Beiträge von Anfaengerin

    Spritzen kann sie selbst. Aber vielleicht nützt es, wenn sie jemand erinnert.

    Ich habe selbst eine Weile Insulin spritzen müssen und kenne einige Typ I Diabetiker - da man die Bolusgaben ja nicht unbedingt vor anderen macht, könnte man da viel erzählen.
    Ich kann ja auch nicht verlangen, dass ich Zugang zu den Werten bekomme (werden ja ans Handy übergeben). Wobei eine Insulinpumpe nicht zu überhören ist, wenn es Probleme gibt - zumindest einige Modelle, die ich bisher erlebt habe.

    Jeder, der irgendwie mit Kindern zu tun hat, kann das wohl dreifach unterstreichen.

    Für mich spielen bei diesem sehr traurigen Unglück mehrere Faktoren eine Rolle, die zusammen gekommen sind, z.B. das nicht Funktionieren der Insulinpumpe, warum gab es keinen Ersatz? Warum meldet man das nicht, sondern nimmt auch noch für Diabetiker verbotene Dinge zu sich? Nach dem Restaurantbesuch ging es zumindest noch einer weiteren Schülerin nicht gut. Wenn man als Lehrerin nichts von Diabetes weiß, wie soll man dann darauf kommen, dass das Unwohlsein eine andere Ursache hat? Warum sagt man als Eltern nichts von der Krankheit auf dem Elternabend, bei dem auch noch die Schülerin selbst anwesend war usw...usw...

    Zum Schluss bleibt trotzdem immer noch die Frage, warum die Lehrerinnen nicht schneller reagiert haben. Das kann man nicht entschuldigen. Trotzdem sind schon vorher viele Dinge zusammengekommen, die einfach nicht hätten sein dürfen/müssen.

    Nachdem was ich gelesen hatte, war die Schülerin sowohl mit Messen als auch mit Insulinspritzen nachlässig. Das mit der Pumpe höre ich jetzt zum ersten Mal.

    Wenn die Schilderungen im Spiegel Artikel so richtig sind, gehören die betreuenden Lehrkräfte eigentlich wegen Totschlag durch Unterlassen zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

    Ich kann mir das durchaus vorstellen. Manche Eltern glauben, eine Klassenfahrt wäre Urlaub für die begleitenden Lehrkräfte. Tragischer weise gibt es ganz vereinzelt Lehrkräfte, die das ebenfalls glauben.

    Ich erinnere an einen bekannten Fall als Niedersachsen vor ein paar Jahren, bei dem sich zwei Lehrkräfte bei der Begleitung einer Klassenfahrt massiv betrunken haben, einer der beiden ist eine Treppe runter gefallen und hat sich ernsthaft verletzt, beide mussten während der Fahrt ausgetauscht werden.

    Gerade weil ich zu den Lehrkräften gehöre, die Fahrten ernsthaft vorbereiten und durchführen und die wissen, welche Arbeit und Verantwortung das ist, fehlt mir jedes Verständnis für die "wird schon gut gehen" Fraktion.

    Ich erlebte den Fall eines Schülers, der versehentlich Erdnuss gegessen hatte-Kommt zur Unterkunft, trifft dort schon mit Hautveränderungen und Atemnot auf die Lehrkraft und bekommt gesagt, er solle sich hinlegen und ausruhen. Ich habe dann kurzerhand den Rettungsdienst gerufen und die Aufforderung der Nutzung des Pens weitergegeben. Und dann noch gezeigt, mit welcher Seite er genutzt wird.
    Da war ich in keiner Weise involviert, saß nur zufällig am Nachbartisch.

    Ich will jetzt nicht abschweifen, aber einen Rauchtopf als „Gewalttat“ zu labeln, finde ich schon fragwürdig. Da ist ja bei jedem Fußballspiel mehr los…

    Definitiv eine Gewalttat wenn ich so etwas auf einen Menschen werfe. Fändest du es toll, so etwas abzubekommen? Oder dein Kind? Nein, also dann ist das definitiv zu bestrafen. Und zwar nicht wie eine Kleinigkeit.
    Mir geht da gerade der Blutdruck hoch.

    Bei uns in Teilen von Niederbayern fällt heute auch der Präsenzunterricht aus.

    Morgens um 7 ganz leichter Regen ohne Straßenglätte, seit 10 ist es trocken, zwischendurch scheint sogar ein wenig die Sonne. Also bisher wäre die Maßnahme nicht nötig gewesen.

