Ich bin die Lehrerin meines Sohnes

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • tabularasa schrieb:

      Ist der Unterrichtsausfall bei euch auch so gravierend?
      Falls dies das Thema des Threads sein sollte: Nein, bei uns ist der nicht so gravierend. Die Versorgung ist bei uns auf Kante genäht, klappt aber, sogar die Hausaufgabenbetreuung im Ganztag kann durchgängig durch mehrere Lehrkräfte betreut werden; Grippewelle noch nicht da, also auch keine relevanten Ausfälle; im Ganztag und in 5/6 gibt es sowieso kein früheres Unterrichtsende im Hinblick auf die Aufsichtspflicht, Zwischenstunden werden prinzipiell entweder vertreten mit Material des eigentlichen Fachlehrers (= Unterricht im vorgesehenen Fach) oder vertreten von einer anderen Lehrkraft der/die in der Klasse unterrichtet und dann eigenen Unterricht vorholt (=regulärer Unterricht in einem anderen Fach beim bekannten Fachlehrer) oder aber - ausnahmsweise- vertreten durch andere Lehrkräfte. Wenn, dann fallen mal Randstunden aus (außer in 5/6 bzw. im Ganztag gibt es immer ein Betreuuungsangebot auch für diese Zeiten).
    • Das Thema des Threads ist m.E., dass es Quereinsteigern leichter gemacht werden sollte (niedrigere Einstiegshürden, höheres Gehalt, etc.) in den Schuldienst zu kommen, denn damit würde ja der Unterrichtsausfall behoben werden und alle wären glücklich. Das Ganze noch per Clickbait in die Charts geschossen und die Sache läuft. 8)
    • Alte Dame schrieb:

      Das Thema des Threads ist m.E., dass es Quereinsteigern leichter gemacht werden sollte (niedrigere Einstiegshürden, höheres Gehalt, etc.) in den Schuldienst zu kommen, denn damit würde ja der Unterrichtsausfall behoben werden und alle wären glücklich. Das Ganze noch per Clickbait in die Charts geschossen und die Sache läuft. 8)
      Ich sehe schon: Lustiges Themenraten ist angesagt. Wer bietet ein anderes Thema? 8)
    • tabularasa schrieb:



      Ich sehe das Versagen in der Bildungspolitik und in der Tatsache, dass keine neuen Lehrer eingestellt werden und es Quereinsteigern immer noch schwer gemacht wird.
      Beispiel: Eine andere Freundin hat Anglistik und Germanistik studiert. Bachelor und Master. Sie ist nicht ins Ref gegangen und wird jetzt mit E9 abgespeist. Sie ist an einer Schule, darf aber nur die Schüler mit Migrationshintergrund unterrichten.
      1) und warum geht sie dann nicht ins Ref?

      2) warum ist "E9" "abgespeist"? Keine fertige / abgebrochene Ausbildung = kein vollständiger Lohn. (und damit meine ich nicht die QuereinsteigerInnen, weil sie ja den Teil der Ausbildung eben "nachholen".
      Ja, Bundesland wechseln, in den meisten Bundesländern hat man mit fertigem Master mehr.


      3) "nur die Schüler mit Migrationshintergrund"?
      a) ist es etwa eine niedere Aufgabe?
      b) entweder hat deine Freundin DaF studiert und sich sowieso darauf vorbereitet, diese Gruppe in Deutsch zu unterrichten (ich gehe mal davon aus, dass die Schule deiner Freundin nicht nach Herkunft trennt und sie doch Englichunterricht für Kids der 3. Generation macht...
      ... oder sie hat eben nicht DaF studiert und kann sehr froh sein, dass es zur Zeit so einen Bedarf gibt, dass sie "fachfremd" unterrichten darf. Nicht umsonst gibt es umfangreiche Fortbildungen oder Masters in dem Bereich. Für die Sprachkurse des BMBFs darf auch nicht einfach so jeder hin und unterrichten (zumindest offiziell)
    • tabularasa schrieb:

      Ich wollte einerseits wissen, wie es bei euch ist und andererseits finde ich es schlimm, dass es Quereinsteiger so schwer haben Fuß zu fassen, obwohl doch Lehrermangel besteht.
      Ja hoffentlich wird Quereinsteigern (in der Grundschule und ich denke auch generell) einiges abverlangt. Schließlich haben andere jahrelang dafür spezialisiert studiert und ein zweijähriges Referendariat absolviert um sich zu professionalisieren.
      Es macht einen Unterschied, ob man eine Klasse unterrichtet oder zuhause seinem Kind einmal etwas erklärt. Besonders in der Grundschule reicht reines Fachwissen nicht aus. In der Grundschule kommen zusätzlich noch viele pädagogische, grundlegende Aspekte dazu, die ein breites Wissen erfordern.
      Wenn Quereinsteiger schlecht vorbereitet bzw. qualifiziert sind, fällt das auf die gesamte Lehrerschaft zurück und darunter leidet nicht nur der Ruf der Schulen und Lehrer, sondern auch die vielfältigen Ziele der Bildung werden nicht mehr so gut erreicht wie mit qualifiziertem Personal.
      Schade, dass man in manchen Bundesländern in der Not die Löcher so stopfen muss, dass man immer weniger Anforderungen an die Qualifikationen stellt.
    • tabularasa schrieb:

      Ich wollte einerseits wissen, wie es bei euch ist und andererseits finde ich es schlimm, dass es Quereinsteiger so schwer haben Fuß zu fassen, obwohl doch Lehrermangel besteht.
      Als selbst Quereinsteigerin finde ich es ehrlich gesagt richtig, dass man zumindest entsprechende fachliche Studienleistungen in zwei Fächern nachweisen muss um für OBAS oder ähnliches zugelassen zu werden. Und das der Seiteneinstieg auch nur in Mangelfächern geöffnet ist, finde ich eigentlich auch richtig.
      Es gibt ja nicht umsonst ein Lehramststudium, was der eigentliche Weg zum Lehramt ist.
      Ich finde es schön, dass ich über den Quereinstieg die Möglichkeit habe nun noch Lehrerin zu werden. Damals war meine Entscheidung eben noch nicht so, aber man wird älter und Interessen verändern sich vielleicht auch. Ohne die Möglichkeit hätte ich mir eben überlegen müssen, ob ich nochmal etwas nachstudiere oder andere berufliche Möglichkeiten suche.
    • Dann soll sie das machen, damit ist sie dann entsprechend qualifziert, um deutlich mehr als E9 verdienen, ggf.sogar verbeamtet werden zu können. Mindeststandards gibt es nicht grundlos. Bildung ist schließlich nicht beliebig und von jedem, der sich berufen fühlt angemessen umusetzen. Nachqualifizieren müssen sich doch eigentlich alle Quereinsteiger in der einen oder anderen Form, wenn sie E12/E13 (A12/A13) erhalten wollen, das ist nicht weiter ungewöhnlich.
    • tabularasa schrieb:

      Das Schulamt hat ihr gesagt, ihr fehlen die Pädagogikanteile. Die müsse sie nachstudieren und dann noch ins Ref.
      und wo ist das Problem?

      Ungerecht ist es, dass Unterstufenlehrer, die in der DDR ausgebildet wurden und jahrelange Unterrichtserfahrung hatten, nicht anerkannt wurden.
      Und auch da: Einige haben sich fürs Nachstudieren entschieden, andere haben als pädagogische Unterrichtshilfe an Förderschulen angeheuert. Manche davon füllen diese Tätigkeit toll aus und sind eine große Unterstützung, arbeiten mit den Kollegen zusammen, andere leiden seit 30 Jahren und nehmen sich raus aus jeglicher Verantwortung.

      Weißt du, ich bin auch manchesmal unzufrieden mit meinen Arbeitsbedingungen. Aber letztlich ist jeder auch seines Glückes Schmied. Zumindest in Mitteleuropa kann man das behaupten. Fang erst mal an und dann sieh weiter, man muss sich nicht ständig über alles beklagen.

      Wann geht's überhaupt los bei dir?
    • @tabularasa,

      Du hast eine Private Nachricht.

      Kl.gr.Frosch, Moderator
      Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
      ----
      Merke: wer auf dem Rad friert, fährt zu langsam. (By O.Meier ;) )
      ---
      Die meisten meiner Beiträge entstehen auf einer tablet-Tastatur. Da es dort kein haptisches Feedback gibt, schleichen sich schneller Tippfehler ein. Sorry.
    • Zugegeben, wenn in einem relativ kleinen Kollegium mehrere Lehrer gleichzeitig ausfallen, ist das denkbar ungünstig. Das sollte aber nur eine sehr seltene Ausnahme und nicht der Regelfall sein. Dann hilft wohl nur, alles so umlegen, dass der Hauptunterricht gewährleistet ist, sprich die sozialpädagogische Fachkraft oder Förderschullehrerin muss auch mal unterrichten, die AGs müssen auch mal ausfallen oder werden durch einen FSJler oder Vertretungslehrer gehalten. Not macht erfinderisch, aber neben den regulären Lehrkräften gibt es an den meisten Schulen doch so viel Personal... Dass dann Unterricht ausfallen muss, verstehe ich nicht wirklich. Wir haben hier im Landkreis zwei Zwergenschulen, bei denen es für den Ernstfall ein Notfallprogramm gibt (Schüler müssen mit dem Bus in die Nachbarschule fahren.). Vlt. sollte sowas auch mal in größeren Schulen durchdacht werden?
      I am vulnerable, I am raw;
      I am human, I have flaws.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lehramtsstudent ()

    • Meerschwein Nele schrieb:

      Was steckt in WAHRHEIT hinter dem Thread? Moderatoren klären ein schreckliches Geheimnis auf.
      Musst Du noch üben. Wahrscheinlicher wäre

