Attestpflicht für Lehrer vor Ferien?

  • Hä? Wie selten geht ihr bitte zum Arzt? *staun*


    Bei uns muss man ab dem 4. Tag ein Attest bringen. Könnt ihr echt eine ganze Woche fehlen ohne Attest? Das hab ich ja noch nie gehört.

    Wir müssen auch ab dem 4. Tag ein Attest bringen. Deshalb geh ich - wenn es eh absehbar ist, dass ich mehr als 3 Tage fehle - auch gleich zum Arzt. *Achselzuck* Und wenn ich bereits (z.B. vor Ferien) am 1. Tag ein Attest bringen müsste: So what?


    Auch für meine KollegInnen mit Kindern ist es kein Problem zum Arzt zu gehen und sich die entsprechende Bescheinigung abzuholen, wenn das Kind krank ist (machen sie ohnehin schon im Hinblick auf die Gesundheit des Kindes so)

  • Wenn Kinder krank sind, muss man sowieso zum Arzt, da ist nix mit Karenz.

    ...Ärzte? Meide ich nach Möglichkeit. ..



    Wenn es an der Schule des TE so einige "Klischeeblaumacher" gibt, ist die Anforderung natürlich irgendwo verständlich...

    Ich verstehe nicht, warum daraus immer wieder so ein persönliches Problem gemacht wird. Wen interessierts denn, wer hier wie oft zum Arzt geht? Und was haben die Klischeeblaumacher mit der TE zu tun? Sie schrieb doch zu Beginn, dass sie sehr selten fehlt. Es ist doch äußerst unwahrscheinlich, dass der SL grollend in seinem Büro sitzt und vor sich hinmurmelt "Die Klischeeblaumacher, die schick ich jetzt alle zum Arzt. Allen voran Monti, damit sie sich noch mal so richtig schön ärgert vor Weihnachten und überhaupt, ich will alles kontrollieren und die Weltherrschaft an mich reißen!!!" Abgang unter Hohngelächter, Rauch und rotem Blitzlicht.

  • Ich halte es wie Miss Jones und gehe nur sehr selten zum Arzt, fehle aber auch nur sehr selten in der Schule. Mein “Hausarzt“ hat mich glaub ich erst zweimal in zehn Jahren gesehen. Natürlich gehe ich zur Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt und Frauenarzt und ansonsten bei Bedarf zum HNO und Augenarzt (bei letzteren beiden bin ich schon teilweise sogar mehrmals pro Jahr gewesen, eben wenn ich akute Beschwerden habe und Medikamente brauche). Für normalen Schnupfen oder Magen Darm Infekt würde ich nie zum Arzt gehen. Und überhaupt habe ich gerade wenn ich krank bin und mich mies fühle null komma gar kein Bock mich zwei Stunden ins Wartezimmer zu setzen. Dann ist der Vormittag rum und nachmittags muss ich wie sonst auch meine Kinder versorgen. Das bringt mir zur Erholung dann gar nichts.
    Was ich auch schon gemacht habe, wenn ich nicht ganz fit bin ist für einzelne Stunden zur Schule zu gehen. Wenn von mir jetzt aus heiterem Himmel ein Attest verlangt werden würde, wäre ich 1. Davon irritiert/wahrscheinlich sogar angepisst) und 2. Würde ich daraus meine Konsequenzen ziehen und im Endeffekt sicher öfter fehlen und eben nicht mehr kommen, obwohl es mir eigentlich nicht gut geht.
    So kann man das Arbeitsklima auch kaputt machen.

  • Es erstaunt mich, wie viele hier sich nicht am Attest-Zwang stören, als ob das nicht das Interesse ihrer Arbeitgeber wäre, sondern ihr eigenes.


    Ironische Beiträge mit Taschenkontrolle etc. werden nicht als solche erkannt - dafür allen ernstes unironische Beiträge wie:


    Oder hast du etwas zu verbergen [...]

