Wie geht ihr dem Corona-Virus entgegen?

  • Natürlich haben Jugendämter noch "ganz andere Fälle" und für massive Intervention fehlt auch oft die Rechtsgrundlage. Es hilft aber manchmal schon, wenn bloß mal jemand vorbei kommt, Präsenz zeigt und den Eltern bewusst wird, dass jemand hinschaut. Stellt man fest, dass z.B. eine depressive Mutter die regelmäßige Versorgung oder das Einkaufen nicht hinbekommt, kann eine Familienhilfe angeleiert werden. Den Jugendämtern pauschal zu unterstellen, dass sie sowieso nichts tun, wird ihnen jedenfalls auch nicht gerecht.

  • Natürlich haben Jugendämter noch "ganz andere Fälle" und für massive Intervention fehlt auch oft die Rechtsgrundlage. Es hilft aber manchmal schon, wenn bloß mal jemand vorbei kommt, Präsenz zeigt und den Eltern bewusst wird, dass jemand hinschaut. Stellt man fest, dass z.B. eine depressive Mutter die regelmäßige Versorgung oder das Einkaufen nicht hinbekommt, kann eine Familienhilfe angeleiert werden. Den Jugendämtern pauschal zu unterstellen, dass sie sowieso nichts tun, wird ihnen jedenfalls auch nicht gerecht.

    Es ist doch eh bekannt, dass die Jugendämter personell und finanziell mehr schlecht als Recht ausgestattet sind. Ich denke nicht, dass jemand hier den Mitarbeitern dort Faulheit oder Ähnliches unterstellt. Es gibt halt zu wenig Ressourcen (was man schleunigst ändern sollte, es geht immerhin um Kinder und Jugendliche in Not).

    Bildung ist die Fähigkeit, fast alles anhören zu können, ohne die Ruhe zu verlieren oder das Selbstvertrauen. (Robert Frost)

    Bildung kann einen sehr glücklich und gelassen machen. (Günther Jauch)

    Was nützt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen überlässt? (Ernst R. Hauschka)




  • Ich kann Wollsockens Zorn z.T. nachvollziehen, die Coronamaßnahmen wurden z.T. derart aufgebauscht und die Maske als etwas derart belastendes fetischisiert, dass es jetzt für viele schwer ist davon wieder runterzukommen. Wenn man Kindern vorlebt und sich stets einredet, dass die Maßnahmen ach so belastend wären, entsteht gerne ein Noceboeffekt. Kollegen berichten davon, dass 20 Minuten OP-Maske sie vor eine unüberwindliche Herausforderung stellt weil Sie Drehschwindel bekämen. Mag ja im Einzelfall sein, aber hier in Skeptikerland ist das eine weit verbreitete Einstellung. Ich war eben in einer Apotheke, in der das Personal hinter der Plexisglaswand immernoch keine Maske trägt (wir sind hier momentan Super-Hotspot).


    Befeuert wurde der ganze Wahn natürlich durch die Lockerungslobbyisten, die die Pandemie vorzeitig für beendet erklären wollten nach der kleinkindlichen Logik, dass das was man nicht sieht, wenn man sich die Augen zuhält, einen selber auch nicht sehen kann. Dahinter steht natürlich der Gedanke, dass Leuten die Einkaufslust vermiest werden könnte, wenn Sie durch die Maske behindert werden.


    Diese ganze Gejammer im Alltag belastet mich auch, jede Maßnahme wird so schon vor Einführung untergraben. Ich wiederhole es nochmal: Je nach Gegend gilt es immernoch als unfein Maske zu tragen und sie wird zu jeder sich bietenden Gelegenheit demonstrativ abgezogen. In Schweden macht man sich heute noch sozial unmöglich, wenn man Maske trägt. Man findet massenhaft Bilder aus den Krankenhäusern, wo nicht mal das Personal welche trägt.


    Derweil wissen die Leute immer noch nicht, was da auf Sie zurollt. Wüssten Sie das, würden Sie das Maskentragen, den Lockdown akzeptieren, in Anbetracht dessen, was droht. Sie werden sich hinterher wundern, wenn sie nicht wieder gesund werden. Ich brauche nicht einmal von Longcovid anfangen, 100% aller Kinder in einer Studie (vor ein paar Seiten verlinkt) hatten Mikrothrombosen, die Hälfte Nierenschäden, egal ob symptomatisch oder nicht. Die in Kauf genommene Durchseuchung ist eine riesige Katastrophe (und mMn auch ein Verbrechen).

