• Rein wissenschaftlich betrachtet - ich beziehe mich hier unter anderem auf Götz Alys jüngstes Werk "Wie konnte das geschehen?" - gab es im Parteiprogramm und auch in der tatsächlichen Politik der NSDAP Punkte, die man als "links" im Sinne von "sozialistisch" bezeichnen könnte.
    Der Name der Partei ist natürlich in sich widersprüchlich, da er auf dem Papier die beiden politischen Extreme zu vereinen versucht. In einem gewissen Rahmen (für treue bzw. sich der "nationalen Sache" verschreibende AnhängerInnen) gab es klassenunabhängige Aufstiegsmöglichkeiten - in der Partei, im Beruf und auch im Militär (wobei das je nach Funktion natürlich überlappte.)

    Ja, das 25-Pkte.-Programm der NSDAP versuchte allerortens zu reüssieren und Wähler abzugreifen. hinzu kommt die polit. Prägung A. Hitlers selbst unmittelbar nach dem Krieg (da hat er auch von Linksaußen einiges aufgeschnappt) - je nach Publikum gab es dann Emphase auf das eine oder das andere, purer Opportunismus. Man war dann aber recht schnell einspuriger unterwegs. 'Links' war die NSDAP insg. aber nie, das ist alles mit völkisch-rassistischen Ideen, Blut und Boden u.ä. vermengt.

    "Ich mag Kuchen!" (Johnny Bravo)

    Die Bildungsmisere (eine Anekdote)

    Der Vorwurf: "lächerliche Fremdwortdichte"

    Der Fakt: Ein Kommentar von 80 Wörtern beinhaltete das Wortpaar "quantifizierend exemplifizieren" - 2,5 %, indeed "lächerlic[h]" :zahnluecke:

    Einmal editiert, zuletzt von PaPo (11. März 2026 12:54)

  • Ja, das 25-Pkte.-Programm der NSDAP versuchte allerortens zu reüssieren und Wähler abzugreifen. hinzu kommt die polit. Prägung A. Hitlers selbst unmittelbar nach dem Krieg (da hat er auch von Linksaußen einiges aufgeschnappt) - je nach Publikum gab es dann Emphase auf das eine oder das andere, purer Opportunismus. Man war dann aber recht schnell einspuriger unterwegs. 'Links' war die NSDAP insg. aber nie, das ist alles mit völkisch-rassistischen Ideen, Blut und Boden u.ä. vermengt.

    Ich denke, der letzte Satz von Dir ist tatsächlich mal ein Punkt, bei dem wir 98+% an Zustimmung hier im Forum hätten.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • In deiner Welt vielleicht.

    Ich hatte dich gefragt, weil hier scheinbar viele unterschiedliche Meinungen herrschen was links und rechts überhaupt ist und wer dann wo zugehörig ist. Grundsätzlich ist nicht jede Partei ausschließlich einem Spektrum zuzuordnen, wobei eben bei einigen die Richtung klar überwiegend ist.

    Hier ganz gutes Bildchen der bpb:

    https://www.bpb.de/shop/zeitschri…nks-und-rechts/

  • Die Abbildung ist aus dem Jahr 2018. Für eine grobe Orientierung ist sie ganz gut. Die Linken wären wohl inzwischen auf der soziokulturellen Konfliktachse deutlich weiter Richtung liberal/libertär, eher noch hinter den Grünen, einzuordnen. Die CDU auf der sozioökonomischen Konfliktachse wiederum weiter Richtung Staat. Ich überlege, ob die Positionierung der FDP in der Abbildung so noch passend ist oder ob das BSW diese Position inzwischen eingenommen hat.

  • Ich hatte dich gefragt, weil hier scheinbar viele unterschiedliche Meinungen herrschen was links und rechts überhaupt ist und wer dann wo zugehörig ist. Grundsätzlich ist nicht jede Partei ausschließlich einem Spektrum zuzuordnen, wobei eben bei einigen die Richtung klar überwiegend ist.

    Hier ganz gutes Bildchen der bpb:

    https://www.bpb.de/shop/zeitschri…nks-und-rechts/

    Ich habe geschrieben, dass in einigen Bundesländern die rechts-konservative Wählerschaft ausreichend vertreten ist. In Bayern sind es CSU und FW, mit Aiwanger einem Politiker, der als Jugendlicher antisemitische Inhalte gut hieß, heutige Sprüche von ihm kennen wir auch, da ist also durchaus auch davon auszugehen, dass Populisten und Nazis sich gut vertreten fühlen. Dazu die AfD mit 10%.

    In den "Neuen Bundesländern" gibt es offenbar keine Partei, die konservative Bedürfnisse befriedigt, weil "konservativ" hier so nicht existiert. Es gibt offenbar kein "weiter so", das hier bestehende System wurde vor knapp 40 Jahren komplett neu hergestellt. Es gibt keine gewachsene Industrie mit hohen Gewinnen, von denen alle profitieren. Es gibt keine geerbten Häuser, so dass noch eine Wohnung im Studienort des Kindes gekauft werden kann. Es gibt keine alten Seilschaften und Vitamin B. Stuttgarter und Münchner besitzen die Häuser von Berlin, Dresden, Leipzig und Magdeburg.

    Es gibt kein kollektives "Gedächtnis des Kapitalismus", die Menschen hier verbinden fundamental andere Erinnerungen und Erfahrungen.

    Ich denke, dass viele Wähler*innen im Osten, die AfD wählen, sich für besonders cool und draufgängerisch halten und es "denen da oben" zeigen wollen, aber nicht für rechtsextrem.

    Und deswegen stört es mich, wenn die Wahlergebnisse in anderen Bundesländern verharmlost werden, weil es in Sachsen ja angeblich so viel mehr Rassismus gibt und in Baden-Württemberg "halten viele dagegen", was auch immer das heißen soll. Und das Schwingen der Nazi-Keule blabla. Nee, das ist zu einfach. Die alten Springerstiefel-Nazis im Erzgebirge oder Brandenburg sind ein Problem, aber man wird das grundsätzliche Problem des Rechtsextremismus in Deutschland nicht los, in dem man sich in seinem eingerichteten Nest für was Besseres hält.

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