Lehrerarbeitszeit - jetzt wird es vielleicht spannend

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    • Wolfgang Authenrieth
      Wenn Du morgens um 04.00 darüber nachdenkst, wie Du Klein Kevin in die Spur bekommst, dann bist Du ein potentieller Kandidat für ein Burnout und solltest daran arbeiten. Es gibt genau zwei Plätze an denen ich über Kevin nachdenke:
      ,a) In der Schule
      b) An meinem Schreibtisch zu Hause, wenn ich beschlossen habe, dass ich jetzt für die Schule arbeite. Und nein, Fachzeitschriften haben auf dem Wohnzimmertisch nichts zu suchen. Entweder widme ich mich meinem Privatleben oder der Schule - an/aus.
      Eine Vorgehensweise übrigens, die auch von jedem Therapeuten so empfohlen wird.
      Das macht die Erfassung der Arbeitszeit mit Hilfe einer App denkbar einfach.
      Betreten des Schulgebäudes Login
      Verlassen - logout
      Lediglich eine feste eingeplante Pause, in der ich auch nicht für was anderes zur Verfügung stehe führt zum zwischenzeitlichen ausloggen.

      Zu Hause gilt
      Beginn am Schreibtisch - login
      Ende der Arbeit ( und Ende ist Ende) logout. Das Holen der Tasse Kaffee gehört dann mit zur Arbeitszeit, wie in jedem Büro.

      Du wirst feststelle, es geht. Die strikte Trennung von Arbeitszeit und Freizeit entlastet. Denn morgens beim Frühstück ab Kevin zu denken ist Stress, da erscheint sofort ein innerlichen Stopp Schild.

      Und warum die Erfassung? Weil unser Arbeitgeber uns nicht Mal eben entlastet. Der geht von der Theorie aus, dass die festgesetzten Deputate einer Arbeitszeit von 41 Stunden entsprechen. Erst valide Aufzeichnungen können an dieser Einstellung was ändern. Durch valide Aufzeichnungen werden Arbeitszeitverstöße bekannt. Eine Vorgesetzen Dienststelle, die das weiter zulässt und nichts unternimmt, begeht eine Straftat (zumindest bei Tarifbeschäftigten).
      Ich betrachte daher das Urteil als Chance zur Veränderung.
      Das Modell der Vertrauensarbeitszeit hat leider nur zur Selbstausbeutung der Kolleg*innen getaugt.
      An alle Deutschlehrer:
      Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:
    • chemikus08 schrieb:




      Und warum die Erfassung? Weil unser Arbeitgeber uns nicht Mal eben entlastet. Der geht von der Theorie aus, dass die festgesetzten Deputate einer Arbeitszeit von 41 Stunden entsprechen. Erst valide Aufzeichnungen können an dieser Einstellung was ändern. Durch valide Aufzeichnungen werden Arbeitszeitverstöße bekannt. Eine Vorgesetzen Dienststelle, die das weiter zulässt und nichts unternimmt, begeht eine Straftat (zumindest bei Tarifbeschäftigten).
      Ich betrachte daher das Urteil als Chance zur Veränderung.
      Das Modell der Vertrauensarbeitszeit hat leider nur zur Selbstausbeutung der Kolleg*innen getaugt.
      Ich kann meinem Vorredner mich nur zu 100% anschließen!

      Am Pfingstsonntag auf Lehrerforen rumsurfen ist auch Arbeitszeit, vor allem, wenn ich mich damit sowie von den Korrekturen der Klausuren auf meinem Schreibtisch vor mir ablenken lasse. Ach ja, ich mache es an einem Feiertagvormittag, weil ich unter der Woche einfach zu viel Stress habe und zu ausgepowert bin, um am nachmittag/abend noch konzentriert die Klausuren zu korrigieren.
    • chemikus08 schrieb:

      Wolfgang Authenrieth
      Wenn Du morgens um 04.00 darüber nachdenkst, wie Du Klein Kevin in die Spur bekommst, dann bist Du ein potentieller Kandidat für ein Burnout und solltest daran arbeiten. Es gibt genau zwei Plätze an denen ich über Kevin nachdenke:
      ,a) In der Schule
      b) An meinem Schreibtisch zu Hause, wenn ich beschlossen habe, dass ich jetzt für die Schule arbeite. Und nein, Fachzeitschriften haben auf dem Wohnzimmertisch nichts zu suchen. Entweder widme ich mich meinem Privatleben oder der Schule - an/aus.
      Eine Vorgehensweise übrigens, die auch von jedem Therapeuten so empfohlen wird.
      Halte ich nicht immer für die beste Lösung.
      Ich mache auch viel zwischendurch und auf dem Wohnzimmertisch und habe so mehr Zeit für Garten, Kinder und Arbeit. Man kann z.B. wunderbar beim Unkraut zupfen über Unterrichtsvorbereitung, Schüler usw. nachdenken.
    • plattyplus schrieb:

