Das Verständnis für Division wird in Klasse 2 gelegt. Das hat mit der schriftlichen Division in Klasse 4 wenig zu tun.
Und wenn man sie für unnötig hält, weil nichts darauf aufbaut, ist die Verteidigung für Klasse 5 gleichermaßen obsolet.
Das Verständnis für Division wird in Klasse 2 gelegt. Das hat mit der schriftlichen Division in Klasse 4 wenig zu tun.
Und wenn man sie für unnötig hält, weil nichts darauf aufbaut, ist die Verteidigung für Klasse 5 gleichermaßen obsolet.
Ich war auch immer Vielleser, ab der 10. Klasse vor allem die "modernen Klassiker", also 20. Jhdt - auch privat.
Lektüren vor dem 20. Jhdt mit höherem sprachlichen und inhaltlichen Anspruch haben meiner Ansicht nach eher in der Oberstufe bzw. ab der 10. Klasse ihren Platz, vorher sollte es schon eher darum gehen, Lesefreude zu wecken. In der Sek II auch noch, aber halt auch Einführung in systematische Analyse und Interpretation.
Grundsätzlich lehne ich aber die "moralisierenden" Jugendbücher ab, die offensichtlich konkret für den Schulunterricht geschrieben wurden. Furchtbar. Und auch im Bereich der klassischen Literatur gibt es sicherlich Werke, die mehr an die Schüler rangehen (Sandmann; Woyzeck; Verwandlung) als andre (Zerbrochener Krug, Taugenichts).
Wer bestimmt, dass der Verfasser nun genau das damit bezweckt hat bzw. aussagen wollte?
Diese Frage stellt man eigentlich seit 20 Jahren nicht mehr in dieser Form.
Bei der Auswahl der Plichtlektüren, die hier aufgeführt wird, finde ich vor allem bedenklich, wie viel (sexuelle) Gewalt hier eine Rolle spielt: Zerbrochener Krug (Vergewaltigung), Faust (Grooming), Woyzeck (Ehrenmord), Prozess (Prostitution). Als ob es keine anderen Werke gäbe...
Das Verständnis für Division wird in Klasse 2 gelegt. Das hat mit der schriftlichen Division in Klasse 4 wenig zu tun.
Und wenn man sie für unnötig hält, weil nichts darauf aufbaut, ist die Verteidigung für Klasse 5 gleichermaßen obsolet.
In Klasse 4 wird kein Thema zum Verstehen unterrichtet? Keine halbschriftliche Division, keine Geometrie,...
Auch das benötigt Zeit.
Und ja, ich unterrichte schriftliche Rechenverfahren auch nicht mehr so ausführlich, man benötigt es noch, um periodische Brüche herzuleiten und sonst?
Selbst das Argument, wenn du mal keinen Taschenrechner zur Hand hast, zieht heute nicht mehr. Jeder hat ein Handy.
Diese Frage stellt man eigentlich seit 20 Jahren nicht mehr in dieser Form.
Das ist schön. Der Sohn musste sie aber vor kurzem noch beantworten. Ich konnte ihm dabei nicht helfen. Aus den o.g. Gründen.
Bei der Tochter weiß Ichs nicht, die ist da ohne meine Hilfe durchgekommen (oder ich habs vergessen).
Grundsätzlich ist die Frage, "was uns der Autor damit sagen wollte", höchstens ein Teilbestandteil der Interpretation, wenn überhaupt noch. Die Frage ist eher, wie ein Text Bedeutung vermittelt oder generiert, das muss aber nicht automatisch immer der Autorenintention entsprechen, da es eine Vielzahl anderer Einflüsse gibt, bewusst wie unbewusst.
Die Vorstellung, dass ein Autor jedes Wort gezielt mit einer Aussageintention wählt, ist ja auch ganz offensichtlich Unsinn. Was aber stimmt ist, dass wir alle beim Schreiben (bspw. auch hier im Forum) ein gewisses Gefühl dafür haben, was "richtig" klingt und ggfs. Formulierungen abändern, weil sie "einfach besser passen". Das hat viel mit unserer Prägung und mit dem Gefühl für Sprache zu tun - und natürlich auch, bewusst wie unbewusst, mit der Wirkung, die ein Text haben soll. Welche Wirkung ein Text nun (absichtlich oder unabsichtlich) hat und welche textlichen und sprachlichen Mittel dazu beitragen, ist Ziel der Analyse.
Das kann man nun an Kurzgeschichten oder Romanen oder Dramen oder Gedichten machen. Oder an Sachtexten, Reden oder Tweets. Spielt keine Rolle. Literarische Texte eignen sich besser, da sie doch häufig ein wenig mehr bewusst konstruiert sind, weshalb die angewandten Mittel deutlicher werden.
