Was braucht man als Referendar*in?

  • Ich würde mich freuen, wenn aktuelle Referendar*innen/Quereinsteigende (und Kolleg*innen mit gutem Gedächtnis ) sammeln würden, was man im Unterricht am Anfang so braucht.


    M.M.n. sind das wesentliche Handwerkszeug konkrete Ziele formulieren und Reflexionsvermögen, seine Planung mit dem Resultat zu vergleichen. Alles andere findet sich passend zum Ziel, wenn man sich durch Methodenbücher ackert und Strategien des Classroommanagement anwendet und somit trainiert.


    Irgendwie wollen Referendare aber oft was anderes hören. Nur was? Ich wollte damals z.B. nicht im Seminar Material basteln und Methoden an mir ausprobieren, ich nenn's mal "Redestein-Syndrom" der Pädagog*innen. Ich weiß aber irgendwie nicht mehr, wovon ich eigentlich profitiert habe. Mir kommt es rückblickend so vor als ob ich erst in den letzten 10 Jahren gelernt hätte, wie Unterrichten geht, aber irgendwas lernt man doch im Ref? :gruebel:


    Was wünsch(t)en sich andere in der Ausbildung, was hat euch weitergebracht?

  • Meiner Meinung nach ist es relativ schwierig, eine allgemeine Antwort zu finden, weil die Vorkenntnisse sehr unterschiedlich sind.


    Während ich im Studium ab dem 1. Semester mehrere, intensiv betreute Praktika hatte und z.B. Unterrichtsplanung vermittelt und vielfach geübt und immer wieder eingefordert wurde,

    was dies dann etwas, was die Mitreferendare von der Uni gar nicht kannten, was wiederum im Seminar schon bekannt war, sodass unser Päd-Seminarleiter uns zusätzlich einbestellte, um uns die Grundzüge gleich zu Beginn des Refs zu vermitteln.


    Das ist zwar schon ein paar Jährchen her, aber immernoch sind die Unterschiede recht groß und aktuelle Refs haben z.T. wenig Grundlagen in der Planung von Unterricht, müssen aber sofort selbst eigenständigen halten und erhalten dabei ggf. wenig/keine Unterstützung.


    Ansonsten gehen die Wünsche auseinander, je nachdem, ob man das Ref als "Phase der Ausbildung" versteht, in der man Handwerkszeug vermittelt bekommt, oder wahlweise als "Phase der Dauerprüfung", in der man letztlich herausfinden muss, was die Seminarleiter "sehen wollen".


    Weitergebracht haben mich auf jeden Fall die unzähligen Fragen meiner damaligen Mentorin, die immer wieder vieles hinterfragt hat, sodass ich bereits während der Planung vielerlei Impulse hatte und vieles abwägen lernte.

    Wichtig war damals die zeitliche Einschätzung (ich habe es gehasst) und eine sehr genaue Formulierung der Impulse. Ersteres bleibt für Berufsanfänger schwierig, aber wichtig, letzteres bleibt notwendig, verliert aber m.E. an Gewicht durch veränderte Unterrichtsmethoden.

  • Mir fehlten grundsätzliche Kenntnisse über Unterrichtsplanung.
    Und damit meine ich eine detaillierte Stundenplanung. Was sollte ein Einstieg mit sich bringen, wie lange sollte ein Arbeitsphase sein/wie gestalte ich Arbeitsaufträge, wie sicher ich Ergebnisse.
    Am Anfang habe ich mich da völlig unfähig gehalten. Hospitationen bei Lehrern, die das ohne Planung aus der Hand schütteln waren da auch nicht so hilfreich.


    Reihenplanung dann auch als nächstes Problem.

    Aber andere Reffis haben da mehr Vorwissen mitgebracht, weiß nicht, woher meine absolute Unkenntnis kam. :D

  • Ich nenne mal Kenntnisse mit Grafikprogrammen und Scannern.


    Immer wieder treffe ich Referendare, die ausgedruckte Bilder händisch auf eigene ABs kleben oder die bei der Nachbesprechung, wenn ich auf irgendwas hinweise ("die Beschriftung hätte ich weggemacht") daraufhin zugeben, dass sie es mit Grafikprogrammen nicht so drauf haben.

    Wenn man dann mitten im Ref ist, hat man nicht unbedingt die Zeit und die Muse, sich damit auseinanderzusetzen und neu einzulernen - deshalb: Macht es vorher, damit ihr Unterrichtsmaterial nicht wie in den 70ern erstellt...

  • Ich nenne mal Kenntnisse mit Grafikprogrammen und Scannern.


    Immer wieder treffe ich Referendare, die ausgedruckte Bilder händisch auf eigene ABs kleben oder die bei der Nachbesprechung, wenn ich auf irgendwas hinweise ("die Beschriftung hätte ich weggemacht") daraufhin zugeben, dass sie es mit Grafikprogrammen nicht so drauf haben.


    Ein bisschen frage ich mich da, wie die ihren Uni-Abschluss erlangt haben ...