    Franken - seit 10 Uhr Eisregen - in die Schule wären die Schüler wohl noch gekommen, zurück wäre schwierig geworden.

    Ich habe auch Verständnisprobleme. Da rüstet man für teuer Geld alle Schülerinnen und Schüler mit digitalen Endgeräten aus, und wenn sie mal wirklich sinnvoll zum Einsatz kommen könnten, kommt wieder dieses Rumgeeier. Das ist ein paar Tage, und man kann nicht nur Risiken vermeiden, auch Rettungsdiensteinsätze, Blechschäden (Elterntaxis) etc.

    Bei uns fallen an solchen Tagen zuverlässig auch die Busse aus. Manchmal einfach so: Endstation, zu gefährlich.

    Ich würde einen Teufel tun und meine Kinder da rausschicken.

    Distanzunterricht klappte hervorragend - selbst die 6. Klässer waren fit. Ich habe nur ein Problem mit einer AG, mit der ich vor Ort sein müsste, und es drängt. Daher hoffe ich auf bessere Bedingungen morgen.

    Das meinte ich mit "mir mein Deutschsein absprechen".
    Es ist in Deutschland im Jahre 2024 immer noch nicht selbstverständlich, dass auch Menschen anderer Hautfarbe Deutsche sein können, weil "der/die Deutsche" ethnisch eben weiß ist bzw. zu sein hat.

    Anfaengerin

    Kannst Du oder willst Du das nicht verstehen?

    Ist schon eine sehr diskriminierende Frage - kann ich es nicht, bin ich doof, will ich es nicht, bin ich ignorant.
    Ich bin in einer Siedlung aufgewachsen in der die Hälfte türkischstämmigen Kinder waren, wir waren mal bei der einen Familie mal bei der anderen. Auch da wurde gefragt, wo kommst du her und mal hieß es Essen, mal war es Izmir. Bei mir halt der Nachbarort bzw. meine Eltern sind beide nicht aus der Gegend. Vater im Grenzgebiet mit anderer Sprache und Mutter Kriegsflüchtling - ich fiel daher mit der Sprache auf und wurde immer wieder gefragt, wo ich denn her bin.
    Für mich bedeutet es halt, dass ich lieber den Mund halte, bevor ich was Falsches sage, als - wenn es die Gelegenheit ergibt - freundlich Konversation zu betreiben. Traue ich mich dann halt nur, wenn derjenige "deutsch" aussieht?

    Der Punkt ist, dass derartige Nachfragen bei Menschen mit anderer Hautfarbe oder sichtbaren, anderen kulturellen Wurzeln selbst wenn diese nicht einmal mehr der Definition nach einen Migrationshintergrund haben regelmäßig gefolgt sind von der Frage, wo diese denn WIRKLICH herkommen würden, weil es Heidelberg, Freiburg, Tötensen angesichts des Aussehens schließlich nicht sein können, selbst wenn diese Person einen deutschen Pass hat und in der 3. oder 4. Generation nur in Deutschland lebt. Das führt für davon Betroffene häufig zu Ausgrenzungserfahrungen. Auch das wurde schon mehrfach in diesem Forum von Betroffenen genau so geschildert, wie auch jetzt wieder. Ich finde, das kann man einfach auch akzeptieren, statt es wegdiskutieren zu wollen, wie sich das für davon Betroffene anfühlt, die das dann eben nicht im Rahmen eines netten Smalltalks erleben, sondern teilweise mehrmals täglich und in durchaus aggressiver Weise.

    Ich kann das aus meinen Erfahrungen als Behinderte jedenfalls gut nachempfinden, dass man irgendwann die Schnauze auch mal voll hat von den angeblich nur nett gemeinten, aber verdammt zudringlichen und respektlosen Nachfragen der Mitmenschen, die meinen, man wäre verpflichtet ihre persönliche Neugier zu bedienen. In meinem Fall hat das dann bedeutet, dass Wildfremde, wenn ich mit Assistenzhund in Kenndecke unterwegs war meinten, ich müsse, weil sie es ja nur gut meinten, ihre Fragen zu meiner Gesundheit en Detail beantworten und waren verletzt bis empört, wenn ich einfach deutlich gesagt habe, dass meine gesundheitlichen Diagnose nur mich etwas angehen würden. Oder, wenn ich dabei eine Sonnenbrille getragen habe wegen des Wetters, dann sind, wenn ich in der Bahn saß auch immer mal wieder irgendwelche arg lieben Damen gekommen, haben ihr Gesicht mit maximal 10cm Abstand vor meinen Kopf geschoben, um mich dann unvermittelt anzuschreien wo ich denn hinwolle, ob ich Hilfe brauche, was ich denn habe, weil man das offenbar auch so macht, wenn man einen „netten“ Smalltalk führen möchte mit einem behinderten Menschen. Nicht zu vergessen natürlich die Leute, die mich angepöbelt haben, Spasten wie mich hätte man früher vergast. Wohl gemerkt alles nur basierend auf der Kenndecke und dem Assistenzhund oder ggf. noch der Sonnenbrille, nicht, weil man mir ansonsten irgendeine Form von Behinderung äußerlich direkt ansehen könnte.