    Einmal editiert, zuletzt von Morse () aus folgendem Grund: Tippfehler

  • Danke übrigens Karl-Dieter für deine Aussage.


    Was ich eigentlich sagen wollte: Warum regt man sich über das Attest auf, wenn solches gefordert wird? Das ist durchaus legitim, gerade an solchen Tagen. Ich würde gerade dann ohnehin zum Arzt, eben damit msn nicht denkt ich würde blaumachen. Wenn man wirklich so krank ist, man also nichts zu verbergen hat, dann geht man zum Arzt und fertig. Oder aber - sollte kein Fieber auftreten - geht man zur Schule und gut ist.

  • EffiBriest
    Dann mal der Reihe nach
    Man kann zu der Attestpflicht verschiedene Ansichten haben, dazu gleich mehr. Was mich aufregt ist, wenn Schulleitungen selbstherrlich Regeln aufstellen, die den Regeln widersprechen, die mit den Personalvertretungen vereinbart wurden. Ferner ist es für mich befremdlich, wenn dies entgegen der Rechtslage ohne Beteiligung der Dienststelle geschieht und das auch noch schicken am Telefon mitgeteilt wird, ohne dass man sich darauf einstellen kann.


    Generell hat die Regelung mit den Karenztagen für beide Seiten Vor- und Nachteile. Würde die Dienststelle eine generelle Attestpflicht (und nur die) anordnen, so würde ich das persönlich sehr wohl als Misstrauen empfinden und würde mein zukünftiges Verhalten entsprechend ausrichten.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Staatliches Schulamt Nürnber schrieb:


    Attest

    • Für Erkrankungen, die länger als drei Kalendertage dauern, ist der Schule spätestens am vierten Kalendertag, auf Verlangen des Schulleiters auch früher, ein ärztliches Zeugnis (=Attest) im Original vorzulegen.
      Achtung:


      • Erkrankung am Freitag und am darauf folgenden Montag = vier Kalendertage => Attestpflicht.
      • Erkrankung am letzten Schultag vor den Ferien und am ersten Schultag nach den Ferien = z.B. 45 Kalendertage Dienstunfähigkeit / Sommerferien; => Attestpflicht; außer es wird eine ärztliche Dienstfähigkeitsbescheinigung für die Zeit der Ferien vorgelegt.


    Und das macht eben meines Erachtens auch Sinn: ist ein Arbeitnehmer am Freitag (vor den Ferien) krank, braucht er entweder für Montag (in den Ferien) eine Gesundschreibung oder für Freitag die Krankschreibung. (Bei Beamten vielleicht anders, weiß ich nicht. Ist der TE Beamter?)


    Vielleicht kommt ja noch irgendwas Sachdienliches :super:

  • Das ist aber dann eine im Vorfeld erteilte Anordnung der Dienststelle und damit eine andere Fallkonstellationen
    Wobei auch hier anzumerken ist, zumindest bei Tarifbeschäftigten gibt es keine Gesundmeldungen durch den Arzt. Wird eine AU nicht verlängert so melde ich mich als Arbeitnehmer wieder gesund.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Hä? Wie selten geht ihr bitte zum Arzt? *staun*

    Ich war das letzte Mal vor zwei Jahren. Werde aber jetzt bald mal wg. Vorsorgeuntersuchungen gehen.
    Ansonsten war ich einfach (fast) noch nie so ernsthaft erkrankt, dass ich länger als zwei Tage fehlen musste. Es würde mir persönlich auch nicht einfallen, zum Arzt zu gehen, damit "keiner denkt, ich würde blaumachen". Was die anderen denken, ist mir an dieser Stelle relativ egal.
    Aber das ist natürlich meine persönliche Einstellung. Wenn jemand einfach anfälliger ist oder einfach nur aus persönlichem Sicherheitsbedürfnis häufiger zum Arzt geht, dann soll er das doch tun.


