Frage zum Ausgleich für Tag der offenen Tür

  • 90% der Lehrkräfte in Teilzeit sind Kolleginnen. Das ist kein Mobbing, das ist eine Feststellung.

    Weil 90 % der Lehrkräfte Kolleginnen sind? (Ergänzung, nachgeschaut, es sind nur 3/4, aber 90 % fand ich auch nicht.)

    (Übrigens bei uns sind die wenigen jungen Kollegen alle in Teilzeit und einige ältere auch.)

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • An meiner Schule ist in den letzten zwei Jahrzehnten Einiges gestrichen oder gekürzt worden. Bspw. ist die Anzahl der verpflichtenden Konferenzen immer weiter gesunken (verpflichtende Fachkonferenzen/Fachgruppensitzungen haben wir seit zwei Jahren gar nicht mehr - wir können uns bei Bedarf treffen, müssen wir aber nicht); vor etlichen Jahren wurde die Maximalzeit für Sitzungen - abgesehen von Ordnungsmaßnahmenkonferenzen - auf zwei Stunden gedeckelt; auch der Info-Nachmittag Anfang Februar, auf dem unsere einzelnen Bildungsgänge vorgestellt werden, dauert seit ca. zehn Jahren nur noch zwei statt früher dreieinhalb Stunden; Praktikumsbesuche bei SuS, die in mehr als einer halben Stunde Fahrtzeit vom Schulort entfernt ihr Praktikum absolvieren, brauchen wir nicht mehr zu machen (in solchen Fällen erfolgt die Betreuung nur noch telefonisch); etc.

    Dann kannst du extrem froh sein über die Schule. Bei uns sind Extra-Elternsprechtage (zusätzlich zu den bereits vorhandenen!!!) eingeführt worden, zusätzliche pädagogische Konferenzen für eine weitere Klassenstufe (erstes Jahr Oberstufe muss nun auch bekakelt werden), der Tag der offenen Tür findet samstags ohne Ausgleich statt und ist verpflichtend, es gibt verpflichtende Treffen mit Grundschullehrerinnen wenn man eine 5. Klasse hat, es wurde eine komplette neue Klassenfahrt in einer Klassenstufe ins Leben gerufen und ich könnte die Liste unentwegt fortsetzen, was noch alles neu dazu gekommen ist. Aber dann bekomme ich wieder so schlechte Laune und Kopfschmerzen.

  • Jede(r)?!? Na, das gebe ich gerne mal an meine Verwandten und Bekannten weiter, die im Polizeidienst, bei der Berufsfeuerwehr, im Sozialdienst oder der Pflege tätig sind! :rolleyes:

    Also bei der Pflege hast Du recht, die haben auch verdammt beschissene Bedingungen und müssen ordentlich ran. Sozialdienst weiß ich nicht, aber im Polizeidienst und in der Berufsfeuerwehr gibt es 100%ig total entspannte Jobs. Das weiß ich aus 2. Hand von Partnern.
    Bei der Berufsfeuerwehr gibt es zwischen den Einsätzen extrem häufig ruhigere Phasen, in denen man trainiert, Fahrzeuge und Geräte überprüft oder sie einfach gemeinsam Zeit auf der Wache verbracht haben und Karten gespielt haben. Wenn Unterricht unser "Einsatz" ist, dann haben wir den jeden (!) Tag und müssen uns danach auf den nächsten vorbereiten. Bei der Berufsfeuerwehr ist deutlich mehr Leerlauf und Entspannung als Du denkst. Klar, die Einsätze selber sind zum Teil sehr fordernd, aber, dass Berufsfeuerwehrleute vor Stress und Arbeitslast nicht mehr können ist so weit weg von der Realität, das kannst Du mit dem Lehrerdasein nicht vergleichen.

    Zur Polizei: Nicht jeder Polizist muss ständig Verbrecher verfolgen oder gefährliche Einsätze bewältigen. Akten bearbeiten, Informationen dokumentieren, bei kleineren Verkehrsproblemen helfen oder Verkehrskontrollen durchführen, Menschen über Einbruchsschutz aufklären etc., Streife fahren sind 90% der Arbeitszeit. Wirklich belastende Dinge siehst Du vielleicht im Fernsehen bei Polizeiarbeit. Nein, da kann ich Dir ganz klar sagen, dass es für den durchschnittlichen Beamten (nicht irgendwelche Sondereinsatzkommandos oder Polizisten in Großstadt Brennpunkten) viel weniger stressig und gefährlich ist, als Du denkst.
    Schau Dir doch einfach mal die wissenschaftlichen Daten dazu an. Neuere Untersuchung von 2026 zeigen, dass die psychische Erschöpfung bei Lehrkräften zwischen 2018 und 2024 sogar deutlich zugenommen hat während sie bei der Polizei sie im selben Zeitraum zurückging.

    "Wesselborg, Bärbel & Bauknecht, Jürgen (2026): Psychische Erschöpfung in sozialen Interaktionsberufen – Statusbericht und neue Entwicklungen. Ein Vergleich von Pflege, frühkindlicher Bildung, Schule, Sozialer Arbeit und Polizei von 2006 bis 2024."

  • ja, es gibt Berufs, die es leichter haben als wir. Auch der Unterschied zwischen den Schularten kann beträchtlich sein hinsichtlich Belastung. Aber mit welcher Überzeugung hier über andere Berufe geurteilt wird, wundert mich doch sehr.

    Ja, bei der Polizei gibts laue Jobs. Wie überall. Deswegen ist der Polizeidienst chillig? Ich weiß ja nicht.

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