollzeitkollege. Was soll man damit, das kann man sich auch sonstwo hin stecken. Vielleicht habt ihr anders entlastet.

  • Bei uns war es mehr. Wir hatten ein Punktesystem nach Semester und Fach und spätestens mit Abiturkorrekturen lohnte sich das durchaus. Ich glaube, ich hatte für Korrekturen mehr Entlastungspunkte, als für Teilkonferenz und Tutoriat. Weiß ich aber auch nicht mehr so ganz genau.

  • Schreiben am WBK die Studierenden in ALLEN Fächern eine Klausur?

    Am BK schreiben alle Schüler/Azubis Klausuren in allen Fächern und auch deren Anzahl hängt nur von der Wochenstundenzahl und nicht vom Fach ab. Würde man bei uns entlasten wollen, müsste man sich die Klassengrößen ansehen. Unsere kleinste Klasse hat 4 Schüler, unsere Größte 34. Entsprechend ist auch der Arbeitsaufwand. Zumindest gefühlt trifft es leider immer die gleichen Kollegen, wenn es um die großen Klassen geht.

  • Und trotzdem ist - bei gleichem Unterrichtsausfall - die Korrekturbelastung je nach Fach höher oder halt weniger hoch. Ich fand das System insgesamt gut. Einzig dass es für Schild keine Entlastung gab, war für mich nicht so ganz nachvollziehbar, alles andere passte aus meiner Sicht 😊

    Aber muss ja auch jede Schule so ausgestalten, wie es für sie hinhaut.

  • Am BK schreiben alle Schüler/Azubis Klausuren in allen Fächern und auch deren Anzahl hängt nur von der Wochenstundenzahl und nicht vom Fach ab. Würde man bei uns entlasten wollen, müsste man sich die Klassengrößen ansehen. Unsere kleinste Klasse hat 4 Schüler, unsere Größte 34. Entsprechend ist auch der Arbeitsaufwand. Zumindest gefühlt trifft es leider immer die gleichen Kollegen, wenn es um die großen Klassen geht.

    bei uns wurden Klassengrößen berücksichtigt und man hat bei der Berechnung die tatsächlich korrigierten Klausuren eingetragen.

    Die BK Klausuren scheinen mir insgesamt aber sehr viel korrekturfreundlicher und schneller korrigiert, als das, was man an Gym/Ge und WBK so macht. Hier bräuchte ich jetzt definitiv auch keine Korrekturentlastung.

  • Korrekturentlastung ist der einzige Hebel, um die sehr unterschiedliche Fachbelastung auszugleichen. Finde ich persönlich fast am wichtigsten für Entlastungsstunden.

    Die korrekturintensiven Fächer (vorneweg die Sprachfächer) sind aber auch gleichzeitig die Fächer mit moderatem bis geringem Bedarf - von kurzen Schwankungen bedingt durch Wechsel von G8 auf G9 mal abgesehen. Daher trägt der erhöhte Korrekturaufwand zumindest anteilig dazu bei, die Anmeldungszahlen für Lehramtsstudiengänge mit entsprechenden Fächern nicht komplett in die Höhe schießen zu lassen. Zumindest mit der Perspektive wäre weitere Korrekturentlastung (und sei sie auch für die einzelne betroffene Lehrkraft noch so nachvollziehbar) eher kontraproduktiv. Hier im Forum melden sich ja öfter angehende Lehrkräfte mit Sprachfachkombinationen und erklären, dass ihnen der erhöhte Korrekturaufwand bewusst sei und ihnen nichts ausmache. Dann muss man das auch als Teil des "Deals" akzeptieren.

    Eher sollten weitere Anreize geschaffen werden, um die traditionellen Mangelfächer (MINT-Fächer, künstlerische Fächer, technische Fachrichtungen an den beruflichen Schulen) leichter personell besetzen zu können - auch wenn das bedeuten könnte, dass Kollegen (m/w/d) mit von Natur aus korrekturarme Fächern zusätzlich auch noch weniger Deputatsstunden für eine Vollzeitstelle leisten müssen.

