Frage zum Ausgleich für Tag der offenen Tür

  • Wenn ich morgen als Kultusminister aufwachen würde, wäre mein Vorschlag:

    Die Grundschullehrkräfte schlagen die geeignete weiterführende Schulform vor und dann wird die vom Wohnort aus geographisch nächstgelegene Schule, die dieser Schulform entspricht, zugewiesen.

    Ich kann mir nicht vorstellen, was auf systemischer Ebene dagegen sprechen sollte.

    Aus systemischer Ebene vielleicht nicht, aber als Elternteil sollte man doch entscheiden können, ob das Kind auf eine Schule mit Sport, Musik oder naturwissenschaftlichem Schwerpunkt geht. Wenn dein Kind sehr musikalisch ist und Instrumente spielt, wäre es doch schade, es könnte nicht auf die Schule mit dem Orchester gehen, nur weil die 1 km weiter entfernt ist. Dafür müsste es einen Sportschwerpunkt machen, obwohl es Sport hasst.

    Genau, und ich möchte doch auswählen können, welche Fremdsprache mein Kind lernt oder ob es bilingualen Unterricht bekommt oder nicht, ob es auf eine kirchliche Schule geht oder nicht.

  • Klar, verstehe ich. Thema Sprachfolge, es gibt ja Grundschulen, in denen die Kinder Französisch statt Englisch als 1. Fremdsprache lernen (können) und dann macht es schon Sinn, wenn die weiterführende Schulform daran auch anknüpft.

    Andererseits kann das auch schnell in Wettbewerb ausarten und da kann man kritisch fragen, ob staatliche Ausrichtungen (zu dehnen ja Schulen in der Regel zählen - Ausnahme Privatschulen) im Wettbewerb zueinander stehen sollten.

  • Anna Lisa : Gutes Argument. Ich denke, wenn mein Kind ein besonderes Talent hätte (sei es in Sachen Orchester oder Sport), würde ich das Talent jedoch eher außerschulisch fördern. Deutsche Schulen sollten in erster Linie allgemeinbildend sein, die besonderen Schwerpunkte erinnern mich da eher so ein bisschen an das US-amerikanische Schulsystem, was aus meiner Sicht eine Mischung aus Allgemeinbildung, Talentförderung und auch Lifestyle anstrebt. Ich weiß gar nicht, ob wir uns dem tatsächlich annähern sollten.

  • Na ja, es gibt auch Schulen, wo du Orchester oder Chor als abiturrelevantes Fach in der Oberstufe wählen kannst.

    Dann gibt es Schulen, die einen Sport LK anbieten oder Kunst LK, andere nicht. Das beeinflusst schon die Abiturnote.

    Klar, fördert man sein Kind zu Hause. Aber so ein Orchester ist nicht eben mal herbeigezaubert. Da sind Sportvereine einfacher. Bilingualen Unterricht kann dir auch kein privater Verein bieten.

  • Ich verstehe die Einwände, frage mich aber gleichzeitig, ob das früher (vor 20, 30 oder 40 Jahren) bereits in dem Ausmaß ein Thema war oder ob die Schulwahl weniger kriterienorientiert, sondern ich sage mal pragmatischer ablief. Wissen die älteren Kollegen (m/w/d) im Forum dazu mehr?

  • Ich verstehe die Einwände, frage mich aber gleichzeitig, ob das früher (vor 20, 30 oder 40 Jahren) bereits in dem Ausmaß ein Thema war oder ob die Schulwahl weniger kriterienorientiert, sondern ich sage mal pragmatischer ablief. Wissen die älteren Kollegen (m/w/d) im Forum dazu mehr?

    Ja, als ich den Wechsel auf die weiterführende Schule in einer größeren Stadt machte (auch knapp 30 Jahre her), war das ebenfalls schon ein großes Thema, welche der Schulen in der Stadt mit welchem Profil (und letztlich auch Ruf) denn in Frage käme.

  • Ich verstehe die Einwände, frage mich aber gleichzeitig, ob das früher (vor 20, 30 oder 40 Jahren) bereits in dem Ausmaß ein Thema war oder ob die Schulwahl weniger kriterienorientiert, sondern ich sage mal pragmatischer ablief. Wissen die älteren Kollegen (m/w/d) im Forum dazu mehr?

    Auch vor fast 50 Jahren hatten manche Schulen bereits einen Tag der offenen Tür, ich habe 1978 zumindest einen besucht. Meine Eltern entschieden sich aber für eine andere Schule und für jedes ihrer 4 Kinder wurde eine andere Schule ausgewählt (verschiedene Profilbereiche, Sprachenfolge, kleine Klassen bei mir trotz der Sprachenfolge).

    Sprich, die Prioritäten unterschieden sich je nach Kind.

    Ich behaupte, früher war die Schulauswahl noch wichtiger, man musste sich in Klasse 4 bereits für alle 3 Fremdsprachen entscheiden (bei mir Latein, Englisch, Altgriechisch, Französisch war nicht möglich, ein Wechsel auf eine andere Schule z. B. Realschule daher schwierig). Heute bietet bei uns doch jede Schule alles an, 2. und 3. Fremdsprache wählbar, Musikprofil oder bilingual ja oder nein). Wir hatten bis Klasse 11 alle denselben Stundenplan, heute gibt es an meiner Schule ab Klasse 5 bereits 6 Varianten in einer Klasse.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Tag der offenen Tür kenne ich hier von gar keiner einzigen Schule, alle Schularten.

    Und wir als Schule haben außer vor den Sommerferien nie früher Schluss, immer regulär.

    Meine Kinder haben eher Schluss.

    Grundschule: Schulsprengel.

    Weiterführende Schule: Schulsprengel, man kann aber eine weiter weg gelegene Schule wählen, wenn diese einen anderen Zweig anbietet.

  • Ich sehe das allerdings auch so. Tag der offenen Tür ist im Gehalt mit abgedeckt.

    Es geht mehr um die Arroganz der Schulleitungen, von oben herab zu agieren.

    Das Thema gehört meiner Meinung nach auf einer LK besprochen und abgestimmt.

    ToT mit Teilklassen ohne Ausgleichstag oder mit allen Schülern mit Ausgleichstahl.

  • Es geht mehr um die Arroganz der Schulleitungen, von oben herab zu agieren.

    Das Thema gehört meiner Meinung nach auf einer LK besprochen und abgestimmt.

    ToT mit Teilklassen ohne Ausgleichstag oder mit allen Schülern mit Ausgleichstahl.

    Schulleitungen haben durchaus auch die Aufgabe, Arbeitsschritte anzuweisen und dafür Sorge zu tragen, dass das System Schule ordnungsgemäß läuft und müssen dafür nicht immer erst basisdemokratisch nach Zustimmung suchen. Das hat nichts mit Arroganz zu tun.

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