  • Ich würde auch im Supermarkt ohne Maske einkaufen

    Klar, eine Maske schützt ja auch hauptsächlich nur dein Gegenüber - hast du eigentlich die heutigen Todeszahlen, die mit Covid in Verbindung stehen, auf dem Schirm?

    Ich hoffe echt, deine Beiträge sind nich ernstgemeint, sondern nur Provokation, um herauszufinden, wie ernst "wir" hier es meinen.


    Für mich kann ich sagen: Todernst.

  • Klar, eine Maske schützt ja auch hauptsächlich nur dein Gegenüber - hast du eigentlich die heutigen Todeszahlen, die mit Covid in Verbindung stehen, auf dem Schirm?

    Ich hoffe echt, deine Beiträge sind nich ernstgemeint, sondern nur Provokation, um herauszufinden, wie ernst "wir" hier es meinen.


    Für mich kann ich sagen: Todernst.

    Ich denke nicht, dass ihm das bewusst ist, wen die (meisten) Masken eigentlich schützen. Die Leute, die sich über Maskenträger lustig machen, was ich mit bei ihm gut vorstellen kann, sagen immer Dinge wie "hast du soviel Angst?".

  • Diejenigen an meiner Schule, die die Maskenpflicht immer wieder unterlaufen, sind die Obercoolen Machos, für die Selbst- und Fremdschutz ein Zeichen von Schwäche ist, das sie sich in ihrer Peergroup nicht leisten können.

    Dödudeldö ist das 2. Futur bei Sonnenaufgang.

  • ... Stellt man fest, dass z.B. eine depressive Mutter die regelmäßige Versorgung oder das Einkaufen nicht hinbekommt, kann eine Familienhilfe angeleiert werden. Den Jugendämtern pauschal zu unterstellen, dass sie sowieso nichts tun, wird ihnen jedenfalls auch nicht gerecht.

    Das ist, mit Verlaub, Käse. Es geht ja gerade darum, dass keine Familienhilfe angeleiert wird, wenn Mütter depressiv sind und sich um nichts kümmern. Familienhilfe wird dann angeleiert, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist und nach zwei Jahren Familienhilfe heißt es dann "wir können nichts erreichen, unser Einsatz zeigt keine Wirkung" und dann kommt nicht etwa die nächste Maßnahme, sondern man fängt als Schule wieder von vorne an mit dem Bitten und Betteln.


    Bei unseren Schüler*innen ist latente Kindeswohlgefährdung an der Tagesordnung, da reicht es nicht aus, wenn das Jugendamt mal klingelt und Hallo sagt. Wenn sie überhaupt klingeln.

  • samu, das ist einfach falsch. Meine Schwester macht genau diesen Job (Bewilligungen von Eingliederungshilfen und Familienhilfen) und Ziel ist es, den Familien unter die Arme zu greifen BEVOR alles komplett aus dem Ruder läuft. Natürlich bekommen Eltern, die die Versorgung nicht hinkriegen, bei denen die Kinder aber ansonsten nicht gefährdet sind, Unterstützung. Dass auch damit nicht überall direkt alles rosig läuft,ist klar. Dass manche Familien sich sehr geschickt enziehen, auch. Aber all das ist doch kein Grund, von vornherein gar nicht erst aktiv zu werden.

  • Tun sie das oder sind sie nur fortlaufend am Klagen wie schlimm nicht alles ist?

    Wer klagt denn? Die beiden, die allen auf die Nerven gehen mit ihrem abwechselnden "Wir werden alle sterben, weil dumme Arschlöcher keine Maske tragen" und "ich würde keine Maske tragen, wenn man mich nicht aus dem Laden werfen würde" sind Gott sei's gedankt nach wie vor nur zwei von geschätzten 100 User*innen.


    Und nee, ich kann mir nicht vorstellen, dass Erstklässler*innen dauerhaft und effektiv MNS tragen. Kannst du doof finden, ist aber halt realistischerweise so. Zur ganz sachlichen Erklärung: Kinder sind unhygienische Wesen, ihnen läuft der Rotz aus der Nase und sie haben schwarze Fingernägel, auch wenn man sie Naseputzen und Händewaschen schickt, that's life, da sehe ich auch keinen Grund zum Jammern.