    Irgendwann hat man einfach genug von dieser ganzen Zudringlichkeit, Übergriffigkeit und Respektlosigkeit und hat auch wirklich keinen Bock mehr, die angeblich nett gemeinte Neugier Wildfremder zu bedienen, die nur Smalltalk machen möchten.

    Manche Dinge kann man sich nicht vorstellen, wie diese sich für davon Berroffene tatsächlich anfühlen, egal wie gut man es gemeint haben mag. Man kann aber lernen es zu respektieren, wenn einem Menschen deutlich sagen, wie sich das für sie anfühlt und das einfach mal ernst nehmen.

    Ich akzeptiere das gerne und halte den Mund.

    Das geht in der Schule schon los, dass Lehrkräfte Gummibärchen zur Belohnung ihrer SchülerInnen mitbringen und die muslimischen Kinder dann oft lange Gesichter machen, weil sie Haribo und Co. nicht essen dürfen. Das ist mir genau einmal passiert, weil ich schlichtweg nicht daran gedacht hatte. Beim nächsten Mal gab es dann für die muslimischen SchülerInnen eine andere Marke, die halal war. Die gibt es in jedem größeren Supermarkt zu kaufen - ist also auch kein Mehraufwand.

    Es gibt doch sogar von Haribo vegane Gummibärchen, die nehme ich immer zu Freunden mit.

    Was ist an der Frage schlimm? Ich werde auch gefragt, wo ich herkomme, so, wie viele andere Menschen auch. Ich selbst sehe nicht 100% biodeutsch aus, aber auch sehr weiße und sehr deutsche Menschen werden nach ihrer Herkunft gefragt, bspw. meine Frau.

    Antworten wie "Ich bin in Frankfurt geboren, meine Eltern sind in den 60ern aus xy nach Deutschland gekommen." tun doch wirklich nicht weh.

    Selbst auf dem Dorf wird ja gefragt - "wo kommst du denn her", wenn man jemanden nicht kennt. Sitze ich im Zug und habe einen Nachbarn, frage ich das auch - egal, ob er Deutsch oder Englisch mit mir spricht. Bin halt neugierig und so kann man ja auch ein Gesprächsthema finden (sofern man nicht im Ruhebereich sitzt).

    Es geht nicht nur um Gelder, sondern auch um den Bürokratiedschungel, der es besonders kleinen Höfen unnötig schwer macht. Die Politik setzt sich selbst immer den Bürokratieabbau als Ziel, schafft dann auch mal eine Vorgabe ab, die dann wiederum durch 3 neue ersetzt wird. Es sind gerade die EU-Verordnungen, die Lebensmittelsicherheit schaffen sollen, aber in der Praxis mehr als Gängelei statt als Hilfe betrachtet werden.

    Ist denn Landwirt unter deinen Schülern ein beliebtes angestrebtes Berufbild? Ich hatte fairerweise noch keine Schüler aus Bauernfamilien, aber von denen ohne entsprechenden Hintergrund ist mir keiner bekannt, der mal den Wunsch geäußert hätte, in diese Richtung beruflich gehen zu wollen.

    Ja, hatte ich schon - zwar mit einem akademischen Weg - also Studium, aber Landwirtschaft ist das erstrebte Ziel. Eine andere geht ohne den Hintergrund in die Forstwirtschaft.

    100 %ige Zustimmung. Gerade die Problematik mit der Wasserverschmutzung ist heftig, das habe ich lange genug im Labor mitbekommen. Hautnah.

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    Sehr interessante Doku.

    Gerade die "kleinen" Betriebe leiden ja unter diesem Prinzip der Subventionierung. Und das nicht erst seit gestern.

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