    Ein eingefordertes Attest vor dem vierten Tag würde mich dann ärgern, wenn ich wirklich das Gefühl hätte, dass das jetzt nur von mir eingefordert wird. Dann würde ich das Gespräch mit der Schulleitung sorgen.


    EDIT: Wirklich sauer wäre ich, wenn mir der SL - entgegen der eindeutigen Rechtlage - vorlügt, er müsse das einfordern. Dann würde ich auch um ein Gespräch bitten, aber mit der Dienstordnung in der Hand.

    • Offizieller Beitrag

    Gibt es an den weiterführenden Schulen in NRW (ähnlich wie auch an den Grundschulen) die Möglichkeit, dass die Schule zur "Selbstständigen Schule" wird?


    Dann hat der Schulleiter Dienstvorgesetzten-Eigenschaften und übernimmt entsprechende Rechte, Pflichten und Aufgaben der dienstvorgesetzten Behörde. Wir sind keine selbstständige Schule (warum sollte ich mir die zusätzliche Arbeit aufhalsen - macht ja keinen Sinn) - daher kann ich aber nicht sagen, ob das "entscheiden, dass man ein Attest einfordern muss" auch dazu gehört.


    kl. gr. frosch

  • Was mich an dieser Diskussion irritiert, ist, dass für viele das Vorlegen eines ärztl. Attests beweist, dass nicht blaugemacht wird. Dabei bekommt man doch von den meisten Ärzten den gelben Schein ohne an größeren Krankheiten zu leiden!

    • Offizieller Beitrag

    mein Bruder arbeitet in der "freien Wirtschaft" und muss vom 1.Tag an ein ärztliches Attest vorlegen.
    Also gehen die Angestellten, wenn sie nicht fit sind, gleich zum Arzt. Das wiederum hat zur Folge, dass sie meist mehr als nur den einen Tag krankgeschrieben werden.
    Wem das wohl was bringt? :ka:

    • Offizieller Beitrag

    An meiner derzeitigen Schule wurde das genau so kommuniziert: Wenn man zum Arzt geht, wird oft gleich eine Woche draus. Also nutzen viele Kolleginnen die Karenztage, wenn sie der Ansicht sind, dass sie nur sehr kurzfristig nicht arbeitsfähig sind. Ich hole mir momentan (neue Schule) erst einmal Infekte, ich bin da anfällig - leider dann auch so, dass ich ein bis zwei Tage vom Kreislauf her ausgeknockt war. Da war ich froh um die Karenztage.


    Aussagen der Art, dass man ohne Fieber arbeiten gehen kann und einen die Ärzte ja doch schnell mal krankschreiben, kann ich nicht nachvollziehen und habe eher das Gegenteil erlebt. (Ich gehöre leider zu den Menschen, die fast nie Fieber bekommen und bei denen dann auch mal eine schwere Bronchitis "kurz vor der Lungenentzündung" beinahe übersehen wird.)


    Irgendjemand hat mir jetzt erzählt, dass Ärzte Bonuszahlungen von den Krankenkassen (GKV?) bekämen, wenn sie wenig krankschreiben würden.

  • Hi,
    ich bin unheimlich sauer, weil ich mich aufgrund einer nervigen Erkältung (Nase dicht, Halsschmerzen) heute krankmelden musste und meine Schulleitung ein Attest verlangt! Ich fehle NIE!

    Ich glaube, das ist der springende Punkt. Ich habe auch seit Jahren keinen krankheitsbedingten Fehltag und würde mich auch tierisch ärgern, wenn ich bei meinem ersten Fehltag - auch wenn er direkt vor den Ferien liegt - ein Attest bringen müsste.


    Da geht es nicht um die rechtliche Lage, sondern um Vertrauen und Wertschätzung dem Mitarbeiter gegenüber und da kann man als Schulleitung viel Porzellan zerschlagen.

