Leistungen Schüler:innen in Mathe und in Deutsch

  • Und deine Schüler machen das?

    Ich verstehe die Frage nicht. Meine Schüler sind behindert, wir üben das Tabellenzeichnen in der Schule. Aber wenn ich Achtklässler am Gymnasium unterrichten würde und sie nicht in der Lage wären, eine Tabelle zu zeichnen und ich Tabellen im Unterricht gezeichnet haben wollte, würde ich diese als Hausaufgaben aufgeben, selbstverständlich. Und wenn es einer nicht übt, dann gibt es dafür Punkte im nächsten Test.

    Aber man kann auch jammern.

  • Die letzte Frage lässt sich in der Kürze so nicht umfassend bearbeiten. Eine regelmäßige Leistungsrückmeldung, auch an schwache Lerner, ist vorgesehen. Stärken und Schwächen der Lerner werden angemessen im Rahmen des Unterrichts berücksichtigt. Bei andauernd besonders schwachen Leistungen (sowohl in der Sekundarstufe I als auch der Sekundarstufe II) wird das Gespräch mit Schülern (m/w/d) und Eltern gesucht, um mögliche Alternativen zum aktuellen Bildungsgang aufzuzeigen.

    Ich wollte nicht wissen, wie du sie loswirst, sondern, wie du sie förderst. Oder ist das im Gymnasium nicht vorgesehen?

    Du schreibst: Stärken und Schwächen der Lerner werden angemessen im Rahmen des Unterrichts berücksichtigt. Könntest du das bitte genauer erläutern? Wie läuft das speziell in deiner Schulform ab?

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Tukan: Ich formuliere es mal so: Ist bei den Kindern, die leistungstechnisch (stark) hinterherhinken, ein grundlegendes Bewusstsein vorhanden, dass sie hinterherhinken? Sind sie in der Lage, ihre eigenen Kompetenzen in Bezug zu den Kompetenzen anderer Kinder zu setzen und hierdurch Rückschluss auf sich selbst zu ziehen, oder kriegen sie im Zweifelsfall gar nicht mit, dass andere Kinder schon viel weiter sind (und sie eigentlich auch viel weiter sein sollten), weil sie noch kein Bewusstsein für gesellschaftliche Norm haben bzw. ihr Istzustand für sie die einzige "Norm" darstellt?

  • Zauberwald : "Angemessen" bedeutet innerhalb der Schranken zielgleichen Unterrichts. Da bin ich transparent, dass an anderen Schulformen mehr Differenzierung stattfindet. Fachunterrichtsprinzip mit wechselnden Lehrkräften nach 2 Schuljahren hat da einfach seine Grenzen. Bei der Berücksichtigung von Stärken und Schwächen würde ich z.B. anführen, dass es im Fach Französisch immer wieder Schüler (m/w/d) gibt, die Angst vor dem Sprechen einer Fremdsprache haben. Diese habe ich im Unterrichtsgespräch besonders im Blick und motiviere sie dazu, sich zu trauen, etwas zu sagen, und lobe sie für den Mut, selbst wenn der von ihnen gegebene Satz noch nicht zu 100% grammatikalisch korrekt war. Wir kommen da noch hin, aber zum aktuellen Zeitpunkt ist ein erster Schritt getan. Diejenigen, die wie ein Wasserfall sprechen können (Es sind nicht viele, aber es gibt sie.), können vor allem bei Diskussionen oder Vorstellung freier/kreativer Textproduktionen glänzen und da achte ich auf Feinheiten (z.B. abwechslungsreiche Satzanfänge, komplexeres Vokabular), um ihnen zu ermöglichen, dass aus einem guten Wortbeitrag ein potentiell sehr guter wird. Falls du noch weitere Beispiele möchtest, sage gerne Bescheid!

  • Worüber regt ihr euch auf? Wir leben in "modern times".

    Heute sind solche Instruktionen essentiell:

    Meine Beiträge können Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten. "Tippfehler" sind beabsichtigt und dienen dem reflektierten Umgang mit Rechtschreibung und Sprache durch die werte Leserschaft. Wer einen Rotstift besitzt, darf diesen behalten und anderweitig nutzen.
    «Wissen – das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.» (Marie von Ebner-Eschenbach)

  • Zauberwald : "Angemessen" bedeutet innerhalb der Schranken zielgleichen Unterrichts. Da bin ich transparent, dass an anderen Schulformen mehr Differenzierung stattfindet. Fachunterrichtsprinzip mit wechselnden Lehrkräften nach 2 Schuljahren hat da einfach seine Grenzen. Bei der Berücksichtigung von Stärken und Schwächen würde ich z.B. anführen, dass es im Fach Französisch immer wieder Schüler (m/w/d) gibt, die Angst vor dem Sprechen einer Fremdsprache haben. Diese habe ich im Unterrichtsgespräch besonders im Blick und motiviere sie dazu, sich zu trauen, etwas zu sagen, und lobe sie für den Mut, selbst wenn der von ihnen gegebene Satz noch nicht zu 100% grammatikalisch korrekt war. Wir kommen da noch hin, aber zum aktuellen Zeitpunkt ist ein erster Schritt getan. Diejenigen, die wie ein Wasserfall sprechen können (Es sind nicht viele, aber es gibt sie.), können vor allem bei Diskussionen oder Vorstellung freier/kreativer Textproduktionen glänzen und da achte ich auf Feinheiten (z.B. abwechslungsreiche Satzanfänge, komplexeres Vokabular), um ihnen zu ermöglichen, dass aus einem guten Wortbeitrag ein potentiell sehr guter wird. Falls du noch weitere Beispiele möchtest, sage gerne Bescheid!