Ich war eine Leseratte, aber struggle seit vielen Jahren damit, Bücher als Medium überhaupt in Erwägung zu ziehen. Visual Novels ergänzen das gleiche um Musik und Hintergrundgrafiken, Videospiele generell erzählen ähnlich gute Geschichten mit Interaktion.
Ich lese immer nur Romane im Urlaub, nicht zu Ende, und zuhause interessiert es mich nicht mehr.
Wenn ich an meine Schulzeit denke, wir haben mindestens 4 Klassiker pro Jahr gelesen, ich zähle mal Brecht u.a. dazu immer vollständig.
Meine Deutschlehrerin, ich hatte sie insgesamt 5 Jahre, gab ein Werk bis zu einem bestimmten Termin auf zu lesen, dann gab es einen Kurztest mit 5 Fragen, die in keinem Kommentar standen, für jede fehlende Antwort gab es eine Note Abzug und erst dann wurde es im Unterricht besprochen.
Zu den 4 langen Werken kamen noch 2 kurze wie Draußen vor der Tür oder gemeinsame Lektüre mit altgriechisch (Lysistrata).
Ich muss mal meine Deutschkollegen fragen, wie es jetzt aussieht.
Visual Novels ergänzen das gleiche um Musik und Hintergrundgrafiken, Videospiele generell erzählen ähnlich gute Geschichten mit Interaktion.
Im Sinne des erweiterten Textbegriffs gibt es auch keinen automatischen "qualitativen" Unterschied zwischen den von dir genannten Textsorten und klassischen "Büchern". Bioshock, The Last of Us, God of War als Games oder Watchmen, Dark Knight Returns, Persepolis, Maus als Graphic Novels - kann man alle wie Literatur behandeln.
Jetzt habe ich sogar am meisten Spass am Unterricht, leide aber trotzdem mit den SuS mit (allerdings habe ich kein Verständnis für diejenigen, die LK wählen und die Bücher nicht lesen.)
Das finde ich gut ![]()
Im Sinne des erweiterten Textbegriffs gibt es auch keinen automatischen "qualitativen" Unterschied zwischen den von dir genannten Textsorten und klassischen "Büchern". Bioshock, The Last of Us, God of War als Games oder Watchmen, Dark Knight Returns, Persepolis, Maus als Graphic Novels - kann man alle wie Literatur behandeln.
Ich denke trotzdem manchmal, dass mir eine ganze Welt an Geschichten verschlossen bleibt und ich würde mich freuen, meine Bildschirmzeit etwas zu reduzieren. Früher habe ich Fantasy-Romane verschlungen. Aber es ist so weit weg von meinen Gewohnheiten zu Hause auf der Couch ein physisches Buch auszupacken, dass ich das kaum hinbekomme. Da muss ich ganz ehrlich sagen hat das Smartphone auch wirklich so die Zeiträume gefüllt, in denen ich vor der Smartphone-Zeit einfach gelesen habe.
Da muss ich ganz ehrlich sagen hat das Smartphone auch wirklich so die Zeiträume gefüllt, in denen ich vor der Smartphone-Zeit einfach gelesen habe.
Ich glaube, das geht uns allen so, mir auf jeden Fall auch. Ich lese deutlich (!) weniger als früher, was mich ärgert.
Darüber kann/darf man sich auch ärgern. Was meiner Ansicht nach aber ein echter Fehler ist, ist sich Druck zu machen, wie viele Bücher man "eigentlich unbedingt auch mal lesen müsste". Wenn ich sterbe ohne die Buddenbrocks gelesen zu haben, macht mich das vermutlich nicht zu einem schlechteren Menschen.
Ich glaube, das geht uns allen so, mir auf jeden Fall auch. Ich lese deutlich (!) weniger als früher, was mich ärgert.
Darüber kann/darf man sich auch ärgern. Was meiner Ansicht nach aber ein echter Fehler ist, ist sich Druck zu machen, wie viele Bücher man "eigentlich unbedingt auch mal lesen müsste". Wenn ich sterbe ohne die Buddenbrocks gelesen zu haben, macht mich das vermutlich nicht zu einem schlechteren Menschen.
Den Schuh ziehe ich mir nicht auch noch an. Genauso wenig wie bei Serien und Filmen. Mit Videospielen, die man "spielen muss" habe ich bereits mehr als genug zu tun. ![]()
Im Sächsischen GS-Lehrplan stehen die Algorithmen der schriftlichen Verfahren mit Verweis auf informatorische Grundbildung. Und die SuS sollen sie erklären können, nicht nur anwenden.
