Krank melden und Praxisbesuch machen?

  • Nabend,


    ich bin unfit, keine Ahnung, ob da was im Anflug ist oder es einfach miese Tagesform ist. Morgen habe ich 4 Stunden Unterricht und danach einen Praxisbesuch (nicht einfach nur besuchen, sondern vergleichbar mit einem UB bei Refs, also Planung lesen, zugucken, Reflexionsgespräch). Der Besuch ist in einem Wohnheim für behinderte Menschen und der Schüler hat mit dem Bewohner besprochen, dass er an diesem Tag frei nimmt, also nicht in der Werkstatt arbeiten, nur für den Besuch. Angesichts dessen, und auch der Tatsache, dass es extrem schwierig wäre, einen Nachholtermin zu finden, überlege ich, mich krank zu melden, falls es mir morgen schlechter geht, und dazuzuschreiben, dass ich aber den Praxisbesuch machen muss. Eine Kollegin hat das mal ohne Vorabinfo gemacht, SL hats erfahren und es gab ein Donnerwetter.

    Wie würdet ihr das handhaben? Die 4 Stunden irgendwie rumkriegen und dann zum Besuch? Wenn ich richtig fett krank bin, bleibe ich natürlich ganz zuhause. Aber wenn es mir so geht wie hetzt, würde ich ungerne den Besuch verschieben, würde dann mit Maske hin. Habe ME/CFS, und wenn ich dazu noch erkältet bin, wird das ein ganz harter Tag, wenn ich Unterricht und Besuch mache. Freitag habe ich übrigens auch noch einen Besuch und Unterricht. Den Besuch habe ich aber VOR dem Unterricht, so dass ich mich nach dem Besuch, falls ich keine Energie habe, krankmelden und nach Hause fahren könnte.

    Es ist echt ein Kreuz mit den Besuchen, wir haben so viele KuK, die krank hinfahren, weil es extrem schwierig ist, diese Termine zu machen. Und wenn man mal mehrere nach hinten schieben muss, dann wird es manchmal sehr knapp mit der Zeit.


    Was würdet ihr machen? Was ist im rechtlichen Rahmen für mich möglich?

  • Beitrag von O. Meier (4. November 2026 19:44)

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht (4. November 2026 20:55).
  • Die Besuchstermine sind schwer zu bekommen, weil ich nur einen Praxistag habe und viele Besuche machen muss, also viele SuS besuche. Zudem sind die Einrichtungen echt unflexibel, so dass es wirklich schwierig ist.

    Das ist zwar total lieb von der Bewohnerin, aber das ist ja ein völlig unrealistisches Szenario. Die Schülerin soll eine Aktivität planen, die nachmittags stattfinden kann. So wie im beruflichen Alltag auch.

    Das ist in diesem Fall nicht von Bedeutung, weil die Praxisaufgabe nicht vorsieht, dass der Besuch im Alltag stattfindet. Es geht um eine Einzelförderung, daher ist die Situation bzw. das setting morgen so wie gewünscht.

  • Beitrag von O. Meier (4. November 2026 20:27)

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht (4. November 2026 20:55).
  • Bei uns wäre es kein Problem, ich habe diese Woche mitbekommen, wie ein Kollege zum Vertretungsplaner sagte, dass seine Kraft dank Erkältung nur für den LK reichen würde, den er nicht ausfallen lassen möchte. Er wurde für die anderen Stunden ausgeplant. Niemand ist gedient, wenn du bzw. er länger ausfällst. Der Besuch mag für Außenstehende auch weniger anstrengend klingen als Unterricht und daher wäre es für mich nachvollziehbar, dass du nur den Besuch machst.

    Aber ich bin nicht deine SL, ich weiß nicht, wie sie denkt.

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  • Ich fände es seltsam. Wenn trotz Krankmeldung gearbeitet wird, könnten Zweifeln daran entstehen, dass tatsächlich eine Erkrankung vorliegt.

    Wenn ich (leicht) angeschlagen bin, kann ich Unterricht bei den Technikern (abendunterricht) machen, würde aber 4 Stunden Labor (stehend/gehend/Augen überall und viel Reden) nicht durchstehen. Auch da habe ich es schon einmal unterschiedlich gehandhabt.

  • Ich finde das Ansinnen vollkommen legitim und verständlich. Ja, natürlich kann man krank genug sein, dass man keinen vollen Arbeitstag durchsteht, aber nicht so totkrank sein, dass man nur im Bett liegen muss, sondern einen einzelnen Termin wahrnehmen kann.

    Ich weiß jedoch auch nicht, wie meine Schulleitung darauf reagieren würde. Ich selbst habe das noch nie so gemacht und kenne jetzt auch keinen Kollegen. Kenne nur den umgekehrten Fall.

    Am besten nachfragen. Musst du ja sowieso. Einfach so hinfahren mit vorheriger Krankmeldung würde ich nicht.

  • Ich fände es seltsam. Wenn trotz Krankmeldung gearbeitet wird, könnten Zweifeln daran entstehen, dass tatsächlich eine Erkrankung vorliegt.

    In anderen Ländern gibt es Teilkrankschreibungen. Ob ich jetzt 2 oder 8 Stunden arbeite ist, wenn ich angeschlagen bin, ein Unterschied.

    Ein Praktikumsbesuch klingt für mich weit weniger anstrengend als 4 Stunden Unterricht. Ein ruhiger LK benötigt weniger Anstrengung als eine Unterstufenklasse (mein Kollege).

    Für einen Teil kann die Kraft reichen, für alles nicht.

