Laufbahnfehler in der gymnasialen Oberstufe (Gesamtschule)

  • Hallo zusammen !

    Folgende Situation: Einem verbeamteten Lehrer ist ein Laufbahnfehler in der gymnasialen Oberstufe an einer Gesamtschule (NRW) bei einem Schüler im Grundkurs der Q1 passiert. Schüler XY hat das Schulhalbjahr über Klausuren mitgeschrieben, obwohl er das Fach nicht GKS (schriftlich) sondern GKM (mündlich) laut Laufbahnbogen gewählt hat. Leider ist der Lehrkraft dieser Fehler erst sehr spät am Ende des Schuljahres aufgefallen, dem Schüler anscheinend gar nicht. Auch der Laufbahnberatung und Abteilungsleitung ist dieser Fehler bisher entgangen. Zwar unterschreiben die Schüler die Wahlen des Laufbahnbogens, sind also mit dabei, jedoch liegt es auch in der Verantwortung der Kurslehrkräfte, die Stimmigkeit der Kursart (mdl./schriftl.) zu überprüfen. Dies hat die Lehrkraft auch erfragt, hat jedoch nach Aussage des Schülers, er habe GKS, angenommen dies stimme. Aus Arbeitsstress ist der Lehrer darüber hinweggekommen , dies genau bei diesem einen Schüler zu kontrollieren. Keine Entschuldigung, ich weiß, aber so ist es gekommen.

    Die Lage ist nun so: für das 1.Halbjahr wurden die Klausuren schon für die Zeugnisnote mit eingerechnet, zwar keine Defizite, aber eingerechnet (ZN im Mittel 09 Notenpunkte, Teilnoten Quartale: SoMi 10NP/09NP Klausur 10 NP ; SoMi 09 NP Klausur 08 NP). Damit wär hier schon einmal der Zug abgefahren. Auch im 2. Halbjahr wurden Klausuren mitgeschrieben, darunter ein Defizit. Der Lehrer hat die Klausur (darunter das Defizit des Schülers) noch nicht zurückgegeben oder die Zeugnisnoten im Kurs bekanntgegeben. Zeugniskonferenzen sind Mitte nä Woche.

    Welche Handlungsoptionen hat der Lehrer ? Mit welchen (dienstrechtlichen) Konsequenzen sind für einen ( selbst verbeamteten) Lehrer zu rechnen ? An wen kann sich der Lehrer für Hilfe wenden ( Er schämt sich sehr für seinen Fehler und möchte möglichst nicht, dass die Sache im Kollegium rund geht) ? Kennt ihr irgend jemanden der schon in einer ähnlichen Situation war oder sich mit einem solchen Problem auskennt ? Wisst ihr einen Rat ?

  • von den Fachbegriffen kann es nur NRW sein (mündlich / schriftlich / "Auswahl" ob GKM/GKS)

    Wie ist es denn überhaupt rausgekommen?
    Ein Schüler kann ja mehr GKS haben als Mindestbelegung. Die Frage ist aber für die Q1/2 mit Defizit interessant.
    Ist bekannt, ob der Schüler in einem anderen Fach GKM/GKS "vertauscht" hat? Also: Könnte er überhaupt das schriftliche Fach in mündlich umwandeln?

  • Ja, genau NRW.

    Das hättest du vielleicht besser dazu schreiben sollen - deswegen finde ich es immer wichtig, dass Neu-User*innen ihr Bundesland im Profil mit angeben! Die "Gegebenheiten" sind ja von BL zu BL total unterschiedlich. Hier in NDS gibt es gar keine Unterscheidung in "mündlicher Kurs" vs. "schriftlicher Kurs", sondern es schreiben alle SuS eines Kurses Klausuren.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Hier in NDS gibt es gar keine Unterscheidung in "mündlicher Kurs" vs. "schriftlicher Kurs", sondern es schreiben alle SuS eines Kurses Klausuren.

    Aber nicht gleich viele.