  • Mir gehts wie samu, ich habe ehrlichgesagt keine Ahnung, was genau mir das ref effektiv gebracht hat. Es war eher ein ausloten "wer will was genau sehen" und weniger das Lernen von handfesten Indikatoren für "das passt/ist geeignet". Man hatte irgendwann den dreh raus, was die Prüfer wollten. Letztendlich konnte weder ich mich damit identifizieren, noch waren die sus damit sonderlich "zufrieden". Ich habe gelernt, dass man das kleinste Rädchen im System ist und bei allem immer höchste Vorsicht geboten ist, da überall Gefahren lauern. Das ref war bei mir so meilenweit entfernt von meinem Alltag als fertiger lehrer, dass ich kaum glauben kann, dass es der gleiche Beruf ist. Im ref wollte ich mehrmals hinschmeißen und habe mich bis zum Ende als schlechte Lehrerin und Kollegin gefühlt, weil genau das vermittelt wurde. Als ich nach dem ref die Schule gewechselt habe, hat sich plötzlich ein völlig anderes Bild gezeigt. Ich werde und wurde von sus und kuk geschätzt, gelobt und häufig um Rat gefragt. Es lauern nicht überall gefahren und die Schule ist kein Löwenkäfig, auch wenn das im ref mal offen, ,mal verdeckt vermittelt wurde.


    Ich finde man braucht im ref eine riesen Portion Distanz. Dass man sich bewusst macht, dass das ref eine Ausnahmesituation ist und dass das, was einem dort gesagt wird, einem nicht wie eine fußfessel folgt.

    Und ich fände im ref mehr bewertungsfreien Raum gut. Letztendlich ist der Ausbildungsunterricht eine permanente bewertungssituation. Ich finde und fand selbstgewählte Zusammenarbeit und Hospitation ohne bewertungsdruck immer am hilfreichsten. Wo man einfach ausprobieren konnte "was passiert wohl wenn...". Im ref wurde es immer so verkauft, dass auf jeden Fall etwss ganz fürchterliches passiert, wenn das einstiegsbild nicht zu den schüleräußerungen führt, die man geplant hat. So als würde dann prompt alle über Tische und Bänke steigen und keine Ahnung mehr haben, wofür sie überhaupt lernen. Sowas baut einen riesen Druck auf. Und wenn man nach dem ref einfach mal was ausprobiert, stellt man fest, dass gar nichts schlimmes passiert. Oder nicht mal jemand bemerkt, dass eigentlich was anderes geplant war. Und keine klasse völlig durchdreht, weil das Ziel vielleicht man nicht 100% erreicht wurde.

    Mein großer Aha Moment nach dem ref war folgender: Ich habe etliche Klassen parallel in den gleichen Fächern und halte dementsprechend eine Stunde manchmal viermal pro Woche. Da ist es mir versehentlich passiert, dass ich quasi die gleiche Stunde in der selben klasse zweimal gehalten habe :sterne: Und was ist passiet? Nix! Irgendwann fragte dann mal eine Schülerin, warum wir das jetzt eigentlich nochmal machen :gruss: Im ref hätte man mir mit betroffenem Blick erklärt, dass ich für den schuldienst völlig ungeeignet bin.

    Das wichtigste zum lernen des lehrberufs ist für mich, dass man Fehler machen darf ohne permanente angst vor Sanktionen zu haben. Schließlich sagen wir das auch unseren Schülern immer wieder: Hab keine angst etwas falsches zu sagen, es passiert dir nichts schlimmes und dann können wir anhand der Fehler gemeinsam einen Weg zum "richtig" finden:geschenk:

  • Mein Referendariat war ein ziemlich steiniger Weg zum Staatsexamen, aber was mir am Anfang fehlte, wurde mir am Ende ganz klar:


    - konkrete Zielsetzungen für Unterrichtsreihen, Unterrichtsstunden und Unterrichtssequenzen

    - eine gute Anleitung zur Reflexion des eigenen Unterrichts

    - Gespräche mit erfahrenen Kollegen über unterrichtliche Details und das Abwägen von Alternativen

    - Ressourcenorientierung in der Zusammenarbeit mit Mentoren

    Das wichtigste zum lernen des lehrberufs ist für mich, dass man Fehler machen darf ohne permanente angst vor Sanktionen zu haben. Schließlich sagen wir das auch unseren Schülern immer wieder: Hab keine angst etwas falsches zu sagen, es passiert dir nichts schlimmes und dann können wir anhand der Fehler gemeinsam einen Weg zum "richtig" finden

    Genau das! Ich habe es immer als fürchterlich anstrengend empfunden, dass eine meiner Mentorinnen von Beginn an examensreife Stunden erwartete und meinen Unterricht auch immer dahingehend durchanalysiert hat, sodass am Ende einer Besprechungsstunde nur noch ein Scherbenhaufen übrig blieb von dem, was ich da unterrichtet hatte.


    -> Meine wichtigste Erkenntnis im Ref war außerdem: „Es gibt keine Unterrichtsstunde, in denen Schüler nichts lernen. Und wenn es nur die Erkenntnis ist, dass ein Thema sehr komplex ist und sie da noch mehr entdecken können."