      Susannea schrieb:

      Man kann z.B. wunderbar beim Unkraut zupfen über Unterrichtsvorbereitung, Schüler usw. nachdenken.
      Genau DAS mache ich nicht. Feierabend heißt für mich Feierabend. Und auch wenn es den Kollegen nicht paßt, mir fällt es im Traum nicht ein in meiner Freizeit noch hinter irgendwelchen Eltern hinterherzutelefonieren.
      Das tue ich auch nicht, aber eben nicht im Garten usw. auch manchmal zu arbeiten würde sehr zu Lasten meiner Kinder gehen, es ist einfach die perfekte Variante das immer wieder zwischendurch einzubauen, wenn es sie nicht stört, um dann eben früher für sie da zu sein.
      Und genau deshalb ist für mich Dokumentation keine Option, denn das wird dann wieder zur unbezahlten Mehrarbeit. Wie sagte die Auswertung der Gesundheitsumfrage so schön, die Lehrer fühlen sich am meisten durch illegitime Aufgaben, wie eben solche Dokumentation, belastet.
    • Neu

      Mal ganz abgesehen vom „Brennen“: Interessiert Ihr Euch nicht für neue Erkenntnisse in Euren Disziplinen? Wenn ich wissenschaftliche Artikel oder ein Fachbuch lese oder selbst forsche (nicht in Physik), mache ich das in meiner Freizeit und ich mache es gern. Wenn ich jetzt aber plötzlich das Gefühl habe, dass ich das soeben Erfahrene auch im Unterricht einsetzen könnte, muss ich dann diesen Gedanken schnell beiseite schieben und darf erst wieder darüber nachdenken, wenn ich eingestempelt habe?
      Ich nutze Spaziergänge bewusst dazu, Unterrichtsvorhaben zu durchdenken, eben um nicht krampfhaft am Schreibtisch Entscheidungen treffen zu müssen. Ist das dann Arbeitszeit?
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      Ich halte das Argument, dass man ja nicht aufhören könne, in seiner Freizeit über Schule nachzudenken, oder dass ich, ich beziehe das jetzt auf mich, auch in meiner Freizeit historische Darstellungen und Quellen lese, weil ich mich persönlich sehr dafür interessiere, für ein Scheinargument.

      Jeder hier von uns weiß doch, welche dienstlichen Tätigkeiten so zeitraubend sind und vor dem heimischen Schreibtisch in der Unsichtbarkeit versickern: Korrekturen, praktische Unterrichtsplanungen wie das xte langweile Arbeitsblatt über das immer gleiche, Berichte, Statistiken, Schülerverwaltung, Elternbriefe, Vorbereitungen für Klassenfahrten und Exkursionen, dienstliche Telefonate mit Kolleginnen und Kollegen etc. pp. Und jenseits des Schreibtisches natürlich andere außerunterrichtliche Tätigkeiten wie außerdienstliche Fortbildungen, ein Mehr und Mehr und Mehr an Konferenzen und Dienstbesprechungen und so weiter.

      Meiner Meinung nach ist es überhaupt keine Schwierigkeit, einen Unterschied zwischen Dienst und Freizeit zu sehen.

      Darum geht es, das muss gemessen werden und darauf willfährig zu verzichten, weil es zu Hause so kuschelig ist und man sich so unglaublich frei fühlt, freut den Dienstherren. Aber ein "Scheiß auf die Arbeitnehmersolidarität, der Akkord zählt" ist einfach nur dumm. Man möge sich auch als Lehrer gründlich mit der Gewerkschaftsgeschichte auseinandersetzen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Meerschwein Nele ()

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      Meerschwein Nele schrieb:

      Darum geht es, das muss gemessen werden und darauf willfährig zu verzichten, weil es zu Hause so kuschelig ist und man sich so unglaublich frei fühlt, freut den Dienstherren. Aber ein "Scheiß auf die Arbeitnehmersolidarität, der Akkord zählt" ist einfach nur dumm. Man möge sich auch als Lehrer gründlich mit der Gewerkschaftsgeschichte auseinandersetzen.
      Dumm finde ich noch mehr unnötige Zeit mit illegitimen Aufgaben, wie z.B. der Dokumentation der Arbeitszeit freiwillig verschwenden zu wollen.
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      Susannea schrieb:

      Dumm finde ich noch mehr unnötige Zeit mit illegitimen Aufgaben, wie z.B. der Dokumentation der Arbeitszeit freiwillig verschwenden zu wollen.
      Wieso soll das eine Verschwendung sein? Ob ich mir jetzt die x-te Konferenz anhören muß oder meine Stempelkarte in die -uhr zu stecken ist doch wohl sowas von egal. Solte der Arbeitgeber diese ganzen Konferenzen für so wichtig erachten, daß er auf sie nicht verzichten mag, muß er eben zusätzliche Kollegen einstellen, auf das die einzelnen Kollegen dann eben keine Überstunden mehr schieben. Punkt!

      Und nein, für mich gibt es keine illegitimen Aufgaben, auch wenn das im Extremfall bedeuten würde, daß wir soviel damit zutun hätten uns selber zu verwalten, daß wir überhaupt nicht mehr zum Unterrichten kommen würden.

      Der Wegfall der "eh da Kosten" hätte z.B. bei uns zur Folge, daß jede Stunde Konferenz wirklich zu verrechnende Kosten von 2.000,- € verursachen würde. Da wäre jeder Schulleiter angehalten sich kurz zu fassen und dreimal zu überlegen, ob die Konferenz wirklich sein muß. Gleiches gilt für den Erziehungsaufwand der Inklusions-Kinder. Wenn dann auf einmal klein Kevin bedingt durch ADHS und was auch immer Sonderkosten von mehreren tausend Euro an einer Regelschule verursacht, eben weil laufend Teilkonferenzen für die Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen notwendig sind, könnte der Dienstherr auf die Idee kommen, daß dann ein Platz an einer Sonderschule (Schwerpunkt: sozialer und emotionaler Förderbedarf) doch günstiger ist. Meiner Meinung nach wurde die ganze Inklusion ja eh nur deswegen eingeführt, weil der Dienstherr meint damit Geld sparen zu können, kostet ein Schulplatz an einer Förderschule doch aufgrund der kleineren Klassenstärken das 4-5fache eines Regelschulplatzes. Die UN-Konvention ist so zu lesen, daß alle Kinder unterrichtet werden müssen, aber die Schulform ist nirgendwo definiert. Aber als Deckmäntelchen für die Presse und das "wir machen das jetzt einfach mal so" war das Argument inkl. der Interpretation natürlich ganz praktisch.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von plattyplus ()

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      Wolfgang Autenrieth schrieb:

      MrsPace schrieb:

      Meiner Meinung nach, wäre das ganz einfach zu bewerkstelligen mit der Arbeitszeiterfassung. Präsenzzeit in der Schule plus Arbeit zu Hause am Schreibtisch. Fertig.
      Eben nicht. Und Mikael konnte und wollte mich nicht verstehen. Aber das ist ein anderes Thema.
      Doch, genauso einfach ist das. Nennt sich Work-Life-Balance auf Neudeutsch. Wenn man sich nachts um 4 Uhr Gedanken um Kevin macht, dann ist man irgendwie auch selbst Schuld. Dann sollte man vielleicht schauen, dass man etwas mehr emotionalen Abstand zu seinem Beruf schafft. Ich bin da sehr radikal bzw. habe das Problem nicht, dass ich mir privat noch allzu viel Gedanken um die Schule mache. Es hilft übrigens sehr, sich ein umfangreiches Hobby und einen großen Freundeskreis (außerhalb des Kollegiums!) zuzulegen. So kommt man auch an Sozialkontakte, die nichts mit der Schule zu tun haben.

      Ich bin ca. 8-10 Stunden (manchmal auch mehr) die Woche ehrenamtlich tätig. Weiterhin suche ich mir meine Freunde außerhalb der Schule. Ich komme mit meinem Kollegium sehr gut aus, aber privat unternehme ich nur sehr selten was mit Kolleginnen oder Kollegen. Und das sind dann Personen, mit denen ich auch andere Themen haben kann als Schule. Ich gehe heute mit einer Kollegin einer anderen Schule ins Kino und danach auf ein Getränk. Ich glaube nicht, dass wir uns da groß über Schule unterhalten werden. Es gibt einfach Wichtigeres, was wir heute zu quatschen haben.

      Und es ist doch auch gerade so, dass wir sehr frei darin sind, wann wir arbeiten. Klar, die Präsenzzeiten in der Schule, die können wir uns nicht "aussuchen" aber alles Andere?! Wenn ich mit einer Kollegin zum Mittagessen gehe und wir uns da intensiv über die Schüler*innen unserer gemeinsamen Klasse austauschen, dann ist das für mich ein working lunch und dann geht das aufs Arbeitszeitkonto.