  • Mich würde die Begründung der Schulleitung interessieren, warum ein Attest angefordert wird. Zumal bei einem Kollegen, der ansonsten nicht durch krankheitsbedingte Abwesenheit auffällt, wie @Monti von sich behauptet.


    Dem Grunde nach wäre es okay sich selbst auch noch für Freitag arbeitsunfähig zu melden. Also 2 Tage ohne Attest.


    Vielleicht ist der Krankenstand kurz vor den Ferien besonders hoch an dieser Schule und der Rektor hat die Schnauze voll. Also verlangt er die Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung von seinem Kollegium.


    Würde mich mal interessieren wie die Kommunikation in diesem Fall verlief. Sieht ja auch blöd aus, wenn man sich der Vorgabe widersetzt. Da kommt die Frage auf warum.


    Also arbeitgeberseitig kann ich zumindest sagen, dass es kein Problem gäbe, wenn das Schulsekretariat eine Erkrankungsanzeige ohne Attest für die beiden Tage in der Personalstelle einreicht, ist doch davon auszugehen, dass die Lehrkraft den Dienst wieder aufgenommen hätte, wären am Montag nicht zufällig Ferien.

  • Was mich an dieser Diskussion irritiert, ist, dass für viele das Vorlegen eines ärztl. Attests beweist, dass nicht blaugemacht wird. Dabei bekommt man doch von den meisten Ärzten den gelben Schein ohne an größeren Krankheiten zu leiden!

    Ein Attest sagt natürlich nichts über eine tatsächliche oder einfach nur vorgetäuschte Erkrankung aus, das ist richtig.


    Allerdings ist es auch so, dass es Leute gibt, die im Öffentlichen Dienst zu glauben scheinen die drei Karenztage seien ein zusätzlicher monatlicher Urlaub, den sie ohne hinterfragt zu werden in Anspruch nehmen können.
    Zu wissen, dass ich einen Arzt aufzusuchen habe kann dazu führen, dass ich es mir gut überlege, ob ich dann nicht besser doch zur Arbeit gehe, anstatt auf der Kanonenkugel ala Münchhausen zum Arzt zu reiten, dort mindestens ne Stunde zu warten und ihm eine Story aufzutischen.


    Es ist zudem Mode geworden dem Arbeitgeber ne E-Mail zu schreiben und mich einfach krank zu melden, anstatt dies telefonisch zu tun, ist ja auch bequem sich hinter ner E-Mail zu verstecken.


    Klar, mit dem Gang zum Arzt verbindet man dann vielleicht doch eher eine längere Arbeitsunfähigkeit, die sich ohne Attestvorlage nach spätestens drei Tagen erledigt hätte.
    Deswegen ja auch die Karenztage.


    Doch wie auch immer, wer sich freie Zeit durch Arbeitsunfähigkeit verordnen möchte tut dies, ob so oder so.


    Es ist zumindest aber so, dass man durch die Vorlage eines Attests unangreifbar wird, denn niemandem darf Blaumachen unterstellt werden in so einem Fall, man schützt sich selbst sozusagen offiziell vor übler Nachrede.

  • Es ist zudem Mode geworden dem Arbeitgeber ne E-Mail zu schreiben und mich einfach krank zu melden, anstatt dies telefonisch zu tun, ist ja auch bequem sich hinter ner E-Mail zu verstecken.

    Wieso verstecken? Einige Krankheiten hört man einem nicht an und am Telefon schon gleich gar nicht. Näheres darf eh nicht erfragt werden.
    Ich war schon an einer Schule, wo man keinen Anruf haben wollte. Deshalb habe ich das im Ref auch einmal getan, bis ich vom Schulleiter direkt angemault wurde. Ich habe ihm erklärt, dass ich das so kenne. Da meinte er nur: "Das waren dann Freaks!"
    An meiner jetzigen ist es auch so, dass man es unbedingt per Mail machen soll. Das sorgt sonst so für Unruhe.

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