  • Abikorrekturen sind doch durch den massiven Stundenentfall mehr als genug entlastet.

    aber nur an deiner Schulform, wo es vielleicht noch keinen Lehrermangel gibt und keine Vertretungen gibt.
    Stundenentfall wird bei uns mittlerweile fast komplett durch Vertretungsbereitschaften und/oder Übernahme anderer Lerngruppen kompensiert.

  • Die korrekturintensiven Fächer (vorneweg die Sprachfächer) sind aber auch gleichzeitig die Fächer mit moderatem bis geringem Bedarf - von kurzen Schwankungen bedingt durch Wechsel von G8 auf G9 mal abgesehen. Daher trägt der erhöhte Korrekturaufwand zumindest anteilig dazu bei, die Anmeldungszahlen für Lehramtsstudiengänge mit entsprechenden Fächern nicht komplett in die Höhe schießen zu lassen. Zumindest mit der Perspektive wäre weitere Korrekturentlastung (und sei sie auch für die einzelne betroffene Lehrkraft noch so nachvollziehbar) eher kontraproduktiv. Hier im Forum melden sich ja öfter angehende Lehrkräfte mit Sprachfachkombinationen und erklären, dass ihnen der erhöhte Korrekturaufwand bewusst sei und ihnen nichts ausmache. Dann muss man das auch als Teil des "Deals" akzeptieren.

    Eher sollten weitere Anreize geschaffen werden, um die traditionellen Mangelfächer (MINT-Fächer, künstlerische Fächer, technische Fachrichtungen an den beruflichen Schulen) leichter personell besetzen zu können - auch wenn das bedeuten könnte, dass Kollegen (m/w/d) mit von Natur aus korrekturarme Fächern zusätzlich auch noch weniger Deputatsstunden für eine Vollzeitstelle leisten müssen.

    Was ist das denn für einen Murks?
    Nur weil es draußen auf der Straße genug Deutschlehrer*innen gibt, müssen sie mehr Stunden arbeiten als die Mathe-Lehrkräfte? Aushebelung des Arbeitsrechts und Arbeitsschutzes (wir tun so, als würde das für Lehrkräfte gelten), weil es Teil des "Deals" war?!

  • aber nur an deiner Schulform, wo es vielleicht noch keinen Lehrermangel gibt und keine Vertretungen gibt.
    Stundenentfall wird bei uns mittlerweile fast komplett durch Vertretungsbereitschaften und/oder Übernahme anderer Lerngruppen kompensiert.

    Mit Pech übernimmt man bei uns auch eine Krankheitsvertretung, also eine langfristige. Aber ja, einzelne Ausfälle werden nicht vertreten.

  • chilipaprika

    Murks ist die treffende Bezeichnung. Irgendwie erinnert mich das an das alte Kindergartenlied "Ein Loch ist im Eimer lieber August". Wir stopfen irgendwo Löcher um sie anderswo wieder aufzureißen. Und das Schlimme ist, die Behörde weiß genau dass hier nur der Mangel verwaltet und nicht beseitigt wird. Die Ressourcen reichen im nicht gymnasialen Bereich vorne und hinten nicht.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Das ist eine sehr schiefe Argumentation Gymshark . Richtig wäre: korrekte Arbeitszeiterfassung und diejenigen Fücher entlasten, bei denen es objektiv nötig ist. Da dürften Doppelsprachkombis ganz weit vorne liegen.

    Du argumentierst aus der Sicht der Lehrkräfte, die bereits im Job sind. Die Arbeitsbedingungen haben aber immer auch Strahlkraft auf zukünftige Nachwuchskräfte und da ist doch das Ziel, dass sich mehr junge Leute für Mangelfächer und -bereiche entscheiden, weswegen in diesen Bereichen mehr Anreize geschaffen werden müssen, oder?