      Natürlich gibt es Stellen, an denen sich Privates und Berufliches überlappt. Klassisches Beispiel sind wohl mehrtägige Veranstaltungen im Rahmen von Klassenfahrten, etc. Aber ehrlich, wer schiebt denn da Nachtschicht die ganze Nacht um die Schüler zu beaufsichtigen? Es gibt eine Ansage, wie sie sich zu verhalten haben; im Vorhinein wird ein allgemeines Alkohol- und Drogenverbot unterschrieben und wer sich nicht dran hält, fährt halt auf eigene Kosten heim. Also ich habe noch auf jeder Studienfahrt einen guten und erholsamen Schlaf gehabt und hatte auch genügend Raum, privat (ohne Schüler) was zu unternehmen. Das ist doch der Deal (zumindest für mein Verständnis)... Man kommt günstig gut rum, sieht viel von der Welt und hat halt ne Klasse im Schlepptau wo man ab und an mal gucken muss. Privat wäre ich jetzt für mich nie nach Spanien oder Südfrankreich gefahren. Als Studienfahrt macht man das halt mal und beides hat mir gut gefallen. Aber wie gesagt, für einen privaten Urlaub wären das keine Ziele, die ich wählen würde.

      Viel macht denke ich auch die Einstellung zum Job. Wenn man das Gefühl hat, man opfert sich auf, lebt nur noch für die Schule und bekommt es dann noch nicht mal gedankt, dann muss man sich meiner Meinung nach überlegen, ob man an sich was ändern muss. Am System wird man (zumindest so schnell) nichts ändern. Aber was man ändern kann, ist seine Einstellung dazu.

      Ich habe es schon lange aufgegeben, mich über schulische Dinge zu ärgern. Ich mache meine Arbeit, mit Freude, gründlich, zuverlässig und gewissenhaft. Ich engagiere mich in den Bereichen, in denen meine Stärken liegen. Wenn es mal ein Lob gibt, ist es spitze, wenn es keins gibt, ist auch nicht schlimm. Im Zweifel gilt das schwäbische Sprichwort "Nicht beschwert ist genug gelobt."

      Und deswegen ist es für mich auch super einfach, zu sagen (selbst auf Studienfahrten, etc.) wann ich gearbeitet habe und wann nicht.

      Sorry für den langen Text. Aber ich vermerk's als "beratende Tätigkeit" auf meinem Arbeitszeitkonto... :aufgepasst:
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      MrsPace schrieb:

      Klassisches Beispiel sind wohl mehrtägige Veranstaltungen im Rahmen von Klassenfahrten, etc. Aber ehrlich, wer schiebt denn da Nachtschicht die ganze Nacht um die Schüler zu beaufsichtigen? Es gibt eine Ansage, wie sie sich zu verhalten haben; im Vorhinein wird ein allgemeines Alkohol- und Drogenverbot unterschrieben und wer sich nicht dran hält, fährt halt auf eigene Kosten heim. Also ich habe noch auf jeder Studienfahrt einen guten und erholsamen Schlaf gehabt und hatte auch genügend Raum, privat (ohne Schüler) was zu unternehmen. Das ist doch der Deal (zumindest für mein Verständnis)... Man kommt günstig gut rum, sieht viel von der Welt und hat halt ne Klasse im Schlepptau wo man ab und an mal gucken muss.
      Lass mich raten, keine Grundschule und lass mich raten, bei euch werden Klassenfahrten komplett vom AG bezahlt=
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      Susannea schrieb:

      Meerschwein Nele schrieb:

      Darum geht es, das muss gemessen werden und darauf willfährig zu verzichten, weil es zu Hause so kuschelig ist und man sich so unglaublich frei fühlt, freut den Dienstherren. Aber ein "Scheiß auf die Arbeitnehmersolidarität, der Akkord zählt" ist einfach nur dumm. Man möge sich auch als Lehrer gründlich mit der Gewerkschaftsgeschichte auseinandersetzen.
      Dumm finde ich noch mehr unnötige Zeit mit illegitimen Aufgaben, wie z.B. der Dokumentation der Arbeitszeit freiwillig verschwenden zu wollen.
      Ohne Daten, Zahlen, Fakten wird man als Arbeitnehmer niemals bessere Bedingungen durchsetzen können. Ich wiederhole einfach, was ich oben schon gesagt habe:

      Meerschwein Nele schrieb:

