• DAS hängt aber nicht an der Staatsbürgerschaft.
    Diese Menschen haben sich eine Rente und Krankenversicherung nicht nur erarbeitet sondern bezahlen sie weiter (sonst können sie eben nicht für eine OP zurück.
    Wenn sie durch irgendwelche Regeln und Abkommen (ich kenne mich mit Spanien nicht aus) keine KV in Deutschland mehr haben, dann können sie auch unabhängig der Staatsbürgerschaft nicht zurückkommen.
    Da ist eine Menge Populismus (und Neid?) in der Diskusiion-

    Ich finde es schon seltsam, aus allen Ländern das Beste abgreifen zu wollen. Sich in Thailand massieren lassen oder an der Costa Brava deutschsprachige Senioren-Communitys aufbauen... wie findet das die einheimische Bevölkerung?

    Neid sicher nicht, das wäre mir zu spießig. Populismus- keine Ahnung, das war bislang kein Thema, mit dem ich mich intensiver auseinandergesetzt hätte. Wenn du meinst, das Verhalten sei völlig okay für alle Beteiligten, ist es ja gut.

  • Ich meine nicht unbedingt, es sei völlig okay.
    Und sowieso bin ich kein Fan von absichtlichen Parallelgesellschaften ohne Zugang zur örtlichen Kultur.
    Ich versuche, eine andere Perspektive einzunehmen, vielleicht sogar Teufels Anwältin zu spielen? (sorry, dafür bin ich zu sehr SoWi-Lehrerin). Natürlich ist es scheiße, mit seiner niedrigen Rente in Thailand zu leben und als alter deutscher Mann eine junge Thailänderin als Freundin zu haben, die vielleicht Hoffnung auf ein besseres Leben hat, und kein einziges Wort Thai zu lernen... Und ja, die Spanier mögen von den deutschen Opas und Omas genervt sein. Aber wir leben in der globalisierten Welt, es fördert auch die spanische und thailändische Wirtschaft.

    Ich finde es allerdings schon unproduktiv, die Rentner*innen, die das vermutlich eher aus finanziellen Gründen machen, und die Populist*innen, die jetzt wegen der nicht mehr auszuhaltenden Linksgrünversifftheit auswandern, zusammenzupacken.
    Als Rentner*in schulde ich dem Land keine Kaufkraft. Und wenn ich woanders viel besser lebe, darf ich die erarbeitete Sozialleistung woandershin mitnehme.
    Eyh, mit meiner deutschen Rente in der Bretagne leben, fände ich nicht nur nicht schlecht, aber am Meer würde es mir schlagartig besser gehen.

  • Warum sollen Rentner nicht leben, wo die Lebenshaltungskosten niedriger sind und das Wetter besser ist? Die Versorgungsleistungen haben sie sich schließlich erarbeitet. Ich finde allerdings, dass das Wahlrecht an Staatsbürgerschaft und Wohnsitz geknüpft sein sollte. Aus der Ferne Lebensrahmenbedingungen mitbestimmen wollen, von denen man selbst gar nicht betroffen ist, hat für mich ein Geschmäckle.


    Als junger, gut gebildeter, gesunder Mensch würde ich aus heutiger Sicht ebenfalls die Zelte hier rechtzeitig abbrechen und mir ein Land mit niedrigeren Steuersätzen suchen. Das Schröpfen der Leistungsträger wird hierzulande perspektivisch nicht besser werden, der Gegenwert für die hohe Abgaben wird immer mieser und dazu lebt man noch mitten im gesellschaftlichen Niedergang. Wer clever ist, setzt sich nach dem Studium ab.

    Mein Cousin (Wirtschaftsjurist) lebt in Zürich, eine Schulfreundin (Intensivkrankenschwester) in Texas, mein Ex (ITler) mittlerweile in Portugal, meine Cousine ist noch in Großbritannien und sucht nun in Skandinavien oder den Emiraten... keiner bereut was.

