• Architect Ich komme auch aus Deutschland 😉 Habe hier im Forum schon eine Menge zu dem Thema geschrieben… kannst du über die Forensuche finden. Falls dich was speziell interessiert, schreib gerne eine PN 😊

  • Philio , mach es ihm/ihr aber bitte nicht zu schmackhaft, wir brauchen selbst Informatik- und Physiklehrkräfte :P

    Physik kann und werde ich gerne in Deutschland unterrichten. Für Informatik brauche ich aber nach dem Ref offiziell noch eine Eignungsprüfung mit einem 1. StEx. Gibt es wirklich einen großen Bedarf an Informatiklehrkräften in Deutschland?

    Schule. Jeden Tag eine Überraschung. Lohnt sich.

  • Im allgemeinbildenden Bereich (Sek I/II) gibt es zwar aktuell einen relativen Mangel an Informatiklehrkräften in vielen Bundesländern, aber gleichzeitig sind dem Fach Informatik derzeit in vielen Bundesländern entsprechend der offiziellen Stundentafeln nur wenige Stunden zugeordnet, wodurch wenige Lehrkräfte an einer Schule bereits genügen, um den Bedarf im Fach Informatik decken zu können. Der absolute Bedarf dürfte im berufsbildenden Bereich höher ausfallen, da insbesondere in den IT-bezogenen Ausbildungslehrgängen die Anzahl an Stunden im Fach Informatik deutlich höher ist.

  • Das Schwierige könnte sein - in meinem BL -, dass wir aus dem Mangel gelernt haben, und viele KuK sich in Zertifikatskursen nachqualifiziert haben. Wie bitten, auch in Kooperation, Informatik im Wahlpflichtbereich (1-2 Parallelkurse) und in der Oberstufe (GK und LK), aber wir haben keinen offiziell ausgebildeten Kollegen (Seiteneinsteiger wäre mit abgeschlossenem Staatsexamen/Ref) offiziell ausgebildet. Wir haben "nur" ZK-Leute und es dürfte an sehr sehr sehr vielen Schulen der Fall sein.
    Mit Physik in Kombi (selbst mit Deutsch) würdest du sicher mehrere Angebote von quasi allen Schulen der Umgebung innerhalb kürzester Zeit erhalten.

  • Physik kann und werde ich gerne in Deutschland unterrichten. Für Informatik brauche ich aber nach dem Ref offiziell noch eine Eignungsprüfung mit einem 1. StEx. Gibt es wirklich einen großen Bedarf an Informatiklehrkräften in Deutschland?

    Ich hätte gedacht, dass es mit Info leichter wird, weil du da einen Master hast. Aber wie immer hängt es wohl vom Bundesland und auch vom aktuellen Bedarf ab, wie Chili es beschrieben hat.

    Ich weiß es nicht, nur dass viele Eltern sich qualifizierten Info-Unterricht wünschen würden für ihre Kinder und nicht nur fachfremd vertretenen.

  • Was mich vielleicht irritiert: Hast du einen "richtigen" Informatik-Master? Wie kamst du in einen Info-Master nach einem Physik-Bachelor? Und warum wurde nicht umgekehrt anerkannt? Informatik und dann Physik über die Eignungsprüfung?

  • Als Lehrer gebe ich auch immer einen Teil meiner Lebenserfahrung mit. Gerade dabei den immer stärker auftretenden Alltagsproblemen der Schüler. Über welche Erfahrung verfügt ein Lehrer der nur Schule --> Uni --> Schule kennt? Am Berufskolleg musst du quasi zwingend das wirkliche Berufsleben kennen. An den Sek. 1 Schulen schadet eine gewisse Lebenserfahrung außerhalb der Schule mit Sicherheit auch nicht.