    Plakativ formuliert: Es würden sich auch weiterhin genug junge Leute finden, die Englisch für Lehramt an Gymnasien studieren wollen, selbst wenn hierfür das Deputat um 2 Stunden erhöht wird. Dafür gibt es einfach genug junge Leute, die im Zweifelsfall schlechtere Arbeitsbedingungen dem Interesse am Fach unterordnen. Bei Fächern wie Musik oder Physik muss man jedoch um junge Leute, die sich für diese Fächer zumindest grundlegend interessieren, werben - und da reichen Jobgarantie und die Auseinandersetzung mit Fachgegenständen, die ihnen möglichst auch gefallen, nicht aus, es braucht noch weitere Anreize.

  • Zwei der größten Mangelfächer an meiner Schule dieses Jahr: Deutsch und Englisch.
    Und nein, die Leute sind nicht mehr bereit, die Arbeitsbedingungen hinzunehmen, aber auch nicht mit Bio/Sport (was ein Witz ist, aber tja, ich darf es nicht beurteilen). Sie kehren dem Job, nicht der Fächerkombi den Rücken zu.
    Und was hilft es uns, wenn wir viele Musiker und Physiker haben, wenn es keinen Deutschunterricht mehr gibt?

    Uns fehlen noch mehr Krankenpfleger als Ärzte. Sollen wir also eine 30-Stunden-Woche für Krankenpfleger beim Arzt-Lohn einführen? Selber schuld, hätten sie doch kein Medizinstudium anhängen müssen?
    Ja, der Vergleich und die Argumentation ist Murks. Genau wie deine.

  • Ich stimme zwar dem aktuell durch die den Kanzler stellenden Regierungspartei geführten Diskurs hinsichtlich der Kritik an "Work-Life-Balance" und "Lifestyle-Teilzeit" (Zitat - nicht meine Meinung!) nicht zu, würde aber durchaus behaupten, dass Arbeitsbedingungen und Gehalt Faktoren sind, die junge Menschen bei ihrer Berufswahl miteinkalkulieren. Dass darüberhinaus noch andere Faktoren hier eine Rolle spielen, ist klar.

    Durch Besserstellung der Arbeitsbedingungen kann durchaus ein Mangel begrenzt werden. Nicht weil jemand mit Interesse an Deutsch/Englisch plötzlich auf Elektrotechnik/Mathe wechselt, sondern eher, weil es der ausschlaggebende Punkt sein könnte, warum jemand, der bereits mit Elektrotechnik/Mathe liebäugelt, aber noch unsicher ist, sich dann doch hierfür entscheidet. Und die Person mit Deutsch/Englisch kann dann entscheiden: Ist mein Interesse am Fachgegenstand wirklich so groß, dass ich bereit bin, alle Nachteile, die hiermit einhergehen, in Kauf zu nehmen, oder verschiebe ich mein Interesse an Sprachen in den privaten Bereich und wähle stattdessen einen Beruf mit großem Bedarf an Nachwuchskräften (z.B. Erzieher, Krankenpfleger o.ä. - jeweils (m/w/d))?


    Ich nehme wahr, dass bei euch derzeit ein Mangel an Lehrkräften mit Deutsch und Englisch besteht. Das wird sicher auch punktuell an anderen Schulen der Fall sein. Darüberhinaus gibt es aber auch Fächer und Bereiche, die großflächig und auch schon seit längerer Zeit einen Mangel haben.

  • Die Arbeitsbedingungen haben aber immer auch Strahlkraft auf zukünftige Nachwuchskräfte

    Richtig, und genau deswegen sollte es einen professionellen Umgang mit Arbeitszeit geben und nicht irgendein interessengeleitetes Gemauschel.

    An meiner Schule wurde übrigens auch explizit Englisch als Mangelfach angesprochen (deswegen bin ich trotz personeller Überbelegung auf dem Papier vermutlich auch noch untergekommen). Ex-Kollegen mit Deutsch sind ebenfalls alle an ihre Wunschschulen gekommen, weil der Bedarf vorhanden war. Wo genau gerade Mangel besteht, ist doch immer ziemlich relativ und kann sich schnell drehen.

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