Orga für Unkonzentrierte

  • Unsere Klassen werden gerade immer größer, da vermehrt darauf geachtet wird, alle bis zum Teiler vollzumachen. Ihr seid das sicher alle gewöhnt, daher würde ich gerne Tips einholen zum Thema "Zettelwirtschaft", Hausaufgabenkontrolle", "Ruhe im Raum", "Überblick behalten, wer sich eine Schere von mir geliehen hat" und "was mache ich, dass nicht immer die leisen Kinder untergehen...?"

    Also nichts Aufregendes oder Neues, aber mir fällt es schwer, etablierte Systeme selbst einzuhalten, motiviert begonnene Listen auch weiterzuführen, nichts zu verlegen oder zu vergessen, was ich überhaupt besitze etc. Nennen wir es Neurodivergenz. Jedenfalls je mehr SuS, desto chaotischer wirds.

    Also plaudert gerne aus dem Nähkästchen über Selbstverständliches, auch wenn ihr wisst, dass ich den Job schon ne Weile mache :sterne:

  • Zitat

    Überblick behalten, wer sich eine Schere von mir geliehen hat"

    Ich habe Geld von den Eltern eingesammelt und davon u.a. eine Leihbox angeschafft mit Scheren, Kleber, Stiften. Meine eigenen Sachen verleihe ich nicht mehr und nehme sie sogar wieder mit bzw. schließe sie ein, da sie durch Fachlehrerinnen und den Nachmittagsbereich regelmäßig weggekommen sind. Wenn der gewünschte Gegenstand nicht in der Leihbox ist, empfehle ich den Kindern, andere Kinder zu fragen. Das funktioniert relativ gut. Allerdings bin ich in einem relativ guten Einzugsgebiet und habe eine 3. Klasse, in der ich nicht mehr die Grundzüge der Scherenbenutzung unterrichte. Wer dann nicht ausschneidet, schneidet halt nicht aus.

    Hausaufgabenkontrolle: Die Nachmittagsbetreuung ist noch chaotischer als ich, sodass ich nur selten Hausaufgaben aufgebe. Meistens kontrolliere ich gemeinsam die Hausaufgaben mit den Kindern an der Tafel und schaue dabei, wer sie nicht hat. Selten sammle ich ein. Dann notiere ich mir etwas in der Zensurenübersicht und sehe ja dann, wer noch fehlt.

    Für das Klassenbuch habe ich eine Tabelle eingerichtet mit Namen und 3 Spalten (Hausaufgaben, Arbeitsmittel, Unterschrift). Die drucke ich aus, klebe sie ins Klasesnbuch und dort mache ich Striche. Falls mal einer fehlt - egal, am Ende ist es einfach ein Überblick.

    "Zettelwirtschaft"

    Welche Zettel meinst du genau? Deine verschiedenen Listen oder die Zettel, die Schüler abgeben?

    Meine eigenen Listen habe ich im Klassenbuch (Umschlag drummachen und reinstecken) und im Kalender in der Notenübersicht - je nach Wichtigkeit.

    Zettel der Kinder: Wichtige Zettel sammle ich in einer Plastikhülle. Wenn alle abgegeben haben, loche ich sie und hefte sie in einen Ordner, der im Klassenraum in Griffweite vom Lehrertisch steht. Bei unwichtigen Zetteln bedanke ich mich beim Kind, lege sie in den Schrank auf den Ordner und werfe sie bei Gelegenheit weg.

    🍦 Eis macht Spaß! 🍦
    Schoko, Vanille – ganz egal,
    Hauptsache lecker jedes Mal! 😋

    Ich lese und schreibe nach dem Paretoprinzip.

  • Zettel einzukleben scheint mir schonmal hilfreich zu sein. Ich habe allerdings ein elektronisches Klassenbuch, das ich nicht bekleben darf... Spaß, aber vielleicht hat es die Funktion, Zettel abzufotografieren? Das hätte eigentlich denselben Effekt.

    ...

    Welche Zettel meinst du genau? Deine verschiedenen Listen oder die Zettel, die Schüler abgeben?

    Beides. Z.B. der Kinder

    • Schwimmzettel Rücklauf
    • 1,50€ Eintritt xy
    • Förderplangesprächswunschterminliste
    • Läusemittelbescheinigung
    • Mein Kind bringt eine Melone mit-Info
    • Bescheinigung fürs Arbeitsamt "Klassenfahrt teilgenommen" 6 Monate im Voraus abgegeben (nur halb ausgefüllt versteht sich)
    • Liste für all die oben genannten Sachen zum Abhaken
    • Des kranken Fritzchens Arbeitsblattkopie der Musiklehrerin
    • Mutter hat bei Fränzchen ins Hausaufgabenheft was geschrieben aber ich hab's nicht mitbekommen, weil Fränzchen nichts gesagt hat -> bei 12 Kindern blättere ich vielleicht noch jeden Morgen alle durch aber bei 18? Nur sind sie ja nicht plötzlich mit 11 selbständig, sie haben alle eine Behinderung...
    • Da ich oft geschenkte oder günstig gebrauchte Hefter, Ordner, Hängeregistraturen nutze, (die nicht zusammen passen) weiß ich irgendwann nicht mehr, was in der blauen Mappe war, dass ich für Lernstandserhebungen eine extra Kladde mit Einhorn angelegt hatte oder wo ich die Förderplankopien lagern soll. Es ist zum Verzweifeln:rofl:
  • Zu Hausaufgaben: was machst du bei Kindern, die nie welche machen? Meckern? Nacharbeit? Irgendwann aufgeben? Manchen Eltern sind Hausaufgaben so wichtig, dass ich mich nicht traue, sie ganz wegzulassen. Nutzen ist ja eh gering.