  • Die einzigen Kollegen, die wahrscheinlich gerade wirklich keinen grossen Stress haben, sind wohl die in der Erwachsenenbildung. Wie viele sind das von denen, die hier mitschreiben?

    Hier. Ich bin an einem Berufskolleg und auch ich bin im Stress. Da Kollegen bei einer Erkältung zu Hause bleiben müssen, mache ich im Moment extrem viel Vertretung. Dazu gibt es Klassen, in denen die Schüler sehr ignorant sind, ihre Masken ständig ausziehen etc. Das ist dann schon anstrengend.

    Was mich diesen Dezember wirklich umgehauen hat, war das ca 4-wöchige Praktikum meiner Erzieherklasse, alle in der Kita, und alle mit zwei Besuchen durch die Kollegen. Die Schüler waren zum Teil 50 km von der Schule weit weg, weil es so schwer war, einen Praktikumsplatz zu finden. Viele Kitas haben keine Praktikanten genommen. Die Besuche sind Prüfungen, vergleichbar mit einer Lehrprobe. Zwei Tage vorher kommt per Mail die Planung, dann fährt der Lehrer hin, beobachtet den Schüler bei einem Angebot mit einer Kindergruppe, und dann folgt das Reflektionsgespräch.

    Es gab von Anfang an die Devise, dass bei Quarantäne oder Schließung der Kita individuelle Lösungen gefunden werden sollten, z.B. Nachholen von Besuchen im kommenden Praktikum, Ersatzleistungen, etc. Das führte dazu, dass ich jeden Tag rotierte, weil natürlich nichts so lief wie sonst. Wir hatten eine an Corona erkrankte Schülerin, mehrere in Quarantäne, teilweise von einer Quarantäne in die nächste, kranke Kollegen, sich ständig verschiebende Besuche, und dazu die üblichen Probleme, schwache Schüler, Einrichtungswechsel, schwierige Gespräche. Ich habe extrem viele Besuche vertreten und ständig neu geplant und organisiert, weil sich jeden Tag etwas änderte. Abteilungsleitung und Bildungsgangleitung waren äußerst passiv (auch sehr belastet), so dass ich bei Ausfall und Problemen selber entscheiden musste. Dazu die Kommunikation über Mail und Teams, das ist leider einfach nicht so gut wie live. Konferenzen wurden abgesagt beziehungsweise es war gerade mal die Hälfte der Lehrerschaft da. Andere Probleme als in der Grundschule, aber auch am Berufskolleg sorgt Corona für massive Belastungsspitzen. Meine Kollegen sind durch. Und ich auch. Ich hatte damit gerechnet, dass ich im November ein digitales Endgerät von meiner Schule zur Verfügung gestellt bekomme. Jetzt sitzen wir hier wieder zu dritt im Homeschooling und es fehlt genau dieses eine Gerät.

  • samu

    Das ist nicht meine Absicht, mir liegt es auch fern zu provozieren. Ausgangspunkt war nur, dass Kinder vor Hunger weinend in der Schule stehen und deswegen das Frühstück nicht ausfallen darf. Auf den Jugendamthinweis kam, da würde sowieso nichts passieren. Mag sein, dass das vereinzelt so ist, sollte aber - meines Erachtens nach - nicht dazu führen, dort gar nicht erst eine Meldung zu machen. Mehr wollte ich gar nicht ausdrücken 😊

    Aber ja, lassen wir das.

  • Das ist so ein Grundschultrend, den es seit ein paar Jahren gibt. Ich sah es auch schon mehrfach in den Schulen - es gibt eine Frühstückspause und eine explizite Bewegungspause. Hat vlt. damit zu tun, dass bei manchen Kids sowohl die Ernährung und die Bewegung im Argen liegt und die Lehrer darauf stärker einen Blick haben.

    Seit einigen Jahren? Ich bin jetzt 15 Jahre Grundschullehrerin und seitdem wird in den Klassen vor der großen Pause gemeinsam gefrühstückt. Die Kleinen haben Brotdosen dabei die draußen einfach verloren gehen würden oder sie würden das essen schlicht vergessen, weil sie spielen wollen. Es ist eine Übergangsphase vom Kindergarten kommend. Zur Klasse 4 hin verlagert sich dann das Frühstück auch eher in die Pause.

