Ref finanziell überleben

  • Mag sein. Aber dafür weden vielleicht noch ganz andere aufmerksam - wieder Stichwort Stiftung usw...
    Außerdem hat die CSU so n Schuss vor n Bug in schöner Regelmäßigkeit nötig, mMn. Die sind ja noch betriebsblinder als die Schwesternpartei...

    Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
    Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
    Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
    Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

  • Ich habe als Referendarin 3mal die Woche Nachhilfe gegeben und da bekommst du mehr als 10€ die Stunde. Das hat mir sehr geholfen.

  • Zaubern kann man halt leider nicht... Mit 1400€ kann man definitiv auskommen. Da müsste man halt seinen Lebensstandard extrem runterschrauben. Von der 3-Zimmer-Wohnung ins WG-Zimmer, Auto verkaufen, etc. pp. Ob man das „in dem Alter“ noch will... Ich wöllte es keinesfalls... Hast du nicht die Möglichkeit, dich innerhalb deines Berufs irgendwie zu verändern? Was versprichst du dir denn vom Lehrerjob? (Ich kenne doch einige ehemalige Kollegen, die aus der „freien Wirtschaft“ kamen und ganz schnell wieder dahin zurück gingen.)

  • Guten Abend Horst,


    dass Du niemanden hast, der Dich in dieser Zeit finanziell unterstützen könnte, ist misslich - umgekehrt aber hast Du damit den Riesenvorteil, dass Du völlig ungebunden bist! Darum würde ich es nicht von der Hand weisen, für das Ref in eine strukturschwache Gegend, eventuell auch in ein anderes Bundesland zu ziehen. Da Du an Deiner Wohnung im Münchner Umland hängst, ist der Tipp mit der Untervermietung die Lösung. So musst Du die Wohnung nicht aufgeben und hältst Dir die Rückkehroption offen.


    Ich vermute ohnehin, dass Du Dir die Refschule nicht unbedingt wirst aussuchen können. Gerade wenn Du keine Sozialpunkte durch familiäre Bindungen vorzuweisen hast, kann es Dir passieren, dass man Dich in eine Ecke schickt, in die Du nie wolltest. Dem kannst Du zuvorkommen, indem Du Dir selbst eine Gegend aussuchst, die wenig beliebt ist, in der Dein Geld aber was wert ist. Da gibt es wirklich riesige Unterschiede. Und dann ist auch der Gehaltseinschnitt nicht ganz so heftig wie wenn Du in der gewohnten Umgebung mit den gewohnten Preisen und Ansprüchen verbleibst.


    Liebe Grüße
    alte Dame

  • unsere schüler helfen schüler (nachhilfe vermittelt von der schule nur für eigene schülerx durch unsere älteren schüler) bekommen 15 euro netto die stunde für die nachhilfe. erwachsene nachhilfelehrer verdienen privat um die vierzig euro, wenn du erfolge vorweisen kannst auch mehr, vor allem in der begleitung des übertritts und in den problemfächern des gymnasiums, also mathe, latein usw.

  • unsere schüler helfen schüler (nachhilfe vermittelt von der schule nur für eigene schülerx durch unsere älteren schüler) bekommen 15 euro netto die stunde für die nachhilfe. erwachsene nachhilfelehrer verdienen privat um die vierzig euro, wenn du erfolge vorweisen kannst auch mehr, vor allem in der begleitung des übertritts und in den problemfächern des gymnasiums, also mathe, latein usw.

    Kein Nachhilfelehrer, den ich jemals kennengelernt habe, weder in der Studienzeit noch danach hat 40 Euro pro Nachhilfestunde verdient. 25 Euro waren im Frankfurter Raum das Maximum. Selbst Lehrer im Ref haben nie mehr verdient. Ein guter Nebenverdienst ist es aber natürlich trotzdem.

  • die klientel in bestimmten vierteln hat großes interesse dran, die kinder am gymnasium zu halten oder erstmal dorthin zu bekommen. es gibt fixe notengrenzen. ist junior nicht begabt, muss man eben die nachhilfe zahlen. geld ist für diese klientel i.a. kein großes thema (also schon, aber nicht, weil sie es nicht haben). dass das nicht gut für die kinder ist, ist eine andere frage (die man sich als nachhilfelehrer durchaus stellen muss). aber ja, du bekommst hier - wenn du gut bist und schon einen ruf hast, also kinder durch deine hilfe den übertritt oder wenigstens später den probeunterricht gepackt haben oder sich in latein/mathe und ähnlichen problemfächern 1-2 noten steigern konnten - schon rund vierzig die zeitstunde. plus anfahrt bzw. kinder kommen zu dir. in manchen stadtteilen auch nach oben offen/durchaus mehr.


    schüler starten bei 15 für 45 minuten, die refis sind bei uns ca. bei 30-40/stunde und erfahrene, erfolgreiche leute sind eben durchaus drüber. aber nur, wenn du das selbstständig machst, bei den instituten werden die leute für sehr viel weniger geld ausgebeutet.


    das sind aber wie gesagt leute mit erfolgstrackrecord und/oder pensionisten. man bekommt auch mehr geboten, es ist teils ein bisschen krank.