Wer hat denn überzeugende Argumente für wichtigere Themen?
Im Sächsischen GS-Lehrplan stehen die Algorithmen der schriftlichen Verfahren mit Verweis auf informatorische Grundbildung. Und die SuS sollen sie erklären können, nicht nur anwenden.
Wer hat denn überzeugende Argumente für wichtigere Themen?
Hast du mal einen Grundschüler gefragt, ob er dir erklären kann, wieso die schriftliche Division denn so funktioniert, wie sie funktioniert? Das hätte ich dir damals nicht erklären können.
Im Sinne des erweiterten Textbegriffs gibt es auch keinen automatischen "qualitativen" Unterschied zwischen den von dir genannten Textsorten und klassischen "Büchern". Bioshock, The Last of Us, God of War als Games oder Watchmen, Dark Knight Returns, Persepolis, Maus als Graphic Novels - kann man alle wie Literatur behandeln.
Dann passen die doch auch prima in den Deutsch- oder Englischunterricht. Ich wäre von so einem Unterricht begeistert gewesen. Ich habe englisch nicht wegen sondern trotz der Schule gelernt. Ohne Videospiele und dem Internet würde ich das heute wahrscheinlich immer noch nicht können.
Mein Sohn ist das sehr ähnlich wie ich, er liest überhaupt nicht gerne. Er spielt gerade Zelda - Tears of the Kingdom, da ist sehr viel Dialog in Textform. Er wird vom Spiel dazu gezwungen, zu lesen um der Handlung folgen zu können. Es nervt ihn hier auch, aber er will weiter kommen, also muss er in den saueren Apfel beißen
Grundsätzlich schon, aber es ist halt weniger pratkisch. Games sind quasi gar nicht umsetzbar, zumindest fehlt mir massiv die Fantasie, wie das aussehen kann, ohne 25 PS5 und 25 Exemplare von Bioshock anzuschaffen. Abgesehen von der oftmal stark sexualisierten und gewaltsamen Darstellungsform, obwohl die alleine schon spannende Themen ergeben würden, man denke nur an die Reaktionen auf die Darstellung von Aloy in Horizon Zero Dawn.
Bei Graphic Novels ist es nicht ganz so extrem, aber vielleicht ähnlich: In der Regel sind sie zu teuer, um sie als Ganzschrift anzuschaffen. Auszüge macht man durchaus, "Maus" ist bei mir Standard und vor allem Graphic Novel Versionen von klassischen Schullektüren verwende ich immer wieder (- nicht gerade "oft", aber doch "immer wieder" -) im Unterricht.
Im Übrigen habe ich auch viel Englisch durch entsprechende LucasArts Adventures gelernt. Bis heute kann ich mich erinnern, dass ich das Adjetkive "strange" zum ersten Mal als "strange markings" bei ZakMcKracken gelesen habe.
Kleiner Klugscheißmodus: Graphic Novels und Visual Novels sind übrigens nicht das gleiche. Visual Novels sind textbasierte Videospiele. Teilweise haben sie auch Gameplay (Ace Attorney, Zero Escape), teilweise nicht wirklich außer ein paar Entscheidungen treffen (Steins Gate).
Interessant, den Begriff kannte ich so noch gar nicht. Also sowas wie "Until Dawn"?
Zum Ausgangsthema (fernab von Graphic Novels und Visual Novels) gibt es hier ein paar Erläuterungen und erhellende Erklärungen für alle, die sich eher weniger damit beschäftigt haben. U.a. wird auch erwähnt, dass NDS nicht das einzige Bundesland ist, wo das schriftliche Dividieren in der Grundschule kritisch diskutiert wird.
ZitatMüssen Grundschüler schriftlich dividieren können?
Die Entscheidung in Niedersachsen wird zwar derzeit heiß diskutiert, ist aber kein Alleingang. Bereits 2022 wurden in der Kultusministerkonferenz (KMK) die Mathematik-Bildungsstandards entsprechend verändert. Mehrere Bundesländer haben diese Änderung bereits angeschoben, darunter Berlin, Brandenburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern, andere befinden sich noch in einer früheren Phase der Umsetzung und Diskussion.
Interessant, den Begriff kannte ich so noch gar nicht. Also sowas wie "Until Dawn"?
In der Regel statischer als das, aber Until Dawn und vor allem sowas wie Life Is Strange könnte man als "moderne westliche" Visual Novel bezeichnen.
kleiner gruener frosch die Diskussion über "erweiterte Literatur" ist hier sehr OT, wie schon von pepe angemerkt. ![]()
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