  • Wenn mir so ein Fehler passieren würde, würde ich so bewerten, dass dem Schüler dadurch auf keinen Fall ein Nachteil entsteht, ich würde in beiden Halbjahren also die Note so bilden, dass die für den Schüler günstigere Variante gewählt wird, im vorliegenden Fall also ohne Berücksichtigung der Klausuren und ja, ich würde auch die Note aus dem ersten Halbjahr korrigieren lassen, denn die ist so eindeutig fehlerhaft.

    Ich würde als erstes aber au jeden Fall mit dem Oberstufenkooridnator sprechen.

  • Das Ganze ist recht einfach zu heilen, wenn man denn will.

    Der Schüler hat die Wahl, ob seine Klausuren in der Q1 miteinbezogen werden sollen oder nicht. Falls er das nicht wünscht, wird die Fachnote rückwirkend nur aus dem Bereich "Sonstige Mitarbeit" gebildet. Da hier jeweils kein den Schüler belastender Verwaltungsakt vorliegt, lässt sich das schulintern problemlos regeln.

    Reihenfolge also: OK informieren. Der spricht mit SL, ggf. mit der BR, aber vom Ergebnis her müsste dasselbe herauskommen.

    Konsequenzen sind außer einer Ermahnung keine zu befürchten. Schämen sollte nicht zu Verschweigen führen, denn DAS wäre dem Schüler gegenüber unfair. Ansonsten muss der Kollege das eben aushalten. Für Fehler muss man einstehen.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • von den Fachbegriffen kann es nur NRW sein (mündlich / schriftlich / "Auswahl" ob GKM/GKS)

    Wie ist es denn überhaupt rausgekommen?
    Ein Schüler kann ja mehr GKS haben als Mindestbelegung. Die Frage ist aber für die Q1/2 mit Defizit interessant.
    Ist bekannt, ob der Schüler in einem anderen Fach GKM/GKS "vertauscht" hat? Also: Könnte er überhaupt das schriftliche Fach in mündlich umwandeln?

    Dem Lehrer ist das erst kürzlich beim Eintragen bei den Zeugnisnoten ins Notenmodul aufgefallen, da dort nämlich unter Kursart GKM stand. Daraufhin hat er auf Schild-NRW noch einmal genau die Kursart des Schülers überprüft und den Laufbahnbogen des Schülers eingesehen. So ist es rausgekommen. Der Schüler hatte von Anfang an den Kurs in der Q1 mündlich (ohne Umwahlen). In der EF war der Kurs schriftlich. Ob er ein anderes Fach mit GKM/GKS vertauscht hat ist unbekannt.

  • Ich kenne das System zwar nicht, aber ist es dann so, dass der Schüler in seinem eigentlichen schriftlichen Fach wiederum eine Klausur zu wenig geschrieben hat ? Falls ja, hätte es ja auch der anderen Lehrkraft oder der Oberstufenleitung auffallen müssen, da ja sicher auch alle Klausuren irgendwo zentral einzutragen sind....

  • Also ich bin bei allen Punkten "für den Schüler" dabei, ABER: Der Schüler hat das ganze Schuljahr 4 Klausuren geschrieben. Erkundige dich, WO er alles Klausuren geschrieben hat (auch bei ihm selbst...), bevor die Note rechtskräftig umgerechnet wird. Irgendwie dämmert mir die Möglichkeit, dass der Schüler dann dachte, er hat jetzt (zum Beispiel) Biologie und ist nicht mehr zu Chemie gegangen, der Chemiekollege hat ebenfalls nicht aufgepasst und er hätte nur mündliche Fächer.

    Ist mir nämlich fast passiert. Der Schüler kam nicht zu mir, trotz Ermahnung auch nicht zur Nachschreibeklausur. Der Schüler dachte, ich spinne und hatte woanders geschrieben, sagte er mir auch. Nur das "woanders" war für ein anderes Feld und irgendwie konnte es am Ende des Halbjahres (es war EF und nur eine Klausur) durch eine Nach-Nachschreibeklausur meinerseits korrigiert werden, der Fehler war einem anderen Kollegen untergelaufen (dass der Schüler dort war und schrieb), ohne dass es kommuniziert wurde.

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