Unterrichtsgestaltung ohne Arbeitsblätter

  • Kris hat meines Erachtens keine Vorstellung davon, wie aktuelle Brennpunkte aussehen. Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, aber ich bezweifle doch stark, dass die Zustände vor 25 oder 30 Jahren mit heute vergleichbar sind. Ich hab keine Ahnung von Chemie, würde mit meiner Schülerklientel aber auf absolut gar keinen Fall mit Gefahrenstoffen rumhantieren wollen. Dass da irgendjemand brav was abschreibt nach einem Fehlverhalten, will ich auch sehen. Wäre spannend, wie andere Kollegen das im Brennpunkt so handhaben.

    Sehe ich genauso. Klingt sehr verklärt. Was damals Brennpunkt war, würde man heute als harmlos bezeichnen.

    Einmal "sogar" Brandstiftung. Klingt harmlos, wenn das das krasseste war in sechs Jahren.

  • Dass da irgendjemand brav was abschreibt nach einem Fehlverhalten, will ich auch sehen. Wäre spannend, wie andere Kollegen das im Brennpunkt so handhaben.

    Schule kauft kein Papier. Schüler/Eltern kaufen kein Papier. Ich kaufe definitiv kein Papier. Von der Tafel abschreiben machen die Schüler nicht. Tja, shit happens. Ich muss den Stoff nicht lernen - ich beherrsche ihn schon.

    Vielleicht sollten sich die Eltern beim Schulträger beschweren. Auch ein Artikel im örtlichen Käseblatt wirkt Wunder, muss aber von Eltern oder Schülern kommen und nicht von Lehrern. Wäre ansonsten ein Verstoß gegen die dienstliche Treuepflicht.

  • Sehe ich genauso. Klingt sehr verklärt. Was damals Brennpunkt war, würde man heute als harmlos bezeichnen.

    Einmal "sogar" Brandstiftung. Klingt harmlos, wenn das das krasseste war in sechs Jahren.

    Naja, wir hatten regelmäßig Kämpfe mit Fäusten, aber auch Messer, irgendwelchen Luftpistolen, die zwischen Russlanddeutschen noch keine 5 Jahre in Deutschland mit Türken auf dem Schulhof, an der Bushaltestelle und anderswo, aber anderswo betraf uns weniger, zur Polizei und Jugendamt gab es sehr engen Kontakt. Und die Brandstiftung galt dem Schulgebäude, die Feuerwehr war zum Glück schnell da. Hätte ganz anders ausgehen können. Drogen, Erpressung jüngerer Schüler (meist blieb es unter den Jungen, die Mädchen haben sich eher selbst verletzt), Alkoholiker in der 6. Klasse, verzweifelte Anrufe mitten in der Nacht usw., was habt ihr mehr? (Eltern haben selbst Gewalt ausgeübt, wie oft habe ich gehört, dass der Sohn mit Ledergürtel, Stock geschlagen wird und sich hinterher dafür bedanken muss. Sie zeigten kein Verständnis, wenn wir Gewalt nicht als Lösung tolerieren wollten, waren stolz, dass sich ihr Sohn zu wehren weiß, wir sollten sie selbst anwenden, dann hätten wir laut Eltern gewaltbereiter Schüler keine Probleme. Heute wird Gewalt eher gesellschaftlich weniger toleriert. )

    Ich vermute, dass genau aus diesem Grund, es das beste Kollegium war, dass ich je hatte, auch wenn mein jetziges und das davor absolut in Ordnung sind. Aber wir mussten zusammen halten und taten es. Und gemeinsam haben wir doch einiges erreicht, wenn auch nicht für alle Schüler. Und deshalb sehe ich diese Zeit nicht nur schlecht.

    Aber wieso schreibe ich das? Ihr glaubt ja doch nur, dass eure Lösung die richtige ist. Es hat schon seinen Grund, dass ich es anders sehe. (Ich hätte heute mit knapp 60 nicht mehr die Kraft, nachts durch die Gegend zu fahren und Kinder einzusammeln, ich habe bewusst seitdem eine Geheimnummer, obwohl damals noch fast jeder im Telefonbuch stand. Damals und dank Kollegium ging es.)

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Kris hat meines Erachtens keine Vorstellung davon, wie aktuelle Brennpunkte aussehen. Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, aber ich bezweifle doch stark, dass die Zustände vor 25 oder 30 Jahren mit heute vergleichbar sind. Ich hab keine Ahnung von Chemie, würde mit meiner Schülerklientel aber auf absolut gar keinen Fall mit Gefahrenstoffen rumhantieren wollen. Dass da irgendjemand brav was abschreibt nach einem Fehlverhalten, will ich auch sehen. Wäre spannend, wie andere Kollegen das im Brennpunkt so handhaben.