  • Also es gibt schon ganz klar schlechten Unterricht, in dem nichts vermittelt wird. (Wer Kinder hat weiß das.) Und wer bei Referendar*innen hinten drin sitzt, sieht bei allen Unterschieden in der Lehrerpersönlichkeit eben gute und mittelmäßige und miserable Stunden.


    Aber wie gelangt das Wissen an den Mann? Oder warum manchmal nicht? Was hilft Leuten, guten Unterricht zu machen? Wir unterrichten doch auch Kinder, warum sollten wir selbst nicht unterrichtet werden können? Oder ist alle Unterrichterei sinnlos, weil man eben nur lernt, wenn man nicht bewertet wird und WIRKLICH Fehler machen darf?

  • Meine wichtigste Erkenntnis im Ref war außerdem: „Es gibt keine Unterrichtsstunde, in denen Schüler nichts lernen. Und wenn es nur die Erkenntnis ist, dass ein Thema sehr komplex ist und sie da noch mehr entdecken können."

    Und wenn wir mal ganz ehrlich sind: Was vom Unterrichtsstoff behalten unsere sus denn wirklich? Abgesehen von den elementaren Fertigkeiten wie lesen, rechnen und schreiben in der Grundschule. Was wissen wir denn unterm Strich noch inhaltlich aus der sekI? Oder vom Abi? Selbst aus den absoluten, perfekt geplanten und perfekt durchgeführten knallerstunden? Also ich für meinen Teil habe Unmengen vergessen. Und das liegt nicht an schlecht gewählten einstiegen oder holprigen Phasenübergängen.

    Wenn ich meine BBS SuS so sehe, bin ich froh, wenn überhaupt irgendwas in den ein, zwei Jahren hängenbleibt und die Zeit nicht spurlos an ihnen vorbeizieht. Wenn mir da irgendein Fachleiter erzählt, das wäre völlig anders, wenn Refi Ziele besser formuliert, kann ich da nur müde lächeln. Klar sind das alles wichtige Dinge, die es als Lehrer zu lernen und zu beherrschen gilt. Trotzdem sollte man den eigenen Einfluss durch diese Werkzeuge nicht überschätzen.

  • Und wenn wir mal ganz ehrlich sind: Was vom Unterrichtsstoff behalten unsere sus denn wirklich?

    das frage ich mich ja immer wieder, umso mehr, als dass meine Schüler ja oft nicht mal alphabetisiert rausgehen...


    Aber man darf auch nicht vergessen, dass wir allerlei Kompetenzen aus der Schule mitnehmen, die uns nicht mehr bewusst sind. Vergleiche deine Bildung mit der eines indischen Straßenkindes.

  • Also es gibt schon ganz klar schlechten Unterricht, in dem nichts vermittelt wird. (Wer Kinder hat weiß das.) Und wer bei Referendar*innen hinten drin sitzt, sieht bei allen Unterschieden in der Lehrerpersönlichkeit eben gute und mittelmäßige und miserable Stunden.

    Tatsache ist, es gibt Stunden, die echt daneben sind. In pädagogischer, didaktischer, methodischer Sicht. Wo Kinder effektiv nichts lernen. Wo der Referendar völlig überfordert ist. Wo Mentoren und Fachleiter sich an den Kopf schlagen.

    Passiert das ein, zwei Mal, kann man damit leben.

    Problematisch wird es, wenn sich die schlechten Stunden häufen und keine guten Stunden mit hohem Lernzuwachs dabei sind.


    Übrigens glaube ich nicht, dass das allein guter Unterricht ist, bei dem das Meiste hängen geblieben ist.

    Ich hatte ganz grausigen Mathe- und Englischunterricht in der Oberstufe. Davon hab ich interessanterweise noch am meisten inhaltlich präsent, einfach weil ich das am häufigsten gebrauche in meinem täglichen Leben.

  • Persönlich habe ich am meisten im Referendariat gelernt, wenn ich tatsächlich konstruktiv kritisiert wurde. Zu Beginn wurde mir beispielweise immer wieder gesgat, ich solle doch schülerzentrierteren Unterricht machen. Nur wie ich das umsetzen soll, dazu gab es weder von Lehrbeauftragten noch von Mentoren konkrete Hinweise. Ich selbst habe zu meiner Schulzeit fast nur Frontalunterricht gehabt, mein einer Mentor macht praktisch ausschließlich Frontalunterricht- ich hatte also keine persönliche Erfahrung mit anderen Unterichtsansätzen, konnte beim Mentor nichts Entsprechendes beobachten, wurde von diesem dennoch immer wieder darauf hingewiesen, es müsse halt noch schülerzentrierter werden, Konkrete Nachfragen, wie ich das umsetzen könnte blieben unbeantwortet. Das fand ich grässlich, zu wissen, dass ich etwas leisten können soll, dessen Umsetzung mir gänzlich unbekannt ist, aber das eben am Ende hochrelevant für meinen Abschluss sein wird. Geholfen hat mir, als ich endlich eine Kollegin gefunden hatte im Kollegium, die zum Einen selbst sehr schülerzentriert arbeitet in ihren Fächern (die Hospitationen bei ihr waren Gold wert, die Handvoll Stunden die ich in ihrer Klasse halten durfte und zu denen sie mir Hinweise gab ein absolutes Geschenk, vor allem, da sie keine Mentorin war und sich dennoch viel Zeit genommen hat) und zum anderen mir unglaublich gutes Feedback gegeben hat, wie ich meine Stunden schülerzentrierter gestalten kann. Das waren oft simple Kleinigkeiten, die aber unglaublich effektiv waren. Echtes konstruktives Feedback ist wirklich ganz und gar unersetzlich im Referendariat und leider nicht selbstverständlich.


