Lehrer-Soll-Arbeitszeit Grundschule berechnen

  • Kris24 Die 1804 Zeitstunden pro Jahr sind nur der Wert für 220 Arbeitstage. Diese Anzahl stimmt dann, wenn genau zehn Werktage als Feiertage arbeitsfrei sind.

    Bei einer exakten Arbeitszeiterfassung, kann man aber auch genau zählen.

    Das ist der Wert, mit dem an unserer Schule gerechnet wird, der irgendwo von "oben" kommt, vermutlich ein Durchschnittswert.

    Letztendlich zählt aktuell ja nur unsere Deputatatstundenzahl, alles andere ist ja inoffiziell.

    Und natürlich müssen Krankheitstage abgezogen werden, nur weiß ja niemand vorher, an wie vielen Tagen man krank ausfällt.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Für NDS gibt es verschiedene Äußerungen,

    in der Arbeitszeitstudie der Uni Göttingen von 2015/16 wurden die Arbeitstage für beide Jahre genau ausgezählt, das waren 222 bzw. 223 Arbeitstage. Gerechnet wird mit 1784 Arbeitsstunden. (siehe https://kooperationsstelle.uni-goettingen.de/projekte/arbeitszeitstudie)

    Auf eine kleine Anfrage im Landtag (Drucksache 17/1057 aus dem Jahr 2013) steht in der Antwort durch das Kultusministerium

    "Im Jahresdurchschnitt haben vollzeitbeschäftigte Lehrkräfte das gleiche Maß an Arbeitszeit zu erbringen wie die übrigen Beamtinnen und Beamten, d. h., unter Zugrundelegung von durchschnittlich 221 Arbeitstagen x 8 Stunden = 1 768 Stunden."

  • Das Jahr hat 52 Wochen, die wöchentliche Arbeitszeit beträgt je nach Bundesland 41 bzw. 40 Stunden, der Urlaubsanspruch 30 Tage/6 Wochen, die Arbeitstage sind Montag bis Freitag.

    46 Wochen * 40 Stunden/Woche = 1.840 Stunden

    Will man 12 Wochen Ferien frei haben, entspricht das einer wöchentlichen Arbeitszeit von 46 Stunden bzw. 9,2 Stunden pro Tag.

    Fällt ein Feiertag oder Krankheitstag auf einen der Tage Montag bis Freitag => man schreibt sich selbst 9,2 Stunden gut

    Bei 41 Stunden => 1886 Stunden / 47,15 Stunden / 9,43 Stunden

    Das Runterechnen auf Tage ist nur für die Gutschriftstunden bei Feiertagen/Krankheitstagen notwendig.

  • Ich bezweifle stark, dass man an Feiertagen automatisch für die Ferien vorarbeiten kann. Da fallen, wie bei Krankentagen auch, nur 41/5 h bzw. 40/5 h weg.

    LG DFU

  • Ich bezweifle stark, dass man an Feiertagen automatisch für die Ferien vorarbeiten kann. Da fallen, wie bei Krankentagen auch, nur 41/5 h bzw. 40/5 h weg.

    Das sehe ich auch so. Ich hab in einem Betrieb gearbeitet, die Mo-Do je eine halbe Stunde länger gearbeitet haben, um Freitags eher Schluss machen zu können. War man krank, bekam man aber nur die Wochenarbeitszeit/5 angerechnet.

  • Aber nicht, wenn du auf dem Klo sitzt und an Schule denkst.

    Wir hatten die Diskussion ja schon öfter, aber ich verbringe halt tatsächlich Zeit im Internet für die Arbeit.

    35€ sind übrig und die Frage, ob noch jemand was bestellen will? Ich verbringe garantiert 2 Stunden auf der Seite eines Verlages und checke alle Filme, die die vorhandenen DaZ-Spiele vorstellen. Und ob ich das auf dem Klo oder am Schreibtisch mache, ist Wurst quasi. Darum gebeten hat mich aber auch wiederum niemand, ich hätte bloß gerne diese coolen Spiele und muss genau abwägen, welche es auf die Liste zu schreiben sich lohnt. Sind das 2 Stunden Arbeitszeit oder ein Fall von "selbst Schuld?"

    Derlei Beispiele habe ich unzählige.