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  • Das stimmt schon, aber wenn man dann hinterher erst recht Stress hat, diesen Besuch noch irgendwie hinzubekommen, ist das auch nicht gesundheitsförderlich. Und auch wenn er gür eine Praktikumsnote relevant ist, wird keine Krankheitsvertretung hingeschickt werden.

    LG DFU

  • sounds like cherry picking

    Wenn man krank ist, sollte man sich auskurieren.

    Klingt nach Arroganz.

    Ab 2028 gibt es auch in Deutschland Teilkrankschreibung und das ist gut.

    Gerade auch für Menschen, die an ME/CFS leiden, sind wenige Stunden evtl. machbar, ein ganzer Tag über Jahre nicht. Es gibt nicht nur Grippe.

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  • Ab 2028 gibt es auch in Deutschland Teilkrankschreibung und das ist gut.

    1. Schauen wir mal. Bis dahin fließt noch viel Wasser den Rhein hinunter.
    2. "Die Teilkrankschreibung [...] soll insbesondere bei Krankheiten infrage kommen, die voraussichtlich mehr als vier Wochen andauern." (https://www.br.de/nachrichten/wi…n-nicht,VIHke41)
    3. Die Regelung ist für Arbeitnehmer geplant, nicht für Beamte.
  • sounds like cherry picking

    Wenn man krank ist, sollte man sich auskurieren.

    Ich habe morgens nen Migrände-Anfall - kann nicht zu Schule, bin aber nach Tabletten wieder fit und ab mittags wieder arbeitsfähig.

    Ich habe mich verlegen/was im Rücken, gehe zum Arzt und lasse mir ne Spritze geben, der sagt, ich solle mich auf jeden Fall bewegen - wenn Schule so machbar für mich ist - warum nicht?

    Krank ist ja nicht nur Schnupfen.

  • Ich finde das insgesamt ja sehr verständlich und Löblich, aber bei mir ist es zum Beispiel so dass wenn ich Krank bin egal ob Krankgeschrieben oder nicht, meine Schulleitung mich allgemein nicht sehen will.

  • Ich finde das insgesamt ja sehr verständlich und Löblich, aber bei mir ist es zum Beispiel so dass wenn ich Krank bin egal ob Krankgeschrieben oder nicht, meine Schulleitung mich allgemein nicht sehen will.

    Das war bei uns meistens auch so, aber auch ich werde zum Monatsende mit der Schulleitung ausdiskutieren, ob ich wenigstens zur GEV kommen darf, Gesamtkonferenz liegt davor, dass schaffe ich noch nicht, denke ich und liegt zeitlich auch ungünstiger, um gefahren zu werden.

  • Ich finde das insgesamt ja sehr verständlich und Löblich, aber bei mir ist es zum Beispiel so dass wenn ich Krank bin egal ob Krankgeschrieben oder nicht, meine Schulleitung mich allgemein nicht sehen will.

    Das ist für eine Schulleitung auch die einzige Haltung, die sie haben darf. Die Nachfrage, ob ein teilweise Arbeiten der Genesung des Kollegens auch wirklich nicht entgegen steht, halte ich im Rahmen der Fürsorgepflicht für das mindeste.

    Optimal wäre die Zusicherung, das solche Dinge wie dieser fast unaufschiebare Praktikumsbesuch, dann von einem qualifizierten Kollegen übernommen wird, damit durch diesen nicht später gesundheitshinderlicher Extrastress entsteht. Aber auch gute Schulleitungen können nicht beliebig Kollegen mit freien Kapazitäten herbeizaubern.

    Daher bin ich in Einzelfällen durchaus für eine Absprache.

    LG DFU

  • Ich hätte die SL kontaktiert und mich krank gemeldet. Gleichzeitig hätte ich angeboten, dass ich die Aufgabe XY übernehmen kann, wenn ich da (wieder) entsprechend fit bin.

    Ich kann die Argumente von Plattenspieler schon nachvollziehen. Was wäre, wenn die SL dann sagt, dann lassen sie den Besuch ausfallen und machen dafür 2 h Unterricht. Da brauche ich sie mehr. Sage ich dann, dass sich dann doch lieber krank bin? Oder wenn ich vormittags krank bin, dann nachmittags den Besuch mache und am nächsten Tag wieder krank bin und gleich ein paar Tage ausfalle. Wäre ich vielleicht Gesund, wenn ich mich erholt hätte?

    Ich denke, dass man solche Sachen daher nur im persönlichen Gespräch klären kann. Und dann ist die Frage, was die SL will. Wenn die SL clever ist, dankt sie für das Engagement und bitte dich das zu versuchen. Wenn sie sich quer stellt, ist man halt krank.

  • Freundlich und erst gemeinter Vorschlag, wenn du die vier Stunden Unterricht halten musst und dem nicht entgehen kannst: "Wir gucken heute einen Film." Also etwas, das dich möglichst wenig anstrengt und die Schüler für eine Stunde beschäftigt.

  • Sagen wir nicht unseren Schülern immer, dass mit der Krankschreibung vom Arzt sich auch die Unfallversicherung ändert? Ein Schüler kommt trotz Krankschreibung in die Schule; dort fällt er auf der Treppe und bricht sich ein Bein. Uns wurde da immer gesagt, dass ein solcher Fall zu Problemen mit der Unfallversicherung führen kann.

    Anderer Gedanke: Entweder ich habe das Gefühl den Tag vernünftig über die Bühne zu bringen oder nicht. Wenn ich krank bin, bin ich krank. Ich würde nie auf die Idee kommen meinen Schulleiter zu fragen wann es ihm meine Krankheit besser passen würde.

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