    Oft gibt es auch einfach nur große Unterschiede wie Mentoren arbeiten: Meine Mitreferendarin hatte einmal wöchentlich eine Besprechungsstunde mit ihren Mentoren. Da erhielt sie konstruktive Hinweise, worauf sie achten solle, wie sie Entwürfe noch verbessern könne, was schon gut läuft. Ich hatte im gesamten Referendariat - abgesehen von UBs/Aubsildungsgesprächen- 4 solcher Gespräche mit dem einen Mentor (konstruktive Gespräche), sowie eine Handvoll Gespräche mit dem anderen Mentor in denen es nie darum ging, was ich schon gut mache, sondern immer nur wo ich noch nicht gut genug bin (gut gemeint, manchmal inhaltlich hilfreich, oft aber sehr destruktiv von der Art und Weise der Durchführung her). Da hätte ich mir gerade zu Beginn (später benötigt man das ja nicht mehr ganz so intensiv) auch etwas mehr Betreuung gewünscht, die ich aber auch auf Nachfrage nicht erhalten habe, da meine Mentoren keine Zeit dafür hatten. Gerade am Anfang habe ich mich dadurch ganz schön allein gelassen gefühlt.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

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    Weitergebracht haben mich auf jeden Fall die unzähligen Fragen meiner damaligen Mentorin, die immer wieder vieles hinterfragt hat, sodass ich bereits während der Planung vielerlei Impulse hatte und vieles abwägen lernte.

    Wichtig war damals die zeitliche Einschätzung (ich habe es gehasst) und eine sehr genaue Formulierung der Impulse.


    ... eine detaillierte Stundenplanung. Was sollte ein Einstieg mit sich bringen, wie lange sollte ein Arbeitsphase sein/wie gestalte ich Arbeitsaufträge, wie sicher ich Ergebnisse.


    - konkrete Zielsetzungen für Unterrichtsreihen, Unterrichtsstunden und Unterrichtssequenzen

    - eine gute Anleitung zur Reflexion des eigenen Unterrichts

    - Gespräche mit erfahrenen Kollegen über unterrichtliche Details und das Abwägen von Alternativen

    - Ressourcenorientierung in der Zusammenarbeit mit Mentoren


    Persönlich habe ich am meisten im Referendariat gelernt, wenn ich tatsächlich konstruktiv kritisiert wurde.

    ...gutes Feedback gegeben hat, wie ich meine Stunden schülerzentrierter gestalten kann. Das waren oft simple Kleinigkeiten, die aber unglaublich effektiv waren. Echtes konstruktives Feedback ist wirklich ganz und gar unersetzlich im Referendariat und leider nicht selbstverständlich.


    ... etwas mehr Betreuung ...

    Ich versuche mal, das zusammenzufassen, was alle betreffen könnte. Regelmäßiger Austausch mit Mentoren, die konkrete Vorschläge machen und nicht das Schlechte einer Stunde benennen. Anleitung zur konkreten Planung einer Stunde, inklusive Vorformulieren von Impulsen. Reflexionsmethoden/-ablauf.


    Kontraproduktiv scheint mir die Rolle des Seminars zu sein, das mit Noten "droht" und offenbar bei vielen einen enormen Druck aufbaut mit jedem sorglos gesagten Satz. "Machen Se mal das oder lassen Sie dies" wird dann zur fixen Idee, oder?


    Schon krass, wie sehr Noten Menschen behindern. Im Ref dürfte das v.a. Leute mit Prüfungsängsten treffen und welche, die es gewohnt sind, super Noten einzustreichen, wenn sie nur hart genug arbeiten. Das geht im Ref so wohl nicht mehr :gruebel:

  • Kontraproduktiv scheint mir die Rolle des Seminars zu sein, das mit Noten "droht" und offenbar bei vielen einen enormen Druck aufbaut mit jedem sorglos gesagten Satz. "Machen Se mal das oder lassen Sie dies" wird dann zur fixen Idee, oder?

    Kontraproduktiv ist und bleibt, dass

    a) die Bewertungsgrundlage nie wirklich transparent ist.

    Es ist hier vorort so, dass es einen Kriterienkatalog gibt, der auch herausgegeben wird. Der ist aber recht allgemein gehalten.

    Viele Referendare können damit wenig anfangen.

    Dann kommen "Moden" oder "Vorlieben" hinzu, die von SeminarleiterInnen offenbar vertreten und massiv eingefordert werden.

    Dadurch wird das Referendariat zu einer Zeit, in der man auslotet, "was die Seminarleitung" sehen will und bringt - irgendwie schon immer - Konflikte mit sich, wenn Seminarleiterin A etwas sehen möchte, was Seminarleiter B ablehnt.