  • Wir hatten die Diskussion ja schon öfter, aber ich verbringe halt tatsächlich Zeit im Internet für die Arbeit.

    35€ sind übrig und die Frage, ob noch jemand was bestellen will? Ich verbringe garantiert 2 Stunden auf der Seite eines Verlages und checke alle Filme, die die vorhandenen DaZ-Spiele vorstellen. Und ob ich das auf dem Klo oder am Schreibtisch mache, ist Wurst quasi. Darum gebeten hat mich aber auch wiederum niemand, ich hätte bloß gerne diese coolen Spiele und muss genau abwägen, welche es auf die Liste zu schreiben sich lohnt. Sind das 2 Stunden Arbeitszeit oder ein Fall von "selbst Schuld?"

    Derlei Beispiele habe ich unzählige.

    Das ist doch was ganz anderes! Du setzt Dich explizit hin und suchst nach Dingen, die für Schule bestellt werden müssen. Das kann als Arbeitszeit gewertet werden (Wobei das sicher auch strittig ist, ob man bei unseren Stundenlöhnen für 35€ 2 Stunden Suche investieren sollte.). Aber nicht, wenn Du auf dem Weg zur Arbeit an Schule denkst. Auch wenn hier jemand sagt, dass man da ja schon mal seinen Tag vorstrukturiert. In der freien Wirtschaft funktioniert Arbeitszeiterfassung so natürlich nicht, auch wenn der Arbeitnehmer auf dem Weg zur Arbeit in Gedanken seinen Tag strukturiert. Man wird sicher nicht für Lehrer was Neues erfinden, sondern sich an bestehenden Systemen orientieren (zB Öffentlicher Dienst). Auch wenn man den Gedanken auf dem Klo als Arbeit empfindet ist das nicht direkt erfassbar.

    Die Erfassung kann manchen Menschen helfen, dass sie abschalten lernen und Privates und Beruf stärker trennen und sich aufs wesentliche zu konzentrieren und eben nicht mehrere Stunden nach dem perfekten Bild im Netz für das Arbeitsblatt zu suchen.

  • Die Erfassung kann manchen Menschen helfen, dass sie abschalten lernen und Privates und Beruf stärker trennen und sich aufs wesentliche zu konzentrieren und eben nicht mehrere Stunden nach dem perfekten Bild im Netz für das Arbeitsblatt zu suchen.

    Ich würde zwar nur den ersten Teil zitieren und liken wollen, aber das ist trotzdem der Punkt. (Ja, es gibt auch die Perfektionist*innen die zwei Stunden nach einem Bild suchen, aber die gäbe es auch vielleicht in einer Firma, die für eine Präsentation was suchen. Nur durch die Erfassung bzw. festgelegte Arbeitszeit merken sie: Moment, es geht nicht)
    Diese systemisch fehlende Trennung zwischen Privat und Beruf ist sicher eines der größten Probleme in unserem Job und die meisten von uns sind dafür anfällig, egal ob es daran liegt, dass wir nicht vorher 10 Jahre in einem anderen Kontext gearbeitet haben, von der Persönlichkeit her oder weil der Job sowieso kaum anders machbar wird und das "System" immer mehr Aufgaben verteilt, als ob es "normal" sei. Wasser in ein Glas einschenken, das nie überläuft. Magisch. BIS es dann total überläuft. und dann wundern sich Alle.

  • Und dann sollte man die Arbeiten priorisieren. Und wenn keine 2h für eine Suche mehr da sind, nehme ich halt irgendwas. Oder ich hab die Zeit.

