Arbeitsaufwand Deutsch/Geschichte

  • Hallo,
    Ich studiere momentan Deutsch und Geschichte auf Gymnasiallehramt. Mir ist klar geworden, dass mir das später zu viel Arbeit sein wird. Hat da jemand mit der gleichen Kombi Erfahrungswerte für mich?
    Meine Alternativen wären Geschichte und Bio (wobei ich da Angst hätte keine Stelle zu finden), Geschichte/Chemie ( wobei das eine reine Vernunftsentscheidung wäre) oder Deutsch/Bio (wobei ich nicht weiß, ob das wirklich weniger Arbeitsaufwand wäre). Ein Wechsel auf Grundschullehramt kommt nicht in Frage.
    Hat jemand ein paar Erfahrungen für mich?
    LG

  • ...du meinst, es wird viel Arbeit, zum Jobcenter zu laufen?

    Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
    Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
    Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
    Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

  • Du hast mit Geschichte/Bio Angst, keine Stelle zu finden und nimmst dann Deutsch? Manchmal sind Vernunftentscheidungen auch nicht verkehrt. Ich wollte ursprünglich auch Geschichte studieren, habe mich aufgrund des katastrophalwn Arbeitsmarktes aber für ein Fach mit (in meinem BL) etwas besseren Einstellungschancen entschieden.

  • Mein Vater hatte Deutsch und Geschichte, war viel Arbeit, ja. Schön fand ich all die Querverweise, die er geben konnte, also, interessant ist das sicher.

  • Geschichte/Geo ohne Probleme eine Stelle.


    Wo siehst du bitteschön so viel Aufwand? Wenn du eine Klasse bekommst/Tutor wirst/Grundkurse in der Oberstufe bekommst hast du immer Aufwand und zwar in jedem Fach.
    Vielleicht dann doch lieber Sonderpädagogik/Grundschule (kein Bashing, ich hab in beiden Bereichen schon gearbeitet)? Da ist der fachliche Aufwand um einiges erträglicher als am Gym.

    • Nicht, wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt. -Machiavelli-
    • Zwei Mächte gehen durch die Welt, Geist und Degen, aber der Geist ist der mächtigere. -Napoleon-
    • In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst! -Augustinus-
  • Mit dem Fach Deutsch hast Du immer einen sehr hohen Aufwand. Ohne die anderen Fächer herabsetzen zu wollen, aber Deutscharbeiten haben immer einen sehr hohen Korrekturaufwand - vor allem, wenn es wie mancherorts dreistündige unterrichtet wird, man aber vier Arbeiten pro Schuljahr hat. In den Nebenfächern hat man je nach Bundesland keine verbindlichen Arbeiten oder nur eine Arbeit bei zwei Stunden pro Halbjahr. Zudem schreiben SuS in Deutsch viel und reine Gramatikarbeiten und Diktate sind verboten - Du hast immer im Prinzip Aufsätze.


    Geschichte ist in der Sek 2 auch aufwendig, in der Sek 1 geht es aber vom Aufwand.


    Bio/Chemie oder Bio/Geschichte oder Chemie/Geschichte erscheinen mir vom Aufwand her etwas angenehmer. In *manchen* Schulen kriegen "Nebenfachlehrer" auch keine Klassen - im Gegensatz zu den Hauptfachlehrern.


    Schön sind alle der genannten Fächer und Deutsch macht als Unterrichtsfach auch Spaß, allerdings ist der Druck wegen der Stoffmenge recht hoch, für schöne Themen wie Buchvorstellungen bleibt oft wenig Zeit. Im Übrigen empfinden alle Kolleg*Innen und befreundete Lehrer*Innen, die Deutsch und ein oder zwei weitere Fächer haben, Deutsch als das Fach mit mehr Aufwand.
    Geschichte halte ich persönlich für sehr wichtig und auch für ein spannendes Schulfach. Man sollte schon für seine Fächer brennen, um den Funken der Bildung in den SuS zu zünden, frei nach Heraklit gesprochen.

  • Man wird nicht wegen Geschichte eingestellt, sondern trotz Geschichte.


    Und wenn man Geschichte und seine Didaktik ernst nimmt, ist auch dieses Fach aufwändig.

    Dödudeldö ist das 2. Futur bei Sonnenaufgang.

  • Geschichte/Geo ohne Probleme eine Stelle.

    Das ist eine gewagte These. In Hamburg sind beides keine Mangelfächer, in meinem Bundesland wird explizit von beiden Fächern abgeraten. Ich würde es nicht wagen, wenn man Interesse an einer Stelle hat, die nicht am anderen Ende des Landes oder im Brennpunkt, ist.

  • Wenn man bereit ist in den Osten zu gehen, kann man auch Geschichte und Politik studieren...


    Vom Aufwand der Fächer her was Vorbereitung, Nachbereitung, Korrekturen, etc. angeht (SI nach eigener Einschätzung, SII ist es zu abhängig von GK/LK, Klausurenzahl, etc.):


    Fremdsprachen (modern)
    Deutsch
    ...
    Fremdsprachen (alt)
    Naturwissenschaften (wenn man es ernst nimmt)
    Mathematik
    Kunst/Musik/Sport (wenn man es ernst nimmt)
    ...
    Rest (+ Naturwissenschaften wenn man es macht wie fast alle)
    Kunst/Musik/Sport (wenn man es macht wie fast alle)

    If you look for the light, you can often find it.
    But if you look for the dark that is all you will ever see.