    Ich schrieb Haushaltschemikalien nicht Gefahrstoffe. Brav abgeschrieben haben sie nicht, es gab murren. Allerdings blieb ich hart und die Mitschüler wollten Versuche machen. Nach ein paar Minuten begannen sie dann doch.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Ich glaube, der Punkt ist nicht, wer die schwierigste Klientel hat, sondern dass jemand fragt, wie er ohne irgendwelche brauchbaren Medien unterrichten soll und jemand anders erzählt ihm, was sie für ein tolle Lehrkraft ist und dass alles möglich ist, wenn man nur will. Zumindest kommt es so rüber.

    odeixe , nimms nicht persönlich, wenn du gar keine Änderungswünsche diesbezüglich hast und zufrieden bist mit dem, wie du es machst, belasse die Erzählung doch bei den anderen. Manchmal kann man sich aber auch guten Gewissens anhören, welche Lösungen andere für Probleme gefunden haben, Tellerrand und so.

  • Haben wir nur leider nicht…. Aber Laptops, die 20 min hochfahren

    Ich würde dann wohl die nutzen. Bist du wenigstens im Fachraum Chemie, sodass die SuS Strom am Arbeitsplatz haben? Dann könntest du die Geräte früh hochfahren und anlassen... Also wenn kein Kollege sie nutzen will und sie sowieso rumstehen.

  • Sehe ich genauso. Klingt sehr verklärt. Was damals Brennpunkt war, würde man heute als harmlos bezeichnen.

    Einmal "sogar" Brandstiftung. Klingt harmlos, wenn das das krasseste war in sechs Jahren.

    Erstens hat Kris24 wesentlich mehr geschrieben und zum Zweiten: Wenn häufiger was angezündet wird, hat die Schule ein ganz anderes Problem als nur schwierige SuS. Ein bisschen Wille zur guten alten Disziplin muss schon vorhanden sein im Kollegium, wenn man noch irgendwie unterrichten will.

  • Erstens hat Kris24 wesentlich mehr geschrieben und zum Zweiten: Wenn häufiger was angezündet wird, hat die Schule ein ganz anderes Problem als nur schwierige SuS. Ein bisschen Wille zur guten alten Disziplin muss schon vorhanden sein im Kollegium, wenn man noch irgendwie unterrichten will.

    Es liegt wohl auch an den unterschiedlichen Schularten. Kris unterrichtet an Sek I, State an der BS/WBK. Da gibt es durch das Alter der Kids (und durch "Erfahrungsstufen") unterschiedliche "Vorkommnisse".

    Meine Beiträge können Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten. "Tippfehler" sind beabsichtigt und dienen dem reflektierten Umgang mit Rechtschreibung und Sprache durch die werte Leserschaft. Wer einen Rotstift besitzt, darf diesen behalten und anderweitig nutzen.
    «Wissen – das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.» (Marie von Ebner-Eschenbach)

  • Ich will Kris24 ihre Erfahrungen nicht absprechen, aber ich glaube, dass auch sie sich wundern würde, wenn sie heute mal an der damaligen Schule nochmal hospitieren würde. (Oder einer vergleichbaren in einem Ruhrgebietsbrennpunkt).

  • Erstens hat Kris24 wesentlich mehr geschrieben und zum Zweiten: Wenn häufiger was angezündet wird, hat die Schule ein ganz anderes Problem als nur schwierige SuS. Ein bisschen Wille zur guten alten Disziplin muss schon vorhanden sein im Kollegium, wenn man noch irgendwie unterrichten will.

    Möchte nicht jede Lehrkraft ein gewisses Maß an Disziplin? Ich denke schon, nur wird es durch äußere Umstände immer schwieriger diese umzusetzen. Ein wahrer Kraftakt. Und ja, viele Schulen haben ganz andere Probleme. Ich finde es schade, dass hier oft schnell ein Stempel aufgedrückt wird. Die Vergleichbarkeit von Schulen, SuS, Infrastruktur, Austattung etc. ist kaum mehr gegeben.