    Das ist doch ganz normaler Unterricht und kein Fördern. Ein schlechter Schüler wird durch Ermunterung nicht besser, v.a. in Mathe. Und dein letzter Satz hört sich wirklich nach KI an.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Zauberwald : "Angemessen" bedeutet innerhalb der Schranken zielgleichen Unterrichts. Da bin ich transparent, dass an anderen Schulformen mehr Differenzierung stattfindet. Fachunterrichtsprinzip mit wechselnden Lehrkräften nach 2 Schuljahren hat da einfach seine Grenzen. ...

    In den meisten Bundesländern ist Differenzierung Aufgabe aller Schulformen. Meinst Du die Lehrkräfte an der IGS oder an den Hauptschulen haben es da einfacher? Da sind die Unterschiede deutlich größer und das Klientel schwieriger. Es ist schön mehr Leistungsdenken zu fordern. Da bin ich auch immer ein Freund von. Aber das was du da schreibst, ist doch alles nur heiße Luft. Wenn man bessere Leistungen will, sollte man auch eine Idee haben, wie man die bekommt.

  • 1.) Entweder Gesamtschulsystem oder mehrgliedriges System. Gymnasium neben Gesamtschule ist ein dämliches System, weil die Gesamtschule damit automatisch zur Resterampe wird, der häufigste Grund aus dem wirklich gute Kinder auf die Gesamtschule gehen ist Elternideologie (von wenigen Ausnahmen abgesehen, z.B. ev. Gesamtschule Gelsenkirchen).

    2.) Aufhören so zu tun, als würde in Ländern mit Gesamtschulsystem nicht nach Leistung separiert. In den USA gibt es das tracking System ab der Middle School und jeder Lehrer erkennt an der Belegung sofort wie stark ein Schüler ist, von Honors oder AP Klassen mal ganz abgesehen. In China kannst du allein an der besuchten High School direkt erkennen was der Schüler drauf hat (Aufnahmeprüfungen am Ende der Middle School), in Japan und Südkorea hast du Profilklassen und leistungsdifferenzierte Kurse. Jetzt kommt natürlich: Ja, aber in der middle school sind alle zusammen in einem Klassenraum und lernen zusammen. Wer das glaubt, soll sich mal anschauen wie in juku/hagwon (Nachmittagsschule) jede Woche nach Leistung differenziert die Klasse gewechselt werden muss, je nachdem wie gut man in der Klasse der Vorwoche mitgearbeitet hat. Über Skandinavien kann man meinetwegen reden, da sind aber auch 2-3 Lehrkräfte im Klassenraum und erreichen so echte Binnendifferenzierung, die trennen dann erst nach der Mittelschule).

    3.) Lehrkräftemangel - daraus folgt doch direkt, dass Binnendifferenzierung und Inklusion so nicht funktionieren können. Wenn man "neue Themen" einführt, braucht man entweder mehr Personal oder muss altes Zeug weglassen. Wenn du dann immer mehr Leute in die gymnasiale Oberstufe schiebst, anstatt sie ins duale System zu entlassen, verschärfst du das Problem noch zusätzlich. Warum muss jemand der ein Handwerk erlernt Abitur machen? Damit er sicher lesen, schreiben und rechnen kann? Das ging früher auch nach der achtjährigen Volksschule...

    If you look for the light, you can often find it.
    But if you look for the dark that is all you will ever see.

  • Wenn du dann immer mehr Leute in die gymnasiale Oberstufe schiebst, anstatt sie ins duale System zu entlassen, verschärfst du das Problem noch zusätzlich. Warum muss jemand der ein Handwerk erlernt Abitur machen? Damit er sicher lesen, schreiben und rechnen kann? Das ging früher auch nach der achtjährigen Volksschule...

    Sorry, aber das sind doch alte Sprüch. Für die Kinder, die jetzt zur Schule gehen müssen wir 50-70 Jahre in die Zukunft schauen. Was müssen sie da können? Was werden wir in Zukunft für Kompetenzen brauchen? Wie geschieht in Zukunft Wertschöpfung? Mal davon abgesehen, dass unsere Schulen grundsätzlich "am Markt vorbei" ausbilden und wahrscheinlich ganz andere Kompetenzen eine Rolle spielen, wird der Schwerpunkt der Wertschöpfung in Zukunft nicht mehr beim einfachen Handwerker liegen. Schon heute müssen beispielsweise Elektriker ganz viel Regeltechnik etc. machen. Natürlich werden wir auch in Zukunft Handwerker, Pflegekräfte und Verkäufer brauchen. Aber im Vergleich zu den 70er, 80er Jahren wird das immer weniger werden. Körperliche Aufgaben werden immer mehr Maschinen übernehmen.

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