      "Er klickte einfach nur auf einen Thread im Lehrerforum. Was er entdeckte, erstaunt deutsche Väter"

      oder

      "Klicke nie auf diesen Thread. Wenn Du darauf klickst, weißt Du, warum"

      oder

      "Moderatoren vermuten Clickbait. Was sie entdecken, ist eine Sensation"
      Wer sich mit dem Zeitgeist vermählt, wird bald Witwer sein!
    • Lehramtsstudent schrieb:

      Not macht erfinderisch, aber neben den regulären Lehrkräften gibt es an den meisten Schulen doch so viel Personal... Dass dann Unterricht ausfallen muss, verstehe ich nicht wirklich.
      Willkommen in der Realität. Welches Personal meinst du?!? Der Hausmeister, der sich eh schon auf zwei Schulen usw. aufteilen muss? Die Sekretärin, die sicherlich nicht unterrichten gelernt hat, aber bei uns auch schon mal Kunstunterricht gemacht hat? Oder die Erzieher, die nur zum Beaufsichtigen eingesetzt werden können oder gar die Schulbegleiter die genau welche Qualifikation haben?!?

      Was soll denn sonst passieren, wenn nicht Unterricht ausfallen lassen?
    • Lehramtsstudent schrieb:

      aber neben den regulären Lehrkräften gibt es an den meisten Schulen doch so viel Personal...
      Ja? Wo?

      Neben den regulären Lehrkräften gibt es in Niedersächsischen Grundschulen pädagogische MitarbeiterInnen, die für den Vertretungsfall einspringen und die Klassen betreuen. Unterricht dürfen sie nicht erteilen, schließlich verdienen sie extrem wenig und sind im besten Fall pädagogisch vorgebildet (Erzieher, SozPäd, häufiger auch nur ein VHS-Kurs zum Thema)
      Das bedeutet, die erkrankte Lehrkraft stellt Unterricht zusammen und lässt ihn der Schule zukommen, es gibt so einen Ordner mit Vertretungsmaterialien oder aber eine gesunde Lehrkraft muss den Unterricht bzw. Aufgaben zusammenstellen, die dann von den SuS bearbeitet werden, während die pädagogische Mitarbeiterin sie betreut.
      Das Heraussuchen oder Zusammenstellen von Aufgaben wird nicht honoriert, es kann dazu kommen, dass man Unterricht für ein halbes Deputat zusätzlich vorbereitet.

      Wenn hier auf Hort, FSJ, SozialpädagogInnen verwiesen wird, kann ich nur staunen: Die gibt es nicht in jeder Grundschule.
    • Palim schrieb:

      Wenn hier auf Hort, FSJ, SozialpädagogInnen verwiesen wird, kann ich nur staunen: Die gibt es nicht in jeder Grundschule.
      In Berlin schon, sonst ginge das ja gar nicht mit verlässlicher Halbtagsgrundschule!

      Achso und ja, die Sozialpädagoginnen sind im letzten halben Jahr sogar fest im Stundenplan mit eingeplant gewesen, sonst hätte es gar nicht funktioniert und haben jede Woche feste Stunden unterrichtet, aber dann eben so Sachen wie "Soziales Lernen" und sicher nicht Deutsch oder Mathe.
    • Konkretes Personal, das ich meine:
      - Schulleitung (an vielen Schulen nur noch im administrativen Bereich tätig)
      - FSJler
      - Referendare
      - Vertretungslehrkräfte (inzwischen arbeiten einige Lehramtsstudenten bereits stundenweise an Schulen)
      - sozialpädagogische Fachkräfte, Erzieher und UBUS
      - Schulbegleiter und Förderschullehrer

      Wenn die alle krank sind und noch die Hälfte des Stammlehrerpersonals, dann können wir Panik kriegen - sonst wäre es ein bisschen verfrüht...
      I am vulnerable, I am raw;
      I am human, I have flaws.
    • Lehramtsstudent schrieb:

      - Schulleitung (an vielen Schulen nur noch im administrativen Bereich tätig)
      Hier schon lange nicht mehr und auch das muss ja gemacht werden. Aber ja, sie machen dann Mehrarbeit, die aber auch irgendwann abgebummelt werden muss.

      Lehramtsstudent schrieb:

      - Referendare
      Zählen zumindest hier voll in die Stunden bereits mit rein, Mehrarbeit dürfen sie keine machen.

      Hat welche Schule?!? Gibt es hier nirgends, dürften und könnten sicher aber auch keinen Unterricht machen, sondern nur maximal betreuen.

      Lehramtsstudent schrieb:

      - Vertretungslehrkräfte (inzwischen arbeiten einige Lehramtsstudenten bereits stundenweise an Schulen)
      Kosten Geld und gibt es zumindest hier nur bei Erkrankungen über 6 Wochen und dazu eben nur bis das Geld alle ist (was bei uns in den letzten Jahren spätestens zum Halbjahr der Fall war).

      Lehramtsstudent schrieb:

      - Schulbegleiter und Förderschullehrer
      Welche Förderschullehrer? Die zählen hier auch in die normalen Stunden mit rein. Schulbegleiter sind sicher keine Vertretungslehrer!


      Entschuldige, aber ich glaube, du bist weit weit weg von der Realität!