      Weil ausschließlich das, was offiziell schwarz auf weiß steht in
      politischen und rechtlichen Auseinandersetzungen einforderbar bzw.
      abstellbar wird. Das ist ein langfristiger Prozess. Man kann nur etwas
      in Musterprozessen einklagen, wenn es gesetzlich festgelegt und
      rechtssicher dokumentiert ist, und nur dann hat man starke Argumente in
      Tarifverhandlungen.
      Ist das denn so schwierig zu begreifen?
      Inwiefern findest du diesen Anspruch "illegitim"? (Meinst du tatsächlich "unrechtmäßig" oder vielleicht doch eher "sinnlos"? Beides fände ich nicht wirklich nachvollziehbar)
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      Susannea schrieb:

      Lass mich raten, keine Grundschule und lass mich raten, bei euch werden Klassenfahrten komplett vom AG bezahlt
      Wenn das kein schlagendes Argument FÜR eine tatsächliche Arbeitszeitmessung ist, dann weiß ich auch nicht...

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      Tja MrsPace, problematisch wird es aber dann, wenn du eine Funktionsaufgabe hast, die dir auch das Arbeiten innerhalb der 30 Tage Urlaub/Ferien abverlangt, dir zu deiner vollen Stelle noch zusätzlich Wochenarbeit im Rahmen von 5-6 Zeitstunden aufbürdet und du dann einfach nicht mehr in deine Work-Life Balance kommen kannst, da die Arbeit ja gemacht werden muss. Zudem ist es rechtlich angreifbar, wenn mit unterschiedlichen Maßstäben bez. von Entlastungen gemessen wird. Entscheidend ist, dass das EuGH Urteil in den kommenden Verfahren eine wichtige Rolle spielen wird. Denn nur dokumentierte Arbeitszeit ist evaluierbar. Sollten sich die AZ aus der Studie des DPHN bestätigen, besteht hier für die Landesregierungen vordringlicher Handlungsbedarf. Work-Life-Balance ist für manche Kollegen zu einem Schimpfwort geworden, da die Entgrenzung der Arbeit diese nicht zulässt. Die Fürsorgepflicht des Dienstherrn ist hier sehr einseitig auf finanzielle Einsparmöglichkeiten ausgerichtet. LG
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      Susannea schrieb:

      MrsPace schrieb:

      Klassisches Beispiel sind wohl mehrtägige Veranstaltungen im Rahmen von Klassenfahrten, etc. Aber ehrlich, wer schiebt denn da Nachtschicht die ganze Nacht um die Schüler zu beaufsichtigen? Es gibt eine Ansage, wie sie sich zu verhalten haben; im Vorhinein wird ein allgemeines Alkohol- und Drogenverbot unterschrieben und wer sich nicht dran hält, fährt halt auf eigene Kosten heim. Also ich habe noch auf jeder Studienfahrt einen guten und erholsamen Schlaf gehabt und hatte auch genügend Raum, privat (ohne Schüler) was zu unternehmen. Das ist doch der Deal (zumindest für mein Verständnis)... Man kommt günstig gut rum, sieht viel von der Welt und hat halt ne Klasse im Schlepptau wo man ab und an mal gucken muss.
      Lass mich raten, keine Grundschule und lass mich raten, bei euch werden Klassenfahrten komplett vom AG bezahlt=
      Nein, die Fahrten werden nicht komplett bezahlt. Die Schulart kann man sich zum Glück selbst aussuchen... Es gibt Gründe, warum ich an einer beruflichen Schule und nicht an einer Grundschule bin.
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      Angryvarier schrieb:

      Tja MrsPace, problematisch wird es aber dann, wenn du eine Funktionsaufgabe hast, die dir auch das Arbeiten innerhalb der 30 Tage Urlaub/Ferien abverlangt, dir zu deiner vollen Stelle noch zusätzlich Wochenarbeit im Rahmen von 5-6 Zeitstunden aufbürdet und du dann einfach nicht mehr in deine Work-Life Balance kommen kannst, da die Arbeit ja gemacht werden muss.
      In anderen Worten - auch in Funktionsstellen muss die Arbeitszeit genau und zuverlässig gemessen werden, damit einerseits die Pflicht des Beamten zur Gesunderhaltung, andererseits die Fürsorgepflicht des Dienstherren erfüllt werden kann.
      Die Fürsorgepflicht des Dienstherrn ist hier sehr einseitig auf finanzielle Einsparmöglichkeiten ausgerichtet.
      Das ist ganz offensichtlich korrekt. Deswegen darf man nicht auf freiwillige Maßnahmen des Dienstherren warten und jetzt folgt mein üblicher Hinweis auf die Gewerkschaftsgeschichte.