  • Elektronisches Klassenbuch: Darin kann man bei uns vergessene Hausaufgaben eintragen. Aaaaaaber: Das ist in der Auswertung viel unübersichtlicher als die Liste. Ich glaube, ich würde mir dann eine Strichliste im Kalender/Zensurenbuch anlegen.

    Ich kommentiere mal, wo ich das habe:

    • Schwimmzettel Rücklauf --> oben erwähnter Ordner
    • 1,50€ Eintritt xy --> Liste im Kalender (eine Liste für alles eingesammelte Geld und weitere Dinge im Jahr)
    • Förderplangesprächswunschterminliste --> online, beim Klassenbuch
    • Läusemittelbescheinigung --> kurzzeitig in eine Mappe, bald Rundordner
    • Mein Kind bringt eine Melone mit-Info --> dito
    • Bescheinigung fürs Arbeitsamt "Klassenfahrt teilgenommen" 6 Monate im Voraus abgegeben (nur halb ausgefüllt versteht sich) --> Ordner
    • Liste für all die oben genannten Sachen zum Abhaken --> Kalender
    • Des kranken Fritzchens Arbeitsblattkopie der Musiklehrerin --> An meiner Schule haben viele Klassen ein Hängeregister hinten an der Wand, mit Namen beschriftet, da sind solche Blätter drin. (Man muss dann leider kontrollieren, ob die Kinder es rausnehmen, aber ich habe es so aufgehängt, dass ich es sehe und das dann im Unterricht mal sage.)
    • Mutter hat bei Fränzchen ins Hausaufgabenheft was geschrieben aber ich hab's nicht mitbekommen, weil Fränzchen nichts gesagt hat -> bei 12 Kindern blättere ich vielleicht noch jeden Morgen alle durch aber bei 18? Nur sind sie ja nicht plötzlich mit 11 selbständig, sie haben alle eine Behinderung... --> Joah, passiert bei mir auch. "Liebe Frau Fränzchen, toll, dass Sie mir nochmal Bescheid gegeben haben!")
    • Da ich oft geschenkte oder günstig gebrauchte Hefter, Ordner, Hängeregistraturen nutze, (die nicht zusammen passen) weiß ich irgendwann nicht mehr, was in der blauen Mappe war, dass ich für Lernstandserhebungen eine extra Kladde mit Einhorn angelegt hatte oder wo ich die Förderplankopien lagern soll. Es ist zum Verzweifeln:rofl:

    Letzter Punkt: Für die temporär gesammelten Zettel habe ich immer nur eine Mappe. Wenn ich gut bin (oder es dringend erforderlich ist), sortiere ich die Zettel thematisch und hefte sie per Büroklammer zusammen. Aber nur eine Mappe! (Sonst komme ich auch durcheinander, da ich auch Tests und Klassenarbeiten in diesen Mappen habe und es mir nicht merken könnte.)

    Lernstandserhebungen und Gesprächsprotokolle sind bei mir in einer anderen Mappe und die liegt in meinem Fach im Lehrerzimmer. Am Ende des Schuljahres räume ich dieses Fach aus, bin überrascht, dass dort so eine Mappe liegt und sortiere die Unterlagen und hefte sie in die Schülerakten ein. Förderplankopien habe ich hüstel - Die Förderpläne fürs letzte Jahr stehen noch auf meiner ToDoListe, die kommen in die Schülerakte, wenn ich sie geschrieben habe.

    🍦 Eis macht Spaß! 🍦
    Schoko, Vanille – ganz egal,
    Hauptsache lecker jedes Mal! 😋

    Ich lese und schreibe nach dem Paretoprinzip.

  • Zu Hausaufgaben: was machst du bei Kindern, die nie welche machen? Meckern? Nacharbeit? Irgendwann aufgeben?

    In dieser Reihenfolge. Zwischendurch gebe ich die Seiten - sofern relevant - noch als Vorbereitung für die nächste Klassenarbeit an, das hilft ab und an.

    🍦 Eis macht Spaß! 🍦
    Schoko, Vanille – ganz egal,
    Hauptsache lecker jedes Mal! 😋

    Ich lese und schreibe nach dem Paretoprinzip.

  • Bei uns gibt es kaum noch Zettel. Läuft fast alles über schoolfox, auch jegliche Elternkommunikation. Man findet da auch schnell alles bei Bedarf wieder. Oft gibt es auch schnelle Umfragen, z.B: Mein Kind kann sicher schwimmen und darf im Freibad in den Schwimmerbereich. Ja oder nein angeklickt, dann sieht man auf einen Blick, woran man ist.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Vor meiner digitalen Wende hatte ich eine abgegriffene ketchuprote Plastikhülle für superwichtigen und superdringenden Zettelkram und eine Mappe für Klassenlisten und beiläufiges Orgazeug. Die habe ich beide immer in der Tasche gehabt, damit ich sie nie suchen musste. Jetzt ist alles in Apps.

    Geld habe ich nach dem ersten Jahr als Klassenlehrer nicht mehr bar angenommen.

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