    Meiner Meinung nach müsste es in dieser Hinsicht allgemeinere Ansichten geben, wie: "Die Methode muss zum Inhalt passen und die Erarbeitung fördern.",

    sodass eben nicht allein eine extrem offene oder geschlossene Methode oder Stundenführung zu einer guten Rückmeldung führt.


    Das zieht sich durch die Zeiten und ist heute noch nicht anders.

    Wechselt dann womöglich noch die Seminarleitung, erwartet A eine dressierte Klasse, die schon in der Grundschule Einstiege, Unterrichtsgespräche und Reflexion möglichst ohne den Wimpernschlag der Lehrkraft allein regelt,

    während B eine aktive Lehrkraft sehen möchte, die unterstützt, strukturiert und anleitet.


    Da bräuchte es ggf. eine offenere Diskussion darüber, welchen Anteil Seminar übernehmen an der Ausbildung klassischer wie neuer Methoden im Unterricht.


    b) es keine Notengebung gibt, sondern Rückmeldungen und Entwicklungsgespräche,

    die am Ende dann aber nicht in einem Wortgutachten, sondern in einer Note münden.

    Auch das ist nicht immer transparent oder verständlich genug.


    In der Regel gibt es laufend Gerüchte darüber, ob nun alle 18 Besuche benotet und gezählt werden oder nur die gemeinsamen UB,

    wie stark die Seminarmitarbeit einfließt etc.,

    sodass sich die Refs unter Dauer-Kontrolle sehen und das Ref zur 18-Monats-Prüfung wird.


    c) wie in anderen Ausbildungssituationen der "Druck" auch durch vielfältigste Anforderungen aufgebaut wird.

    Natürlich hat jedes für sich irgendwo seine Berechtigung, letztlich macht es dann aber die Menge selbst, die zu bewältigen ist.

    Die Anzahl der Besuche ist selbst innerhalb der BL nicht immer gleich, Seminarbesuche kommen noch dazu.

    Erzählen manche von 4 Besuchen, sind es bei anderen 18 in gleicher Zeit.

    Die Leute aus BY schreiben zudem, dass dort eine Klassenleitung übernommen werden muss UND dass es dann einen Wettbewerb ums schönste Klassenzimmer gibt.

    Die Seminare selbst fordern dann zudem Referate und Ausarbeitungen zu Themen.

    Die Examensarbeit im Ref wurde hier auf 15 Seiten zusammengestrichen, um das zu entlasten, gleichzeitig hat man sich aber mehrere neue Ausarbeitungen ausgedacht, die möglichst auch mit Erhebungen oder Forschungsanliegen einhergehen sollen.

    Zu Beginn gibt es Einführungstage, gleichzeitig muss die Schule die Referendare von Beginn an eigenverantworlich in den Stundenplan setzen. Es gibt keine Zeit, zu Beginn Absprachen zu treffen, weil die Refs ja in den Einführungstagen sitzen, der Unterricht muss dann in den Schulen irgendwie vertreten werden.


    Letztlich muss ich mir als Mentorin gut überlegen, was überhaupt noch hilft und was eher als zusätzliche Belastung und Anforderung empfunden wird: Ich muss schon so viel fürs Seminar machen und nun will die Mentorin auch noch, dass ich...

    Gleichzeitig sieht die Mentorin ggf. die Verantwortung für die konkrete Ausbildung oder Rückmeldung hinsichtlich des Unterrichtens und möchte hier Impulse setzen, die aber auch "Arbeit" oder "Mehraufwand" bedeuten können.


    Tatsächlich wird dann auch noch aktive Mitarbeit in den Schulen gefordert, was ebenfalls schwammig ist, aber auch seit Jahrzehnten dazu führen kann, dass man den Refs die Sammlung, den neuen Schulplan oder die Organisation des Schulfestes aufs Auge drückt.

  • Ich versuche mal, das zusammenzufassen, was alle betreffen könnte. Regelmäßiger Austausch mit Mentoren, die konkrete Vorschläge machen und nicht nur das Schlechte einer Stunde benennen. Anleitung zur konkreten Planung einer Stunde, inklusive Vorformulieren von Impulsen. Reflexionsmethoden/-ablauf.


    Kontraproduktiv scheint mir die Rolle des Seminars zu sein, das mit Noten "droht" und offenbar bei vielen einen enormen Druck aufbaut mit jedem sorglos gesagten Satz. "Machen Se mal das oder lassen Sie dies" wird dann zur fixen Idee, oder?


    Schon krass, wie sehr Noten Menschen behindern. Im Ref dürfte das v.a. Leute mit Prüfungsängsten treffen und welche, die es gewohnt sind, super Noten einzustreichen, wenn sie nur hart genug arbeiten. Das geht im Ref so wohl nicht mehr :gruebel:

    Ich habe mal an einer Stelle noch ergänzt. Klare Fehler müssen natürlich auch als solche benannt werden, damit man sich auch verbessern kann braucht es dann aber eben auch konkrete Hinweise wie man das besser hätte umsetzen können oder Denk- und Reflexionsanstöße, die es einem erlauben die Probleme einer Stunde zu erkennen und das zu verbessern.