    (wer sich das nicht vorstellen kann, möge mal die kosten für die einschlägigen privatschulen in muc jenseits von isarschulen und so recherchieren oder gleich mal schauen, was die internate in oberbayern so kosten. dagegen sind diese stundensätze für nachhilfe, während junior das kostenlose öffentliche gymnasium besucht, nichts bis gar nichts.)


    auch noch eine einkommensidee: irgendwas in der offenen ganztagsschule. da verdienen sich auch viele refis was dazu. gibt es vielleicht auch bei angeboten für jugendliche, die in berufdvorbereitendenmaßnahmen stecken. da suchen sie eigentlich immer leute und das könnte auch hiflreich sein für deine arbeit an der bs.

  • 1.Umziehen/Ref deutlich außerhalb Münchens mache
    2. Vor dem Ref im jetzigen Job genügend beiseite legen und Ersparnisse mitverwenden
    3.Berechtigung für Wohngeld/ALG II (aufstocken) prüfen und ggf.beantragen.

    4. Eventuell (zumindest in Hessen geht das) an der Ausbildungsschule die Stunden aufstocken über einen Vertretungsvertrag

  • Das mit dem Kredit kann man ebenfalls knicken. Bei dem Einkommen und keinem festen Job bekommt man so schnell keinen Kredit. Dann wäre auch noch die Frage der Rückzahlung. Aus dem laufenden Etat wäre ja eine Milchmädchenrechnung. Dann stellt sich auch die Frage, ob man unbedingt mit einem fünfstelligen Betrag an Schulden in den Beruf einsteigen möchte.

  • Kann man als Konsequenz dieses Threads also ziehen, dass, je später man mit dem Referendariat beginnen möchte, es umso schwerer wird, dies überhaupt zu tun? Etwa aufgrund etwaiger finanzieller Probleme?


    Ich bin in einem Jahr mit dem Lehramtsstudium fertig, hatte aber auch vor, nicht sofort ins Ref zu starten, sondern ersteinmal etwas anderes zu tun und wollte mir das Ref für irgendwann aufheben. Der Uni-Abschluss Lehramt verfällt ja nicht.


    Wenn ich mir das hier aber so ansehe, dann wird das wohl mit zunehmendem Alter immer unwahrscheinlicher, dass man das Ref angeht, sehe ich das richtig?

  • Ich denke mal, dass es einfacher ist, wenn man es zeitnah angeht. Du bist das universitäre Arbeiten gewöhnt und es macht dir nicht so viel aus wie später zu "buckeln."

  • Kann man als Konsequenz dieses Threads also ziehen, dass, je später man mit dem Referendariat beginnen möchte, es umso schwerer wird, dies überhaupt zu tun? Etwa aufgrund etwaiger finanzieller Probleme?

    Kann man nicht verallgemeinern. Eventuell hat man in etwas höherem Alter ja schon Ersparnisse oder wie ich damals einen Partner / eine Partnerin, der/die das mit tragen kann. Jeder hat da ja eine andere persönliche Lebenssituation. Ich kann da allerdings auch aus meiner Zeit Negativbeispiele nennen, als Fachlehreranwärter (also mit rund halber A10-Stelle) mit Kindern ergänzende Sozialhilfe beziehen mussten.

  • 4. Eventuell (zumindest in Hessen geht das) an der Ausbildungsschule die Stunden aufstocken über einen Vertretungsvertrag

    Das geht in Bayern nicht. Die Regeln zur Aufstockung im 2. Jahr hab ich ja schon beschrieben.


    Ich hab im 1. Jahr noch etwas bei der VHS unterrichtet, aber das war ein Kurs, den ich vorher schon hatte. Das wurde problemlos genehmigt, ich hab als der Kurs rum war aber auch nix neues angefangen. Irgendwie ist das Ref ohne Nebenjob schon stressig genug.

  • Du könntest auch das Ref in Hessen machen. Ich glaube da muss man nicht so oft umziehen und es geht 21 Monate? Müsstest dann, wenn du hier eingestellt wirst, erst drei Monate als Angestellter arbeiten, bevor du verbeamtet wirst.

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