Verletzende Inhalte Abizeitung

  • Aber ehrlicherweise, jetzt, mit einer Woche Abstand, finde ich es immer noch belastend bzw. zunehmend. Denn wenn man zum Schluss kommt, dass es nicht nur verleumderisches Gequatsche ist, wäre der ganz harsche Umkehrschluss (Stichwort: Zuspätkommen, Abrechnung von Zeiten, Verbitterheit etc.), dass es vielleicht doch nicht der richtige Job ist und die SuS das spüren. Nicht, weil man unfreundlich ist, aber weil sie spüren, dass man eigentlich keinen Bock auf sie hat. Ich glaube mittlerweile tatsächlich, dass SuS sowas spüren. Dass da eine Art Barriere ist.

    Hast Du keinen Bock auf Deine Schüler, oder habe ich das nur falsch verstanden?

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • aber weil sie spüren, dass man eigentlich keinen Bock auf sie hat.

    Da hast du doch deine Antwort. Wie würdest du dich fühlen, wenn jemand, bei dem du zB eine Weiterbildung machst, sich so verhält, dass du merkst, der hat null Bock auf dich?

  • Gab auch bei uns heute Abi-Zeitung. Da ich dieses Jahr (zum ungefähr zweiten Mal in 20 Jahren) keinen Kurs hatte, konnte ich sie mir ganz "neutral" durchlesen.
    Viele Kolleginnen und Kollegen, die ich für kompetent, schülernah und engagiert halte, habe ich in den Berichten nicht wieder erkannt. Ich lese da einen ungemeine Anspruchshaltung, gepaart mit wenig Bereitschaft / Fähigkeit, sich selbst etwas zu hinterfragen (Abi = Reifezeugnis, das sollten keine pubertierenden Teens mehr sein) und auch wenig Ahnung, worauf es ankommt (Das neue Abi in Bayern ist sehr stark geprägt von Arbeit mit Material => Lehrkraft übt das intensiv => SuS beschweren sich in der Abi-Zeitung, dass sie so oft hätten selber arbeiten müssen und die Lehrkraft "nur" zugeschaut hätte).
    Nun ist mir schon klar, dass SuS eine andere Perspektive haben, naturgemäß. Aber soweit weg von dem, was ich wahrnehme? Da wird einem Kollegen, den ich zweitkorrigiert habe, vorgeworfen, er würde seine Noten würfeln. Ich habe noch nie eine gewissenhaftere Korrektur gesehen... am eher strengeren Rand der Skala, aber völlig nachvollziehbar, gut begründet etc. Wenn man sich schon beklagen muss, dann doch wenigstens zutreffend. "Streng" hätte ich verstanden. "Zu streng" von mir aus, da Schülerperspektive. Aber "würfeln"? Das würde ja auch implizieren, dass unfaire Noten vergeben wurden, mal zu gut, mal zu schlecht.

    Ja, ich weiß... Abi-Zeitung, Dampf ablassen. Wir Lehrer sollen da immer drüber stehen und Verständnis haben. Hab ich bisher auch immer geschafft (wobei ich mich in Bezug auf meine Person nicht beklagen kann ... das Schlimmste war bei einem meiner ersten Kurse der Vorwurf, ich wäre ein Fan des Musikanten-Stadls.... und das wo ich doch eher der lauteren Musik zugeneigt bin). Aber ich kann auch die Kolleginnen und Kollegen verstehen, die erst einmal knabbern, weil sie es als unfair empfinden, ihre Arbeit nicht richtig wahr genommen sehen und entsprechend frustriert sind. Dann muss halt mal geklagt / Dampf abgelassen werden ... und im nächsten Jahr hat man wieder einen Kurs und gibt sich alle Mühe...

  • Beitrag von Quittengelee (4. Juli 2026 02:58)

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht (4. Juli 2026 03:08).
  • Gab auch bei uns heute Abi-Zeitung. Da ich dieses Jahr (zum ungefähr zweiten Mal in 20 Jahren) keinen Kurs hatte, konnte ich sie mir ganz "neutral" durchlesen.
    Viele Kolleginnen und Kollegen, die ich für kompetent, schülernah und engagiert halte, habe ich in den Berichten nicht wieder erkannt. Ich lese da einen ungemeine Anspruchshaltung, gepaart mit wenig Bereitschaft / Fähigkeit, sich selbst etwas zu hinterfragen (Abi = Reifezeugnis, das sollten keine pubertierenden Teens mehr sein) und auch wenig Ahnung, worauf es ankommt (Das neue Abi in Bayern ist sehr stark geprägt von Arbeit mit Material => Lehrkraft übt das intensiv => SuS beschweren sich in der Abi-Zeitung, dass sie so oft hätten selber arbeiten müssen und die Lehrkraft "nur" zugeschaut hätte).
    Nun ist mir schon klar, dass SuS eine andere Perspektive haben, naturgemäß. Aber soweit weg von dem, was ich wahrnehme? Da wird einem Kollegen, den ich zweitkorrigiert habe, vorgeworfen, er würde seine Noten würfeln. Ich habe noch nie eine gewissenhaftere Korrektur gesehen... am eher strengeren Rand der Skala, aber völlig nachvollziehbar, gut begründet etc. Wenn man sich schon beklagen muss, dann doch wenigstens zutreffend. "Streng" hätte ich verstanden. "Zu streng" von mir aus, da Schülerperspektive. Aber "würfeln"? Das würde ja auch implizieren, dass unfaire Noten vergeben wurden, mal zu gut, mal zu schlecht.