    Das Seminar habe ich nicht einfach nur als drohende Instanz erlebt die Notendruck aufbauen würde. Ich denke aber, das hängt sehr sehr stark davon ab wie Seminare ticken und was Lehrbeauftragte vermitteln. Der Notendruck ergibt sich jedoch bereits durch die Situation im Ref ganz von alleine. Ich habe starke Prüfungsangst einerseits, einen enorm hohen Selbstanspruch andererseits und war mir sehr bewusst, dass ich von Tag 1 bis zum letzten Tag im Hinblick auf das SL-Gutachten beobachtet und äußerst kritisch bewertet werde. Das hat mir- ganz ohne, dass es dazu weiteren expliziten Seminardrucks bedurft hätte- immensen Druck gemacht, den auch das Wissen um die gute Einstellungslage nicht entlasten konnte. Dies geschrieben wird einem im Seminar eben auch ein hoher Anspruch vermittelt was man für gute Noten und guten Unterricht auch abgesehen von Noten leisten können muss. Ich glaube nicht, dass es Anwärter gibt die diesen Notendruck gar nicht empfinden (immerhin geht es um die berufliche Zukunft, das ist oft ein ziemlich existentielles Gefühl, was es glaube ich auch manchen erschwert mit der konstant auf einen einprasselnden, nicht immer nur konstruktiv formulierten Kritik/Feedback/Rückmeldung/Reflexionshinweisen auch konstruktiv umgehen zu können), je nach Seminar, eigener Haltung (Perfektionismus) oder Vorbelastung durch Prüfungsangst, sowie dem, was einem Mentoren noch zusätzlich vermitteln und dem Druck durch die Einstellungslage in der gewählten Schulform und den eigenen Fächern kann der Druck eben nur einfach deutlich ansteigen, der aber in jedem Fall und bei allen da ist.


    Ich habe mich diese Woche mit einer ehemaligen Mitanwärterin getroffen die erst jetzt realisiert, wie schlimm das Referendariat für sie war und gerade oft weinen muss, weil endlich einmal Raum dafür da ist und sie nicht einfach nur funktionieren und es irgendwie aushalten und schaffen können muss. Sie hatte das Pech gleich 2x an Ausbildungsschulen zu landen an denen sie keinerlei Mentorenunterstützung hatte, von Schulleitungen einerseits konsequent als Vertretungskraft für erkrankte Lehrkräfte ausgebeutet wurde (20h Unterricht pro Woche statt 13h als Ref ohne Mehrarbeitsvergütung, weil sie erst Wochen später von mir erfahren hatte, dass sie das als Ref nicht machen muss da die Ausbildung Vorrang hat und wenn sie es dennoch macht, dann einen Anspruch auf Mehrarbeitsvergütung hat) und andererseits aber von diesen für unfähig erklärt wurde als Lehrkraft tätig zu sein samt Androhung die komplette Berufslaufbahn zu sabotieren (selbst ein Schulwechsel während des Refs- vom Seminar absolut unterstützt- verbesserte die Lage nicht). Ein halbes Jahr vor dem Abschluss war sie so verzweifelt (nachdem sie auch noch von Schülern massiv bedroht worden war, weshalb Schulsozialarbeit, Seminar, KuK sich größte Sorgen um ihre Sicherheit machten, während ihre SL von ihr verlangte, die Klasse um die es ging als Konsequenz auf jeden Fall als Prüfungsklasse zu behalten, "damit man sich wieder zusammenraufen könne, statt aufzugeben"), dass sie abbrechen wollte. Ich hatte auch einige schwierige Momente im Ref, aber zumindest hatte ich immer ein wirklich tolles Kollegium auf das ich mich verlassen konnte und das ich ansprechen konnte wenn ich ein Problem oder eine Frage hatte, eine Schulleitung, die weitestgehend fair und aufgeschlossen war und vor allem Referendare nicht als ausbeutbare Arbeitskräfte betrachtet (klingt banal, ist aber den Erzählungen so mancher Mitanwärter nach alles andere als selbstverständlich, dass Referendaren auch wertschätzend begegnet wird und sie nicht nur als billige Springer betrachtet werden, die sich dank Bewertungsdruck nicht gegen zu viele Vertretugsstunden wehren können oder gar eine Mehrarbeitsvergütung beantragen würden) und eine Päd-LB, mit der ich offen über Ängste/Unsicherheiten/offene Fragen sprechen konnte ohne befürchten zu müssen, dass sie mir das als mangelnde Souveränität oder gar Inkompetenz auslegt. An Lehrprobentagen haben an meiner Ausbildungsschule alle KuK mitgefiebert, einem Glück gewünscht, Sonderaufgaben in der Woche von einem fern gehalten und einem nach bestandener Prüfung gratuliert. Nach der letzten Lehrprobe wurde ich von meinem kompletten Kollegium wie eine Heldin gefeiert (genauso meine Mitanwärterin nach ihrer letzten Lehrprobe oder auch schon die Anwärter im Jahr vor uns), weil alle sich so gefreut haben, mit stolz waren, sich daran erinnert haben wie wichtig dieser Moment für sie war. Das war wirklich schön, wirklich empathisch und passt zu dem, wie dieses Kollegium menschlich tickt und mitschwingt und sich unterstützt. Mit so einem Kollegium im Rücken, dazu einer möglichst fairen und kompetenten Schulleitung an der Seite lässt ein Referendariat sich gut absolvieren, egal wie eklig ein Seminar sein mag. Umgekehrt kann auch das beste Seminar ein unsolidarisches Kollegium mit einer inkompetenten Schulleitung nicht ausgleichen (meine ehemalige Mitanwärterin hat derart schlechte Erfahrungen gleich an zwei Schulen gemacht, dass sie trotz bestandenen Referendariats vorerst nicht weiter im Schuldienst tätig sein möchte aus Angst und Sorge am Ende gefangen zu sein für Jahre an einer Schule wie einer ihrer Ausbildungsschulen- schlechte Ausbildungsbedingungen sind damit am Ende ein echtes Verlustgeschäft für die Länder).