  • Als junger, gut gebildeter, gesunder Mensch würde ich aus heutiger Sicht ebenfalls die Zelte hier rechtzeitig abbrechen und mir ein Land mit niedrigeren Steuersätzen suchen. Das Schröpfen der Leistungsträger wird hierzulande perspektivisch nicht besser werden, der Gegenwert für die hohe Abgaben wird immer mieser und dazu lebt man noch mitten im gesellschaftlichen Niedergang. Wer clever ist, setzt sich nach dem Studium ab.

    Im Großen und Ganzen stimme ich dir zu. Als junger, gut gebildeter, gesunder Mensch kann man aus heutiger Sicht aber auch eine verbeamtete Lehrkraft werden und von Steuergeldern finanziert werden.

    Schule. Jeden Tag eine Überraschung. Lohnt sich.

  • Als junger, gut gebildeter, gesunder Mensch kann man aus heutiger Sicht aber auch eine verbeamtete Lehrkraft werden und von Steuergeldern finanziert werden.

    natürlich werden wir von Steuergeldern finanziert! Und es ist gut so!
    Wollen wir etwa, dass Bildung ein (noch mehr) verkäufliches Gut wird und die Eltern das Schulgeld bezahlen, das uns entlohnen würde?!

  • Wer eine deutsche Rente bekommt und deutscher Staatsbürger ist, hat in der Regel, wenn er in Deutschland seinen dauerhaften Wohnsitz hat, Anspruch auf eine Krankenversicherung. Da sind schon viele dauerhaft aus der Sonne zurückgekehrt, wenn Therapien anstehen. Verstehe jetzt nicht, was das mit Populismus zu tun hat.

  • Im Großen und Ganzen stimme ich dir zu. Als junger, gut gebildeter, gesunder Mensch kann man aus heutiger Sicht aber auch eine verbeamtete Lehrkraft werden und von Steuergeldern finanziert werden.

    Diese große Dummheit würde ich niemandem empfehlen und auch sicherlich kein zweites Mal begehen.

    natürlich werden wir von Steuergeldern finanziert! Und es ist gut so!
    Wollen wir etwa, dass Bildung ein (noch mehr) verkäufliches Gut wird und die Eltern das Schulgeld bezahlen, das uns entlohnen würde?!

    Ich glaube nicht, dass sich das allgemeine Bildungsniveau damit noch nennenswert schlechter entwickeln könnte, als es das eh schon tut.

  • Diese große Dummheit würde ich niemandem empfehlen und auch sicherlich kein zweites Mal begehen.

    Das liegt aber eher am System als am Beruf.

    natürlich werden wir von Steuergeldern finanziert! Und es ist gut so!
    Wollen wir etwa, dass Bildung ein (noch mehr) verkäufliches Gut wird und die Eltern das Schulgeld bezahlen, das uns entlohnen würde?!

    Ich sehe die Steuerfinanzierung von Lehrkräften etwas kritischer. Gleichzeitig kann ich den Punkt von Maylin85 nachvollziehen, dass sich das Bildungsniveau in Deutschland seit den frühen 2000er-Jahren eher negativ entwickelt hat.

    Aus meiner Sicht stellt hochwertige Bildung durchaus ein Gut dar, das einen realen Wert hat. Dabei gibt es unterschiedliche Interessen: Schülerinnen und Schüler bzw. Eltern wünschen sich verständlicherweise eine möglichst zugängliche und bezahlbare Bildung, während Lehrkräfte eine angemessene und leistungsorientierte Vergütung erwarten dürfen.

    Genau hier sehe ich ein Problem im aktuellen staatlichen System: Die Bezahlung ist weitgehend unabhängig von der individuellen Leistung. Das führt dazu, dass engagierte und besonders kompetente Lehrkräfte oft nicht entsprechend honoriert werden. Eine stärkere Differenzierung könnte hier Anreize schaffen und langfristig die Qualität der Bildung verbessern.