  • Ja

    Zitat

    sollte man

    Aber wir müssen ehrlich sein und zugeben, dass das System (bisher) so aufgebaut wird, dass es so einfach nicht ist.
    Hier wird oft immer so getan, als sei die entstehende Mehrarbeit nur die eigene Schuld von Perfektionist*innen (in der Regel Frauen).
    Es gibt aber sehr viele Situationen, in denen die Arbeitszeit trotzdem einfach nicht wirklich reicht. Punkt.
    Eine (Co-)Klassenleitung (die die meisten haben), eine Zusatzaufgabe (die fast jede*r hat), Korrekturen und Abschlussprüfungen, eine Fahrt und Wandertage, eine konferenzfreudige Schule oder einfach nur das passende pädagogische Konzept, usw..
    Ja, ich kann an meiner Differenzierung und an meiner Unterrichtsplanung. Aber eigentlich gehören sie auch zu meinen Dienstpflichten. Das heißt, die Priorisieren sollte so gemacht werden, dass ich tatsächlich gegen meine Dienstpflichten / die pflichtbewusste Erfüllung der Dienstaufgaben verstoße. Damit meine ich NICHT die lächerlich gemachte Suche nach dem schönsten Bildchen. Sondern auch die Anpassung der Schriftgröße für das sehbeeinträchtigte Kind, die Wortschatzkästchen für die DaZ-Kinder, die Sprinter-Aufgaben für die besonders guten Kinder, die Wiederholungsaufgaben für diejenigen mit mehr Bedarf, das Elterngespräch zur Beratung, den Besuch des Theaterstücks meiner eigenen Klasse, usw..

  • Aber wir müssen ehrlich sein und zugeben, dass das System (bisher) so aufgebaut wird, dass es so einfach nicht ist.

    Ist nicht einfach:

    Aber man kann auch ehrlich sein und zugeben, dass sowohl der übertriebene Perfektionismus bei der Erstellung eigener Arbeitsmittel als auch die stundenlange (Internet-)Sucherei nach den "idealen" Ergänzungen für den eigenen Unterricht im Laufe des Berufslebens nachlässt. Ich würde sogar noch weiter gehen und behaupten - nachlassen muss.

    Wer nach vielen Jahren Arbeit als Lehrkraft immer noch stöhnt, zu viel Arbeitszeit für Vorbereitungen aufwenden zu müssen, macht etwas falsch. Es ist doch ein Unterschied, ob man Referendar*in ist, etwas (in den ersten Berufsjahren) zum ersten Mal vorbereiten muss, oder man schon allein durch Sammlungen von Material und jahrelangen Berufserfahrungen effektiver arbeiten kann bzw. können sollte.

    Es ist auch klar, dass die immer wieder ganz neuen Anforderungen in 30-40 Jahren im Schuldienst wachsende Anstrengungen fordern. Dafür kann man die zur Routine gehörenden Vorbereitungen sicher effektiv "abhaken".

  • Ich bin ziemlich schnell mittlerweile und setze auf Lehrerpersönlichkeit, also überspitzt formuliert: Ein schlechtes AB mache ich siebte meine Lehrtärigkeit wett.

    Ist aber vielleicht nur in der Förderschule so???

  • Ich bin ziemlich schnell mittlerweile und setze auf Lehrerpersönlichkeit, also überspitzt formuliert: Ein schlechtes AB mache ich siebte meine Lehrtärigkeit wett.

    Ist aber vielleicht nur in der Förderschule so???

    Ganz sicher nicht. Gerade in der Förderschule (fachfremder Unterricht, verhaltensauffällige SuS, geringe Lesefähigkeiten, große Heterogenität, geringe Selbständigkeit...) verunmöglicht es, mit schlechtem Arbeitsmaterial vernünftigen Unterricht zu gestalten.

  • Es ging um Arbeitszeiterfassung und den Witz, dass auf dem Klo an Schule zu denken nicht dazuzählt. Gestöhnt hat hier niemand.

    ...

    Wer nach vielen Jahren Arbeit als Lehrkraft immer noch stöhnt, zu viel Arbeitszeit für Vorbereitungen aufwenden zu müssen, macht etwas falsch. ...

  • Gestöhnt hat hier niemand.

    habe ich dich angesprochen? Was du auf dem Klo machst, ist mir völlig egal. :neenee:

    Aber ein Großteil der Postings im Forum besteht doch darin, dass über die Arbeitsbelastungen bei Unterrichtsvorbereitungen (oft berechtigterweise) gestöhnt wird. Thema ist hier die Arbeitszeit, wozu auch gehört, dass man die Effektivität erhöhen kann.

  • Hier wird oft immer so getan, als sei die entstehende Mehrarbeit nur die eigene Schuld von Perfektionist*innen (in der Regel Frauen).

    Ne, also ich mache das eigentlich nicht, aber ich gebe schon zu bedenken, dass man seine Arbeit priorisieren lernen muss.

