Lehramtsstudium Sekundarstufe I weitgehend ohne Vorlesungsbesuch – realistisch und sinnvoll?

  • Hallo zusammen,

    ich beschäftige mich aktuell mit dem Gedanken, ein Lehramtsstudium für die Sekundarstufe I aufzunehmen. Besonders interessant finde ich dabei ein bestimmtes Bundesland, weil mir dort sowohl die Studienstruktur als auch die angebotene Fächerkombination sehr zusagen. Eines meiner angestrebten Fächer wäre Mathematik.

    Allerdings stehe ich vor einem praktischen Problem: Ich lebe derzeit in einem anderen Bundesland, bin berufstätig und möchte weder meinen Wohnort aufgeben noch für mehrere Jahre umziehen. Auch aufgrund meines Alters kommt für mich ein klassisches Vollzeit-Studentenleben mit regelmäßigem Besuch aller Vorlesungen eher nicht mehr infrage. Es wäre übrigens mein Zweitstudium, denn ich habe bereits Bachelor/Master in einem anderen Studienfeld. Der Studiengang von Interesse wäre übrigens klassisches Staatsexamensmodell.

    Daher würde mich interessieren, welche Erfahrungen ihr mit einem weitgehend selbstorganisierten Studium gemacht habt.

    Meine Fragen wären insbesondere:

    • Wie realistisch ist es, ein Lehramtsstudium (Sekundarstufe I) größtenteils ohne regelmäßigen Vorlesungsbesuch zu absolvieren?
    • Werden an den Universitäten üblicherweise Vorlesungsskripte, Folien, Übungsblätter und sonstige Materialien online zur Verfügung gestellt?
    • Läuft die Vergabe von Hausarbeitsthemen auch online?
    • Ist es möglich, sich den Stoff überwiegend im Selbststudium anzueignen und nur für Prüfungen, verpflichtende Veranstaltungen oder Praxisphasen vor Ort zu sein?
    • Wie hoch ist insbesondere im Fach Mathematik der Anteil an Veranstaltungen, bei denen eine regelmäßige Anwesenheit faktisch notwendig ist?
    • Gibt es Erfahrungen von Studierenden, die das Studium berufsbegleitend oder mit größerer räumlicher Entfernung zur Universität absolviert haben?

    Mir ist natürlich bewusst, dass bestimmte Bestandteile eines Lehramtsstudiums – insbesondere Praktika, Schulpraktische Studien, Prüfungen oder andere verpflichtende Präsenzveranstaltungen – eine Anwesenheit vor Ort erfordern. Diese Termine wären für mich grundsätzlich kein Problem. Es geht mir vor allem um die Frage, ob der reguläre Studienalltag zwischen diesen Präsenzphasen weitgehend im Selbststudium bewältigt werden kann.

    Ich freue mich über eure Erfahrungen, Einschätzungen und Hinweise.

    Vielen Dank!

  • Wahrscheinlich wäre es hierfür nötig, dass du die Uni nennst. Viele deiner Fragen sind an jeder Universität anders geregelt.

    Von daher wäre meine Aussage: Vorlesungen inkl. Klausuren im Selbststudium wahrscheinlich möglich, Seminare eher unwahrscheinlich.

    Am besten einmal die Studienberatung deiner Uni der Wahl kontaktieren und sie fragen, wie es an der Uni aussieht.

    Viele Grüße aus dem Süden :wink_1:

  • Kommt auf die Uni an.

    In den meisten Lehramtsstudiengängen dürfte es Veranstaltungen mit Anwesenheitspflicht geben. Bei mir waren das die Veranstaltungen der Bildungswissenschaften und Anglistik. An anderen Unis sind teilweise auch die Übungen in Informatik/Mathematik mit Anwesenheitspflicht oder zumindest mit Vorrechenpflicht.


    Unabhängig davon war für mich für Mathematik der Austausch über Übungen mit Kommilitonen tatsächlich wichtig.


    Was die Studienberatung angeht: schau, ob es eine Fachstudienberatung gibt. Die zentrale Studienberatung hat in der Regel keine Kenntnis davon, wie das Studium konkret organisiert ist.

  • Werden deine zwei Lehramtsfächer vielleicht an der Fernuni angeboten, so dass es sich lohnen würde, zuerst den Bachelor in Mathematik (bzw. sehr viele Veranstaltungen davon) und von einem anderen Fach (ich glaube aber, man kann nicht beides gleichzeitig anfangen) und dann mit Anerkennung nur noch die Kurse mit Anwesenheitspflicht zu machen? Selbst wenn du das nur 1-2 Semester machst, hat es auch den Vorteil, dass du merkst, wie schwierig/einfach es dir gelingt, alleine zu lernen.
    Es ist ja nicht ohne. Ich stelle es mir bei Mathe wirklich schwierig vor (in Hagen hättest du aber auch Online-Lerngruppen). Ich kenne keine 1000 Mathematiker*innen/NaWis, aber ALLE haben immer wieder betont, dass die Übungen alleine nicht zu schaffen seien und der Austausch (inklusive gelegentliches gemeinsames Weinen) der Schlüssel zum Erfolg sei.

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