  • Als Lehrer gebe ich auch immer einen Teil meiner Lebenserfahrung mit. Gerade dabei den immer stärker auftretenden Alltagsproblemen der Schüler. Über welche Erfahrung verfügt ein Lehrer der nur Schule --> Uni --> Schule kennt? Am Berufskolleg musst du quasi zwingend das wirkliche Berufsleben kennen. An den Sek. 1 Schulen schadet eine gewisse Lebenserfahrung außerhalb der Schule mit Sicherheit auch nicht.

    Naja, das ist immer so ein Argument- ich wüsste nicht, inwiefern die durchschnittliche Lehrkraft automatisch besser unterrichten würde, weil sie einen anderen Beruf vorher ausgeübt hat.

    Außerdem ist die TE 24, hat also ganz normal studiert und wohl wenig Zeit gehabt, Lebenserfahrung zu sammeln.

  • Was mich vielleicht irritiert: Hast du einen "richtigen" Informatik-Master? Wie kamst du in einen Info-Master nach einem Physik-Bachelor? Und warum wurde nicht umgekehrt anerkannt? Informatik und dann Physik über die Eignungsprüfung?

    Ja, ich habe einen regulären Masterabschluss in Informatik von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

    Der Wechsel aus der Physik in die Informatik kam bei mir schrittweise zustande. Während meines Physik-Bachelors habe ich gemerkt, dass mir das Programmieren sehr liegt und auch viel Spaß bereitet. Deshalb habe ich im 5. Semester gezielt Informatikmodule als nichtphysikalische Wahlfächer belegt – unter anderem Algorithmen und Datenstrukturen (AuD - sehr komplexes Fach mit teils 70% Durchfallquote, da man dort neben den Algorithmen und Datenstrukturen simultan auch das Programmieren in Java auf hohem Niveau lernen musste), Grundlagen der Technischen Informatik (GTI), Algorithmik kontinuierlicher Systeme (AlgoKS - eine Numerikvorlesung mit Schwerpunkt auf Informatik, bei der vielen Studenten die Zeit fehlt) sowie Konzeptionelle Modellierung (KonzMod - eine Vorlesung über die Grundlagen der Datenbanken). In AuD war ich später sogar als Tutor tätig.

    Wichtig ist vielleicht auch: Ich bin nicht direkt nach dem Physik-Bachelor gewechselt, sondern habe zunächst einige Semester im Physik-Master studiert. Parallel zum Physik-Masterstudium, wo ich auch recht viele Module bestanden habe, habe ich noch vor dem eigentlichen Wechsel bereits Informatikveranstaltungen auf Masterniveau sowie ein Seminar im Bereich Contest Programming (ebenfalls auf Masterniveau) besucht. Dadurch hatte ich eine recht solide Grundlage, die über das typische Nebenfachniveau hinausging. Der Wechsel war also eher ein bewusster Übergang als ein harter Schnitt.

    Zur Frage der Anerkennung: Damals gab es an der FAU eine Regelung, nach der man mit einem passenden Hintergrund und einem guten Schnitt direkt in den Informatik-Master aufgenommen werden konnte. Absolventen des Medizintechnik-Bachelors mussten damals beispielsweise aus dem Informatikbereich nur die Module AuD, GTI und AlgoKS bestehen, wurden aber bei hinreichendem Notendurchschnitt in den Informatik-Master aufgenommen. Offenbar wurde mein Profil – insbesondere durch die zusätzlichen Informatikleistungen – als ausreichend geeignet angesehen.

    Warum der Weg nicht umgekehrt von der Informatik zur Physik mit Eignungsprüfung gelaufen ist, kann ich nicht genau sagen. Rückblickend bin ich mit dem Weg aber zufrieden. Gerade im Fach Physik halte ich das Referendariat für besonders wertvoll, weil die Planung und Durchführung von Experimenten didaktisch und organisatorisch sehr anspruchsvoll ist – das lässt sich meiner Meinung nach deutlich schwieriger „on the job“ lernen als im Referendariat.

    Schule. Jeden Tag eine Überraschung. Lohnt sich.

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