  • nimms nicht persönlich, wenn du gar keine Änderungswünsche diesbezüglich hast und zufrieden bist mit dem, wie du es machst, belasse die Erzählung doch bei den anderen. Manchmal kann man sich aber auch guten Gewissens anhören, welche Lösungen andere für Probleme gefunden haben, Tellerrand und so

    Ich nehme es nicht persönlich wenn ich anmerke, dass manche Antworten hier übergriffig und am Thema vorbei sind. Tellerrand ist vorhanden, sonst hätte ich ja nicht nach Ideen gefragt. Ich bedanke mich bei denjenigen, die sinnvoll auf meine Ausgangsfrage geantwortet haben.

  • Möchte nicht jede Lehrkraft ein gewisses Maß an Disziplin? Ich denke schon, nur wird es durch äußere Umstände immer schwieriger diese umzusetzen. Ein wahrer Kraftakt. Und ja, viele Schulen haben ganz andere Probleme. Ich finde es schade, dass hier oft schnell ein Stempel aufgedrückt wird. Die Vergleichbarkeit von Schulen, SuS, Infrastruktur, Austattung etc. ist kaum mehr gegeben.

    Das stimmt, gleichzeitig gilt das auch für die Antwort von Kris24. Ich habe ja schon geschrieben, dass ich mir vorstellen kann, wie sich der Beitrag für dich gelesen hat, es ist aber ebenso verkürzt zu sagen "du hast keine Ahnung, wie schlimm Schulen sein können, wenn bei dir nicht jede Woche die Feuerwehr gerufen wird."

  • In meinen Fächern wird nicht experimentiert, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass, auch an Brennpunktschulen, das Experimentieren in naturwissenschaftlichen Fächern einfach so komplett weggelassen werden kann, wenn es curricular vorgeschrieben ist. Das hat auch nichts mit Realitätsfremdheit zu tun, mir ist bewusst, dass diese Schülerschaft sehr herausfordernd ist, aber wenn wir im Prinzip sagen, dass das Curriculum so nicht umgesetzt werden kann, können wir den Job auch gleich sein lassen.

  • Hahahahahaha...
    Einige Schulen haben keinen passenden Raum. oder nur einen. Und er passt nicht im Stundenplan.
    Unsere Unterstufe hat einen Teil der NaWis im Klassenraum. Es geht einfach belegungstechnisch nicht anders.
    Und uns geht es super gut, wir haben vor ca. 10 Jahren neue Physikräume bekommen (2). Früher mussten Physik, Chemie und Bio sich dieselben Räume teilen, also noch mehr Klassenraumunterricht.
    Darüber hinaus: ein Raum heißt nicht, dass man das Material und noch weniger die Verbrauchmaterialien hat.

  • In meinen Fächern wird nicht experimentiert, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass, auch an Brennpunktschulen, das Experimentieren in naturwissenschaftlichen Fächern einfach so komplett weggelassen werden kann, wenn es curricular vorgeschrieben ist. Das hat auch nichts mit Realitätsfremdheit zu tun, mir ist bewusst, dass diese Schülerschaft sehr herausfordernd ist, aber wenn wir im Prinzip sagen, dass das Curriculum so nicht umgesetzt werden kann, können wir den Job auch gleich sein lassen.

    Sollte sich das auf mich beziehen: ich habe nie geschrieben dass ich nicht experimentieren lasse oder was zeige. Das mache ich eben, so ist es geht mit der jeweiligen Klasse. Aber bei weitem nicht Jede Stunde.

    Ach so, natürlich kann das Curriculum nicht umgesetzt werden, mal ganz unabhängig von den Experimenten. Und- sollen wir jetzt alle aufhören?

  • Das stimmt, gleichzeitig gilt das auch für die Antwort von Kris24. Ich habe ja schon geschrieben, dass ich mir vorstellen kann, wie sich der Beitrag für dich gelesen hat, es ist aber ebenso verkürzt zu sagen "du hast keine Ahnung, wie schlimm Schulen sein können, wenn bei dir nicht jede Woche die Feuerwehr gerufen wird."

    Das Zitat mit der Feuerwehr ist nicht von mir, wen zitierst du? Es ist eben immer ganz einfach gesagt, wenn man nicht die Umstände des anderen kennt. Und deshalb drehen wir uns hier im Kreis und haben keinen Bezug mehr zur Ausgangsfrage….

  • trotzdem: Es gibt Schulen, wo das Curriculum nicht erfüllt werden kann. Das ist die Situation sehr vieler Schulen.
    Als ich in meiner Schule anfing, hatten wir EIN Audiogerät (und sowieso nur EINE CD) für alle Französischgruppen (und eine andere Fremdsprache eigentlich, aber sie hatten sich privat eins gekauft). Immer 3 parallel.
    und EIN Overheadprojektor pro Flur.

    Aussattung des Trägers, was soll man machen?

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