  • Das ist eine gewagte These. In Hamburg sind beides keine Mangelfächer, in meinem Bundesland wird explizit von beiden Fächern abgeraten. Ich würde es nicht wagen, wenn man Interesse an einer Stelle hat, die nicht am anderen Ende des Landes oder im Brennpunkt, ist.

    In meinem Schulamtsbereich fallen in den nächsten 5 Jahren sehr viele Kollegen mit Geo oder Geschichte aufgrund von Pension weg.
    Und zwar an den guten Gymnasien.

    • Nicht, wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt. -Machiavelli-
    • Zwei Mächte gehen durch die Welt, Geist und Degen, aber der Geist ist der mächtigere. -Napoleon-
    • In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst! -Augustinus-
  • und wie geht es dir damit jetzt im Alltag, vermisst man dann nicht das, was man ursprünglich machen wollte?


    Nicht wirklich, aber ich hätte mir mein Alternativfach sowieso auch gut als Drittfach vorstellen können.

  • In meinem Schulamtsbereich fallen in den nächsten 5 Jahren sehr viele Kollegen mit Geo oder Geschichte aufgrund von Pension weg. Und zwar an den guten Gymnasien.

    Mmmm... Das ist wohl eine Besonderheit deines Schulamtsbereichs. In Brandenburg sind beides nämlich auch nicht gerade Mangelfächer: "Insbesondere werden Lehrkräfte für die Fächer Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Informatik, Englisch, Kunst und Musik sowie Förderschullehrkräfte gesucht". (Quelle)

  • Lehramtsstudent: derzeit wird das von dir genannte gesucht. Siehe mein Post: In weniger als 5 Jahren gehen viele Geo und Geschichte Kollegen. Einfach mal richtig lesen ;)

    • Nicht, wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt. -Machiavelli-
    • Zwei Mächte gehen durch die Welt, Geist und Degen, aber der Geist ist der mächtigere. -Napoleon-
    • In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst! -Augustinus-
  • Es wäre äußerst unwahrscheinlich und dumm, wenn die Landesregierung nicht wüsste wie viele und welche Kollegen in den Ruhestand gehen. Unsere Landesregierungen in NRW waren schulpolitisch selten Hochkaräter, aber das hatten sie in den Einstellungsprognosen schon im Blick...

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  • Hallo!
    Ich habe die Kombination Deutsch und Bio (Gym, bin aber mittlerweile an einer BS und daher unterrichte ich auch andere Naturwissenschaften in bestimmten Schulformen)
    Was ich dir aus meinem Lehrerdasein berichten kann: Ich bin um jede NW Stunde froh, weil in Deutsch bei uns
    a) jede Klasse mindestens 4 Klausuren pro Schuljahr schreibt (in NW/Bio meist nur eine, außer in der 12 und 13 Gym-Oberstufe)
    b) in Deutsch entsprechend viele Wörter geschrieben werden und die Bewertung für Schüler nachvollziehbar sein muss, was nicht immer einfach ist
    d) (für mich besonders belastend): Wirklich fast jede Schulform muss in D Abi, FH-Reife, Prüfung machen, es kommt also zu den normalen Klausuren auch noch der Abschluss mit Gutachten etc. hinzu.
    e) in meiner Schulform nicht relevant, aber am normalen Gym: Deutsch als Hauptfach bedeutet auch viele Elterngespräche, Klassenleitungen etc.


    Ich muss zugeben, dass ich bislang nur wenige Chemie-, Mathe- und Physikklausuren gesehen habe, aber in Biologie kommen in der Oberstufe auch schnell mal über 500 Wörter zusammen, da Grafiken zu beschreiben und zu interpretieren, Methoden zu erläutern oder irgendwas erklärt werden muss. Gerade in der Sek II sind nur selten Beschriftungsaufgaben Teil von Klausuren, das sähe aber bei dir mit Sek I eventuell noch anders aus. Dennoch ziehe ich NW- Unterricht dem D-Unterricht vor.
    Gerade am Anfang der Berufslaufbahn ist es in den Naturwissenschaften zeitaufwändig, Versuche herauszusuchen und durchzuführen. Nach ein paar Jahren ist das aber kein Problem mehr. Allerdings kosten Versuchsauf- und abbau weiterhin Zeit.
    Biologie ist zudem bei uns ein beliebtes Abifach, pro Kurs sind es sicher 1/3 der Schüler, die eine Prüfung darin machen.


    Ich habe bislang nur die "negativen Seiten" aufgeführt und ich muss sagen, dass ich Deutsch auch heute nicht mehr studiert hätte wg des hohen Korrekturausfwands. Was aber bis heute geblieben ist: Ich liebe Literatur und das versuche ich an die Kids weiterzugeben. Zudem bin ich überzeugter Biologe und finde das Fach wahnsinnig spannend und wichtig. Es gibt immer wieder Neues.


    Das ist auch eigentlich das, was für dich relevant sein sollte: Du selbst musst von deinen Fächern überzeugt sein. Ohne die Begeisterung für deine Fächer wird es schwierig werden


    PS: Bei uns wird Geo auch gesucht

  • Einfach an eine berufliche Schule gehen nach dem Ref. Problem gelöst. Bitte. Gerne. :D

    Danke schon mal für eure Antworten. Ist es denn so einfach an eine berufliche Schule zu gehen, wenn man nicht auf Berufsschullehramt studiert hat? Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Geschichte an Berufsschulen unterrichtet wird. Oder irre ich mich?

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