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

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  • Ich habe im Seminar eher wenig gelernt. Das Seminar war bei mir ganz klar ein Ausgangspunkt für psychischen Druck. Keinen Fehler machen, nicht für eine Sekunde in den Seminaren unkonzentriert wirken, immer die Antwort geben, die von Fachlieter*innen verlangt wird. Nie widersprechen. Ewiges Warten zwischen den Seminaren. Bei mir im Seminar (sicher ein Spezialfall) war es so, dass gewisse Internetseiten gesperrt waren, mit dem Hinweis, dass wir uns im Seminar in unseren Freistuden auf Unterrichtsplanung konzentrieren sollten und nicht im Internet surfen. Unter anderem konnte man die Seiten von gmx und web.de nicht öffnen. Was fatal war, wenn man Emails von Ausbildungslehrern erwartet hat, auf diese antworten wollte etc. Wir wurde behandelt wie Oberstufenschüler*innen und das fand ich ganz schrecklich. Es wurde kontrolliert, ob wir Texte richtig und in verschiedenen Farben markiert hatten. Wir mussten ständig irgendwelche Rollenspiele machen. Konkrete Hinweise für meinen Beruf habe ich im Seminar kaum bekommen.

    Und jetzt kommt das große ABER: Die Ausbildung in der Schule war super. Was dort viel besser war, dass ich mich ausprobieren durfte, mein Unterricht mit mir vor- und nachbesprochen wurde, ich unterschiedliche Kolleg*innen im Unterricht gesehen habe, mir erklärt wurde, warum sie sich wofür entschieden haben und auch ehrlich waren, wenn Stunden "aus dem Handgelenk" kamen. Mir wurde glaubhaft gemacht, dass die Zeiten, in denen man 4 Zeitstunden an einer 90 Minütigen Stunde plant irgendwann vorbei sind. Im BdU konnte ich mich ohne Druck ausprobieren, wenn ich mir bei irgendetwas nicht sicher war, konnte ich immer Fachkolleg*innen um Rat fragen. Keine Frage wurde negativ ausgelegt (keine Fragen zu stellen wäre vermutlich negativ ausgelegt worden). Bei uns wurden alle Referendar*innen als vollwertige Kolleg*innen akzeptiert. Auch das war einfach ein gutes Gefühl.

    Aus meiner Sicht ist das, was Referendar*innen am meisten brauchen, dass sie sich in der Schule ausprobieren dürfen, das Gefühl haben, sie erhalten Unterstützung und wertgeschätzt werden.

  • Ich habe die Module im Ref total anders wahrgenommen. Die Module (quasi zwei Fachseminare und ein Pädagogikseminar, die einmal im Monat stattfinden) in Schleswig-Holstein sind zwar, je nach Studienleiter, vom Druck her schon unterschiedlich und einige Studienleiter mit enorm hohen Ansprüchen wurden auch als unangenehm und teilweise sehr anstrengend empfunden. Das ist eben personenabhängig.


    Die Pädagogikmodule sind inhaltlich sehr allgemein gehalten. Dadurch, dass die Pädagogik-Studienleiter am Examen nicht teilnehmen und auch keinerlei Bewertungshoheit haben, sind die (zwei bis vier) Besuche von ihnen „echte" Beratungsbesuche, was viel Druck aus der Angelegenheit rausnimmt. Allerdings sind sie in Bezug auf das Examen und den theoretischen Teil dahinter selten sehr voranbringend.


    Ich persönlich schätze die Fachmodule im Nachhinein als äußerst hilfreich ein und zwar aus mehreren, essentiellen Gründen:


    - Sie sind semestergemischt, das heißt, es sitzen immer Referendare in verschiedenen Stadien des Refs zusammen. Mit den fortgeschrittenen Referendaren kann man sich gut austauschen und viel von ihren Erfahrungen, sowohl in Bezug auf den Unterricht als auch auf Kniffe in der Ausbildung selbst, profitieren. Ist man selbst fortgeschritten, ist die stete Wiederholung bestimmter Didaktik- und Methodikprämissen im Prinzip eine gute Vorbereitung für das Examen, da diese einem irgendwann in Fleisch und Blut übergehen.