    Ja, ich weiß... Abi-Zeitung, Dampf ablassen. Wir Lehrer sollen da immer drüber stehen und Verständnis haben. Hab ich bisher auch immer geschafft (wobei ich mich in Bezug auf meine Person nicht beklagen kann ... das Schlimmste war bei einem meiner ersten Kurse der Vorwurf, ich wäre ein Fan des Musikanten-Stadls.... und das wo ich doch eher der lauteren Musik zugeneigt bin). Aber ich kann auch die Kolleginnen und Kollegen verstehen, die erst einmal knabbern, weil sie es als unfair empfinden, ihre Arbeit nicht richtig wahr genommen sehen und entsprechend frustriert sind. Dann muss halt mal geklagt / Dampf abgelassen werden ... und im nächsten Jahr hat man wieder einen Kurs und gibt sich alle Mühe...

    Danke für die aufmerksamen Worte.

    Ich verstehe nicht, warum hier so eine krasse Tendenz herrscht, Kolleg*innen grundsätzlich Unfähigkeit zu attestieren und SuS per se für differenziert betrachtende Kritiker zu halten.

    Liegt es daran, dass man sich selbst für die beste Lehrperson hält?

  • Ich finde auch, dass die Aspekte des Rankings nicht gut gewählt waren.

    Aber um das zu relativieren ( und vielleicht mal den Druck rauszunehmen) : Mein Kurs hat sich vor Kurzem über Kollegen unterhalten und das Gespräch kam auch darauf, welche Lehrer sie in anderen Berufen sehen. Dem ambitionierten Sportkollegen wurde eine mögliche Tenniskarriere attestiert, bei einem Kollegen in Wirtschaft meinten die Schüler, er wäre ein verdammt guter Anlageberater. Bei einer Kollegin waren sich alle einig, sie wäre in der Politik gut aufgehoben. Das alles ohne Häme, sondern eher mit einem Blick auf die Talente der Kollegen.

    Gedanken würde ich mir wirklich nur bei dem Punkt " leicht zu spicken" machen, da würde ich in Zukunft wie ein Schießhund aufpassen.

    Beim Threadersteller hat der Punkt Unpünktlichkeit wohl deswegen geschmerzt, weil das auch schon von der SL kam und diese sich bestätigt fühlen wird. Aber auch das kann man ändern.

    Darüber hinaus sollte man den Rest mit Humor nehmen.

  • Ich verstehe nicht, warum hier so eine krasse Tendenz herrscht, Kolleg*innen grundsätzlich Unfähigkeit zu attestieren und SuS per se für differenziert betrachtende Kritiker zu halten.

    Wer macht das denn?

  • Und was für wilde Gedanken sich Schüler machen! Herr x ist so freundlich zu Frau y( zwei junge Lehrkräfte, sehr attraktiv), der steht auf sie... ( Nö, er wird in zwei Wochen Papa).

    Auch Eltern haben mir schon berichtet, was da am Essenstisch alles vermutet wird! Gossip vom Feinsten.

  • Gedanken würde ich mir wirklich nur bei dem Punkt " leicht zu spicken" machen, da würde ich in Zukunft wie ein Schießhund aufpassen.

    Beim Threadersteller hat der Punkt Unpünktlichkeit wohl deswegen geschmerzt, weil das auch schon von der SL kam und diese sich bestätigt fühlen wird. Aber auch das kann man ändern.

    Darüber hinaus sollte man den Rest mit Humor nehmen.

    So hätte ich es auch gemacht. Falls die Unpünktlichkeit tatsächlich mein Problem wäre, würde ich das spätestens jetzt als Anlass nehmen, da etwas zu ändern. Beim "Spicken" würde ich mir überlegen, ob ich etwas zu nachlässig bin und Konsequenzen daraus ziehen. Bezüglich des Spickens habe ich in der Grundschule schon oft meine Strategien geändert, weil selbst den Kleinen immer mal wieder etwas Neues eingefallen ist abzugucken. Als ich Schülerin war, wurde bei uns auch gespickt; ich war zwar nicht die Schlimmste, aber auch kein Engel. Manchmal haben es die besten Lehrer nicht gemerkt. Man darf in diesem Bezug auch den nettesten Schülern nicht vertrauen. ;)

    Die anderen Bemerkungen kann man vergessen. Man kann davon ausgehen, dass es über Lehrer immer unterschiedliche Meinungen gibt. Das kommt in allen Schularten vor. (In der Grundschule haben wir da weniger mit Schülern, eher mit Eltern bezüglich der Rückmeldungen zu tun.) Bezüglich der Abiturzeitung weiß man nicht, wie schon vorher erwähnt wurde, welche Schülergruppe und wie viele Schüler überhaupt befragt wurden.

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