    Ich halte es daher für diskussionswürdig, ob ergänzende marktwirtschaftliche Elemente im Bildungssystem dazu beitragen könnten, Leistung stärker zu berücksichtigen. Gleichzeitig sollte aber sichergestellt sein, dass der Zugang zu guter Bildung nicht vom Einkommen abhängt – etwa durch Stipendien oder andere Fördermodelle.

    Schule. Jeden Tag eine Überraschung. Lohnt sich.

  • Aus gesellschaftlicher Sicht ist es doch gar nicht so schlecht, wenn sich Rentner/Pensionäre in den Süden absetzen. Die Pflege ist dort preiswerter und sie belasten hier nicht das System. Daher finde ich es auch nicht verwerflich, wenn sich jemand nach Spanien oder was auch immer absetzt. Es muss natürlich klar sein, dass Deutschland sie im Zweifel nicht zurückholt. Wer krank ist oder was auch immer, muss sich vor Ort behandeln lassen oder auf eigene Kosten zurückkommen.

  • Genau hier sehe ich ein Problem im aktuellen staatlichen System: Die Bezahlung ist weitgehend unabhängig von der individuellen Leistung. Das führt dazu, dass engagierte und besonders kompetente Lehrkräfte oft nicht entsprechend honoriert werden. Eine stärkere Differenzierung könnte hier Anreize schaffen und langfristig die Qualität der Bildung verbessern.

    Das fand ich auch immer und das hört sich auf dem Papier auch gut an. Mein Problem ist, dass ich keine Lösung sehe, wie man leistungsabhängiger honoriert. Irgendwelche Kennzahlen sind schwierig. Man könnte den Schulen ein Budget zur Verfügung stellen, dass sie an besonders engagierte Lehrkräfte verteilen aber auch dort sehe ich die Gefahr, dass das irgendwann durch die Gießkanne passiert.
    Sinnvoller würde ich es finden, wenn es mehr Entlastungsstunden oder andere Bonusse für bestimmte Mehrarbeiten geben würde. 0,5 Anrechnungsstunden für Klassenlehrkräfte, 1 für Fachkonferenzleitungen, 0,2 pro Förderkind in der Klasse etc.. Im Gegenzug könnte man bestimmte Stunden nur mit 0,8 oder so anrechnen. Aber das umzusetzen wird echt schwierig.

  • Gut, aber für Auswanderer ist es nicht unbedingt entscheidend, was Investoren bei Anlagen in einem bestimmten Land verdienen. Für sie stehen oft ganz andere Aspekte im Vordergrund.

    Weiß ich auch. Insbesondere die "echten" Auswanderer. Ich sprach/meinet die Stammtischparolenauswanderer, die nur über die Politik und Deutschland schimpfen wollen. Die kommen immer mit irgendwelchen Kleinigkeiten und sagen dann gleich immer entweder, dass man die Regierung stürzen muss und/oder auswandern muss und/oder AfD wählen muss. Guck dich mal einfach auf so manchen "populären" Seiten auf YouTube und co um. Wenn die wirklich alle auswandern würden, dann hätten wir kaum noch Leute in Deutschland, die AdF wählen würden. Insofern finde ich es immer schade, dass die die ganze Zeit immer nur sagen, dass sie auswandern würden wegen der Regierung, es aber nicht machen.

  • Ich schon, Leute die jetzt in Uruguay leben, weil es in Deutschland nicht auszuhalten ist.

    Oh mein Gott, mir ist gerade eingefallen, dass ein ehemaliger Studienkollege auch irgendwann total abgedriftet ist.
    Er war auch in Urugay/Paragay (während der Corona-Pandemie?), mittlerweile ist er wohl in der Schweiz und hat wieder neue verschwörungstheoretische Bücher geschrieben / herausgebracht.
    Ob die Schweiz wegen "nicht Deutschland" oder beruflich oder zb. Liebe das Ziel wurde, weiß ich nicht, unsere Wege haben sich beim Abdriften getrennt.
    Irgendwie ist die Welt doch klein.

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