    - Jedes Modul startet mit einem sog. Modulbesuch, das heißt, alle Modulteilnehmer+Studienleitung, der Mentor und tw. auch die Schulleitung hospitieren in einer Unterrichtsstunde, die anschließend gründlich (mind. 45 Minuten) durch den Referendar und die gesamte Gruppe reflektiert wird. An dieser Stelle wird von der Studienleitung nicht nur Rückmeldung zur Stunde gegeben, sondern auch zur Reflexion selbst, die über Gelingen und Scheitern der Examenslehrprobe entscheiden kann. Die Referendare können persönliche Arbeitsschwerpunkte nennen, die im Unterricht beobachtet werden sollten. So sieht man viel verschiedenen Unterricht und erhält gute Einblicke in verschiedene Unterrichtsstile und -qualitäten.


    -Ich hatte unglaublich gute Studienleiterinnen (es waren ausschließlich Frauen), die immer für eine gute Diskussionskultur und Atmosphäre gesorgt haben und zum Großteil qualitativ sehr hochwertige Module gehalten haben.


    Was mich allerdings völlig nervte, war das Fahren durch das gesamte Bundesland, weil die Module an Schulen von den Referendaren durchgeführt wurden. Das hat auch selbst immer viel Stress verursacht: Man musste Räume und Medien zur Verfügung stellen, Kaffee, Tee und Snacks besorgen (ja, das war irgendwie so usus, dem man sich nicht wirklich entziehen konnte), Unterricht halten vor dem ganzen Modul und am Ende des Tages noch aufräumen.


    Was ich als völlig schizophren empfunden habe, war die mangelnde Notentransparenz:

    In Schleswig-Holstein ist es den Studienleitern explizit verboten, nach den Unterrichtsbesuchen Noten oder Notentendenzen zu nennen, sodass den Referendaren die eigene Leistung nicht einschätzen können. Dasselbe gilt für die dienstliche Beurteilung.

    Gleichzeitig wird ebendies von den Referendaren gefordert. Ein völliges Absurdum in meinen Augen!


    Meine Ausbildung durch die Schule war hingegen überhaupt nicht hilfreich für mich persönlich:

    - Ich hatte viel personelle Fluktuation (Mentoren- und Schulleitungswechsel).

    - Meine Mentoren hatten keine abgeschlossene Mentorenausbildung.


    Bei anderen war es an der Schule so gut. Ich führe einen großen Teil meiner schlechten emotionalen Verfassung im Referendariat auf die schlechte Ausbildung in der Schule zurück, obwohl ich tolle Kollegen hatte, mit denen ich mich wirklich gut verstanden habe.


    EDIT:


    Wenn ich die nicht gehabt hätte, hätte ich vermutlich abgebrochen. Hätte ich allerdings qualitativ bessere Mentoren gehabt, wäre es mir allerdings vermutlich etwas leichter gefallen.

  • Ich würde mal sagen, nicht nur vom Bundesland -sondern auch vom Refi selbst. Jeder Mensch lernt anders, jeder hat anere Talente, Stärken und auch ein anderes Auftreten.


    Mein Ref liegt ja nun schon ne gefühlte Ewigkeit zurück... aber wenn ich hier so lese, kommt einiges in Erinnerung.

    Was auf keinen Fall schadet: Selbstbewusstsein! Gerade in der aktuellen Situation seid ihr keine "kleinen Bittsteller". ihr wollt den Job, also könnt ihr auch was, wenn nicht, werdet ihr (hoffentlich) ausgesiebt. Aber nicht "kleinmachen" lassen.

    Es ist ein Fakt,dass das, was bei einem funktioniert, noch lang nicht bei jedem so läuft. Dassage ich auch meine eigenen Refis, wenn ich mal wieder Mentorin bin. Ein guter Mentor ist Gold wert - am besten vorher einmal fragen, ob du gezielt fragen sollst, oder ob Feedback von selbst kommt. Und - wenn du dir Unterricht anschaust, der gut läuft, versuche herauszufinden, ob das auch "deine" Schiene ist.

    Soll heißen: Es gibt unterschiedliche methoden, wissen wir alle, aber welche dir liegt, welche du auch überzeugend rüberbringst, das gilt es während des Refs herauszufinden. Ein guter Mentor unterstützt dich dabei.


    Seminar - "notwendiges Übel". Hat mir eher wenig "gebracht", aber auch nicht allzu gestresst, weil ich ich nicht stressen lasse. Auch diese Empfehlung - ihr seid gefragt, Lehrer werden gebraucht, also nicht kirre machen lassen. Sicher ist das Ref stressiger als der Job nachher. Aber versucht da relaxt ranzugehen. Je ausgeglichener ihr das schafft, umso leichter wirds. Wenn ihr dann noch herausfindet, wie ihr bei den Klassen, wo ihr geprüft werdet, am ehesten an die Schüler rankommt, umso besser.


    An diejenigen, die auch als Mentoren tätig sind - meint ihr, so n Thread wäre auch umgekehrt sinnvoll, also "was macht als Mentor Sinn", denn da habe ich hier ja auch schon von allen Enden Erfahrungen gelesen, von ganz toll bis furchtbar...

    Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
    Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
    Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
    Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

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