    Ja, ich kann an meiner Differenzierung und an meiner Unterrichtsplanung. Aber eigentlich gehören sie auch zu meinen Dienstpflichten. Das heißt, die Priorisieren sollte so gemacht werden, dass ich tatsächlich gegen meine Dienstpflichten / die pflichtbewusste Erfüllung der Dienstaufgaben verstoße. Damit meine ich NICHT die lächerlich gemachte Suche nach dem schönsten Bildchen. Sondern auch die Anpassung der Schriftgröße für das sehbeeinträchtigte Kind, die Wortschatzkästchen für die DaZ-Kinder, die Sprinter-Aufgaben für die besonders guten Kinder, die Wiederholungsaufgaben für diejenigen mit mehr Bedarf, das Elterngespräch zur Beratung, den Besuch des Theaterstücks meiner eigenen Klasse, usw..

    Ja, das ist wichtig! Und dann bleibt aber weniger Zeit für anderes! Die Lehrkräfte, die ein solches Klientel unterrichten, das ein hohes Maß an individueller Förderung bedarf, müssen dann den Finger in die Wunde legen und sagen, dass dann leider keine Zeit für Schulentwicklungsvorhaben xy mehr bleibt. Es hilft wirklich, mal seine Arbeitszeit manuell zu erfassen und auch zu Clustern nach UV, Konferenzen etc. (aber ehrlich bleiben! Wie gesagt: Nicht jeder Gedanke an Arbeit kann sofort aufgezeichnet werden, das wird sicher nie Realität!) Solche Aufzeichnungen sind in jedem Fall eine gute Argumentationsgrundlage für Gespräche mit KuK und SL.

    Und manch einer wird vielleicht feststellen, dass die gefühlte Arbeitszeit nicht an die eigentlich zu leistende von 46 Wochenstunden (NRW, BK) heranreicht. Jede Woche 46 Stunden zu schlackern, ist ne Hausnummer. ICH schaffe das selbst als Mitglied der erweiterten SL nicht immer.

  • Und manch einer wird vielleicht feststellen, dass die gefühlte Arbeitszeit nicht an die eigentlich zu leistende von 46 Wochenstunden (NRW, BK) heranreicht. Jede Woche 46 Stunden zu schlackern, ist ne Hausnummer. ICH schaffe das selbst als Mitglied der erweiterten SL nicht immer.

    Das glaube ich tatsächlich auch.

    Ich auch nicht, würde ich auch nie schaffen, auch nicht mit VZ-Kondition.
    und dafür arbeite ich aber auch in sehr vielen Ferien vor (und nach). Ich habe durchaus KuK, die im Sommer komplette 6 Wochen frei machen und in den kleinen Ferien (logischerweise) auch einen Gang runterfahren.
    ABER: Mich stört es nur, wenn einige (!), durchaus auch schulformfremde, oder nur ein Fach in zwei-drei Stufen unterrichtende Personen ohne Elternarbeit, vermutlich auch ohne Aufsichten und außerunterrichtliche Aktivitäten, sich über Grundschul- oder Sek1-Bildersucherei lustig machen und glauben, DA die Lösung des Problems gefunden haben.
    Dass Kollegien geschlossen gegen Aktionismus oder für effizientere pädagogische Arbeit eintreten sollten, tja, fände ich auch gut...

  • habe ich dich angesprochen? Was du auf dem Klo machst, ist mir völlig egal. :neenee:

    Aber ein Großteil der Postings im Forum besteht doch darin, dass über die Arbeitsbelastungen bei Unterrichtsvorbereitungen (oft berechtigterweise) gestöhnt wird. Thema ist hier die Arbeitszeit, wozu auch gehört, dass man die Effektivität erhöhen kann.

    Okay, ich bin dir egal, aber wer stöhnt denn sonst über die Unterrichtsvorbereitung? Du sagst, man kann diese einkürzen, wenn man 45 Jahre dasselbe macht. Das ist doch aber genauso übertrieben, wie das Lustigmachen über Kolleg*innen, die Zeit mit der Vorbereitung verbringen und dafür ein passendes Bild suchen.

    Wo ist die Grenze?

    Oder um zur Ausgangsfrage zurück zu kommen: wenn jemand 90 Minuten Aufsicht hat, kann er natürlich nicht die Stoppuhr laufen lassen und dafür an anderer Stelle rumkürzen.

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