  • Ich bekomme jedes mal das Kopfschütteln wenn ich hier sowas lese. Muss es wirklich "von oben" angeordnet sein, dass gemeinsames Frühstücken mit Grundschülern im Moment eher uncool ist oder könnte man da von selber drauf kommen? Ich mache auch längst nicht mehr alles, was ich sonst so täte. Mit halben Klassen kann man gerade noch so vertreten eine Tasse Tee zu trinken, da können alle weit genug auseinander sitzen, die Fenster sind offen und die Masken sind nicht länger als 5 min am Stück unter dem Kinn. Wohlgemerkt mache ich das mit Jugendlichen (!) die ich lange genug kenne um zu wissen wie sie sich verhalten.

    Warum sollen wir nicht mehr zusammen frühstücken? Wir sitzen mit 25 Kindern in einem Winzklassenraum, halten keinen Abstand, tauschen Material aus und tragen keine Maske. Vorm Essen werden die Hände desinfiziert oder gewaschen.

  • Interessant! Wir mussten wirklich immer nach draußen und durften im Klassenraum nicht essen. Das kenne ich auch von Bekannten so, die auf andere Grundschulen gegangen sind.

    An und für sich finde ich die Idee des gemeinsamen Frühstücks ja gut, denke aber, da müsste man sich jetzt zu Corona-Zeiten und mit Maskenpflicht eben was anderes überlegen.

    Ich will dir wirklich nicht zu nahe treten, aber sicher, dass du dich verlässlich dran erinnern kannst, also an deine Grundschulzeit? Oft erinnert man sich doch eher an die Zeit ab der weiterführenden Schule. Ich habe auch schon Ende der 80er im Klassenraum gefrühstückt.

  • Wollsocken, es geht darum, dass es Maßnahmen an Grundschulen. Aber Maßnahmen, die auch sinnvoll durchgeführt werden können. Uns helfen keine Maßnahmen, die wir nicht umsetzen können.

  • Eigentlich Off Topic, doch zum Thema kein Frühstück und Jugendamt: Unser Jugendamt vor Ort ist so überlastet, dass da nichts passiert. Ein Gespräch, zwei Hausbesuche - das war’s. In Klasse 5 haben wir uns als JA gewandt, mittlerweile ist der Schüler in Klasse 9. Die alleinerziehende Mutter hat Depressionen, dann macht sie nichts zu essen und kauft nichts ein. Mittlerweile ist der Schüler ja groß, aber ohne Taschengeld -und kleine Geschwister hat er auch..Er frühstückt zuhause nichts, hat kein Frühstück, meist kein Geld mit und kein Mittagessen in der Schule bestellt. Er bekommt oft von uns Lehrern Frühstück oder von seinem besten Freund, wir bringen eben ein Brot mehr mit. Unsere Sozialpädagogin ist immer noch an der Sache dran, aber die Gespräche mit der Mutter führen zu nichts. Und das Jugendamt...O-Ton der Mitarbeiterin: „Da haben wir ganz andere Fälle.“

    Eine Schülerin (aus einer bereits bekannten Familie) hatte Maden im Frühstücksbrot und trug die Klamotten auf links, da alles andere schmutzig. Das Jugendamt Hamburg sagte mir ernsthaft, dass sie erst bei Anzeichen von Misshandlung und Gewalt tätig werden, sind sind für alles andere zu überlastet.

  • Tun sie das oder sind sie nur fortlaufend am Klagen wie schlimm nicht alles ist?

    Meine Güte, was ist dein Problem?


    Grundschüler lernen nunmal noch ganz anders. Die Erstklässler kommen gerade aus dem Kindergarten und müssen so vieles erstmal lernen. Viele sind heutzutage, zumindest bei uns in HH, nicht mal schulreif. Mimik ist ein sehr wichtiger Bestandteil. Sprachliches Lernen mit Mundschutz ist einfach fast unmöglich. Du hast einfach keine Ahnung von der Arbeit in der Grundschule. Ich habe selbst ein Grundschulkind und eine 13-Jährige und natürlich sind das eklatante Unterschiede was die Persönlichkeitsentwicklung angeht.

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